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Veröffentlicht am 19.08.2025

Wieder was gelernt und gelacht!

Ihr habt es gut, ihr habt ja mich. Die Online-Omi lässt sich wählen
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Die 20. Mission für die vierfach verwitwete Eisenbahner-Rentnerin Renate Bergmann (82), zuletzt wohnhaft in Berlin-Spandau. Doch nun ruft sie ein Notfall weg aus ihrem Kiez, ab in die Provinz nach Grünweide, ...

Die 20. Mission für die vierfach verwitwete Eisenbahner-Rentnerin Renate Bergmann (82), zuletzt wohnhaft in Berlin-Spandau. Doch nun ruft sie ein Notfall weg aus ihrem Kiez, ab in die Provinz nach Grünweide, wo ihr angeheirateter Neffe Stefan mit Frau Ariane und den Töchtern Agneta und Lisbeth lebt. Sie haben dort kürzlich gebaut und weil Renate ihnen finanziell und auch sonst tatkräftig unter die Arme gegriffen hat, besitzt sie eine Einliegerwohnung für ihr Altenteil in diesem Haus. Als sie erfährt, dass Arianes Mutter Monika, im eigenen Sanitärbetrieb von der Leiter gefallen ist und beide Arme gebrochen hat, ist klar, dass Ariane zu ihren Eltern muss denn ohne ihre herrische Mutter ist ihr Vater aufgeschmissen! Da Stefan nun alleine die Kinder versorgen muss, würde ihm Renate ja helfen, aber sie will sich ja nicht aufdrängen! Dezent fährt sie in die brandenburgische Provinz, um dort mal wieder durchzuwischen! Auf den Ämtern dort, geht es ganz anders zu als in Berlin, doch irgendwie gerät sie mit Bürgermeister Brummer aneinander, als sie Verbesserungsvorschläge hat. Schon wirft er ihr an den Kopf, wenn es ihr nicht passe, solle sie doch als Bürgermeisterin kandidieren! Mit 82? Was für ein Blödsinn, aber Stadträtin könnte sie ja schon werden. Also beschließt sie zu kandidieren und den Männerhaufen von 15 Alteingesessenen mal kräftig aufzumischen! Dafür muss man sich aber auch mit der Funktionsweise, des Dorfes und seiner Vereine und Einrichtungen vertraut machen und mit allen politischen Akteuren. Renate will natürlich nicht alleine kandidieren und lernt deswegen Brummers Gegenkandidatin, die hochwohlgeborene Leonie kennen, die ebenfalls parteilos ist. Sie gründen eine Bürgerliste und suchen sich noch zwei Mitstreiter und schon geht der Wahlkampf und die Dorfverschönerung los! Also langweilig ist es auf dem Dorf ganz sicher nicht und was man hier so alles erfährt?!

Die 20. Mission und kein bisschen leise, aber wie immer sehr patent und weise. Wir haben wieder eine Menge gelernt, z.B. dass man beim Kuchen Essen, die Kalorien besser einfach weg lässt. Ja klar! Es ist vergnüglich und unterhaltsam, auch wenn es schon ihr 20. Werk ist und wir sicherlich über 10 davon kennen. Anfangs haben wir befürchtet, dass sich zu viel wiederholt, aber dem ist nicht so. Durch das neue Umfeld in Gründweide (bekannt aus „Das Dach muss vor dem Winter drauf – Die Online-Omi baut ein Haus“) kommen zu den altbekannten Personen wie Ilse und Kurt mit dem Koyota, Gertrud und Gunter mit Hund und natürlich auch die esoterische Tochter Kirsten und Günther Habicht auch neue Charaktere mit ihren eigenen Ecken und Kanten.

In ihrer unnachahmlichen Art erzählt Renate (alias Torsten Rode, Jahrgang 74) frei Schnauze, wie es ist und scheut nicht davor, die Dinge beim Namen zu nennen, oder ihnen auf den Grund zu gehen. Natürlich weiß Renate wie man sich benimmt und kann bei einigen, wie bei ihren Nachbarinnen der Berber und der Meiser nur den Kopf schütteln. Auf dem Gestüt von der Leonie ist aber alles so fein, dass auch Renate bisweilen etwas eingeschüchtert ist.

Wir haben die Geschichte mal wieder alle zusammen im Auto im Urlaub gehört und es hat uns gut unterhalten, obwohl mein Mann meinte, dass wie doch schon 3 Kennen (eher mind. 13). Auch wir haben nicht bei Band 1 angefangen und haben ihn auch noch immer nicht gehört, weil zu Beginn eine andere Sprecherin Renate miemte. Carmen-Maja Antoni verkörpert für uns Renate Bergmann jedoch so unnachahmlich perfekt und authentisch, dass eine andere Stimme für uns nicht in Frage kommt – sorry für die Diskriminierung liebe Marie Gruber (unbekannter Weise). Man kann also auch getrost noch mit dieser Episode einsteigen und es lohnt sich, denn tatsächlich endet es dieses Mal mit einem Cliffhanger! Wir erfahren zwar wie die Wahl ausgeht, aber dann! Hoffentlich erfahren wir auch noch, wenigstens nebenbei wie Renate Grünweide weiterhin aufmischt!

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Wie schade, dass dies das Ende sein soll!

Die Stadtgärtnerin. Blumenglück hoch vier!
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Die Schüler sind ganz aufgeregt, in wenigen Tagen beginnen die einwöchigen Schnupperpraktika. Toni hat es mit viel Überzeugungsarbeit geschafft, ein Praktikum in der Biogärtnerei BioTop zu ergattern, Cora-Lee ...

Die Schüler sind ganz aufgeregt, in wenigen Tagen beginnen die einwöchigen Schnupperpraktika. Toni hat es mit viel Überzeugungsarbeit geschafft, ein Praktikum in der Biogärtnerei BioTop zu ergattern, Cora-Lee träumt schon von der Tierklinik, Elif muss auf Vermittlung ihrer Mutter zum Steuerberater und Adam will in die Bäckerei, hat aber noch nicht mal gefragt und der Ärger ist groß! Mit Müh und Not schafft es Toni Adam noch in der Gärtnerei unter zu bringen, da der riesige Hund Mingus viel Aufmerksamkeit und geduldige Krauler braucht, damit Gärtnerin Dunya Haddad sich um ihre Arbeit kümmern kann. Toni ist ganz glücklich und hilft mit Feuereifer! Doch ausgerechnet die eifrige Musterschülerin Elif ist beim Steuerberater vor Langeweile schlafend vom Stuhl gefallen und Cora-Lees großer Traum entpuppt sich als Flop! Sie darf nur Schränke auffüllen und Formulare lochen und keinesfalls in die Nähe der Tiere! Das ist ja zum Mäuse melken! Im Herbst ist in der Gärtnerei viel zu tun und Dunya will auf keinen Fall noch mehr Praktikanten, aber wer kann zu einer Tierflüsterin wie Cora-Lee und einer Überfliegerin wie Elif schon nein sagen? Den Freunden wird schnell klar, dass irgendjemand den netten Haddads übel mitspielt und die Gärtnerei ruinieren will, doch wer und warum?

Auch dieses mal wird eine ebenso spannende, wie lustige und kurzweilige Geschichte um die vier Freunde vom Dachgarten mit ganz vielen Gartentipps verknüpft! Mit den Praktikanten lernen wir, wie man dufte Samenbomben bastelt (Vorsicht: Farbexplosion!), Samen erntet oder wie man Erika eintopft. Wem das alles noch nicht reicht, der kann auf der Verlagsseite auch noch Tonis Gartentipps und -Tricks runterladen, die dieses Mal so viele sind, dass sie jedes CD-Booklet gesprengt hätten: z.B. Rezepte für Lauchsuppe, Hundeleckerlis mit Rosmarin, Vogelfutterhäuschen aus Tetra-Packs bastelt, Windlichter mit herrlichem Herbstlaub zaubert oder jede Menge erstaunliche Infos über verschiedene Pflanzen, die natürlich auch in der Geschichte vorkommen und die man sich dan auch besser vorstellen kann. Die oben erwähnte Anleitung zu Samenbomben und Samenernte finden wir dort natürlich auch!

Die Geschichte ist super sympathisch und das liegt auch an der wunderbaren Sprecherin Katja Danowski, die allen Figuren ihre ganz typische Stimme mit Charakter verleiht. Man spürt förmlich, wie die brave Elif beim Steuerberater schlafend vom Stuhl rutscht!. Dabei klingt sie insgesamt energiegeladen und richtig begeisterungsfähig. Sie bringt viel Schwung und Spannung in die Geschichte, sowie ganz viel Liebe zu ihren bisweilen recht eigenwilligen, aber liebenswerten Figuren, den Blumen und den Tieren! Dabei werden geschickt Spuren gelegt, ebenso wie Finten und wir erfahren viel über das Trauma eines Hundes, der so erschreckend aussieht und doch so viel Angst hat. Auch hier können Liebe und Verständnis Wunder wirken.

Gina Mayer ist eine sehr erfolgreiche Kinderbuchautorin, aber sie schreibt auch Krimis für Erwachsene und diese Liebe zu Kriminalfällen merkt man auch dieser Reihe über vier Freunde und ihren Dachgarten an. Denn jedes Mal gehen sie Ungereimtheiten auf den Grund, die ihr Glück bedrohen. Dabei geht es natürlich nicht um Mord und Totschlag, sondern um so ein Gefühl, dass da nicht stimmt. Tonis Mutter Lise ist Familienrechtlerin, das hilft da wenig, aber sie müssen feststellen, dass sie eine ihrer Nachbarinnen unterschätzt haben: sie ist Strafrechtlerin und verteidigt als solche Kriminelle! Daher macht es ihr umso mehr Spaß, dass sie dieses Mal auf der Seite der Opfer tätig werden darf und das ausgesprochen erfolgreich. Toni merkt dabei schnell, dass auch Anwälte kreativ sein müssen (sie will aber dennoch lieber Gärtnerin werden!).

Die Tonträger sind wieder ganz wundervoll mit den farbigen Illustrationen von Daniela Kohl aus den Buchvorlagen gestaltet. Jeder zeigt ein anderes Teil einer Illustration und zusammen ergeben sie ein Ganzes.

Ich bin ganz traurig, dass diese wundervolle Reihe nun schon zu Ende sein soll!

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Veröffentlicht am 06.08.2025

Eine Klasse wächst zusammen!

Die fieseste Lehrerin der Welt
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Die Klasse 5a ist noch gar nicht richtig zusammen gewachsen nach dem Schulwechsel, da wird ihre Lehrerin nach den Osterferien schon pensioniert. Nun übernimmt die junge Frau Fröhlich, die eigentlich „Schrecklich“ ...

Die Klasse 5a ist noch gar nicht richtig zusammen gewachsen nach dem Schulwechsel, da wird ihre Lehrerin nach den Osterferien schon pensioniert. Nun übernimmt die junge Frau Fröhlich, die eigentlich „Schrecklich“ oder „Verboten“ heißen sollte! Nie kann man es ihr recht machen, sie ist immer unzufrieden, gibt schlechte Noten und verbietet alles, besonders was Spaß macht, aber nicht nur. Sogar der Klassengoldfisch wird verboten, die Farbe rot oder Kaputzenpullis und natürlich auch Lachen und gleich sterben.... Als erstes sammelt sie morgens alle Südfrüchte, Handys, Sammelkarten und alles was ablenken könnte ein und stopft es in ihre häßiche schwarze Tasche, die sie nach hoch oben, an die Decke hängt, wo sie schmatzt... Auf der Fensterbank stehen nun unheimliche Fleischfressende Pflanzen, die furchtbar stinken, Fliegen (und Schülerfinger) fangen und die ihre Köpfe neigen, als würden sie die Schüler belauschen.... Es ist der Horror, vor allem für Pauls besten Freund Theo, der nun droht, die Klasse verlassen zu müssen, weil seine Noten zu schlecht werden. Gemeinsam beschließen sie, dass sie diese Lehrerin irgendwie los werden müssen, doch nur wie? Bisher macht doch jeder nur sein eigenes Ding....

Diese Lehrerin ist der blanke Albtraum, auch wenn einzelne Verbote durchaus sinnvoll erscheinen, doch sind die Strafen, die bei Verstößen folgen, so drakonisch, dass selbst das vernünftigste Verbot irrsinnig wird. Das Schlimmste ist jedoch, dass alle Erwachsenen total begeistert von dieser neuen „Fröhlich“-Methode sind und es bald sogar Wartelisten für diese Klasse gibt! Doch je irrer die Aktionen dieser Lehrerin werden, desto unheimlicher wird sie ihren Schülern und umso verzweifelter werden sie. Auch wenn sie anfangs über Paul als den Kleinsten der Klasse gelacht haben, fangen sie langsam an auf ihn zu hören. Fest steht: Frau Fröhlich ist unheimlich und nicht normal und muss unbedingt weg! Sie wollen ihre bisherigen Lehrer wieder haben und das können sie nur gemeinsam schaffen und müssen dabei irgendwie Frau Fröhlich knacken. Das geht natürlich nicht so einfach, vor allem, wenn man nicht weiß, was mit der Frau nicht stimmt, aber viele Köpfe, viele Ideen... Dabei dachten die Schüler immer, dass ihr größtes Problem der Schulmobber aus der 10. mit seiner miesen Gang sei.

Diese Lehrerin fängt richtig fies an, aber dabei bleibt es nicht, sie wird noch fieser, obwohl es undenkbar erscheint. Obwohl die Schüler sich ohnmächtig fühlen und anfangs so gar nicht zusammen halten, weil sie in Kleinstgrüppchen zersplittert sind, ist es witzig. Es fühlt sich trotz allem nicht erdrückend und deprimierend an, weil stets das Gefühl vorherrscht, dass die Schüler ja viel mehr sind und es irgendwie schon schaffen werden. Dabei wächst die Spannung immer mehr, weil man unbedingt herausfinden möchte, was mit Frau Fröhlich denn wohl nicht stimmt und wie sie es so schafft, mit ihren plumpen Lügen die Erwachsenen so ein zu wickeln.... Der gewohnt humorvolle und leichte Ton von Ulrike Rylance schafft dieses Meisterstück, dass trotz der scheinbar ausweglosen Lage, die Geschichte lustig und spannend und nicht deprimierend ist. Es ist auch ein Thema mit dem sich die jungen Leser super identifizieren können, denn wer kennt keine richtig fiesen Lehrer? Sie bleiben leider genauso unvergesslich, wie die richtig guten und netten. Damit haben Lehrer und Lehrerinnen echt eine große Verantwortung.

Natürlich ist hier alles verboten, auch Flüstern, Petzen, Vorsagen und Zettelchen schreiben. Dennoch schaffen es immer wieder welche in der 5a Zettelchen durch die Klasse gehen zu lassen, in denen sie ihre neuen wilden Aktionen oder Theorien verbreiten. Diese zeichnet Horst Hellmeier naturgetreu auf die Seiten, so dass auch wir mitlesen können und man sich als Teil der Klasse fühlt. Er schenkt uns auch Social Media Kommentar der Häme und des Spotts der anderen Klassen, Blicke auf die laminierten Verbotsschilder, die immer mehr und länger werden und natürlich auch Bilder von Frau Fröhlich und ihren stinkenden Pflanzen. Als Vignetten hat er bedrohliche „Scherenschnitte“ der Lehrerin des Schreckens gestaltet.

Dirk Petrick höre ich eigentlich sehr gerne, aber hier kann er mich leider nur in seiner Rolle als fiese Frau Fröhlich überzeugen. Er klingt einfach nicht nach einem Jungen aus der 5. Klasse. Dabei variiert er seine Stimme und liest nicht monoton und auch von Atmung und Pausen habe ich nichts zu beanstanden. Er klingt nur nicht nach einem Jungen, den man „Mücke“ nennt. Die Schläger und Ronaldo liegen ihm viel mehr, Hauptperson ist aber Paul, weswegen mich das Buch mehr überzeugt hat, als das Hörbuch, bei dem durch die für mich unpassende Stimme Distanz aufkam, während ich im Buch versunken bin. .

Das Buch ist schön kurz, mit kurzen Kapiteln, die auch Lesemuffeln wie Theo nicht zu anstrengend sein werden und die absolut irren Theorien zur Wahrheit hinter Frau Fröhlich machen einfach Spaß! Sie schafft übrigens das scheinbar Unmögliche... doch nur was?

Ein großer Lesespaß, nicht nur für die Ferien, ab der 3. Klasse für Jungs und Mädchen!

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Veröffentlicht am 06.08.2025

Auch das Zählen braucht Geduld und Übung!

Agathe zählt die Sterne
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Agathe ist eine junge, aufgeweckte Giraffe in der Steppe, mit hübschen Flecken und einer großen Leidenschaft: sie liebt es zu zählen! Was immer ihr unter die Augen kommt wird gezählt! Zu dumm nur, dass ...

Agathe ist eine junge, aufgeweckte Giraffe in der Steppe, mit hübschen Flecken und einer großen Leidenschaft: sie liebt es zu zählen! Was immer ihr unter die Augen kommt wird gezählt! Zu dumm nur, dass sich einiges dort so schnell bewegt, dass sie keine Chance hat zu Ende zu zählen, oder einfach weggefuttert wird. Doch ihre Freundin Marie Käfer hat da eine gute Idee und möchte ihr beim Zählen ebenso gerne helfen, wie das hibbelige Zebra und der schnelle Gepard. Aber oh weh! Agathes Freunde können gar nicht richtig zählen! Da hilft nur eins: sie muss es ihnen beibringen und kräftig mit ihnen üben – den lieben langen Tag lang. Das tun sie so eifrig und ausdauernd, dass sie mit einer wunderschönen Überraschung belohnt werden!

Dieses Buch ist ganz wunderschön von der Autorin und dem Verlag gestaltet worden in einer interessanten Mischtechnik z.T. Mit Aquarell und Zeichnung und eventuell Stempeldruck. Hier wird gekonnt mit Schärfe und Unschärfe gespielt um den Fokus auf das zu legen, was gerade inhaltlich wichtig ist. Dabei unterstützt auch der Schriftsatz perfekt den Inhalt, was allerdings den Vorlesenden eher auffallen dürfte, als den Zuhörenden: So galoppiert nicht nur das aufgeregte Zebra Agathe, davon, während die sich redlich bemüht seine Streifen zu zählen, auch die gedruckten Zahlen gehen mit dem Zebra durch und scheinen Bocksprünge zu vollführen.

Bei der Savanne und Giraffen kommen einem schnell Zebras in den Sinn, Geparden eher als Jäger, aber zum Glück will dieser Gepard lieber zählen lernen, als die Giraffe zu fressen. Mit Marie Käfer hätte ich allerdings nicht gerechnet. Sie ist auf den Seiten, zwischen all den großen Tieren auch nicht immer auf Anhieb zu entdecken, da muss man wirklich genau hingucken. Als ich sie dann endlich gefunden habe, konnte ich mir das Grinsen aber nicht verkneifen. Sehr schön finde ich auch, dass man zur Verdeutlichung der Größenunterschiede zwischen den Freunden, eine Seite hochklappen muss, damit Agathes langer Hals auch noch Platz auf der Seite findet. So können alle gemeinsam viel besser staunen. Sehr gut gefallen mir auch die golden funkelnden Sterne auf dem Cover, ebenso wie Agathes Name, der ebenso in elegantem Gold aufgedruckt ist.

Zur didaktischen Aufbereitung mag ich jetzt nicht so viel zu sagen, allerdings gefällt es mir, dass nicht alle Tiere von Anfang an so gut zählen können, wie Agathe. Diese macht sich aber nicht über sie lustig, sondern bringt es ihnen ganz geduldig bei. Weil aller Anfang schwer ist, dauert es ganz schön lange, aber gemeinsam üben sie immer weiter, bis sie es können! Nur Übung macht den Meister und so schaffen sie es gemeinsam die Sterne am Himmel zu zählen und das sind deutlich mehr als 10!. Anders als in üblichen Zählenlernbüchern, werden hier nicht immer mehr werdende Gegenstände abgedruckt, die man gemeinsam zählt. Agathe zählt mehr das Unzählbare und die Zahlen werden in Worten abgedruckt. Bevor es an die größte Aufgabe geht, werden die Zahlen von 1 bis 10 aber auch als Ziffern abgedruckt, damit man sie gemeinsam sehen und sprechen kann. Da müssen die Vorlesenden selbst versuchen mit den Zuhörenden zu zählen und werden dabei schnell Agathes Problem nachvoll ziehen können. Der Clou an diesem Buch ist daher das Wecken des Interesses am Zählen lernen und das Verständnis, dass es immer und überall etwas zum Zählen gibt.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Weckt die Liebe zu Kunst!

Malva und das verborgene Atelier
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Malvas Eltern müssen arbeiten und sie soll die ganzen Ferien bei ihrer Oma „Nana“ verbringen, die von einem Freund aus Studientagen ein Haus in der absoluten Pampa, pardon auf dem Land geerbt hat. Es gibt ...

Malvas Eltern müssen arbeiten und sie soll die ganzen Ferien bei ihrer Oma „Nana“ verbringen, die von einem Freund aus Studientagen ein Haus in der absoluten Pampa, pardon auf dem Land geerbt hat. Es gibt noch nicht mal Internet, Telefon oder Fernsehen, von Gleichaltrigen keine Spur! Hat sich schon mal ein Kind zu Tode gelangweilt? Während sie missmutig den verwilderten Garten durchstreift, entdeckt sie verborgen hinter Büschen und Bäumen noch ein kleines Häuschen. Es war das Atelier von Nanas Künstlerfreund. Dort findet sie nach Öffnen der Fenster und Türen nicht nur Bilder, Staffeleien und Pinseln, sondern neben eingetrockneter Öl- und Acrylfarbe, auch einen Aquarellmalkasten. Geduldig und mit viel Fachwissen, zeigt Nana ihr, wie man das verdreckte Teil „wiederbelebt“, aber auch wie man aus allerlei was jeder so in seiner Küche hat, mit Ei und Gewürzpulvern einfache Farben herstellen kann. Nach und nach führt Nana sie in die Farblehre und die Magie des Lichts und der Schönheit der Aquarellmalerei ein. Malva findet es total spannend all das auszuprobieren, was Nana ihr vorschlägt und schreibt sogar ihrer besten Freundin Rafi davon in echten Briefen auf Papier!

Der Erzähltext ist sehr anschaulich und lebendig geschrieben, so dass man nur so durch die Seiten fliegt. In den Briefen an ihre Freundin Rafi erfahren wir von den künstlerisch-pädagoischen Aktionen, die Nana sich für sie ausdenkt, um ihr die Freude und Interesse an Farben, Malerei und Kunst zu wecken. Besonders gut finde ich, dass Nana auch einen Ideen-Finder mit Malva bastelt (natürlich mit Anleitung zum Nachbasteln). Ich habe Kunst immer geliebt, aber außerhalb des Kunstunterrichts fehlte es mir meistens an Ideen und Inspiration. Dabei entwickelt sich Malva immer weiter, während Nana mit ihren Projekten für sie fortschreitet. Die Aktionen bauen somit auf einander auf, so dass es sinnvoll ist vorne zu beginnen und es nicht kreuz und quer zu lesen. Natürlich fangen die Zwei ja nicht mit Bildkomposition und Perspektive an, sondern tasten sich langsam an diese heran, auf gut nachvoll ziehbare und verständliche Weise. Als pensionierte Lehrerin hat die Autorin dabei auch ein gutes Gespür dafür, sich so auszudrücken, dass ihre Zielgruppe sie versteht. Sie erklärt z.B. wie man Farben bewusst einsetzen kann, um Stimmungen zu erzeugen.

Ganz zum Schluss finden wir nicht nur die Danksagungen an alle, die an diesem 4 Generationenprojekt teilgenommen haben, sondern auch ein umfangreiches Glossar, in dem übersichtlich die Fachbegriffe in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet und kurz erklärt werden. Das ist später auch mal für den Kunstunterricht in den höheren Klassen hilfreich.

Die Autorin hat übrigens bis zu ihrer Pensionierung als Kunstlehrerin in Bayern an Gymnasien unterrichtet, nach ihrem Studium der Germanistik und Kunst. Schon ihr Vater war Professor für Physik und leidenschaftlicher Hobbymaler und so gibt sie die Liebe für Kunst und Farben nun in 4. Generation an ihre zahlreichen Kinder und Enkelkinder weiter. Übrigens haben alle Enkelkinder mindestens ein Gemälde zu diesem Buch beigesteuert! Die Illustrationen sind alle vollfarbig und daher besonders anschaulich! Symbole kennzeichnen sowohl den Mitmachteil, als auch die Briefe an Rafi und einem Augensympbol für besondere Informationen, für die man ganz genau hinschauen muss. Da das Buch wirklich zum Ausprobieren und Mit- und Nachmachen gedacht ist, lohnt es sich, sich selbst auch eine große Sammelmappe für die eigenen Versuche anzulegen. Am Ende steht das große Staunen, was man alles schon geschaffen hat!

Ein wunderschönes und liebevoll didaktisch und mit über 100 Aquarellen gestaltetes Kunstsachbuch für Kinder ab 10 Jahren.

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