Magisch, spannend und achtsam
Die Insel der magischen Wächter – Der große TestNach dem frühen Tod ihrer Eltern wächst Berry bei ihren Großeltern Oli und Oda auf einer einsamen Insel auf. Sie liebt es sich dort um die Pflanzen und Tiere zu kümmern und singt für sie und singt mit ...
Nach dem frühen Tod ihrer Eltern wächst Berry bei ihren Großeltern Oli und Oda auf einer einsamen Insel auf. Sie liebt es sich dort um die Pflanzen und Tiere zu kümmern und singt für sie und singt mit ihnen. Als unerwartet die Einladung zur Aufnahmeprüfung für die Wächter-Akademie auf der Lotusinsel, ist sie sich unsicher, doch ihre Großeltern machen ihr Mut. Mit Erschrecken stellt sie fest, dass sie aus den einfachsten Verhältnissen von allen Anwärtern für die Aufnahmeprüfung ist. Ob sie dort jemals Freunde finden wird? Die quirlige Cherry scheint da völlig offen zu sein, ganz anders als die hochnäsige Rella, die sich offen über sie lustig macht, oder der Einzelgänger Sam, der aus der reichsten und einflussreichsten Familie von Narkonn stammt. Von den Meisterinnen und Meistern sollen sie die Kunst der Heilung, der Verteidigung und Tier- und Pflanzenpflege lernen. Bis zur Prüfung sollen sie so weit sein, sich in ihre Wächtergestalt zu verwandeln. Auch wenn sie sich mit der Zeit gut einlebt und ihr die Aufgaben Spaß machen, scheint es ihr unmöglich, ihre Gestalt zu wandeln. Sie verkrampft immer mehr, aus Angst die Insel und ihre neuen Freunde verlassen und ihre Großeltern enttäuschen zu müssen.
Jodie Ahlborn zeigt mal wieder viel Gespür für die Magie der Geschichte. Mit Herz, Seele und Magie erzählt sie Berrys Geschichte und lässt uns an ihren Nöten teilhaben. Kurzweilig und voller Elan nimmt sie uns mit ihrer wandelbaren Stimme mit auf die Insel der Wächter, zu Aufgaben die von uns Menschen längst vergessen wurden. Dabei schafft sie es spielerisch Spannung aufzubauen, in dem sie uns Berrys Verzweiflung hören lässt oder eben auch ihre Fassungslosigkeit über die schier unendlichen Atemübungen... Das ist schon irgendwie witzig und Christina Soontornvat wird mit diesem liebevollen Detail die Herzen der Zuhörenden treffen. Wie es nunmal im Leben so ist, kommt natürlich alles ganz anders als gedacht oder befürchtet und den Stein, der Berry vom Herzen fällt, den hören wir (fast) auch. Da vergeht die Zeit des Zuhörens, wie im Flug!
Wer aufgrund des Covers vielleicht fürchtet, dass die Geschichte kitschig werden könnte, den mag ich zu beruhigen. Es geht um Freundschaft, Magie, Umweltschutz und Achtsamkeit. Die Kinder lernen auf der Lotusinsel Verantwortung für ihre Umwelt und Mitwesen zu übernehmen, keine lustigen Tänze oder romantische Lieder beim Blumenkranz binden. Dabei geht es aber auch um gesellschaftliche Unterschiede, oder vielleicht, dass wir vor der Natur alle gleich sind und es auch so bleiben sollte.
Im Auftaktband lernen wir erstmal Berry und ihre Heimat, aber auch ihre zukünftige Heimat auf der Lotusinsel und deren Bewohner und Besonderheiten kennen. Der Start ist daher noch etwas ruhiger, um Berry und ihre Freunde die Würmer besser kennen zu lernen. Ich würde übrigens auch gerne die Würmer in meinem Garten um Rat fragen, ob sie mir bitte den besten Ort für eine Pflanze zeigen könnten. Dass Berry dies ganz selbstverständlich kann und tut, ist sogar auf der Insel der Wächter einzigartig.
Berry ist sehr sensible und etwas unsicher, aber sehr freundlich. Dabei ist sie sehr sympathisch und so hat es mich sehr gefreut, dass sie zumindest in Cherry auf Anhieb eine gute Freundin gefunden hat. Das lässt sie Rellas Boshaftigkeiten besser verkraften. Es zeichnen sich allerdings auch schon die ersten „Wolken“ am Horizont der Lotusinsel ab, so dass wir sicher seien können, dass in den nächsten Bänden noch so einige Herausforderungen auf Berry und die übrigen Novizen der Wächter-Akademie zukommen werden.
Ich bin auf jeden Fall gespannt und werden am Wurm, äh Ball bleiben! Magisch, achtsam und aufregend ab 8 Jahren.