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Veröffentlicht am 05.01.2021

Magisch, spannend, witzig, drachenstark!

Die geheime Drachenschule - Das Erwachen der Blattfinger
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Die langen Sommerferien neigen sich dem Ende zu und die Schüler der geheimen Drachschule auf der verborgenen Insel Sieben Feuer, sehnen die Rückkehr zu ihren Drachen herbei. Doch als Arthur im Internet ...

Die langen Sommerferien neigen sich dem Ende zu und die Schüler der geheimen Drachschule auf der verborgenen Insel Sieben Feuer, sehnen die Rückkehr zu ihren Drachen herbei. Doch als Arthur im Internet eine Aufnahme eines Blattfingers im Arundelsee entdeckt, so wie Henry es schon angekündigt hatte, ist die Aufregung groß. Allerdings finden die ausgeschickten Sucher des Drachenrates keinerlei Spuren von dem Drachen und wollen die Suche wieder einstellen. Der älteste Drache Happy ist entsetzt und beschwört Henry dies zu verhindern, weil er ein Wiedererstarken der bösen Lady Blackstone befürchtet. Als dann noch ein Tierspion auf Sieben Feuer gefasst wird, gibt Master Duncan nach und begibt sich gemeinsam mit Henry, Arthur, Lucy und den Drachen Phoenix, Wellentänzerin, Pyrothargas und Happy nach Arundel, wo sie in einer Jagdhütte der Salisburys unterkommen. Trotz der Nähe gelingt es Henry jedoch nicht, eine Witterung des verschwundenen Drachen aufzunehmen, genauso wie allen Jägern vor ihm.

Auch in diesem Band wird die geheime Mission nicht mit allen Schülern des inzwischen 2. Jahrgangs auf Sieben Feuer ausgeführt, das wäre einfach viel zu auffällig. Dennoch kommen sie gerade zu Beginn alle vor. Damit Neueinsteiger nicht völlig verwirrt sind, befindet sich in der Einbandklappe vorne eine Übersichtskarte von Sieben Feuer und in der hinteren. Außerdem gibt es am Ende des Abenteuers einen Überblick der wichtigsten Schüler mit ihren Clanzugehörigkeiten, ihrem Clanmotto, ihrer Pflanze, ihrer besonderen Gabe und ihren Drachen. Diese besonderen Gaben wurden aber leider nicht aktualisiert, denn im Laufe des letzten Schuljahres haben sich ganz neue und zu Beginn noch unbemerkte Gaben bei jedem einzelnen von ihnen herauskristallisiert.
Der Jahrgang ist von seinen Persönlichkeiten her völlig zusammengewürfelt und passt eigentlich gar nicht zusammen. Aber sie haben gemeinsam schon so viel erlebt und Gefahren gemeistert, indem sie sich auf einander verlassen mussten und es auch taten, dass sie zu einer eingeschworenen Gemeinschaft geworden sind. Doch die jungen Drachenreiter sind nicht ohne Fehl und Tadel. So hat Timothy, der aus reichem Hause stammt, all seinen Freunden für die Ferien ein Smartphone geschenkt, damit sie untereinander in Kontakt bleiben können. So kann Arthur ihnen auch über eine Chatgruppe ein Bild des Drachen vom Arundelsee schicken. Als das herauskommt, dass sie gegen das Handyverbot verstoßen haben, müssen sie gehörig die Köpfe einziehen! Das ist für junge Leser super nachvollziehbar, aber auch sympathisch und so wie es beschrieben wird auch richtig witzig! Es ist aber nicht die einzige witzige Stelle. Trotz der geheimnisvollen Suche nach dem verschwundenen Drachen und der seltsamen Gestalten, die sie dort am See treffen, ist es immer wieder lustig! Meine Tochter musste immer wieder lachen oder kichern und liebt diese Reihe dafür, dass sie gleichzeitig spannend, magisch, geheimnisvoll aber auch richtig lustig ist. Besonders, wenn man die Bücher der Reihe nach gelesen hat und einem ihre jungen Hauptpersonen und ihre Drachen mit ihren Eigenheiten richtig vertraut sind, bereiten einem die launigen Dialoge und Frotzeleien richtig Spaß. Besonders den alten knurrigen Teufelsgrind Happy, mit seinem tief verborgenen Herzen, mögen wir ganz besonders. Nicht nur über den ihm verliehenen, seiner Meinung nach eines Drachen unwürdigen Namen, kann er sich so herrlich aufregen, ist aber dennoch stets zur Stelle, wenn er gebraucht wird.

Richtig klasse finde ich immer das sehr augenfreundliche Druckbild. Die Zeilenabstände sind komfortabel, ebenso wie die Typengröße. Das erleichtert das Lesen ungemein und strengt deutlich weniger an! Auch in diesem Band ist mittig ein „Wissenshandbuch“ dieses Mal ein „Bestiarium“ mit Zeichnungen bekannter und unbekannter Bestien, die es bereits gibt, oder an deren Existenz einige glauben und was man von ihnen zu wissen meint. Natürlich wissen es Arthur, Henry und Lucy besser, doch sie sind auch ganz schön erschrocken, wie nah diese Annahmen der Wahrheit kommen und sehen sich in ihrer Eile zum Schutz des Drachengeheimnisses bestätigt. Etwas schade finden wir, dass es dieses Mal zum Ende des Buches hin keinen Mitmachteil gibt, der auf spielerische Weise mittels Tests das Leseverständnis prüft, Bastelideen gibt oder Rätsel bietet. Das hat meine Tochter immer sehr gerne gemacht.

Die Illustrationen von Pascal Nölden sind wieder unglaublich ausdrucksstark und gleichzeitig freundlich, auch wenn richtig brenzlige Situationen dargestellt werden. So war uns auch dieses Mal beim Lesen stets bewusst, dass es wieder gut enden wird, in der Hoffnung, dass noch nicht alles gut sein würde, denn sonst wäre es ja das endgültige Ende.

Ein packendes Abenteuer für Jungen und Mädchen ab 8 Jahren, das auch richtig witzig ist! Von uns uns und Jonathan (10) eine unbedingte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 04.01.2021

Hunger nach Leben

Fräulein Gold. Schatten und Licht
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Berlin 1922, die junge Hebamme Hulda Gold ist in ihrem Viertel rund um den Winterfeldtplatz sehr beliebt. Doch hilft sie nicht nur dort Kindern auf die Welt, sondern auch in den zahlreichen Elendsvierteln ...

Berlin 1922, die junge Hebamme Hulda Gold ist in ihrem Viertel rund um den Winterfeldtplatz sehr beliebt. Doch hilft sie nicht nur dort Kindern auf die Welt, sondern auch in den zahlreichen Elendsvierteln der Stadt. Als sie einer jungen Mutter in den muffigen Häusern im Bülowbogen hilft, erfährt sich nicht nur vom Glück neuen Lebens. Diese ist ganz erschüttert, weil ihre Nachbarin, die für sie wie eine Ersatzmutter war, tot aus dem Landwehrkanal gezogen wurde. Einst eine geachtete Schwester in der Nervenheilanstalt Dalldorf, fing sie nach dem Tod ihres Mannes und ihrer Tochter an der Spanischen Grippe an zu trinken. Trotz ihrer Hingabe für die Kranken, Siechenden und Kriegszitterer, wurde sie irgendwann entlassen und begann mit Prostitution. Dennoch glaubt ihre Nachbarin nicht an einen Selbstmord, die Rita war eine Kämpferin! Doch wo ist ihr Tagebuch, von dem die Hausmeisterin erzählte? Ebenso wie Rita und Hulda ist der undurchsichtige Kommissar Karl North selbst von Geistern seiner Vergangenheit getrieben und nur mäßig engagiert an dem Fall. Dass aber ausgerechnet Hulda immer wieder seinen Weg kreuzt und ihr süßes Näschen in fremde Angelegenheiten steckt, macht ihn wahnsinnig!

Berlin wenige Jahre nach dem Versailler Abkommen. Die Armut ist groß, gesunde Männer Mangelware. Das Bedürfnis mit einem Rausch um Elend und Kriegsgräuel zu vergessen ist immens und die neue rechte Bewegung des dubiosen Emporkömmlings Adolf Hitler wird von vielen kritisch beäugt, doch nicht von allen. Hulda genießt ihre Freiheit als selbstständige berufstätige Frau, mit Fahrrad. Auch wenn sie beim Anblick der neugeborenen Winzlinge feuchte Augen bekommt, mag sie nicht wegen einer eigenen Familie ihre Arbeit und ihre Freiheit aufgeben. Ihre einstige Beziehung zum anständigen Felix Winter, dem Erben des Caféhauses ist eine schöne, aber verblassende Erinnerung. Welch ein Kontrast dazu ist doch Kommissar Karl North, der wie auch Hulda seiner nicht untadeligen Vergangenheit voller Gewalt nicht entkommen kann und das Vergessen im Rausch sucht. Beide sind clever, bisweilen cleverer als gut für sie sein mag. Mit geschärftem Blick und genauer Beobachtungsgabe, gibt es nicht viel, was ihnen entgeht.

Eine historisch unstete und gerade deshalb so soghafte Zeit, die versucht, das Kriegselend zu vergessen, ohne bereits die alten Wunden verarztet zu haben oder den Wohlstand wiedererlangt zu haben, um das Überleben zu feiern. Der perfekte Nährboden für zahllose Verbrechen, derer die Polizei unmöglich Herr werden kann.

Anna Thalbach liest wieder gefühlvoll und abwechslungsreich. Sie schlüpft in die einzelnen Rollen, von der eingebildeten Caféhaus-Chefin bis zum Gossenkind, bei dem ihre Berliner Schnauze sich voll entfalten kann. Meist spricht sie Hochdeutsch, doch nicht wenn die Dirnen, Obdachlosen und einfachen Leute zu Wort kommen. Das erhöht die Authentizität ebenso wie das rauschhafte Gefühl, wenn Hulda in ihrer Gier nach Leben einen mit in die Abgründe und Spelunken der Stadt nimmt. Man hört ihr Huldas innere Zerrissenheit deutlich an, wenn Hulda selbst nicht weiß wer und wie sie eigentlich ist. Dabei kriechte einem ihre Stimme unter die Haut. Sie lässt einen Armut und Verzweiflung ebenso spüren, wie die Verachtung für die Kriegszitterer und andere Bewohner der „Irrenanstalt“. Die Bigotterie dieser heuchlerischen Selbstherrlichkeit derer, die sowohl dem Krieg, als auch der spanischen Grippe gut entkommen sind und in den wirtschaftlich angeschlagenen zu den Profiteuren gehören. Es klingt Verachtung und Empörung aus ihrer Stimme, denn wer hat das Elend schon freiwillig gewählt? Gemeinsam mit Anna Thalbach und Hulda Gold blickt man in die Abgründe Berlins in den 1920er und man sieht kein Gold, sondern Elend, Verrohung, Grauen und Untergang. Dennoch gibt es zum Ende einen hellen Silberstreif am Horizont, trotz der sich immer weiter zuspitzenden politischen Lage.

Anne Stern ist ebenfalls Berlinerin und lebt auch heute, nach ihrem Studium der Geschichte und Germanistik und Promotion in deutscher Literaturwissenschaft noch dort. Vor ihrer erfolgreichen Reihe um die ermittelnde Hebamme in den wilden Zwanzigern, hat sie sich schon als Selfpublisherin einen Namen gemacht.

Damit man beim Zuhören nicht den Überblick verliert, ziert ein Stadtplan des damaligen Berlins die schmale Pappklapphülle, während die Tracklist im klaren Art Deco gefasst ist und einen Überblick über Ort und Zeit der knapp einen Monat lang dauernden Ermittlungen gibt.

Auf weitere Ermittlungen mit Hulda und Karl North bin ich schon echt gespannt! Die Mischung aus Krimi, Gesellschaftsroman mit historischen Einblicken gefällt mir sehr gut!

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Veröffentlicht am 01.01.2021

Abgedrehter Lesemuffellesespaß!

Dog Man 6
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Harold und George gehen inzwischen schon in die fünfte Klasse und sind natürlich unglaublich reif geworden. Daher lesen sie nun in der Schule „Der Ruf der Wildnis“ von Jack London. Das ist natürlich ein ...

Harold und George gehen inzwischen schon in die fünfte Klasse und sind natürlich unglaublich reif geworden. Daher lesen sie nun in der Schule „Der Ruf der Wildnis“ von Jack London. Das ist natürlich ein Meisterwerk, das nur richtig reife Schüler verstehen. Für alle anderen haben Harold und George es in ein neues DogMan Abenteuer umgeschrieben: Auf der Polizeiwache ist eine Eilzustellung mit 20 Freikarten für den neuen DogMan Film angekommen. Die Freude ist groß und alle sind gespannt. DogMan, der kleine Petey und Roboter 80-HD leben glücklich zusammen. Naja, ganz so glücklich ist der kleine Petey nicht, denn sein Vater der große Gangsterkater Petey sitzt im Gefängnis. Weil er einfach einen miesen Charakter hat, kommt er dort auch nicht raus, so scheint es zumindest, denn Petey wäre nicht er selbst, würde er nicht schon bereits an seinem Ausbruch arbeiten. Währenddessen plant die geschrumpfte Gangstergruppe „die Flöhe“ ihre Rache an DogMan, die auch tatsächlich zu funktionieren scheint. DogMan wird aufgrund getürkter Beweise verhaftet! Nun zeigt sich, wie viele Neider er hatte, die ihn nicht als Person sehen, sondern als Mischung aus Hund und Mensch und ihn für seine Andersartigkeit verabscheuen, statt seine Einzigartigkeit zu bewundern. Doch zum Glück hat DogMan echte Freunde!

Super praktisch für Neulinge der Reihe: Bevor es mit DogMans neuem Abenteuer los geht, verraten seine fiktiven Erfinder, die Fünftklässler George und Harold (die man vielleicht auch schon aus den Captain Underpants Büchern kennt, in denen der Autor ihre eigenen Abenteuer erzählt, die ihnen passieren, wenn sie gerade keine DogMan Comics zeichnen), was bisher geschah, damit man ohne Vorkenntnisse beginnen kann. Das ist aber keine Garantie, dass das eigene Kind nach Beendigung von Band 6 nicht doch noch die übrigen 5 Bände kennen lernen will!

Auch dieses Mal gibt Autor und Zeichner Dav Pilkey einen kleinen Zeichenkurs im Anhang, in welchem er Schritt für Schritt Anleitungen zur Zeichnung einiger seiner Helden gibt. Außerdem gibt
es noch ein paar Zusatzinfos aus dem DogMan Universum und weist auf seine Homepage hin, auf der man noch mehr Zeichentricks lernen kann.

Dav Pilkey hätte wohl kaum einer eine solche Karriere zugetraut, da er als Kind Probleme mit dem Lesen und Schreiben hatte und mit ADHS diagnostiziert wurde. Dafür hat er in der Schule gerne Unfug gemacht und vor allem Comics gezeichnet, die seinen Lehrern aber auch nicht gefielen, statt sich zu freuen, dass er still sitzt. Da aber die Comics nicht nur damals bei seinen Mitschülern gut ankamen, sondern auch heute diese Geschichten, die inzwischen weiterentwickelt wurden, bei Scharen von Schülern Spaß am Lesen wecken, hat es funktioniert. Die Seiten sind alle voll farbig gestaltet, die Textmenge ist sehr begrenzt und so haben die Kinder schnelle Leseerfolgserlebnisse und ihre Konzentrationsfähigkeit wird bei der schnellen Handlung auch nicht über Gebühr beansprucht, so dass sie aber stetig wächst, je länger sie am Stück lesen.... Auf diesen groben Heldenunfug, voller Spannung und Wahnwitz konzentrieren sich junge Leser aber ausgesprochen gerne. Besonders ansprechend ist für sie, diese irrsinnige Mischung, wie aus einer Aneinanderreihung von Pannen, am Ende ein Sieg des Guten herauskommt! Dabei wird dieses Mal auch das Thema „Außenseitertum“ angesprochen, da DogMan ja weder Hund noch Mensch ist. Nach vielen blöden Kommentaren von seinen Neidern, muss er aber feststellen, dass es seinen Freunden auch nicht anders geht und das macht ihn richtig glücklich! Denn immerhin sind sie alle perfekt so wie sie sind und das sind die jungen Leser sicherlich auch. Man muss keine Leserechtschreibschwäche haben, um nicht gerne zu lesen oder um DogMan zu lieben. Meine Jüngste kann prima lesen, findet es aber meistens zu langweilig, so lange alleine mit einem Buch herumzusitzen. DogMan ist lustig, bunt und rasant, da kommt sie viel schneller ans Leseziel, das langweilt sie überhaupt nicht! Außerdem liebt sie die Flip-O-ramas, kleine bewegte Sequenzen, in denen die Mittelseite zwischen Daumen und Zeigefinger geklemmt und schnell hin- und hergeblättert wird, wodurch die Action auf diesen Seiten in Bewegung gerät. Auch dieser Band ist wieder irre abgedreht und witzig! Perfekte Schulaufsätze und Zeugs zu schreiben, wird man mit diesen Büchern zwar nicht lernen, aber sie sind sehr witzig und bringen den Kindern bei, die Hemmung vorm Lesen zu verlieren. Sie stärken das Selbstvertrauen, auch durch ihren abgedrehten Superhelden und ihre Abgedrehtheit und Erfindungsreichtum regen die kindliche Fantasie und Kreativität an. Denn es wird hier ständig irgendwas geschraubt oder erfunden! Dabei macht nicht jede Erfindung die Welt gleich zu einem besseren Ort, sondern bisweilen sogar viel gefährlicher! Also Vorsicht! Dabei gibt es auch wieder ein paar running gags, die das Identifikationspotenzial ins Unermessliche steigern: Klein Petey erzählt seinem Vater wieder selbsterfundene Witze und geht ihm damit unglaublich auf die Nerven und ein paar Selbstgerechte finden immer wieder auf die gleiche Weise ihre gerechte Strafe! Ja, das Gute siegt stets am Ende, doch es bleiben noch genügend Aufgaben für DogMan die in künftigen Bänden in Angriff genommen werden müssen! Aber: wenn es schon im Buch steht, dass das Gute gewinnt, dann muss das ja wohl auch stimmen, oder?

Ein herrlich kurzweiliger Spaß für Kinder von 8 bis 12 Jahren!

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Veröffentlicht am 29.12.2020

Rache kann verzehrend sein..

Als die Nacht begann
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Der 7. Fall für Kriminalhauptkommissar Jan Tommen und sein eigenwilliges Ermittlerteam.
Während Jan gerade bei der Anprobe seines Hochzeitsanzugs gelangweilt herumzappelt, wird er zu einem Einsatz in ...

Der 7. Fall für Kriminalhauptkommissar Jan Tommen und sein eigenwilliges Ermittlerteam.
Während Jan gerade bei der Anprobe seines Hochzeitsanzugs gelangweilt herumzappelt, wird er zu einem Einsatz in der Nähe gerufen. Mitten auf der Friedrichstraße ist eine junge, schöne Studentin auf offener Straße aus dem Hinterhalt erschossen worden. Macht ein Heckenschütze nun Berlin unsicher? Auch das Handyvideo eines ausländischen Touristen lässt keine eindeutig anderen Schlüsse zu. Als sie in das Privatleben des Opfers eintauchen wird der Fall immer unwirklicher, da unerklärlicher. Es scheint jegliches Mordmotiv zu fehlen. Mitten in die Verwirrung der Ermittler platzt die Nachricht eines zweiten Opfers. Ein junger Computernerd wurde in seiner Mittagspause auf einer Bank am See sitzend aus der Entfernung erschossen. Bis auf die Tatsache, dass auch seine Wohnung Rätsel aufgibt, scheint es keinerlei Verbindung zwischen den Opfern zu geben und alles auf Zufallstaten hinzudeuten. Das macht die Aufklärung der Mordserie nahezu aussichtslos.

Jan Tommens Ermittlerteam ist schon sehr speziell und arbeitet meistens jenseits der Legalität. Deswegen hält Jan seinen jungen, stets tadellos gekleideten Kollegen Patrick auch oft absichtlich im Dunklen über ihren Erkenntnisgewinn. Gerichtsverwertbar sind ihre Methoden zumeist nicht, dafür aber ausgesprochen effektiv. Da wäre Gerichtsmedizinerin Zoe, kettenrauchende, schöne Tochter des inzwischen inhaftierten Oberhauptes eines Verbrechersyndikates, aber ohne die Neigungen ihres Vaters. Chandu, ein Türsteher/Personenschützer von beeindruckender Statur und Fitness mit besten Kontakten in die Unterwelt und die der organisierten Kriminalität, dessen Freundschaft mit Jan daher besser geheim bleiben sollte. Doch wer könnte seinen Kochkünsten widerstehen? Und Hacker Max, mit unstillbarem Durst auf Ovomaltine-Cola und inzwischen offizieller Berater der Kripo Berlin und daher mit eigenem winzigen Büro ausgestattet. Max ist daher auch derjenige, der sich am Besten in das zweite Opfer hineinversetzen kann und dem die Ungereimtheiten von dessen Wohnung keine Ruhe lässt.

Der Fall ist schnell, scheinbar völlig unmotiviert und eiskalt berechnet. Trotz der Gnadenlosigkeit der Vorgehensweise, ist dieser Thriller schnell und spannend, doch nicht blutrünstig. Auch Pathologin Zoe seziert nicht seitenweise Leichen oder erläutert die Besonderheiten des Verwesungsprozesses. Fesselnd ja, aber nicht abstoßend, dafür mit jeder Menge trockenem Humor, der es mir leicht macht, dieses schräge Ermittlerteam zu mögen. Es macht Spaß nach Hinweisen zu fahnden, oder über andere Ermittlungsansätze nachzudenken, wenn Jan und Co. sich mal wieder festgebissen haben. Dieser Fall zieht allerlei zwielichtiges Gesocks an, denn irgendwo muss der Täter sich die Waffe ja besorgt haben. Dabei gibt es auch wieder Bezüge zu nerdigen Typen und Algorithmen, die ich echt interessant finde. So hatte ich keine Ahnung, dass stetig an Computerprogrammen gearbeitet wird, die zukünftige Verbrechen anhand bekannter Daten vorhersagen sollen. Es wird einem auch manchmal ganz anders zumute, wenn man mitbekommt, was den Hackern so alles möglich ist. Bisweilen sind hier die Grenzen etwas fließend. Die Ermittler treffen sich immer wieder bei Chandu zum Essen, um die neuesten Ansätze und Erkenntnisse auszutauschen und später in Telefonkonferenzen, da die Zeit fürs Essen einfach nicht mehr reicht. Gut für Jan, der ja immerhin noch in seinen Hochzeitsanzug, eine Nummer kleiner, passen soll.
Am Ende spannt sich der Bogen zum Prolog, der anfangs den Leser ziemlich ratlos lässt, letztendlich aber absolut schlüssig ist.

Spannend, überraschend, solide und kurzweilig. Was will man von einem Thriller mehr?

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Veröffentlicht am 27.12.2020

Magisch, spannend, finster

Millenia Magika – Der Schleier von Arken
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Adrian eckt in der Schule immer irgendwie an. Egal wie oft er die Schule wechselt, innerhalb kürzester Zeit ist er der seltsame Außenseiter. Nach einem Streit mit seiner Mutter und seinem Stiefvater haut ...

Adrian eckt in der Schule immer irgendwie an. Egal wie oft er die Schule wechselt, innerhalb kürzester Zeit ist er der seltsame Außenseiter. Nach einem Streit mit seiner Mutter und seinem Stiefvater haut er ab zu seiner Großtante Lia. Die wohnt in Arken, der langweiligsten Stadt der Welt. Dort gibt es kein Internet, kein Handynetz und keine Shopping Mall oder Neubaugebiete. Es ist ein wenig, als wäre die Zeit stehen geblieben. Doch dem ist nicht so: tatsächlich ist es ein Rückzugsort für Magische, geschützt durch einen Schleier, der Unbefugten den Zutritt verwehrt. Ein Schleier, den die mächtige Magista, seine Tante Lia, um die Stadt errichtet hat. Als Adrian unerwartet in eine Teegesellschaft bei Lia platzt, sieht er plötzlich Phänomene, die nicht möglich sein können. Völlig fassungslos rennt er aus dem Haus, wo er die ebenso fassungslose Teegesellschaft zurücklässt. Nun ist offensichtlich, dass auch Adrian magisch ist und durch den Schleier von Arken schauen kann. Als er zurückkehrt, ist seine Tante allerdings verschwunden, offenbar entführt, von einer Organisation, die nichts Gutes mit den Magischen im Sinn hat. Gemeinsam mit Hexenschülerin Jazz und Dorftroll Juri begibt sich Adrian auf die Suche nach seiner Tante, um diese und Arken zu retten – oder eben auf eine Quest, wie Rollenspieler Juri es nennt. Doch hier sind die Ghule, Siechen und andere Gefahren nur allzu real und kein Spiel!

Die Aufmachung des Buches ist betörend magisch, ein echter Hingucker! Dies ist das erste Buch des erfolgreichen Illustrators Zapf, der eigentlich Falk HolZAPFel heißt. Bereits im Einband befindet sich eine dreifarbige Karte von Arken und Umgebung, die den Schleier und die Grenzen um Arken verdeutlicht. Im hinteren Einband entdeckt man dann die Schlagzeilen der örtlichen Zeitungen „Arkenspiegel“ und „Arkenlaterne“ in denen über die ungeheuerlichen Vorkommnisse berichtet wird. Auch im Innenteil geht es nicht weniger aufwendig zu. Jedes Kapitel beginnt mit einer 3 farbigen Illustration einer Figur von zentraler Bedeutung für das folgende Kapitel und man ist richtig gespannt, was es denn mit dieser auf sich haben wird. Diese Illustrationen sind sehr aufwendig und ausdrucksstark, aber auch ein wenig düster. Wir verdächtigen den Autor und Illustrator eine heimliche, innere Verbindung zu Juri zu haben, denn auch diese Figuren könnten durchaus Fantasyspielen entsprungen sein. Im Text sind immer wieder Passagen rot gedruckt und man wundert sich über diese Stimme in Adrians Kopf, die ihn lange an sich selbst zweifeln lassen...

Das Buch beginnt rasant und geht auch rasant weiter, allerdings nicht sprunghaft und oberflächlich. Die jeweiligen Figuren bekommen durchaus auch eine eigene Dimension. Allerdings ist die Informationsdichte so hoch, dass ich mir nicht immer sicher bin, ob wir diese Welt so richtig durchdringen. Eine Welt in der die Zeit für fast 1.000 Jahre ruhte, bis mit dem neuen Millenium ein Zeitalter der Magie zurückkam. Ein Phänomen, dass nur alle 1.000 Jahre auftritt und das auch die mittelalterlichen Hexenverfolgungen erklärt... Wie man sieht, hat Zapf sein Imperium genau durchdacht. Die Gefahren sind zum Greifen nah und absolut tödlich, weshalb es hier auch questmäßig ernst zur Sache geht. Da rollen schon mal Köpfe! Als Altersempfehlung hätte ich auch ganz gut mit 12 Jahren leben können, statt 10. Ich habe dieses Buch mit meiner Jüngsten gelesen, die noch nicht ganz 11,5 Jahre alt ist. Während ich beim Zähneputzen vorlas, überkamen mich bisweilen Zweifel, ob das denn so eine gute Wahl als Gute-Nacht-Geschichte sei, aber diese Zweifel waren unbegründet. Denn obwohl dieses Kind bisweilen recht zart besaitet ist, konnte sie hervorragend schlafen, ohne von Albträumen von Ghulen, Siechen oder Golem geplagt zu werden.

Es ist unglaublich spannend und geheimnisvoll und stets fragt man sich, was es denn mit dem unheimlichen Verschwinden von Tante Lia auf sich haben kann.

Am Ende kommen die Magika aus Arken noch mal mit einem blauen Auge davon, aber Adrian hat noch nicht sein volles Potenzial entfaltet und die Gefahr ist nicht endgültig gebannt, es bleibt daher Raum für mindestens eine Fortsetzung, sollte dieses Buch in den Läden so erfolgreich sein, wie bei uns... Wir würden ja Adrian und Jazz gerne bei ihrer Ausbildung begleiten.

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