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Veröffentlicht am 25.12.2020

Tödliche Feiertage am Lago d'Orta

Isola Mortale
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Dezember im Piemont am Lago d'Orta, es ist draußen ungemütlich, drinnen im Haus am See von Ex-Kriminalreporter Simon Strasser prasselt ein wärmendes Feuer, während er auf die Ankunft seiner Freundin Louisa ...

Dezember im Piemont am Lago d'Orta, es ist draußen ungemütlich, drinnen im Haus am See von Ex-Kriminalreporter Simon Strasser prasselt ein wärmendes Feuer, während er auf die Ankunft seiner Freundin Louisa aus Frankfurt wartet. Doch kaum ist diese da, ruft morgens Commissaria Carla Moretti an. Aus dem See wurde die Leiche einer jungen, schönen, deutschen Novizin geborgen, die anscheinend mit einem Ruderboot gekentert ist. Was zog die deutsche Novizin in ein Schweigekloster auf der Isola San Giulio? War es wirklich ein Unfall, oder haben ihre Nachforschungen zum Verbleib ihrer vor 8 Jahren verschwunden Mutter jemanden missfallen? Haben etwa die Ordensschwestern etwas damit zu tun, oder doch eher der ehemalige Arbeitgeber der Mutter, der mittlerweile auch ein Feriendomizil am See hat? Die Commissaria scheint sich schnell auf ihn festlegen zu wollen, doch eine mächtige Familie am See, kreuzt immer wieder Simons Weg.

Simon Strasser ist nicht einfach ein gewöhnlicher deutscher Journalist, den la Dolce Vita reizt. Tatsächlich ist er Halbitaliener, dank seiner Mutter. Allerdings hat er keinen wirklichen Kontakt zu seiner italienischen Verwandtschaft, die sein Vater wohl immer ablehnte. Seinen deutschen Akzent wird er daher wohl nicht mehr los, aber dafür ist er inzwischen als Dolmetscher zugelassen. Aus diesem mehr oder weniger sinnigen Grund, wird er von der leitenden Ermittlerin nun auch zum Tatort gerufen, obwohl ihr seine ermittlerischen Alleingänge in der Vergangenheit extrem missfallen haben. Diese halten sich aber wohltuend in Grenzen, so achtet er meistens das Gesetz, trägt nicht stets einen Bund Dietriche mit sich herum und ist schon gar nicht bewaffnet. Eigentlich ein ganz ruhiger Zeitgenosse, den aber so einiges ins Grübeln bringt und den die Neugier antreibt, aber nicht ohne nebenbei das Leben zu genießen.

Sehr gut hat mir das Lokalkolorit des Lago d'Orta gefallen, der touristisch noch nicht so überlaufen ist, aber an dem dennoch viele der Häuser am See im Winter leer stehen, da es sich um Sommerresidenzen handelt. Im Winter kommt die Schönheit der Gegend vielleicht nicht zur optimalen Entfaltung, aber ich finde es besonders reizvoll, mal darüber nachzudenken, wie es in den liebsten Urlaubsorten jenseits der Saison wohl aussieht und was vom Tourismus übrig bleibt.

Tetje Mierendorf kannte ich bislang nur als Sprecher einer Kinderhörbuchreihe und so war ich auf ihn als Krimierzähler gespannt. Er hat eine sehr angenehme Stimme und eine ruhige Erzählweise gewählt, die sehr gut zu diesem atmosphärischen Krimi passt, in dem auch immer die Gegend, das Essen und die Getränke thematisiert werden. Teilweise kritisch, weil Stieftochter Nicola inzwischen Vegetarierin ist, und teilweise ökologisch in Form sich übermäßig ausbreitender Krebseindringlinge im See, teilweise in Verbindung mit lokalen Feiertagstraditionen. Da passt die nachdenklich, zurückgenommene Art des Sprechers sehr gut. Dieser Krimi kommt ohne Spurensuchen-High-Tech aus und konzentriert sich auf Gedanken, Überlegungen und Beobachtungen. Ein Fall, der sich in Ruhe entwickeln kann mit Persönlichkeiten, deren Nuancen durchblitzen, sich aber nicht plump offenbaren und ohne Hektik. Zwischenzeitlich kommt zwar eine Person in Gefahr und das Tempo wird deutlich gesteigert, aber nach der Auflösung fällt das Tempo wieder ab, da die Lösung nicht zum Greifen nahe ist. Anders zum Finale hin, in dem Tetje Mierendorf deutlich drängender wird, bis der Journalist sich ins Gedächtnis ruft, das seine Stärke in der Ruhe liegt. Diese Ruhe strahlt der ganze Fall aus und vermittelt dem Zuhörer stets, dass alles gut werden wird und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es nicht das Ende. Tatsächlich wird zum Schluss auch alles aufgelöst, ohne Hektik und mit dem Ausblick auf bevorstehende kommende gute Tage. Anders als Donna Leon prangert Giulia Conti nicht ein korruptes System in Italien per se an, in der Gewissheit, dass auch wenn ein Schlangennest ausgehoben wurde, die nächsten nur auf ihren Aufstieg warten. Es ist ein persönliches Einzelschicksal und so endet der Fall tatsächlich ohne düstere Vorahnung. Das finde ich für einen Feiertagskrimi, der auch Silvester einschließt, gerade aktuell sehr beruhigend.

Eine unterhaltsame und streckenweise sehr spannende Reise in das von Corona besonders erschütterte Piemont, insgesamt aber eher ein Cosy Crime Krimi, die ich durchaus sehr schätze.

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Veröffentlicht am 20.12.2020

Spannender Umweltkrimi!

Die Klima-Checker: Tiere in Not
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Malin, Trixie und Einstein sind die besten Freunde und haben sich dem Klimaschutz verschrieben, denn seit ihrer ersten Klimaschutzdemo ist ihnen klar, dass man nicht zu klein ist, um sich für den Erhalt ...

Malin, Trixie und Einstein sind die besten Freunde und haben sich dem Klimaschutz verschrieben, denn seit ihrer ersten Klimaschutzdemo ist ihnen klar, dass man nicht zu klein ist, um sich für den Erhalt der Natur und Zukunftsperspektiven einzusetzen. Als Malin einen völlig abgemagerten Igel im Januar im Garten sieht, schlägt sie sofort Alarm und Einstein kommt sofort mit Trockenfutter zu Hilfe. Doch um auf Nummer sicher zu gehen, ruft Malin noch schnell bei Umweltschützerin Luise an, der Inhaberin der Baumschule mit Biocafé. Diese pflichtet Einstein bei, doch hat sie schlechte Neuigkeiten für ihre jungen Freunde. Sie hatte ihre Baumschule und Café an die Stadt verkauft, mit dem Versprechen, dass diese weiterbetrieben werden sollen, wie bisher, wenn sie sich zur Ruhe setzt. Doch der größte Bauunternehmer der Stadt will das Gelände nun kaufen und ein Einkaufszentrum dorthin bauen. Die grüne Lunge des Ortes ist damit in Gefahr, die Abkühlung und Sauerstoff an heißen Sommertagen bietet! Außerdem ist sie Zuflucht und Heimat für viele Tierarten.

Die drei Klima Checker werden direkt zu Beginn mit Bild und kurzem Text persönlich vorgestellt. Wie alt sie jeweils sind, wird nicht genannt, wahrscheinlich damit sich auch noch ältere Kinder angesprochen fühlen. Auch Malins Teenager-Schwester Ida, die jeden kennt und mit den Auswüchsen der Pubertät kämpft, wird einfach nur als Teenager, also sehr vage bezeichnet. So ist das Identifikationspotenzial für die Leser allerdings auch größer. Dabei hilft es auch, dass die Klima-Checker trotz ihres Engagements auch ihre Smartphones benutzen, z.B. zum Fakten-Check. Allerdings sind sie auch gerne bereit zuzugeben, dass sie nicht alles alleine können, sondern nehmen bereitwillig Hilfe an. Egal, ob von der älteren Schwester Ida, oder von Erwachsenen. Denn alles bekommen Kinder dann doch nicht alleine hin, manchmal wäre es ansonsten auch einfach zu gefährlich. Sehr schön ist nämlich, dass die drei Freunde zeigen, was Kinder tatsächlich tun können, um sich zu engagieren. Ihre Kriminalfälle sind tatsächlich in diesem Umfang lösbar.
Hinsichtlich der Problematik des Grundstücksverkaufs habe ich hier als Juristin definitiv Einwände, aber wenn man das tatsächliche Zeitmoment im Immobilienkaufrecht und dessen Feinheiten in einen Krimi einbauen würde, wäre das für Kinder viel zu langwierig und langweilig und der Klimawandel nicht mehr zu stoppen. In der Realität laufen solche Kaufverträge niemals ohne Notare ab, die erst einmal Vertragsentwürfe aufstellen und zur Prüfung versenden. In diesen Verträgen werden dann auch entsprechende „Versprechen“ aufgenommen, wie die Auflage, dass sich die Gemeinde verpflichtet Café und Baumschule weiterhin für mindestens XY Jahre weiter zu betreiben oder eine Rücküberlassungsklausel, falls besonders wichtige Vertragsbedingungen nicht eingehalten werden. Menschen wie Luise können sich also auch juristisch absichern und müssen nicht auf schöne Worte vertrauen. Allerdings fallen mir durchaus noch weitere begangene Straftaten ein, derer sich der Bösewicht hier schuldig gemacht hat. Dabei finde ich die Darstellung von Korruption und Klüngel sehr realistisch und ein wenig wurde ich hier bei den Ermittlungen an die skandalträchtige Ibiza-Affäre aus Wien erinnert. Doch Korruption beginnt im Kleinen und somit auch schon in den Kleinstädten und betrifft somit uns alle. Denn leider werden allzu oft kurzfristige finanzielle Interessen den längerfristigen Klimainteressen geopfert, sofern sich ihnen niemand mutig entgegenstellt. Auch wenn dieses Abenteuer realistisch ist, ist es doch nicht langweilig, was auch daran liegt, dass die Autorin nicht nur auf ein Problem fixiert ist, sondern nebenbei noch die alltäglichen Sorgen und Nöten der Zielgruppe ins Spiel bringt, wie Trixies Kummer, wegen der Trennung ihrer Eltern und die Komplikationen in Patchworkfamilien. Das macht die ganze Geschichte gleich viel lebendiger und erhöht den Lesespaß. Die Klima-Checker Helden bekommen so Substanz und Charakter, wie dies auch die immer wieder kurz eingeschobenen Besonderheiten ihrer Herkunft schaffen. Denn diese Truppe ist ganz schön multi-kulti und findet es absolut selbstverständlich.

Super finden wir, dass wir nun beruhigter sind „unseren“ Igel richtig zu füttern, denn er teilt sich das Trockenfutter mit unserer Katze. Übrigens gilt für beide, dass sie auf jeden Fall feinkörnigeres Trockenfutter lieber mögen als Kringelformen oder lustige Katzenformen. Futterperlen können sie einfach besser zermalmen.

Empfohlen wird die Klima Checker Reihe ab 8 Jahren. Das empfinden wir als inhaltlich absolut zutreffend, allerdings nicht das Druckbild. Das ist relativ eng, dünn gedruckt und mit ziemlich kleinen Lettern. Für Kinder, die noch nicht so gut lesen können ist es wirklich anstrengend. Dabei geht dieses Thema alle Kinder an, egal wie gut sie lesen können, daher fänden wir es gut, wenn das Druckbild augenfreundlicher wäre, mit größeren Zeilenabständen, dickeren und größeren Schrifttypen.

Die Illustrationen stammen von minkadu Kommunikationsdesign und lockern die Geschichte auf. Für die Zielgruppe ab 8 Jahren wären aber noch mehr Illustrationen wünschenswert, allerdings kann man dieses Abenteuer auch noch gut mit 11/12 Jahren lesen und dann brauchen Kinder meistens nicht mehr so viele Bilder, auch wenn sie sie noch immer lieben.

Übrigens endet das Buch nicht einfach mit einem Happy End oder einem Ausblick auf mögliche kommende Aktionen. Nein, es gibt zum Schluss noch viele hilfreiche Anregungen, wie Kinder sich selbst einbringen und im Umweltschutz engagieren können und außerdem einen Fakten-Check und ein Interview mit einer Nabu-Mitarbeiterin. Das finde ich als Idee ganz super, allerdings verstehe ich nicht, warum hier das Druckbild noch kleiner wird. Für uns ist das ein ganz erhebliches Manko und führt zum Punkteabzug auf vier von fünf Sternen, für dieses ansonsten absolut empfehlenswerten Buch.

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Veröffentlicht am 19.12.2020

Magisch, Spannend, Befriedend!

Beast Changers. Der Kampf der Tierwandler
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Nachdem die Stadt Holbard, in der Menschen und Eiswölfe lebten, durch ein Feuer zerstört wurde, bricht das Chaos aus. Die Menschen machen die Gestaltwandler für diese Katastrophe verantwortlich, die fast ...

Nachdem die Stadt Holbard, in der Menschen und Eiswölfe lebten, durch ein Feuer zerstört wurde, bricht das Chaos aus. Die Menschen machen die Gestaltwandler für diese Katastrophe verantwortlich, die fast alles zerstört hat, was sie je besaßen. Etliche Bewohner werden vermisst und in ihren Augen haben die Wölfe ihr Versprechen nicht gehalten, sie vor den Feuerdrachen zu schützen. Die Feuerdrachen sind sich sicher, unschuldig zu sein und fühlen sich durch diesen Verrat provoziert. Während die Menschen in Elendsunterkünften hausen, bereiten sich Wölfe und Drachen für einen großen Kampf vor. Doch Anders, Rayna und ihre Freunde möchten einen Krieg verhindern. Im Gegensatz zu ihren Vorfahren setzen sie nicht auf Abschreckung, sondern Verständigung. Das Geheimnis des Friedens liegt in der Diplomatie und vor allem darin einander zu zuhören. Aber da jede Seite der anderen misstraut, liegt die Schwierigkeit darin, die Bereitschaft die Waffen ruhen zu lassen um den Worten der anderen zu lauschen und sie wirken zu lassen, zu wecken. Schaffen sie es einen Krieg zu verhindern?

Das große Finale steht an und somit haben wir ein sehr kämpferisches Hörbuch voller entscheidender Schlachten erwartet. Daher hatte ich etwas gezögert, ob ich das wohl wirklich hören will, aber die Vorgängerbände haben mich hoffen lassen. Diese Hoffnung wurde nicht enttäuscht! Dies ist kein Kriegsband, sondern eine Geschichte über Frieden, Diplomatie und Gemeinsamkeit. Während sich Eiswölfe, Feuerdrachen und Menschen einander gegenseitig die Schuld an der Katastrophe geben und sich für eine letzte große Schlacht rüsten, statt an einem gemeinsamen Wiederaufbau zu arbeiten, kommen die Kinder aller drei Lager einander näher. Die jungen Wölfe und Drachen fühlen sich schuldig, als sie die Armut der verwaisten Straßenkinder in den Flüchtlingslagern sehen. Sie beschließen zu helfen, unsicher, ob die Menschenkinder ihnen überhaupt trauen würden. Doch die Kinder haben nichts zu verlieren und hören daher Anders und Rayna zu, sie beschließen ihnen zu trauen und zu folgen. So leicht werden sie es mit den Erwachsenen nicht haben, das ist ihnen klar. Zu festgefahren sind ihre Vorurteile gegen die jeweils anderen. Während sich Anders und sein Onkel Hein verkleidet in das Zelt des Bürgermeisters schleichen, machen sie eine erstaunliche Entdeckung, die sie einen kühnen Plan für den Frieden schließen lässt!

Neben der Friedensbotschaft gefällt mir sehr gut, dass es hier auch um Gleichberechtigung geht. Es geht nicht um Schuld, sondern darum gemeinsam etwas zu schaffen. Dafür sind alle Talente nötig, egal ob von Menschen, Drachen oder Wölfen, Mädchen oder Jungs. Jeder hat Stärken und Schwächen, aber gemeinsam ist es man immer noch stärker als alleine.

Dieser Band ist voller wahrer und teilweise amüsanter Gedanken wie „es ist schwer zu streiten, wenn man den Mund voll Nachtisch hat!“. Auch Eltern würden von dieser Geschichte profitieren, denn wie der Bürgermeister zu Recht feststellt, ist es wichtiger miteinander zu entscheiden, als über einander. So ist dies nicht nur ein spannendes Fantasyabenteuer sondern auch ein diskretes Lehrstück der Diplomatie, die bisweilen ein wenig Täuschung benötigt. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Kinder zwar herausfinden, wer den Verrat begangen hat, es um des Friedens und der Freundschaft willen nicht öffentlich machen.

Julian Greis gelingt es mit seiner jungen warmen Stimme, die Hoffnung in den Hörerohren aufkeimen zu lassen, auch wenn die Situation noch so verfahren scheint. Seine Wärme lässt die Freundschaft der ungleichen Gruppen fassbarer klingen, dennoch erreicht er über die Variabilität und die vielfachen Stimmnuancen auch die Spannung an den passenden Stellen zu steigern und aufzubauen. Auch wenn es hier um Frieden und Versöhnung geht, ist der Weg bis dahin steinig, voller Gefahren und Herausforderungen. Ohne Anleitung und Erfahrung müssen die Schüler sich in für sie fremden Welten beweisen, mit Artefakten agieren, deren Kraft und Nutzen sich nur erahnen lässt. Oft fehlt auch der Schlüssel zu ihrem Gebrauch. Die Ratlosigkeit der Freunde vermittelt seine Stimme dabei ebenso, wie aufkeimende Hoffnung, wenn einer aus der Gruppe einen Gedankenblitz erhält.

Ich finde es super, dass dieses Finale unblutig und ohne Kampf, sondern mit Versöhnung und gegenseitiger Hilfe endet. Dennoch mangelt es auch dem dritten Beast Changers Abenteuer nicht an Spannung und geheimnisvoller Magie! Für mich eine unerwartete Friedensbotschaft, die perfekt zu Weihnachten passt!

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Veröffentlicht am 17.12.2020

Ganz schön vielseitig!

Fibi und ihr Einhorn (Bd.7) - Ganz schön vielseitig (Comics für Kinder)
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Maiglöckchen Samtnüster ist kein gewöhnliches Einhorn. Oh nein, abgesehen davon ist sie Fibis beste Freundin und ganz schön glamourös, einfallsreich und eingebildet! Nichts tut sie lieber, als sich selbst ...

Maiglöckchen Samtnüster ist kein gewöhnliches Einhorn. Oh nein, abgesehen davon ist sie Fibis beste Freundin und ganz schön glamourös, einfallsreich und eingebildet! Nichts tut sie lieber, als sich selbst zu bewundern, ach nee, noch lieber ist es ihr, wenn andere sie bewundern und sie mit Komplimenten überhäufen! Dabei hat sie allerhand Talente, sie ist eine prima Babysitterin für Fibi, kann sich ausgesprochen eloquent zum Thema „Glitzern versus Glimmern“ äußern und ihr Horn ist nichts geringeres als ein WLAN-Hotspot! Es gibt also kaum etwas, was sie nicht kann und sie ist somit „Ganz schön vielseitig“.

Im 7. Band von Fibi und ihrem Einhorn ist wieder eine Menge los und es geht um ganz aktuelle Themen wie angesagte Chats, Avatars, Nerds und coole Schüler. Dabei ist es diesmal nicht wirklich eine durchgängige Geschichte sondern eher vereinzelte Episoden, die aber nicht weniger Spaß machen und der aktuell verkürzten Konzentrationsspanne in Coronazeiten ungemein entgegen kommen.

Meine Tochter (11) kann sich bei Fibi immer wegkichern und ist dann stundenlang verschwunden. So auch dieses Mal. Ich lese ja nicht so gerne Comics, aber da ich gerade so schlecht schlafe und ich echt müde bin, war Fibi zeitweise das einzige Buch, das mich wach hielt. Klar, lachen und schlafen kann man nun wirklich nicht gleichzeitig!

Dabei ist Fibi & ihr Einhorn nicht einfach eine Comicreihe für Mädchen. Der Humor ist echt frech und hintersinnig. Außerdem lesen die Kinder zwar nicht ellenlange Sätze, aber da Maiglöckchen soviel Wert auf ihren Esprit legt, gibt sie so manches von sich, von dem Kinder noch nie gehört haben. Äh, echt jetzt?! Klar, mit dieser Reihe bereichern Kinder ihren Wortschatz, schon ganz zu Beginn wird humorvoll auf das Glossar hingewiesen, dass die schwierigen verwendeten Begriffe erklärt. Diese Erklärungen sind dann auch etwas länger und die Kinder müssen tatsächlich ganze, grammatikalisch korrekte und vollständige Sätze lesen. Was bedeutet z.B. Veto, oder Äquivalent oder einfach nur Lobby? Fibi ist einfach sympathisch und in ihrem Bemühen cool zu sein, erkennt sich so manche Leserin sicherlich wieder. Das beste Gegenmittel ist da einfach ihr bester Freund Max, der ist so uncool und das ist ihm sowas von egal, dass es einfach megacool ist! Ein wunderbares Vorbild, denn Max ist auch ganz schön schlau! Damit ermutigt er alle Fans des Comics einfach sie selbst zu sein und sich nicht so viele Gedanken zu machen, wie beliebt sie eigentlich sind

Das Einhorn ist schön und glitzert und hat magische Fähigkeiten und dennoch gelingt es Fibi bisweilen Maiglöckchen zu überlisten, so dass man beim Lesen eine gewisse diebische Freude empfindet.

Fibi ist Einzelkind und die langen amerikanischen Sommerferien sind bald wieder vorbei und ihre Eltern haben dann endlich wieder stundenlang das Haus ganz für sich alleine, oder besser gesagt die Spielekonsole! Bisweilen tauschen hier Kinder und Eltern die Rollen und dabei kommen die Eltern nicht immer besonders gut weg.

Da Maiglöckchen Samtnüster von atemberaubender Schönheit ist – na klar! Ist dieser Comic natürlich auch wirklich ansprechend und schön! Witzig und frech, statt brutal und gewaltverherrlichend, das finde ich prima, aber besonders liebe ich das Schlaumeier Glossar! Weiterso, so können Kinder auch mit Comics noch eine Menge lernen und gleichzeitig kichern bis sie vom Sofa fallen! Allerdings fand ich die letzten zwei Bände cooler, da sie mehr zum Mitmachen und ausprobieren angeregt haben.

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Veröffentlicht am 17.12.2020

Alle Jahre wieder!

Wimmelbuch Weihnachten
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Was soll man Kindern, die schon alles haben zu Weihnachten schenken, z.B. Drittgeborenen? Zeit! Es gibt kaum etwas Wichtigeres als sich die Zeit für Entdeckungen mit den Kleinsten zu nehmen!

Nun ja, ...

Was soll man Kindern, die schon alles haben zu Weihnachten schenken, z.B. Drittgeborenen? Zeit! Es gibt kaum etwas Wichtigeres als sich die Zeit für Entdeckungen mit den Kleinsten zu nehmen!

Nun ja, es ist Winter, wir sollen zu Hause bleiben, da sind die Möglichkeiten begrenzt, aber es gibt ja weihnachtliche Wimmelwelten! Extra groß, kann man auf den großen stabilen Pappseiten gemeinsam auf dem Boden liegend eine Menge entdecken! Damit einem auch nichts in dieser fortlaufenden weihnachtlichen Bildergeschichte entgeht, werden die 16 auf jeder Seite wiederkehrenden Bildelemente z.B. 4 Kinder, die als Kerzen verkleidet sind, Oma Paula und Opa Bernd, die vor Weihnachten noch eine Menge zu erledigen haben, die Geschwister Lea und Lukas, die sich voller Freude in den Trubel stürzen, LKW Fahrer Ben, der die ganz großen Weihnachtsbäume transportiert oder eben viele kleine Engelchen, die gerne Plätzchen naschen und nur teilweise eifrig mit Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt sind, gleich zu Beginn mit Bildern vorgestellt. Auch die kleinen Engelchen lassen sich gerne mal ablenken... sind sie dann gleich Bengelchen?

Nur in großflächigen, detailreichen Bildern erfahren und entdecken wir, was noch vor dem ruhigen, friedlichen Fest so alles los ist! Dabei dreht es sich um bekannte Erfahrungswelten z.B. eine Schneeballschlacht im Außenbereich des Kindergartens! Einige Kinder ziehen es aber vor, im Warmen zu bleiben und malen lieber am Tisch oder erzählen im Sitzkreis. Doch nicht nur im Kindergarten ist eine Menge los, auch auf den Straßen herrscht reger Trubel, wie es bei uns normalerweise auch der Fall wäre. Alle sind freudig erregt unterwegs, um die letzten Besorgungen zu machen. Aber nicht alle sind mit Vorbereitungen beschäftigt. Auch der Skihang ist gut besucht und Eisläufer bevölkern fröhlich den zugefrorenen See. Weihnachtsmann und Engelchen bringen den Wildtieren frisches Heu für die Raufe und auf dem Weihnachtsmarkt sorgen Schnee, Weihnachtshütten, eine Krippe und Fahrgeschäfte für glänzende Kinderaugen. Da können Eltern ihren Kleinsten zeigen, wie es hoffentlich nächstes Weihnachten für sie sein wird und erzählen, wie es in ihrer Kindheit war, ehe wir alle Masken trugen und Abstand hielten. Doch nicht nur in der Stadt ist eine Menge los, auch auf dem Bauernhof ist noch viel zu tun. Während die Kinder auf dem Hügel rodeln, können die Eltern noch schnell einen Weihnachtsbaum und gute Zutaten zum Festmahl besorgen, ehe es ganz zum Schluss ruhig wird. Die Lichter gehen aus, die Kerzen sorgen für wohligen Glanz, die Christbäume funkeln und strahlende Gesichter laden die kleinen Entdecker zur Vorfreude ein und so können sie ein bisschen darüber reden, worauf sie sich am meisten freuen!

Hier werden Entdeckergeist, Konzentrationsfähigkeit, aber auch Kommunikation geübt. Gerade weil dieses Weihnachtsfest so anders ausfällt als sonst, können die Eltern ihren Kindern anhand der Bilder erzählen, wie es früher immer war und hoffentlich auch 2021 wieder sein wird, oder zumindest ein bisschen.

Die Pappseiten sind aus stabiler, dicker Pappe und mit strahlend bunten Farben bedruckt, die schön glänzen. Dadurch sind sie gut abwischbar, sollten die kleinen Klebefinger mal versehentlich ihre Spuren hinterlassen. Dabei wurde zertifizierte, umweltfreundliche Materialien in Deutschland bedruckt. So sind die Transportwege schön kurz und irgendwie finde ich es gerade bei Bilderbüchern sehr beruhigend, wenn sie nicht in der Ferne gedruckt werden. So hat man den Eindruck, dass die Qualität der Farben und die Unbedenklichkeit besser kontrolliert werden. Bei Kleinstkindern, die noch alles in den Mund nehmen finde ich das sehr wichtig.

Die Figuren sind kindgerecht vereinfacht, damit die Kleinen sie schneller wiederfinden können. Perspektivisch ist nicht alles korrekt, aber für kleine Entdecker ist es auch wichtig, in die Gebäude hinein blicken zu können. Die immer wieder auftauchenden Engel erinnern daran, dass Weihnachten tatsächlich nicht ein Konsumfest ist, sondern mit Christi Geburt zusammenhängt. Darüber kann man sich dann auch beim Anblick der Krippe auf dem Markt unterhalten, muss es aber nicht!

Ein sehr schönes Wimmelbuch nicht nur jetzt, wo wir alle die Häuser hüten und Entdeckungen auf den Sofas und Fußböden starten. Kinder ab 2 Jahren werden nicht überfordert, sondern gefördert und wenn das Kind sich doch von der Fülle an Details erschlagen fühlt, dann konzentriert man sich einfach erst mal nur auf eine Seite, solange bis das Kind bereit ist, auch die übrigen Winterabenteuer zu erforschen!

Da bekommt man gleich Lust auf weiße Weihnachten auch ohne Skiurlaub!

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