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Veröffentlicht am 17.12.2020

Alle Jahre wieder!

Mein Weihnachtswunsch für dich
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Jede Familie hat ihre eigenen Weihnachtstraditionen, zu jenen, die allgemein verbreitet sind. In Mias Familie ist es ein Brief, den Mia einst als Kind von ihrem Opa zu Weihnachten erhielt, anstatt eines ...

Jede Familie hat ihre eigenen Weihnachtstraditionen, zu jenen, die allgemein verbreitet sind. In Mias Familie ist es ein Brief, den Mia einst als Kind von ihrem Opa zu Weihnachten erhielt, anstatt eines materiellen Geschenkes, denn Spielzeug und andere Dinge bekam Mia schon genug. Aber Erinnerungen und Gedanken an geliebte Menschen bleiben, auch wenn dieser Mensch nicht mehr lebt. So liest Mia jedes Jahr an Weihnachten ihren Kindern und ihrem Mann vor, was ihr ihr Opa mit auf den Weg gab und woran sie sich ein Leben lang erinnern sollte, was sie schützen und bewahren sollte, damit sich auch ihre Kinder daran erfreuen können: die Natur. Mit liebevollen Worten erinnert er an all die wunderbaren Momente, die sie gemeinsam in seinem Garten und in der Natur verbracht haben, was sie dort alles beobachten durften und wie wichtig es ist, sie für die Nachwelt zu erhalten. Eine Botschaft voller Hoffnung, Liebe und Verantwortung.

Die Worte die Michael Morpurgo Opa in den Brief schreiben lässt sind wunderschön, liebevoll und eindringlich zugleich. Doch ob Kinder ab 3 Jahren diese Worte schon wirklich begreifen können? Wohl nicht ohne Mias Erinnerungen teilen zu können. Mia lässt vor ihrem inneren Auge die wundersamen Momente mit Opa in der Natur und die Gefahren für diese bildhaft werden. Diese Erinnerungen übersetzt Jim Field liebevoll und für die Kleinen gut verständlich in eine altersgerechte Bildsprache. Großvater und Enkelin gehen vertrauensvoll und behutsam miteinander um, sie reichen sich die Hand, dabei strahlen sie einander an. Sie lieben das Leben, einander und die Natur! Doch leider müssen sie auch die Gefahren sehen, die ihr Paradies bedroht. Auch hier gelingt es Jim Field das Problem zu visualisieren, ohne die Kinder zu verschrecken und somit vom Weiterschauen und Lesen abzuhalten. Sämtliche Seiten sind vollfarbig illustriert und der Text ist so in die Bilder eingebettet. Entsprechend des Alters der Zielgruppe ist die Textmenge pro Seite recht kurz, wenn auch schon etwas anspruchsvoll je nach Sprachentwicklung. Wichtig ist es jedoch, dass hier die Botschaft von Liebe, Erinnerung, Natur und deren Schutz eng miteinander verwoben sind, damit die Kleinen schon früh ein umweltfreundliches Verhalten als selbstverständlich erlernen. Man kann nicht früh genug mit der Vermittlung von Werten beginnen.

Der Illustrator hat sich bei der Illustration übrigens von eigenen Erinnerungen an seine Kindheit und seinen Großvater leiten lassen, wodurch sie wohl so besonders liebevoll gelungen sind.

Loewe Naturkind ist ein neues Label des Verlags, das sich um Wertevermittlung bemüht und dabei gleich mit sich selbst beginnt, indem es zu 90 % recyceltes Papier verwendet und Farben, die Pflanzenölbasis hergestellt werden. Um lange Transportwege zu vermeiden, werden die Bücher in Europa gedruckt, doch Europa ist groß...

Prädikat: alle Jahre wieder, sollte diese Botschaft zu Weihnachten gelesen werden. Für Erinnerungen und Umweltschutz ist man nie zu alt oder zu jung!

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Veröffentlicht am 12.12.2020

Alle Jahre wieder!

Die schönste Zeit
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Wir bleiben dieses Weihnachten zu Hause und reisen mit den Ohren, dank des Hörbuchs „Die schönste Zeit – Weihnachten in aller Welt“ von Monika Utnik-Strugala, das die Akademie für Kinder- und Jugendliteratur ...

Wir bleiben dieses Weihnachten zu Hause und reisen mit den Ohren, dank des Hörbuchs „Die schönste Zeit – Weihnachten in aller Welt“ von Monika Utnik-Strugala, das die Akademie für Kinder- und Jugendliteratur zum Hörbuch des Monats gekürt hat! Alle großen und kleinen Weihnachtsfans ab 5 Jahren erfahren hier allerlei Interessantes, Witziges, Erstaunliches und Besinnliches über die Weihnachtsbräuche rund um den Globus und die Legenden, die sich um dieses Fest in der dunklen Jahreszeit ranken.

Dieses Hörbuch ist so stimmungsvoll und kurzweilig, dass man es alle Jahre wieder rund um die Weihnachtszeit hören kann und es so selbst Bestandteil der eigenen familiären Weihnachtstradition werden kann. Allerdings ist die Fülle an Informationen sehr dicht, so dass es sich gerade bei jüngeren Kindern empfiehlt immer nur einige Kapitel zu hören, damit man gemeinsam darüber sprechen kann. Sehr empfehlenswert ist es, dieses Hörbuch beim gemeinsamen Backen zu hören oder in Schulen in der Frühstückspause. Das Gehörte lässt sich dann auch gleich gut in den Unterricht mit einbeziehen, z.B. in Religion, Sachunterricht oder in Deutsch, wenn mal wieder das Thema Briefe an den Weihnachtsmann/Christkind ansteht.

Vieles war auch mir neu und insbesondere, woher es kommt und welchen Ursprung es hat. Ein Weihnachtsbrauch, von dem ich letztes Jahr gelesen habe, wird hier auch aufgegriffen: die Weihnachtsgurke in amerikanischen Weihnachtsbäumen! Weihnachtsgurke? Was ist das denn? Einfach mal nachhören!

Es werden sehr viele Bräuche aufgegriffen und auch wenn die Autorin Polin ist, die zeitweise in Italien lebt, so ist es erstaunlich wie viele davon aus dem deutschsprachigen Raum um die ganze Welt gingen! Neben christlich tradierten Bräuchen kommt aber auch die Literatur nicht zu kurz, so wird kurz das Märchen „Der Nussknacker und der Mäusekönig“ von E.T.A. Hoffmann zusammengefasst, unvergesslich als Weihnachtsballett „Der Nussknacker“ von P. Tschaikowsky. Doch auch die legendäre Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens wird nicht vergessen.
In der kalten Jahreszeit verbringt man viel Zeit daheim und so gibt es auch zahlreiche traditionelle Gerichte, von denen ich über einige letztens auch in Agatha Christies Weihnachtskrimis gehört habe und vieles hat für mich nun eine klarere Bedeutung und Vorstellbarkeit bekommen.

Jodie Ahlborn ist die perfekte Wahl für dieses Hörbuch. Mit ihrer warmen Stimme zaubert sie gleich ein wenig akustischen Glanz ins Zimmer und mit ihrer Ausdrucksstärke wird es auch nie eintönig all den neuen oder vielleicht bekannten Fakten rund um das schönste Fest des Jahres zu lauschen. Allerdings wird sie auch wirklich stark gefordert, denn es geht ja um Bräuche aus aller Welt und als Nordlicht liegen ihr die skandinavischen Sprachen deutlich mehr als Französisch.

Ein Hörbuch für die ganze Familie, das man immer wieder in der Weihnachtszeit gut hören kann. Mit seinen 24 Kapiteln kann man mit jüngeren Kindern jeden Tag einen Track hören und darüber sprechen. Aber auch für die Schule ist es gut geeignet, da es nicht an Weihnachten endet, sondern über Silvester bis zu den heiligen 3. Königen geht und so noch nach den Ferien eventuell weiter gehört werden kann. Psst, geheim!: Dieses Jahr werde ich wohl die ganze Familien für Silvester mit blauen Unterhosen ausstatten, denn die sollen nach südamerikanischen Brauch eine gute Gesundheit bescheren, es gibt aber auch Traditionen für rote und gelbe Unterwäsche, je nach Priorität ;)

Absolut hörenswert, auf Grund der Komplexität für jüngere Kinder aber besser nicht alle Tracks auf
einmal.

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Veröffentlicht am 11.12.2020

Charmant, witzig, magisch und spannend!

Shadowblack – Karten des Schicksals, Teil 2
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Dies ist die Fortsetzung von „Spellslinger – Karten des Schicksals“ und knüpft unmittelbar an dessen Ende an. Kellen wurde von seiner eigenen Großmutter mit dem Schwarzschatten verflucht und seine Eltern ...

Dies ist die Fortsetzung von „Spellslinger – Karten des Schicksals“ und knüpft unmittelbar an dessen Ende an. Kellen wurde von seiner eigenen Großmutter mit dem Schwarzschatten verflucht und seine Eltern haben seine magischen Bänder versiegelt. Der Schwarzschatten gilt als unheilbar und wer von diesem befallen ist, gilt als vogelfrei und darf jederzeit getötet werden. Sein Volk der magischen Jan Tep hat ein hohes Kopfgeld ausgesetzt und seither befindet sich Kellen (16) nur in Begleitung der von ihm geretteten Baumkatze Reichis und der eigenwilligen Agoci Ferius Parfax auf der Flucht. Leider ist Kellen auch als Verstoßener nicht geschickter als als Magier. Er kann sich die letzten magischen Künste trotz Ferius eindringlichen Mahnungen nicht verkneifen und so fallen sie immer wieder auf und werden von Kopfgeldjägern aufgespürt. Ferius hat alle Hände voll zu tun, ihn und Reichis vor neuen Katastrophen zu retten. Inmitten einer solchen treffen sie auf Seneira, ein Mädchen mit Augenbinde, das ebenfalls von einer Agoci begleitet wird. Sie auch sie scheint verflucht worden zu sein, doch ihre Schmerzen sind noch viel stärker und treten noch häufiger auf, als bei dem Spellslinger. Langsam beginnen sie zu ahnen, dass eine Verschwörung am Werke ist, aber von wem und warum?
Dies ist wunderbare Jugendfantasy und mit Kellen lernen auch die Zuhörer eine Menge über Charme und die Pausen zwischen den Tönen, die die Musik ausmachen. Ferius ist nicht schön und schon gar keine Dame, dennoch vermag sie es zu verzaubern und in den Bann zu ziehen, einfach weil sie eine gute Zuhörerin ist und auf die Erwartungen ihrer Gesprächspartner perfekt einzugehen vermag. Sie kann nicht Zaubern, aber sie beherrscht es Illusionen und Überzeugungen nach den eigenen Wünschen des Gegenübers zu schaffen. Dieses Team von Ausgestoßenen hält zusammen, ohne sich selbst als Freunde zu bezeichnen. Was sie zusammenschweißt weiß Kellen selbst nicht so genau, doch scheint es erstaunlich belastbar zu sein. Neben dem magischen Kräftemessen, darf man Kellen dieses Mal in eine Akademie für magisch Hochbegabte begleiten. Eigenschaften, die auf ihn ja nicht zutreffen, aber dank Ferius Tipps, kann er als Spellslinger auch hier von seinen Defiziten ablenken und sie zu seinen Stärken wandeln. Träumen wir nicht alle davon, eine solche Kunst zu beherrschen? Dabei stellt Kellen sich bisweilen so ungeschickt an, dass man seinem Anti-Charme verfällt. Seine Überlegungen sind meist von Verzweiflung getrieben und dabei ebenso spitzfindig wie witzig.
Interessant finde ich hier den Aspekt des Schwarzschattens, dieser Seuche, die zur Verstoßung des jungen Jan Teps führt. Dieses Mal treffen sie auf weitere Betroffene, die versteckt werden, damit man sie nicht umbringt. Die Agoci gehen von einer Pandemie aus und wollen mehr erfahren... Gerade dieser Aspekt ist hochaktuell, der gefährliche Schwarzschatten, dessen Ursache unergründet ist und gegen den noch kein Mittel gefunden wurde... Als hätte Sébastien de Castell mit Hilfe von Magie die Zeichen der neuen Zeit vorher gesehen...
Die aufgezeigten Intrigen um Macht und Ansehen und Kampf gegen alles was diese durch seine Andersartigkeit gefährden könnte, ist magisch und spannend zugleich. Kellen und seine Begleiter kämpfen dabei scheinbar auf verlorenen Posten, doch solange man nicht gestorben ist, ist man nicht endgültig besiegt. Diese Gewissheit scheint Ferius nicht nur auszustrahlen, sondern auch immer wieder dessen Wahrheit unter Beweis zu stellen. Immer wenn Kellen denkt, es wäre aus, kommt von irgendwoher, irgendwie Ferius zur Rettung, dabei erscheint sie ebenso originell, wie verblüffend entspannt und effektiv.
Dirk Petrick als Kellen und ruppig-raue Ferius Parfax, ebenso die widerspenstige Baumkatze Reichis oder als verzweifelte von schwerer Krankheit gezeichnete Seneria, kann ich stundenlang zuhören. Er klingt nicht nur jung, sondern balanciert gekonnt zwischen Naivität und Arroganz, Sturheit, Lässigkeit und bisweilen sogar baumkatzigen Wahnwitz und Aggressivität, aber nie ohne einen gewissen Charme. Ganz besonders gelingt es ihm jedoch den Witz der Geschichte einzufangen, die eigentliche Lose zu wahren Helden macht, mit Mut, Humor und der Waghalsigkeit der Verzweiflung. Was haben sie schon groß zu verlieren?
Charmant und witzig, spannend wie tragisch und mit einem Sprecher, der die Geschichte lebt ist dieses Hörbuch einfach magisch.


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Veröffentlicht am 09.12.2020

Ein Buch voller Bestmomente

Alea Aquarius 6. Der Fluss des Vergessens
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Nach den dramatischen Ereignissen von Brighton, fehlen Alea, Tess, Ben und Sammy die Erinnerungen an die letzten zwei Monate. Kurz vor Hamburg merken sie, dass sie keine Ahnung haben, welcher Tag gerade ...

Nach den dramatischen Ereignissen von Brighton, fehlen Alea, Tess, Ben und Sammy die Erinnerungen an die letzten zwei Monate. Kurz vor Hamburg merken sie, dass sie keine Ahnung haben, welcher Tag gerade ist. Außerdem ist alles anders auf ihrem Schiff, der Crucis, eingeräumt und einige der Lebensmittel in ihren Schränken und Kühlschrank würden sie niemals kaufen. In Hamburg möchte Alea ihre Pflegemutter Marianne im Krankenhaus besuchen und merkt, dass sie schon von den Behörden gesucht wird. Alea und die anderen können gerade noch fliehen. Sie beschließen rheinaufwärts zu fahren, in Köln den Opa von Sammy und Ben zu besuchen, um schließlich nach Marseille zu gelangen. Unterwegs werden sie immer von einem dunklen Typen mit finsterem Blick und Leierkasten beobachtet, besonders, als sie die junge Ausreißerin Kit an Bord nehmen. Was will er nur von ihnen? Kit hat seltsame Knubbel und scheut das Wasser, die Blockade in Aleas Kopf beginnt zu pulsieren und sie spürt ganz deutlich, dass sie mit Kit vielmehr als nur Sympathie verbindet. Dennoch scheint etwas und jemand zu fehlen und irgendjemand greift alle Magischen an, die sich ihnen nähern wollen.... Kann die Alpha Cru, die sich selbst an ihren Namen nicht mehr erinnern kann, ihre Mission noch erfolgreich beenden, nachdem Orion ihnen das Gedächtnis genommen und Alea ihrer Meermädcheneigenschaften beraubt hat?

Dies ist der 6. Band der Reihe und der mit Abstand umfangreichste. Man sollte die Reihenfolge der Bände unbedingt einhalten, da sie auf einander aufbauen und man sich ansonsten unnötig die Spannung nimmt. Es wird zwar auf Vorgängerbände Bezug genommen, aber vor allem, um Menschen wir mir, die notwendigen Fakten noch mal ins Gedächtnis zu rufen, da ich meistens die Bände nur einmal lese und nicht wie meine Töchter auch noch die Hörbücher inhaliere. Bin ich mal zwischendurch etwas verwirrt, werde ich sofort von ihnen über alle Zusammenhänge aufgeklärt. Sie (13 und 11) sind tief im Universum von Alea Aquarius verwurzelt und lassen sich gerne von der spannenden, fantastischen aber auch ökologisch wachrüttelnden Geschichte mitreißen. Alea Aquarius hat eine Mission: ihre Aufgabe ist es, die Meere, die kurz vor dem Exitus stehen zu retten, damit weiterhin Leben in ihnen möglich ist. Das geht uns alle an, selbst wenn wir keinen Fisch essen, oder nicht am Meer leben. Daher zeigen Alea und die Alpha Cru nicht nur immer Wege auf, wie sich auch Kinder und Jugendliche engagieren können, sondern auch welche kleinen alltäglichen Beiträge auch sie schon leisten können. Außerdem haben sie auch Einfluss auf das Einkaufsverhalten ihrer Eltern und das sollte nicht unterschätzt werden.

Die Mitglieder der Alpha Cru sind Vollblutmusiker, die ihre Gedanken oft in Liedern ausdrücken. Immer wieder sind die ausdrucksstarken Texte ihrer Songs abgedruckt, die inzwischen sogar veröffentlicht wurden und die sich jeder Alea-Fan nun anhören und mitsingen kann. Vielleicht weckt es ja bei einigen Lesern die Liebe zur Poesie oder den Mut selbst Lieder zu schreiben oder gar mit selbst geschriebenen Songs aufzutreten.

Weil Alea und ihre Autorin eine Mission haben, ist dieser Band sehr umfangreich geworden. Ginge es nur um die Story, hätte man es auch straffen können. Aber gerade das poetische und ökologisch Aufklärende kommt bei den jungen Fans gut an. So gut, dass meine Große das Buch tatsächlich freiwillig in ziemlich kurzer Zeit selbst gelesen hat (und das als Lesemuffel!). Es kommen viele altersspezifische Themen vor, wie erste zarte Liebesgefühle, Freundschaft, Zusammenhalt und Schüchternheit, sowie soziales Engagement. Die Leser werden ermutigt ihrem Herzen zu folgen und ihren Gefühlen zu vertrauen. Die erste Liebe ist jung und zart und sollte genossen werden. Obwohl die jungen Mitglieder der Alpha Cru nicht von Erwachsenen kontrolliert werden, bleibt es bei Küssen, Streicheln, Kuscheln. Das finde ich auch als Zeichen für die Zielgruppe wichtig, die sich oft unter Druck gesetzt fühlt, in einem bestimmten Altern unbedingt weitergehende sexuelle Erfahrungen zu machen. Tatsächlich sollte man sich nie zu etwas überreden lassen, wonach einem das Herz nicht steht.

Auch dieses Abenteuer ist wieder richtig magisch und das obwohl Dr. Orion alles daran gesetzt hat, damit Magische sich der Crucis nicht nähern können. Gerade der Gedächtnisverlust erzeugt große Spannung, weil ausnahmsweise mal die Leser mehr wissen, als die Helden.

Kleiner Spoiler: Das Ende dieses Bandes könnte kaum in einem größeren Kontrast zu dem Vorgängerband stehen, es ist so wundervoll hoffnungsfroh! Ein echtes Buch voller Bestmomente! Allerdings waren wir auch nach Band 5 der festen Überzeugung, dass es so nicht bleiben wird und sie gemeinsam Lösungen finden werden!

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Veröffentlicht am 08.12.2020

Unglaublich spannend und gruselig!

Aleja und die Piratinnen. Das Schattenschiff
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Aleja (12) ist die Jüngste im väterlichen Haushalt, denn ihre Mutter ist verstorben. So wachsen sie und ihre zwei älteren Brüder in der Familienschenke in Sevilla auf, in der neben ihrem Vater auch ihre ...

Aleja (12) ist die Jüngste im väterlichen Haushalt, denn ihre Mutter ist verstorben. So wachsen sie und ihre zwei älteren Brüder in der Familienschenke in Sevilla auf, in der neben ihrem Vater auch ihre Großmutter mithilft und wohnt. Doch Aleja kann sich mit der Arbeit dort überhaupt nicht anfreunden, sie steckt ihre Nase immerzu in Bücher, lernt Fremdsprachen und liebt Abenteuer und Expeditionen. Doch ihr als Mädchen scheint dies alles verwehrt zu sein und ständig bekommt sie den Eindruck nirgendwo hinzupassen. Als sie die Verladung von Falschgeld beobachtet und sie dabei auffliegt, wird sie von den Fälschern gejagt und findet unerwartete Hilfe und Unterschlupf auf dem sagenumwobenen Schattenschiff. Hier segeln unter der Flagge der Athene nur Piratinnen, auf der Suche nach einer verschollenen magischen Karte. Diese zu finden ist nicht das einzige Problem: der berüchtigte Piratenjäger hat es auf Kapitänin Quinn und ihre erste Offizierin Malika abgesehen. Ehe sie es sich versieht, segelt Aleja als jüngstes Crew-Mitglied Richtung Marokko und findet dabei viel mehr als nur Abenteuer!

Die Hörbuchfassung ist gekürzt, aber dennoch bekommt man immer wieder mit, dass sich Aleja Sorgen und Gedanken um ihre Familie macht, die keine Ahnung hat, wo sie steckt und wie es ihr geht. Dass sie einfach so mitgesegelt ist, war aber auch nur eine Panne! Und was für eine, eine die sie ihr ganzes Leben lang nicht vergessen wird. Aleja und die Hörerinnen kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Nicht nur, dass einige Crewmitglieder kaum älter sind als sie und sie so in Francis endlich zum ersten mal in ihrem Leben eine Gleichgesinnte, eine richtige Freundin findet, nein, dieses Piratenschiff heißt nicht umsonst Schattenschiff. Tatsächlich birgt dieses Schiff seine ganz eigenen, unvorhersehbaren Geheimnisse, die verblüffen können. Wann die Geschichte genau spielt ist nicht ganz klar, aber sicherlich vor der Erfindung des Automobils und dem Siegeszuges der Elektrik, von Smartphones ganz zu schweigen. So ist Aleja gut auf das raue Leben an Board vorbereitet und ist glücklich, dass hier ihr Sprachtalent und ihre Liebe fürs Rätsel knacken geschätzt werden. Hier werden Abenteuer und Magie, eine steife Prise und die Ungeheuer der Meere mit Freundschaft und dem Grauen dunkler verfluchter Höhlen in der Wüste verknüpft. Diese Piratinnen entführen nicht nur in eine fremde Zeit, sondern auch an ganz ungewöhnliche, fremde Orte, die Träumen lassen, von Abenteuer, Meer und Verbundenheit. Diese Crew zeigt ganz klar, dass Mädchen und Frauen alles können, wenn sie nur wollen und sich und ihre Talente für eine Sache einsetzen.

Die englische Autorin hat sechs Jahre in Spanien als Englischlehrerin gearbeitet und lässt ihre Liebe zu Sprache und Land in dieses Abenteuer mit einfließen. Den spanischen Begriff für Oma kannte ich nicht, aber ich konnte mir die Bedeutung schon denken, ehe er erklärt wurde. Einfach mal von den fremden, spanischen Begriffen verzaubern lassen.

Die Hörbuchbox ist sehr geschmackvoll gestaltet. Jeder Tonträger ist anders, passend zur Geschichte bedruckt und das Booklet mit den Trackangaben und Auszug aus dem Text ist im Schatzkartenlook gehalten.

Dieses Hörbuch ist auf jeden Fall richtig abenteuerlich spannend und auch bisweilen absolut gruselig! Absolut nichts für schwache Nerven! Dabei schont Schauspielerin und Sprecherin Madiha Kelling Bergner weder ihre Stimmbänder, noch unsere Neugier. Sie betont geschickt und spielt mit unseren Erwartungen, dabei klingt sie so jung, dass man ihr die Rolle der Aleja zu 100 % abnimmt. In den gruseligen Szenen, habe ich tatsächlich den Atem angehalten, so sehr ist es ihr gelungen, mich in das Geschehen hineinzuziehen. Aber es ist schon von Anfang an klar, dass sich hinter dieser Stimme kein Püppchen, sondern ein mutiger Forschergeist auf der Suche nach Abenteuern verbirgt. Dies ist Band 1 von 2 und ich bin schon sehr gespannt wie es weitergehen wird!

Für furchtlose Piratinnen ab 10 Jahren.

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