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Veröffentlicht am 18.04.2025

Für Fantasiebegabte!

Herr Konfetti – Mein unsichtbarer Freund
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Sophia ist ein glückliches Mädchen mit einer übersprudelnden Fantasie. Langeweile kennt sie nicht, wie auch? Sie stellt sich alles aufregend und bunt vor und außerdem gibt es ja noch ihren besten Freund ...

Sophia ist ein glückliches Mädchen mit einer übersprudelnden Fantasie. Langeweile kennt sie nicht, wie auch? Sie stellt sich alles aufregend und bunt vor und außerdem gibt es ja noch ihren besten Freund Herrn Konfetti. Zwar sieht ihn außer ihr niemand, aber das ist ihr egal. Er ist stets freundlich, einfallsreich und immer an ihrer Seite, wenn sie die aufregendsten Abenteuer erleben. Doch ihre Lehrerin findet sie habe zu viel Fantasie und sei nicht ernsthaft genug. Sophia soll nun zu einem Spezialisten! Doktor Fix kennt sich nicht nur ganz besonders gut mit Fantasie aus, sondern ist begeistert von Sophia und Herrn Konfetti. Er macht ihnen Mut. Auf dem Heimweg, will Papa eigentlich ein ernstes Wort mit Sophia sprechen, doch dann denkt er an Dr. Fix und lässt sich auf Sophia und Herrn Konfetti ein. Was nun folgt, wird für sie alle unvergesslich!

Illustratorin Miren Asian hat diese Geschichte über besondere Kinder sehr liebevoll, fantasiereich und vor allem kindlich gestaltet. Herr Konfetti ist ebenso groß und offensichtlich flauschig, wie sein Gesichtsausdruck freundlich ist. Sophias Fantasiewelten werden aufregend und offensichtlich irreal dargestellt, z.B. durch Vulkane ich auffallendem Größenmissverhältnis zu dem kleinen Mädchen, während sie Büchern entspringen. Insgesamt stilisiert sie und beschränkt sich auf das Wesentliche, wie zum Beispiel die ganz klar zu erkennenden Gesichtsausdrücke, die für die Geschichte viel wichtiger sind, als die angedeuteten Frisuren.

Die Autorin und Kinderpsychologin Susanna Isern erzählt diese Geschichte von Sophia und ihrem imagniären Freund ganz liebevoll, behutsam und mit viel Verständnis. Ich hoffe, sie nimmt damit vielen Eltern mit Kinder mit imaginären Freunden ihre Angst, dass mit ihren Kindern etwas nicht stimmen könnte. Dem ist nicht so, den Kindern geht es gut, sie sind nur ausgesprochen fantasiebegabt und das ist eine der schönsten und reichsten Gaben, die hoffentlich ein Leben lang bleibt. Wenn einem nicht eingeredet wird, dass man sich schämen solle oder ähnlicher Quatsch kann dies gelingen und Sophia zeigt uns in diesem Abenteuer, dass dies wirklich wünschenswert ist, nicht nur für sie und Herrn Konfetti. Dabei ist die Sprache sowohl sehr bildhaft und poetisch schön, sie ist für Kinder ab 4 Jahren auch sehr gut verständlich. Indem der Vater sich auf Sophias Welt staunend einlässt und versucht die Welt mit ihren Augen zu sehen, wird sie auch für ihn viel bunter und freundlicher. Das liegt auch daran, dass sie letztendlich durch ihre Offenheit ein echtes Abenteuer erleben und einem Kind in Not retten. So wird auch dem Vater bewusst, dass Sophia nicht gänzlich jenseits der Realität lebt, sie aber bei Bedarf aufzuhübschen weiß, was das Leben einfach schöner macht und andere Menschen eben auch glücklich. Warum sollte man das also bitte schön ändern?

Ein Plädoyer für mehr Fantasie im Leben und für einen behutsamen und respektvollen Umgang mit besonders fantasievollen Kindern.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Zuckersüß!

Mein Pop-up-Buch zum Staunen. Disney Winnie Puuh
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Winnie Puuh den freundlichen Bär mit seinen vielen Freunden und der großen Liebe zu Honig kennt wohl jeder. Hier stellt sich Winnie Puuh auch den Kleinsten ab 2 Jahren vor: Winnie ist erstaunt, er kann ...

Winnie Puuh den freundlichen Bär mit seinen vielen Freunden und der großen Liebe zu Honig kennt wohl jeder. Hier stellt sich Winnie Puuh auch den Kleinsten ab 2 Jahren vor: Winnie ist erstaunt, er kann seinen geliebten Honigtopf nicht finden. Nanu!? Da muss er wohl losziehen und gründlich suchen. Am besten schaut er gleich hinten dem Baum dort nach. Doch von dort springt ihm Ferkel entgegen, der seinen Honig auch nicht gesehen hat, aber gerne mit suchen hilft!

Diese Geschichte ist ganz einfach und auch absolut kleinkindgerecht formuliert, mit kurzen einfachen Sätzen aber ganz viel zu entdecken. So kann man wirklich hinter den Baum schauen, in dem man die stabile Pappschicht umklappt und nicht erschrecken! Schon springt einem dank geschickter Falttechnik Ferkel entgegen. Auch auf den folgenden Seiten gibt es immer wieder die festen Pappseiten zum Aufklappen und Staunen. Wo sich Winnies Freunde nur alle gerade aufhalten ! Nach und nach lernen wir auf der Honigsuche alle kennen: Ferkel, Tigger, I-Aah, Känga und Ruh und natürlich den Honigtopf, denn mit Freunden zusammen schafft man doch (fast) alles.

Die Sätze sind nicht nur kurz und einfach, sie sind auch super groß gedruckt. Perfekt für Oma, die gerade ihre Lesebrille nicht findet, oder Erstklässler, die ihren kleinen Geschwistern vorlesen wollen oder sollen. Kein Problem! Das Schriftbild ist einfach mega-entspannt.
Die Klappen sind nicht nur stabil, sondern auch sehr handlich und groß, damit das Buch nicht sofort kaputt geht und die Kleinen traurig sind. Dennoch fördert es die Feinmotorik, da die Seiten in verschiedene Richtungen aufzuklappen sind. Deshalb müssen die Kinder erst genau schauen, wohin sie die Seite klappen sollen. Das fördert die Aufmerksamkeit und Beobachtung. Belohnt werden sie mit fröhlich-bunten herausspringenden Freunden von Winnie Puuh, die sich durch ihre Faltung auch wirklich beim Öffnen der Klappen bewegen. Auch das Zuhören fördert ihre Konzentration, ihre Fantasie und ihr Sprachgefühl und ihre Sprachentwicklung. Dabei steht die Geschichte aufgrund ihrer Einfachheit weniger im Vordergrund, als die Entdeckung und Feinmotorik. Hier wird ein Buch direkt zu einem verblüffenden Erlebnis.

Durch die liebevolle und fröhliche Gestaltung werden die Kleinen immer wieder dieses Buch neu entdecken und vorgelesen bekommen wollen. So wächst schon früh die Liebe zu Büchern heran.

Sehr niedlich und interaktiv ab 2 Jahren.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Hilfe, die Gefühle sind los!

Das Krawallkehlchen
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Das kleine Krawall- äh Rotkehlchen Mika ist total aufgeregt, denn heute steht der Kindergartenausflug in den höchsten Wipfel des Parks an. Doch sie ist deswegen so aufgeregt, dass schon so einiges schief ...

Das kleine Krawall- äh Rotkehlchen Mika ist total aufgeregt, denn heute steht der Kindergartenausflug in den höchsten Wipfel des Parks an. Doch sie ist deswegen so aufgeregt, dass schon so einiges schief geht, ehe der Ausflug los geht und so blubbern die Gefühle nur so aus Mika, bisweilen sogar sehr laut, aus Mika heraus. Sogar auf dem Weg zur Kita ist heute besonders viel los und ein aufregendes Abenteuer reiht sich an das nächste. Bis sie bei ihren Flatter-Pieps-Freunden ankommt fühlt es sich an, als sei schon ein ganzer Tag vergangen. Dennoch ist dieser Ausflug auch nach all diesen Aufregungen noch absolut einzigartig. So endet ein total emotionaler Tag mit einem lauten, krawalligen Freudenruf, denn laut, kann man immer werden, auch vor Glück!

Madlen Ottenschläger geht sehr kreativ und spielerisch mit der von ihr verwendeten Sprache um und macht es sich zu nutze, dass man im Deutschen Wörter beliebig zusammenfügen kann, um ihren Ausdruck zu erhöhen. Das kann bei einigen Kinder den spielerischen Umgang mit Sprache fördern, andere können durch Ausdrücke wie „Freude-Flügelschlag“ verwirrt werden, da sie noch nicht einschätzen können, ob es ein gängiger Begriff, oder eine Sprachspielerei ist, die die überblubbernden Gefühle ausdrückt, ist. Auch beim zweiten Lesen bin ich diesbezüglich noch etwas zwiegespalten.

Die Schrift empfinde ich für ein Bilderbuch als zu klein. Nichts für Leseanfänger, die ihren jüngeren Geschwistern vorlesen sollen und Großeltern werden ohne Lesebrille keine Chance haben.

Die Illustrationen von Madlen Ottenschläger finde ich hinreißend und witzig zugleich. Sie sind wirklich richtig super ausdrucksstark, was Mikas Gefühle betrifft. In dem Punkt braucht man den Text nicht, man sieht schon auf den ersten Blick, was mit Mika gerade wieder los geht. Wie schön, dass das Bilderbuch keinen Ton hat, es wäre meistens nämlich tierisch laut! So kann man beim Vorlesen sich so richtig ausleben und aus sich herausgehen. Aber Vorsicht: Heiserkeit könnte drohen.

In der vorderen Buchklappe sind alle wichtigen tierischen Helden dieser Geschichte mit Namen abgebildet, da kann man sie sich immer wieder anschauen und sich ihre Namen vorlesen lassen. 11 wuselige oder baumige Helden in einem Bilderbuch, klar muss man die sich alle einprägen. Aber das zeigt auch schon, wie viel an diesem besonderen Tag für Mika alles los ist. Kaum jemanden, den sie kennt, trifft sie an diesem Tag nicht. Was für ein Gewusel.

Ganz hinten in der Buchklappe findet sich ein Gefühlsrad der Illustratorin Ramona Wultschner. Wie in einem Glücksrad, sind in den einzelnen Radspeichen Bilder von Mika, die sie mit einem eindeutigen Gefühlsausdruck zeigen. Für die Erwachsenen, steht das Gefühl noch mal extra benannt, aussen daneben. Wenn Kinder also die gleichen Probleme wie das Krawall-Kehlchen haben, ihre Gefühle zu steuern und zu benennen und sich richtig unwohl mit ihnen fühlen, können sie auf die passende Illustration der super emotionalen Mika zeigen. Das hilft einigen auch deutlich darüber zu reden was gerade mit ihnen los ist. Vielleicht regen sie sich ja gerade wie Mika über die himmelschreienden Ungerechtigkeiten zwischen Kindern und Erwachsenen auf. Denn seien wir ehrlich: Erwachsene halten sich selbst ganz oft nicht an ihre eigenen Regeln, von denen sie erwarten dass die Kinder sich daran halten. Wenn das nicht zum aus-der-Haut-fahren ist!

Ich bin mir noch etwas uneinig, wie ich das Buch finde, selbst nach dem zweiten Lesen. Die Illustationen finde ich einfach super und es steckt voller vieler schöner Ideen. Allerdings ist mir die Schrift zu klein und sprachlich komme ich beim Vorlesen immer wieder ins Stocken. Die Wortkreationen fluppen bei mir noch nicht so. Aber zweifellos ist es eine Geschichte voller Gefühl, voller Chaos und Gefühlschaos! Wie im echten (Kinder-)leben.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Ich habe es geliebt!

Academy of Lies (Band 1) - Anatomie einer Verschwörung
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An ihrem 18 Geburtstag beginnt Quinns Medizinstudium an der renommierten Wilhem Schreiber Akademie, einer privaten Hochschule für Medizin, deren Gründungsrektor ihr Großvater war. Quinn, oder auch Q, wie ...

An ihrem 18 Geburtstag beginnt Quinns Medizinstudium an der renommierten Wilhem Schreiber Akademie, einer privaten Hochschule für Medizin, deren Gründungsrektor ihr Großvater war. Quinn, oder auch Q, wie ihr Bruder Flo sie nennt, hat seit ihrem 8. Geburtstag ein Spenderherz in ihrer Brust und damit läuft seine Zeit langsam ab. Es zeigt schon deutliche Verschleißerscheinungen und ihre Mutter kommt mit ihrem nahen Tod nicht zurecht. Doch Q will den Tod verstehen und schreibt ein Tagebuch über verschiedene Todesarten, wie sie sich anfühlen und was bei ihnen genau vor sich geht. Sie will wissen, was mit ihrem sterbenden Herzen passiert. Ganz wissenschaftlich, sachlich beschäftigt sie sich mit ihrem baldigen Tod und stößt die Menschen um sich herum zurück, damit sie nicht um sie trauern müssen und sie der Verlust nicht so schmerzt. Sie hat einen Schutzwall aus Sarkasmus und Distanziertheit um sich herum aufgebaut hinter den nur ihr Bruder als ihr Lieblingsmensch blicken darf. Als sie sich in der Bibliothek einschließen lassen will, um Geburtstagsgratulanten zu entgegen, wird vor dem Fenster, der neue Rektor Professor Seiler erschossen. Der Verdacht fällt schnell auf die mächtigste Studentenverbindung der Alphas, der auch Flo angehört. Ausgerechnet er entzieht sich den Befragungen der Polizei, erst recht, als noch eine Bewohnerin des Verbindungshauses nach einer Party tot aufgefunden wird. Q kann den Verdacht der Polizei nicht glauben und will der Sache auf den Grund gehen. Doch dafür braucht sie Hilfe und das bedeutet, dass sie die Nähe anderer Menschen zulassen muss.....

Julian Mehne liest kühl, sachlich und distanziert das Tagebuch des Todes, dass Quinn minutiös führt, um den Prozess des Sterbens zu verstehen. Er wirkt reif und unnahbar. Henriette Schreurs als Ich-Erzählerin Quinn ist ebenso distanziert und bisweilen gefühlsarm, doch nach und nach taut sie auf. Selbst sie kann nicht kalt lassen, was um sie herum unbegreifliches geschieht. Kann sie wirklich von einem Geheimbund umgeben sein, der die Geschicke lenkt und die Morde auf dem Gewissen hat? Doch wozu? Flo warnt sie immer wieder, doch was soll ihr schon groß geschehen, sie stirbt ja ohnehin bald! Eine junge Heldin, die so abgeklärt den eigenen Tod vor Augen hat finde ich sehr ungewöhnlich und interessant und sicherlich auch eine Herausforderung für Sprecherin Henriette Schreuers, denn sie muss unnahbar, abgeklärt und kühl, aber dennoch sympathisch klingen. Tatsächlich habe ich sie wirklich ziemlich schnell gemocht, anders als ihre Mitbewohnerin Mira, die mir im Vergleich furchtbar überdreht vorkam. Wie gut, dass Q ja keine Freunde sucht... Wenn das kein völlig anderes Studentenleben ist, als man es aus Büchern gewohnt ist. Aber natürlich muss Q schon um die rätselhaften Vorgänge um sie herum zu durchblicken immer mal wieder unter Leute, auf Partys in Pubs... bisweilen mit tragischen Erlebnissen, die sehr intensiv beschrieben und auch gesprochen werden. Da ist mir die Zeit beim Hören nur so davon geflogen.

Dieser Medizinthriller wird ab 14 Jahren empfohlen und als Slow Burn Romance beworben. Es ist dermaßen slow burn, dass ich mir immer noch nicht ganz sicher bin, mit wen Quinns Romanze denn sein wird. Der allseits beliebte Nette, der um sie wirbt, oder der Geheimnisvolle, aus dem Herzen des Verbindungsheims, bei dem sie nie weiß, ob er Freund oder Verräter ist. Dabei will Q ja eigentlich keine Freunde haben und einen Freund schon gar nicht. Immerhin müsste sie befürchten, ihm das Herz zu brechen, wenn ihres bald aufhören wird zu schlagen. Ich mag das ja gerne. Keiner der Typen ist offen herzlos und es wird auch nichts überstürzt. Quinns Herz wird nicht mehr lange schlagen, dennoch übereilt sie nichts, als hätte sie alle Zeit der Welt...

Spannend, geheimnisvoll, verschwörerisch und mit gedämpften Gefühlen ab 14 Jahren. Trotz des fiesen Endes (Cliffhanger-Alarm!), will ich unbedingt wissen, wie es weitergeht!

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Kochen ist Gefühl!

Monsoon
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Asma Khan ist nicht nur eine der bekanntesten Köchinnen Großbritanniens, sie ist auch Anwältin und macht sich für die Rechte von Frauen, insbesondere solche indischer Herkunft oder in Indien stark. In ...

Asma Khan ist nicht nur eine der bekanntesten Köchinnen Großbritanniens, sie ist auch Anwältin und macht sich für die Rechte von Frauen, insbesondere solche indischer Herkunft oder in Indien stark. In ihrem preisgekrönten indischen Restaurant in London beschäftigt sie ausschließlich Immigrantinnen, denen sie so eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben bietet. Während ihres Jurastudiums in Cambridge, gründete sie eine Suppenküche, die so erfolgreich war, dass sie sich an ihr erstes Restaurant wagte. Das fand ich sehr faszinierend, weil ich während des ewigen Lernens vor dem Examen mit dem Kochen und Backen angefangen habe, um endlich mal zu sehen, was ich mache... Sie feiert mit ihren Rezepten die indische Kultur, die Aromenvielfalt und die Gerichte, die auf die Jahreszeiten und die Temperaturen abgestimmt sind. Weil Kochen und Essen für sie vor allem mit Geselligkeit verbunden sind, unterbreitet sie immer wieder ganz unterschiedliche Menüvorschläge für allerlei unterschiedlich Gelegenheiten, kombiniert aus hier vorgestellten Gerichten.

Bevor es losgeht, erklärt sie allerdings die 6 ayurverdischen Geschmacksrichtungen und das notwendige Rüstzeug für die indische Küche, wie Kochen mit Ghee, die Zusammenstellung der eigenen Gewürzmischungen oder Kochen mit Joghurt. Das hilft auch ungemein, wenn man mal die Rezepte auf den eigenen Gaumen abwandeln möchte.

Da es Asma Khan auch um die Liebe zu ihrer Herkunft geht, ist dieses Buch auch gespickt voll mit wunderschönen, atmosphärischen Farbfotos von Märkten, Gewürzständen, Stoffen mit typischen Farben und Mustern oder indischen Innenhöfen oder Festmahlen. Keine Sorge, natürlich sind die jeweiligen Gerichte auch appetitlich fotografiert, aber es ist noch ein Plus, dass sie uns auch sprachlich und bildlich mit in ihre Heimat einlädt und dazu auch immer noch ein wenig schreibt. Ein Kochbuch nicht nur für den Geschmack, sondern auch für das Gefühl und die Seele. Schon die Aufmachung in mattem royal blau mit goldener Prägung oder einfach unifarbener Reliefprägung finde ich optisch und haptisch unglaublich ansprechend. Ein rundum sehr geschmackvolles Buch, in jeder Hinsicht der Bedeutung.

Natürlich habe ich mein indisches Lieblingsgericht Aloo Gobi Bhaji (gebratene Kartoffeln mit Blumenkohl- Curry) nachgekocht und als süße Nachspeise die indischen Bananen-Küchlein Kolar Pitha (zur Verwertung überreifer Bananen, es muss ja nicht immer Bananenbrot sein). Beides kam sehr gut an und es werden noch einige Dals folgen. Die Rezepte sind übersichtlich und gut verständlich und lassen sich gut nachkochen. Allerdings hat man nicht immer alle Zutaten gleich zur Hand. Die Bananen-Küchlein benötigen allerdings lediglich überreife Bananen.... was gerade im Sommer kein Problem ist.

Grundsätzlich sind die Gerichte für Alles-Esser, sie sind mit Fleisch und Fisch oder eben auch ohne, also sowohl vegetarisch, als auch vegan. Unter den 80 Rezepten gibt es also für alle etwas, je nach Jahreszeit und Geschmacksrichtung.

Das Buch gliedert sich wie folgt:
-Monsun
-Die sechs ayurvedischen Geschmacksrichtungen
-Grundzutaten und Techniken

-Grishsho (Sommer)
-Borsha (Monsun)
-Shôrot (Herbst)
-Hemonto (Trockenzeit)
-Sheet (Winter)
-Boshonto (Frühling)

-Register
-Dank
-Die Autorin

Die Idee der saisonalen Küche wird hier vor allem auch durch das indische Klima geprägt und macht daher absolut Sinn. Es geht weniger um die saisonale Verfügbarkeit von lokalen Zutaten, als nach dem passenden Geschmack für die jeweiligen Temperaturen. Es ist eine Art ganzheitliches Kochbuch für alle Sinne, das auch dazu aufruft durch Kochen und gemeinsame Mahlzeiten zu verbinden und Wert zu schätzen. Kochen ist Gefühl!

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