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Veröffentlicht am 13.01.2020

Der beste Band dieser großartigen Reihe!

Mord hinter den Kulissen
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London 1936: Nach all der Aufregung in Hongkong soll ein wenig Gras über die letzten skandalösen Verbrechen um die Töchter aus besserer Gesellschaft, die ehrenwerte Daisy Wells (15) und Hazel Wong (14), ...

London 1936: Nach all der Aufregung in Hongkong soll ein wenig Gras über die letzten skandalösen Verbrechen um die Töchter aus besserer Gesellschaft, die ehrenwerte Daisy Wells (15) und Hazel Wong (14), Tochter eines reichen und mächtigen Hongkonger Privatbankiers, wachsen. Daher sollen sie noch nicht sofort zurück auf ihr Mädcheninternat, sondern noch ein paar Wochen bei Daisys Onkel Felix und Tante Lucy bleiben. Das klingt für beide wirklich vielversprechend, denn Lucy ist prima und hat oft viel Verständnis für sie. Doch nur allzu bald ist auch Lucy beruflich so stark eingebunden, dass sie sich nicht um sie kümmern kann. Hausmädchen Bridget lehnt es schlichtweg ab, auf sie aufzupassen. Da kommt Lucy der grandiose Einfall, dass es der glamourösen Daisy großen Spaß bereiten könnte, bei einer echten Theaterproduktion mitzuwirken. Da das legendäre Shakespeare Theater „Rue“ gerade in finanziellen Schwierigkeiten steckt, ist die Inhaberin gegen Entgegennahme von ein paar diskreten Scheinchen, nur allzu gerne bereit, die Mädchen für Nebenrollen zu besetzen. Immerhin grassiert gerade die Grippe und ihr Ensemble schrumpft immer weiter zusammen. Schnell schon bemerken die jungen Detektivinnen, dass es unter der vertraulichen Oberfläche des „Rue“ nur so brodelt vor Animositäten und Eifersüchteleien. Allzu bald tauchen Drohungen gegen die talentierte aber biestige Hauptdarstellerin auf und dabei bleibt es nicht...

So ein Theater ist ein Kosmos für sich, dem hier der jungen Leserschaft intime Einblicke gewährt. Fast alle Darsteller haben anscheinend etwas zu verbergen. Dabei sollte man bedenken, dass die Gesetze und Moralvorstellungen damals noch völlig andere waren als heute. Vieles was bei weniger toleranten Zeitgenossen heutzutage zu Schmähkommentaren und Beleidigungen führt, galt damals als Verbrechen. Schauspieler waren bereits damals nicht nur extravagant, sondern auch schildernde Paradiesvögel vielerlei Couleur und Neigung. Hier scheint die Luft regelrecht zu vibrieren vor unterschwelligen Emotionen und dem Unheil, das sich schon früh ankündigt, aber doch einige Zeit auf sich warten lässt, bis man die Darsteller besser kennt und man für Sympathien und Antipathien auch seitens des Lesers ein besseres Gespür bekommt. Dabei zeichnen sich auch erstaunliche persönliche Entwicklungen ab, ähnlich wie in Hongkong. Eigentlich ist die zurückhaltende Hazel überhaupt nicht scharf auf einen Auftritt auf der Bühne, aber in der Annahme, dass es wichtig für Daisys Ego sei, überwindet sich Hazel. Dabei beobachtet sie ganz erstaunt, wie ausgerechnet Daisy bisweilen zum verdrucksten, stammelnden Mäuschen wird und hat auch schon einen Verdacht woran es liegen könnte. Je verunsicherter die Detektei-Vorsitzende wird, desto kühner wird die Schriftführerin. Auch wenn dieser Fall ebenfalls außerhalb des Internats spielt, kommen doch einige alte Bekannte vor, nicht nur Lord und Lady Mountfitchet, man darf sich also auf Wiedersehen freuen.

Selbst wenn dieser Fall in einer längst vergangenen Zeit spielt, in der die Forensik noch in den Kinderschuhen steckte und es vor allem auf Alibis und Möglichkeiten ankam, ist der Fall diesmal richtig kniffelig. Jedes Detail zählt und die Hinweise in scheinbar dahingesagten Kommentaren, sollte man nicht unterschätzen. Dennoch bin ich diesmal nicht von selbst dahintergekommen. Der Stil ist zwar nicht salopp, aber dennoch für die heutige Jugend gut verständlich und keinesfalls trocken. Die temperamentvolle Daisy würde dies auch nicht zulassen.

Ganz wundervoll ist auch diesmal die Gestaltung mit den sortierten Personenverzeichnissen, den Plänen von den Theaterebenen und von den wichtigsten Londoner Schauplätzen des Falls. Ganz zum Schluss findet sich dann wieder Daisys Glossars mit den wichtigsten Begriffen aus der Theaterwelt, die man als Teil der Zielgruppe oft noch nicht kennt.

Sehr interessant fand ich diesmal auch die Anmerkungen der Autorin, die darauf hinweist, dass gelebte Homosexualität bei Männern in Großbritannien bis 1967 als Verbrechen bestraft wurde (das wurde selbst bei Prominenten wie Dramaturg Oscar Wilde knallhart durchgezogen), in der Bundesrepublik wurde der §175 StGB der männliche Homosexualität generell bestrafte, erst 1969 abgeändert und erst nach der Wiedervereinigung 1994 komplett abgeschafft. Für die Zielgruppe ist all das lange her, aber erst 2003 wurde in England Sektion 28 abgeschafft, der es verbot in Kinder- und Jugendbüchern über LGBTQ-Menschen zu schreiben. Ich habe mich beim Vorlesen für meine Kinder oft gewundert, warum es nun gefühlt ständig Bücher über „Regenbogenfamilien“ gibt und früher nie, aber das erklärt für mich einiges... Es soll eine Generation heranwachsen, die offener und toleranter ist. Dies auch in Bezug auf die Hautfarbe, denn nicht nur Hazel hat keine rosa Haut und blonde Haare, aber das Herz am rechten Fleck und eine rasche Auffassungsgabe.

Ein wundervoller historischer Krimi, der diesmal richtig kniffelig ist und viele wichtige Themen anspricht und nachdenken lässt darüber, was sich seit 1936 alles verändert hat und was sich immer noch verändern muss.

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Veröffentlicht am 13.01.2020

Wieder ein toller Fall für die Zeitdetektive

Freiheit für Richard Löwenherz
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Die Freunde Kim, Julian, Leon und die ägyptische Katze Kija besuchen einen Mittelaltermarkt. Der Troubadour hat es Julian angetan, aber Leon findet ihn ein Weichei. Da kann Julian natürlich gegenhalten, ...

Die Freunde Kim, Julian, Leon und die ägyptische Katze Kija besuchen einen Mittelaltermarkt. Der Troubadour hat es Julian angetan, aber Leon findet ihn ein Weichei. Da kann Julian natürlich gegenhalten, denn es gab da mal einen berühmten, der hieß Blondel und soll sogar Richard Löwenherz befreit haben, als er nach einem abgebrochenen Kreuzzug auf der Burg Trifels Ende 1192 überfallen und inhaftiert wurde. Doch was steckte eigentlich wirklich hinter der Geiselnahme und Lösegeldforderung? War es wirklich dem Barden zu verdanken, dass der legendäre Herrscher gerettet wurde? Um dass zu erfahren begeben sie sich in den Zeitreiseraum Tempus, um durch Zeit und Raum sich vor Ort ihr eigenes Bild zu machen. Als mittellose Waisen ziehen sie umher und treffen ziemlich schnell auf Blondel, der ihnen von der immensen Lösegeldforderung des Kaisers Heinrich VI und Erzherzog Leopold für die Freilassung des Königs berichten. Ursprünglich nahm der Erzherzog den englischen Herrscher gefangen, doch aufgrund seines geringeren Standes, musste er sich zur vordergründigen Legitimierung der Unterstützung des Kaisers vergewissern. Auch damals war solch eine Aktion ein gewagtes Abenteuer!
Zur Enttäuschung meiner Tochter war diese Folge ganz ohne Robin Hood. Nicht sehr verwunderlich, denn er wird im Klappentext ja auch nicht erwähnt. Ja, Richard hatte auch seine ganz eigenen Legenden und sein Bruder John, zu Deutsch Johann Ohneland, sowieso. Johann, das ist doch Sir John aus der Robin Hood Legende! Ja, so ist es, dann wurde es ja doch interessant, auch weil sie mehr über den Bruderzwist erfuhr und nebenbei einem spannenden Abenteuer mit jungen Helden in ihrem Alter folgen konnte. Kinder als Helden klingt oft unglaubwürdig, aber hier klingt alles so natürlich, weil Kinder oft unterschätzt und dadurch übersehen werden. Das gibt ihnen natürlich ganz andere Möglichkeiten für List und Tücke statt Waffen und Gefahr. Es sich schön zu hören, wie Kinder sich auf ihre eigenen Stärken besinnen und das Gewalt meistens nicht weiterhilft. Richard Löwenherz kommt letztendlich frei, aber der Held der Herzen ist bei uns eindeutig Barde Blondel geworden.
Dieser Teil der Richard Löwenherz Saga war mir selbst völlig unbekannt. Ich wusste immer nur, dass Richard fort war und John sein Land sehr schlecht und gierig während seiner Abwesenheit für ihn verwaltete. Neben seinem jüngeren Bruder kommt hier auch noch seine Mutter die ebenfalls berühmte Eleonore von Aquitanien vor. Über den Rest seiner Familie kann man noch einiges wirklich interessantes im Booklet lernen. Denn der sonst immer so verehrte Richard Löwenherz war groß und stark, aber er hatte nicht nur Schwächen, wie eine sehr undiplomatische Art, er kannte bisweilen selbst wenig Skrupel. Das ist wirklich packend aufbereitet, doch selbst ich kenne nicht alle verwendeten Begriffe und kann sie leider auch nicht im Glossar im Anschluss finden. Es wäre sehr schön, wenn der Text etwas simpler geschrieben wäre, oder noch besser, das Glossar um weitere nicht ganz so gebräuchliche Begriffe erweitert würde.
Sowohl das Hörbuch als auch das dazugehörige Booklet machen aber Lust auf Geschichte und wecken das Interesse. Kinder werden angeregt zu hinterfragen, was denn eigentlich der wahre Kern an den Legenden ist, die sie kennen und selbst mal zu „ermitteln“ und sei es im Internet. Für Kinder ab 9 Jahren ein gelungener Einstieg in diese ferne Zeit.
Stephan Schad hat eine sehr angenehme wohlmodulierte Stimme. Er spricht klar verständlich und ausdrucksstark. So baut er den Spannungsbogen stimmlich geschickt auf und vermittelt dennoch die Gewissheit, dass alles gut werden wird. Er klingt wie der Erzähler, der alles miterlebt hat und berichtet.
Dadurch dass regelmäßig in kürzeren Abständen Tracks gesetzt werden, können Kinder auch kurz mal anhalten und einen Track noch mal hören, sollte ihnen etwas entgangen sein, oder nach einer Pause wieder schneller an das zuletzt gehörte anknüpfen.

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Veröffentlicht am 13.01.2020

Klassischer Krimi im Stil von Agatha Christie

Beanstock - Mord auf Parsley Manor (1. Buch)
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Mord auf Parsley Manor, Beanstock 1, A.W. Benedict, gelesen von Omid-Paul Efktekhari, Berliner Hörmanufaktur
Ich mag ja alte englische Krimis, die ein wenig versnobt und altmodisch sind, auf Herrensitzen ...

Mord auf Parsley Manor, Beanstock 1, A.W. Benedict, gelesen von Omid-Paul Efktekhari, Berliner Hörmanufaktur
Ich mag ja alte englische Krimis, die ein wenig versnobt und altmodisch sind, auf Herrensitzen spielen…. Diese Reihe spielt ca. 1950 auf dem englischen Landsitz Parsley Manor, dem Heim von Lord und Lady Parsley. Lady Fedora schreibt erfolgreich Blumenbücher und möchte als nächstes ein Kräuterbuch herausbringen. Ihr Londoner Verleger hat sich zu diesem Zweck angekündigt, ebenso wie ihr Patenkind Priscilla, eine der Töchter ihrer ehemals engsten Freunde und Nachbarn, die leider bei einem tragischen Unfall verstarben. Inzwischen ist diese als Inga Hillman eine glamouröse Hollywood Diva und hat nach langen Jahren mal wieder ihren Besuch angekündigt. Das wollen die Baronets natürlich mit einem Empfang für alle aus der Nachbarschaft feiern, die Priscilla noch von früher kennen. Daher herrscht echter Trubel und Butler Beanstock, der eigentlich das Sagen auf Parsley Manor hat, ist gut beschäftigt und hat kaum noch Zeit für seine geliebten Kriminalromane. Doch schon bald ereignet sich ein Giftmord und Beanstock nimmt die Ermittlungen auf, um sicher zu gehen, dass der Ruf seiner Lord- und Ladyschaft nicht beschmutzt werden. Je mehr er nachforscht, desto mehr alte Animositäten deckt er auf.
Da ich das Hörbuch wählte, hatte ich also keinen Grund mir Gedanken über Tippfehler zu machen. Dafür war ich auf die mir völlig unbekannte neue Stimme gespannt. Dieser kaum buchstabierbare Name, klingt nicht so recht nach einem ehrwürdigen Butler. Aber Namen sind Schall und Rauch, denn er klingt ganz großartig, erhaben, sehr förmlich und einfach seriös. Auch der fiese Verleger wird in seinem heimtückischen doppelten Spiel und seiner Arroganz hervorragend vertont. Seine wohltönende tiefe Stimme wird auch diejenigen Hörer begeistern, die ansonsten wohl am liebsten Christian Brückner hören. Ein wenig Abwechslung ist auch mal ganz schön. Er spricht klar und deutlich und ist einfach eine Wohltat für die Ohren. Beanstock ist ernst, steif und auf einer Mission, festentschlossen den Ruf seiner Herrschaften zu retten, denn ihre Ladyschaft wird doch tatsächlich ernsthaft von der Polizei als Täterin in Betracht gezogen! Dabei entdeckt er Verwicklungen die weit in die Vergangenheit reichen und in denen sogar MI6, die Eliteunis und Doppelagenten vorkommen. Doch ist das wirklich der Kern des Ganzen, oder sind das eher zufällige Verwicklungen und die Motive sind viel persönlicher?
Trotz Hollywood und echt fiesen Gestalten mit neuer Identität, ist dies ein klassischer Who-dunnit. O.k. es kommen Drogen vor, aber kein Sex und keine rohe Gewalt. Ermittelt wird mit Köpfchen und nicht mit technischem Schnickschnack. Schön für alle, die beim Hören gerne mitknobeln. Der Fall ist logisch und in sich schlüssig und ich darf verraten, dass der Mörder nicht immer der Gärtner ist, auch wenn dieser hier wohl besonders gut aussehend ist und die Damenwelt seinem Akzent und seinen Glutaugen leicht erliegt.
Etwas unpraktisch ist die Länge einiger Tracks von 44 Minuten. Das ist bei Downloads nicht ganz so störend, wie bei Tonträgern, da die Dateien immerhin in der Datei vorgespult werden können, um aber eine gewisse Stelle gerade noch mal genauer anzuhören, ist diese Länge auch bei Downloads unpraktischer, als bei einem Track alle rund 5 Minuten. Dafür ziehe ich einen Stern ab.
Ein wunderbarer, mit bis dato unbekannter Sprecher, der einem klassischen Who-dunnit im britischen Stil Leben und Klasse verleiht.




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Veröffentlicht am 09.01.2020

Loslassen erfordert Mut, Humor und Gelassenheit

Ich dachte, sie ziehen nie aus
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Ich dachte, sie ziehen nie aus! Ein Überlebenstraining für alle Eltern, deren Kinder flügge werden. Heike Abidi, Lucinde Hutzenlaub, Penguin Verlag
Da ich bereits den vergnüglichen Ratgeber übers Altern ...

Ich dachte, sie ziehen nie aus! Ein Überlebenstraining für alle Eltern, deren Kinder flügge werden. Heike Abidi, Lucinde Hutzenlaub, Penguin Verlag
Da ich bereits den vergnüglichen Ratgeber übers Altern „Ich dachte älter werden dauert länger“ mit viel Freude gelesen habe, dachte ich mir, dass ich vielleicht auch gute Tipps für das Kinder aufwachsen lassen finde.
Nun widmen sich die Autorinnen dem Thema Kindern. Wer Kinder bekommt, muss damit leben, dass diese eines Tages groß werden und ausziehen. Zumindest ist das der erstrebenswerte Plan, geht dieser nicht auf, ist etwas schief gegangen. Bevor es soweit kommt, dann doch besser mal vorher schlau machen.
Beide Autorinnen sind vor allem: 1. Autorinnen 2. Frauen 3. Mütter und im Fall von Lucinde Hutzenlaub tatsächlich sogar eine vierfache. Das finde ich wichtig, denn sie schreiben über etwas, was sie selbst kennen und als erfolgreiche Autorinnen kann man also auch gewiss sein, dass es nicht langweilig wird.
Ich habe letztes Jahr schon mal ein Buch zu einem ähnlichen Thema gelesen „Pubertät“ da hatte ich das persönliche Problem: Die Autorin hat doch nur ein Kind, wie kann sie denn dann überhaupt mitreden? Ich finde ja, dass die Pubertät von einem Einzelkind und von mehreren Kindern schon was anderes ist. Vielleicht hat man mit dem Einzelkind ja Glück und es hat nur eine Pubertät für Anfänger? Dennoch gibt es in unserer Gesellschaft beides und so ist es eigentlich optimal, dass unter den Autorinnen beide Familienmodelle vertreten sind. Gemeinsam haben sie zwei Söhne und 3 Töchter und die natürlich jede Menge Freunde und Freundinnen, die bei den freiberuflichen Müttern auch ein- und ausgehen…. Anschauungsobjekte gibt es also genug. Für mich war es ja auch spannend, ob das Flüggewerden für Mütter von Einzelkindern schlimmer ist, als von Vielfach-Müttern? Anscheinend ist es eine Typfrage. Ich gehöre wohl der seltenen Gattung an, die bei Kindergarten- und Schulabschlüssen keine Taschentücher benötigen. Hurra, ein Meilenstein ist geschafft! Es ist noch alles gut gegangen! So ist ja auch eine Frage des Flügge-werden-Übens ein Auslandsaufenthalt. Seit Jahren erkläre ich „in der 8. soll meine Tochter am Kanada-Austausch teilnehmen“ 14 Tage Kanada klingt doch super, würde ich auch gerne machen. Bei einem SEB-Essen (Schulelternbeitrag, ich komme wie Heike Abidi aus RlP) erklärte mir eine Mutter, in so jungen Jahren, schon so lange und so weit weg? Ich find’s super! Man kann nicht sofort zu Mama laufen, muss lernen, sich den unmittelbaren Problemen selbst zu stellen, aber 14 Tage sind kurz genug, um nicht traumatisiert zu werden, lang genug um etwas Einblick in Sprache und Kultur zu erhalten und Kanada ist zwar weit weg, aber doch sehr sympathisch. Man könnte also meinen, ich bräuchte das Buch nicht, ich kann ja offensichtlich super loslassen. Nee, es ist immer eine Frage dessen, worum es geht. Es geht ja nicht nur um den Auszug der Kinder. Humorvoll wird thematisiert, wie man als Eltern so eine Pubertät erlebt und welche Phasen man durchlebt. Da hilft Humor und Vertrauen. Im gelassenen Umgang mit hormonverzückten Teenies bin ich bei weitem nicht so gut, wie im Loslassen, auch wenn ich mir erhoffe, dass meine Tochter sich in einen süßen Kanadier verliebt und dann Englisch lernen will 😉 Ja, meistens geht alles gut, und es haben schon ganz viele andere Kinder geschafft, aber ich bin nun mal von Berufswegen mit der dunklen Seite des Lebens betraut. Also lieber doch genauer hinschauen, mit wem die Kinder so unterwegs sind… Ich finde es ja auch sehr interessant, wovor sich andere Mütter anscheinend so ganz besonders zu fürchten scheinen… Es ist doch irgendwie beruhigend, dass es anderen aus so geht. Durch die vielen Anekdoten, die locker flockig erzählt werden, kann man sich immer wieder selbst wiederfinden oder doch den Anstoß finden, es vielleicht mal anders, gelassener zu sehen. Es können ja immerhin mehrere Wege zum Ziel führen… Das müssen beide Autorinnen auch feststellen, denn von ihren 5 Kinder entscheiden sich mind. 2 gegen den vorgezeichneten Weg: Grundschule, Abi, Studium und gehen einen anderen Weg, kurz vor dem angeblichen Zwischenziel Abitur. Manchmal werden Kinder anders glücklich, als die Eltern sich das für sie gewünscht bzw. vorgestellt haben. Das ist auch eine Form des Loslassens. Die Verabschiedung von elterlichen Träumen. Hauptsache, den Kindern geht’s gut, sie geraten nicht auf die schiefe Bahn und sie werden unabhängig, denn man wird ja nicht ewig für sie da sein! Dieser Ratgeber richtet sich daher an „normale“ besorgte Eltern von „normalen“ Kindern, die sich einfach bisweilen auch überfordert fühlen, oder Sorgen vor der Zukunft haben.
Sehr humorvoll, mit vielen persönlichen Einblicken und Erlebnissen aus dem Freundeskreis, ist es kurzweilig und mit hohem Wiedererkennungseffekt! Ja, Elternsein erfordert Mut und Gelassenheit. Jeden Morgen wieder aufs Neue!
Ich bedanke mich ganz herzlich bei den Autorinnen und dem Verlag für die kurzweilige Leserunde bei Lovelybooks.

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Veröffentlicht am 09.01.2020

Sehr spannend, fantastisch und auch etwas witzig

Der Polarbären-Entdeckerclub – Teil 1: Reise ins Eisland
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Stella ist eine Schneewaise, mit weißen Haaren, schneeweißer Haut und einer blendenden Helligkeit. Der große Entdecker, Feenforscher und Mitglied im Polarbären Entdecker Club Felix Pearl hat sie eines ...

Stella ist eine Schneewaise, mit weißen Haaren, schneeweißer Haut und einer blendenden Helligkeit. Der große Entdecker, Feenforscher und Mitglied im Polarbären Entdecker Club Felix Pearl hat sie eines Tages im ewigen Eis gefunden. Er konnte sie nicht im Frost zurücklassen, ebenso wie einen kleinen Eisbären. Er liebt Stella wie eine Tochter, die ihn ebenso zurückliebt und ihre Ritte auf ihrem Einhorn und Spiele mit dem inzwischen ausgewachsenen Eisbären liebt. Die nächste Expedition steht an und Stella ist traurig, dass sie als Mädchen nicht mitdarf. Doch dann kommt Felix Schwester an Stellas 12. Geburtstag, früher als geplant, die während seiner Abwesenheit auf sie aufpassen soll. Sie verkündet, dass sie die perfekte Lösung für das Problem Stella gefunden habe: sie habe sie im Internat angemeldet! Felix ist außer sich vor Empörung und entscheidet das bis dato Undenkbare: Stella wird ihn begleiten! Sie ist nicht die einzige Jungforscherin, auch Beanie, ihr bester Freund und Halbelf, sehr still und introvertiert, mag er keine Berührungen, hat aber heilende Kräfte, wird mitreisen. Außerdem sind mit dabei der junge Wolfsflüsterer Shay, Sohn des Expeditionsleiters und der nervige und eingebildete Ethan vom verfeindeten Meereskrakenentdeckerclub. Ethan ist Jungzauberer und seine Tricks funktionieren meistens nicht, dennoch hält er sich für etwas Besseres. Durch unglückliche Umstände, werden die vier Nachwuchsforscher von ihren Gruppen getrennt und rasen mit ihrem Schlitten über eine vereiste Brücke, die hinter ihnen zusammenbricht. Ihre Zukunft ist ungewiss, sicher ist ihnen nur das Abenteuer, doch werden sie es meistern und atemberaubende Entdeckungen machen?
Anfangs waren wir etwas erstaunt über diese fremde Welt der Entdecker mit Einhörnern, Feen und Miniaturpinguinen. Aber schnell haben wir uns in dieser schrägen Truppe gut aufgehoben gefühlt und uns mit Stella über die gefühllose Tante Agatha aufgeregt und die mangelnde Gleichberechtigung. Diese Abenteuerreise der Kinder von zwei verfeindeten Entdeckerclubs ist sehr fantastisch und dadurch umso aufregender, da man nie ahnen kann, auf was für unglaubliche Wesen man wohl als nächstes stoßen wird. Die vier jungen Helden oder vielleicht auch Anti-Helden sind sehr unterschiedlich und nicht reinmenschlich, wenn auch bei Stella zunächst unklar ist, was genau sie eigentlich ist. Ihr Aussehen ist auf jeden Fall so klar und hell, dass es einigen Angst einzujagen scheint. Beanie trägt deutlich autistische Züge, ist in seiner zurückhaltenden Art absolut liebenswert und der loyalste Freund den man sich vorstellen kann, wenn auch etwas verschroben. Ethan von dem rivalisierenden Meereskrakenentdeckerclub wirkt anfangs mit seiner herablassend-pompösen Art und seinem geringen magischen Können, einfach nur unangenehm, doch langsam bröckelt die Fassade…. Shay, der Wolfsflüsterer, der in seinem Kopf die Stimmen der Wölfe und Schlittenhunde hört, scheint in dieser Truppe am normalsten mit seiner offenen, freundlichen und doch ziemlich furchtlosen Art zu sein. Das wirkt unglaublich stabilisierend auf die kleine Gruppe, verschollen im ewigen Eis und ist wahrscheinlich für deren Überleben absolut notwendig. Die Charaktere sind gut durchdacht und ausgearbeitet. Die perfekte Vorlage für den virtuosen Simon Jäger, der sie alle mit seiner Stimme umfängt und trägt, die menschlichen und mystischen Wesen. Sehr ausdrucksstark gestaltet er die Höhen und Tiefen der Jagd nach dem ultimativen Abenteuer. Es ist ihm gelungen uns alle mit seiner Stimme zu fesseln und ausgerechnet der Großen (12) immer wieder ein vergnügliches Glucksen zu entlocken, wenn er auch inmitten der spannendsten Szenen die Absurdität des Geschehens unterschwellig ausgestaltet. So findet er eine feine Balance zwischen hoher Spannung und Humor bis zum Schluss. Der allerdings scheint nur ein glückliches Ende zu sein, denn die große Widersacherin aus Teil zwei kündigt sich heimlich still und leise an. Ein Cliffhanger der feinen, leisen Sorte, der es aber in sich hat. Ein weiteres Abenteuer gleichermaßen für Jungen, wie für Mädchen lässt nicht lange auf sich warten.
Ein Hörbuch, dass die ganze Familie ab 10 Jahren eine lange Autofahrt lang gefesselt hat, da kam keine Müdigkeit auf!

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