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Veröffentlicht am 26.12.2019

Sehr entspannend

Entspannung für Kinder. Melodien zum Einschlafen und Träumen
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Die Reihe „Die Meditiere - Entspannung für Kinder“ widmet sich einem wichtigen Thema: Kindern in dieser hektischen Zeit der Reizüberflutung Aus-Zeiten und Ruhe zu verschaffen. Schon früh sollen Kinder ...

Die Reihe „Die Meditiere - Entspannung für Kinder“ widmet sich einem wichtigen Thema: Kindern in dieser hektischen Zeit der Reizüberflutung Aus-Zeiten und Ruhe zu verschaffen. Schon früh sollen Kinder lernen, sich bei Bedarf zurückzuziehen und zu Ruhe zu finden und dadurch neue Kraft zu finden.

Diese CD ist gedacht für Kinder ab 2 Jahren und enthält 12 bekannte Spieluhrmelodien wie „Alle meine Entchen“ und „Weißt du, wie viel Sternlein stehen?“. Das ist etwas langweilig, aber das ist ja der Sinn der Sache. Langeweile, die inzwischen ziemlich gefürchtet ist, bringt Zeit für sich selbst und Ruhe.

Wir hatten schon mal eine derartige CD, die wir von Freunden aus deren Bestand bekamen. Sie hat bombig gewirkt, auch bei noch jüngeren Kindern. Der Vorteil gegenüber Spieluhren ist, dass man einen Tonträger inzwischen meistens programmieren kann, hinsichtlich der Laufzeit und der Reihenfolge. Wenn man weiß, welche Melodien beim eigenen Kind besonders gut wirken, kann man diese auf Wiederholung stellen oder die Reihenfolge umprogrammieren.

Zusätzlich zu den Melodien bietet das Booklet auch 3 Entspannungsübungen, die Kinder unter Anleitung von Erwachsenen in Kombination mit den Melodien ausprobieren können. Illustriert sind diese Anregungen im fröhlichen Schafslook, den auch auch das Cover aufweist. Diese sind sehr gut und verständlich erklärt und so einfach, dass man sie wirklich auch mit Kindern ab 2 Jahren nachmachen kann. Dadurch wird der Entspannungseffekt noch verstärkt und erste Meditationserfahrungen gesammelt. Übt man es oft genug, können Kinder es später auch selbstständig anwenden (wenn sie älter sind). Mit genügend Training können Eltern diese Übungen bei Erkennen einer akuten Reizüberflutung auch unabhängig von der CD anwenden und erst Mal die Melodie zur Einstimmung summen (die Lieder sind ja allgemein bekannt) und dann das jeweilige Ritual starten z.B. „Schlafpunkt“ oder „Power Entspannung“ „Grimassen Schneiden“.

Uns hatte die Vorgänger-CD so gut geholfen, dass auch wir sie weitergaben, an jüngere Kinder, die nicht einschlafen konnten/wollten. Auch mit dieser CD ist unsere Jüngste (10) eine Woche lang prima eingeschlafen, bis sie meinte, nun wäre es ihr aber zu langweilig, sie möge lieber Traumreisen. Kein Problem, diese gibt es auch bei den Meditieren und richtet sich an Kinder, die etwas älter als 2 Jahre sind.

Es funktioniert sehr gut und wenn Eltern völlig verzweifelt sind, weil die Kinder völlig überdreht sind, gerade nach den Feiertagen und an Sylvester, dann kann diese CD ein wahrer Segen sein. Es ist aber wichtig, dass die Eltern eine positive Grundeinstellung sowohl zu Meditation, als auch zu Spieluhrmelodien haben. Wenn die Eltern diese Möglichkeit von Anfang an ablehnen, merken dies auch schon ganz kleine Kinder und die gewünschte Ruhe stellt sich nicht so gut ein. Entspannung beginnt meist im Kopf und dieser sollte möglichst leer sein.... Diese Melodien sind sanft und freundlich und erleichtern ungemein zu Entschleunigen und das Bewusstsein auszuschalten. Wenn sich die Eltern zum Kind dazu legen und mithören, riskieren sie selbst auch einzuschlafen, so entspannend wirkt es ;)

Ein schönes Entspannungsprogramm, das auf die Bedürfnisse von kleinen Kindern zugeschnitten ist und mit dem man mitwachsen kann, indem man später die Möglichkeit hat auf die Traumreisen der Meditiere umzusteigen.

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Veröffentlicht am 19.12.2019

Activity-Book, nicht wirklich Comicroman

Tom Gates, Band 16
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Tom Gates ist eine erfolgreiche englische Comicroman-Reihe und sehr gut geeignet für Lesemuffel ab 8 Jahren. Tom kritzelt und bastelt gerne und gibt die Hoffnung nicht auf, dass seine Band die DogZombies ...

Tom Gates ist eine erfolgreiche englische Comicroman-Reihe und sehr gut geeignet für Lesemuffel ab 8 Jahren. Tom kritzelt und bastelt gerne und gibt die Hoffnung nicht auf, dass seine Band die DogZombies (jaaaa, er träumt von einem eigenen Hund, doch seine große Schwester Delia ist gegen Hundehaare allergisch!) eines Tages doch noch erfolgreich sein wird. Sein bester Freund ist Derek von nebenan, während Marcus echt nervt. Eine Woche Schulferien + ein Konferenztag stehen bei Tom an und Mr. Fullerman überrascht seine Klasse mit der Aufgabe, sie mögen doch bitte nichts tun, Spaß haben und sich erholen, deswegen bekämen sie keine Hausaufgaben auf. Tom und seine Freunde sind happy, seine Eltern nicht, denn sie haben sich diese Woche leider falsch im Kalender notiert und nun keine Betreuung für ihn organisiert. Seine große Schwester hat nicht frei und kann daher nicht auf ihn aufpassen. Derek ist unterwegs und so wird Tom in den Ferien mal hierhin und mal dahin geschoben, mit jeder Menge Zeit für Kreativität, dieauch gerne ausübt z.B. im Büro seiner Mutter, indem er den ersten Tag verbringen soll. Natürlich läuft das nicht immer alles so, wie seine Eltern sich das vorgestellt haben. Zeit für Chaos hat Tom ja immer. So ist Tom fast jeden Tag woanders und lässt sich neue lustige Dinge einfallen!

Dieses Buch ist nicht wie die übrigen Tom Gates Comicromane, die ja auch sonst nicht ganz so viel Text haben, es aber schaffen, absolute Lesemuffel dazu zu bringen freiwillig ein Buch in die Hand zu nehmen. Gut, etwas Tom-Story gibt es hier schon, sie ist auch wieder turbolent und witzig, natürlich mit allen Figuren aus dem Tom-Kosmos, es ist aber vor allem ein Kreativitäts- und Beschäftigungsbuch. Da ja aktuell auch wieder die Ferien vor der Tür stehen, ist es eigentlich perfekt für das aktuelle Regenwetter. Es gibt ganz viele Kritzeleien zum Vollenden und auch freie Seiten zum Selberkritzeln, aber auch mehrere Anleitungen für Basteleien und sogar zum Backen. Die Idee mit dem Wollmonster ist nicht neu, das machen meine Kinder auch mit Hingabe und auch ich damals schon, aber die Technik, die hier verwendet ist, besticht durch seine Einfachheit und durch den ökologischen Gebrauch von Ressourcen. Natürlich kann man mit den Wollbommeln auch anderes machen, aber bei Tom müssen es logischerweise Monster werden! Es gibt noch Anleitungen für Comicmappen, Lesezeichen, Türschilder zum Weitermalen und Ausschneiden, Bilderrahmen, Aufstellmonster, Kartentricks, Regenrasseln, Daumenkinos.... Gut, es ist nicht alles neu, aber alles ist recht einfach zu machen, wenn auch manchmal zeitaufwendiger, aber mit Erfolgsgarantie. Außerdem sind die Anleitungen gut verständlich das sie nicht nur leicht verständlich beschrieben sind, sondern jeder Arbeitsschritt bebildert ist. Sicherlich werden den Lesemuffeln bei so viel Auswahl auch noch einige eigene Ideen kommen, wie sie sich kreativ beschäftigen können.

Die Zeichnungen stammen wieder aus der Feder der Autorin selbst, die ein großer Comic- und Kritzelfan ist. Sie sind wirklich lustig, da sie es schafft, mit nur wenigen Strichen eine Menge Ausdruck in die Gesichter zu zaubern. Selbst mit Sonnenbrille schafft Delia es noch grummelig drein zu blicken. Der Look des Buches ist absolut cool.

Zur Leseförderung ist dieser Band nur bedingt geeignet, aber es enthält so viele Anleitungen, die die Kinder auch lesen müssen, dass sie dabei automatisch auch lesen und gute Vorbilder für die beliebte Klassenarbeitsaufgabe: Beschreibungen haben....

Fazit: Zur Förderung der Kreativität spitze, als Leseanreiz etwas dürftig.

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Veröffentlicht am 17.12.2019

Fantastisch-rasantes Weihnachtsabenteuer

Die fantastischen Abenteuer der Christmas Company
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Freda Asmussen sitzt am 6. Dezember am Schreibtisch an ihren Hausaufgaben und würde lieber mit dem PC Rätsel oder Codes knacken, als das Telefon klingelt. Zu ihrem Erstaunen wird nach ihrem Kater Mr. Livingstone ...

Freda Asmussen sitzt am 6. Dezember am Schreibtisch an ihren Hausaufgaben und würde lieber mit dem PC Rätsel oder Codes knacken, als das Telefon klingelt. Zu ihrem Erstaunen wird nach ihrem Kater Mr. Livingstone verlangt! Dieser scheint tatsächlich zu wissen, was er zu tun hat und läuft geschmeidigen Schrittes aus dem Haus. Verwirrt schlüpft Freda in ihre Sneaker, keine Zeit eine Jacke überzuziehen und rennt ihm hinterher. Durch verwinkelte Gassen gelangen sie in eine alte Schusterei, in deren Keller es durch eine geheime Tür, an den Nordpol geht! Der Kater folgt dem Wegweiser zur Christmas Company. Erstaunt stellt Freda fest, dass die Weihnachtswerkstatt inzwischen hochmodern und durchstrukturiert ist. In Werkstätten und Hallen wird hektisch gearbeitet, aber sie werden zu einer Notfallsitzung mit internationalen Weihnachtsmann-Delegierten gerufen. Freda kann nur Staunen! Hacker sind in den Computer der Christmas Company eingedrungen und drohen mit dem Ende der Wunscherfüllung, wenn nicht rechtzeitig ihr Rätsel gelöst wird. Freda soll diese Aufgabe übernehmen, aber sie hat keinen blassen Schimmer wie sie sie erfüllen soll! Könnte doch jemand wahrsagen! Dieser Geistesblitz bringt den Chef auf die Idee, sie mit einer Schlittenhundexpedition nach Iskalott ins ewige Eis zum unheimlichen Myrkur Farandi und seinem weissagenden Raben Krumma zu schicken. Freda ist entsetzt, sie ist doch nur ein Kind und nun soll sie einen Hundeschlitten lenken, nur begleitet von ihrem Kater (der eine hochangesehene Persönlichkeit in der Christmas Company ist und sprechen kann), Kobold Jonker und dem knurrigen düsteren Engelchen Serafin. Für Freda beginnt ein ganz gefährliches, unplanbares Abenteuer!

Auch wenn viele nordische Sagen- und Weihnachtsgestalten dieses Rennen durchs ewige Eis mitgestalten, finde ich es spannend, geheimnisvoll, aber ohne die typische nordische schwere Düsternis. Es ist kein bedrückendes oder beklemmendes Buch. Freda ist ein glückliches Kind, das mit seinem Leben völlig zufrieden war, bis sie durch einen dummen Zufall Teil in den Kampf der Christmas Company gegen eine gemeine Verschwörung zur Abschaffung von Weihnachten hineingezogen wird. Unglücklich wird sie dann nicht, klar, sie hat bei all der Aufregung um sie herum auch gar keine Zeit dazu, aber sie ist als Teil dieser Rettungsmission für Weihnachten, ganz sicher kein ganz gewöhnliches Mädchen mehr. Allerdings fühlt sie sich noch immer so und hat daher stets Zweifel, ob sie die geeignete Teilnehmerin für dieses gefährliche und wichtige Unterfangen ist. Diese Geschichte ist vor allem aufregend und fantasievoll und gelegentlich auch witzig. Der Humor steht allerdings nicht an erster Stelle, sondern die Spannung und die Überraschung über all die vielen unbekannten Weihnachtsfiguren. Außerdem kann man bei der Altersgruppe ab 10 Jahren auch sicher sein, dass dieses waghalsige Abenteuer ein gutes Ende nehmen wird. Das ist auch gut so, denn Freda stolpert in haarsträubende Situationen, bei denen man echt als Leser befürchtet, dass es aus diesen kein Entkommen geben wird. Aber es endet sehr gut und das Ende ist wirklich stimmig und rundet das ganze Abenteuer ab. Allerdings passiert mehr mit Freda, als dass sie sich durch die Erlebnisse wächst oder reift. Viel passiert mit ihr einfach so, aus den Umständen heraus.

Dieses Buch finde ich wirklich außergewöhnlich schön gestaltet. Nicht nur das Cover sondern auch innen. Jedes Kapitel wird mit einer schön geschwungenen großen Zahl und einer scherenschnittartigen Vignette eines der geheimnisvollen Wesen die im jeweiligen Kapitel vorkommen, eingeleitet: in seiner Schlichtheit einfach bestechend schön. Hinten gibt es ein Glossar, das Winterfiguren und Weihnachtsbräuche erklärt. Das ist wirklich hilfreich, weil auch Kindern ab 10 Jahren das nicht immer so geläufig ist. Auch die nordischen Götter werden auf einer Seite vorgestellt. Umfassend und gründlich.

Ein weihnachtliches Fantasy-Abenteuer ab 10 Jahren, das mitfiebern lässt und an alte Weihnachtswesen erinnert. Es ist spannend und aufregend und lässt sich eigentlich den ganzen Winter über gemütlich im Warmen lesen, während wohlige Schauer den Rücken runter rieseln. Besinnlich ist es nicht, dafür ist einfach immer viel zu viel los. Mit christlicher Weihnacht hat dieses Buch auch nicht viel gemein. Es kommen zwar Perchten, Krampusse und die Lucia vor, nicht jedoch das Christkind.

Meine Jüngste meint: Note 1 -, es ist schon ziemlich lang und viel zu lesen und hat keine 24 Kapitel, sondern nur 22. Text genug für 24 Kapitel wäre schon da gewesen. Nun ja, es ist ein Buch, kein Adventskalenderbuch, das hat der Verlag auch nie behauptet. Es ist sprachlich bisweilen recht anspruchsvoll und richtet sich schon an geübtere Leser, die auch mit längeren Sätzen und bisweilen unbekannten Worten gut umgehen können. Dafür kann man sicher sein, dass man keinen sprachlichen Einheitsbrei vorgeetzt bekommt. Der Großen (12) fand es o.k., aber eigentlich hat sie aufmerksam zugehört.

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Veröffentlicht am 16.12.2019

Spannender Fall, sympathische Ermittler

Dunkle Botschaft
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Julia Schwarz, die frisch ernannte Leiterin der Rechtsmedizin wird in die Wohnung der jungen Fabienne gerufen, die in der Badewanne einen Stromschlag erlitt. War es ein Unfall, dass das Handy in die Wanne ...

Julia Schwarz, die frisch ernannte Leiterin der Rechtsmedizin wird in die Wohnung der jungen Fabienne gerufen, die in der Badewanne einen Stromschlag erlitt. War es ein Unfall, dass das Handy in die Wanne fiel oder doch eher ein Suizid, überlegen die Ermittler. Doch Julia bekommt beim Anblick des Tatorts Zweifel, da stimmt was nicht. Ihr Instinkt trügt sie nicht. Bei genauerer Untersuchung entdeckt sie auf der Kopfhaut ein verstecktes Tatoo mit einem Twitterlink. Dieser offenbart ein grausames Rätsel das einen weiteren Mord angekündigt, wenn die Ermittler dieses Rätsel nicht rechtzeitig lösen und das Opfer retten. Der Druck ist enorm, denn wer könnte ein Interesse daran haben, eine unauffällige Mitarbeiterin in einem Bestattungsunternehmen töten zu wollen. Doch im Umfeld der toten Fabienne war nicht alles rosig. Während Julia versucht das Rätsel zu knacken, beobachtet sie ihren Vater in einer für sie unerklärlichen Situation. Das belastet sie so sehr, dass sie noch nicht einmal mit ihrem Freund Florian, dem Chefermittler darüber reden kann. Dafür bringt dieser Vorfall sie auf eine Idee, die sie an den nächsten Tatort bringt, genau zum Todeszeitpunkt des zweiten Opfers. Der Täter stößt sie weg, aber sie kann ihn nicht erkennen. Die Opfer scheint nichts zu verbinden, bis auf das neue, unheimliche Rätsel, das den nächsten Mord ankündigt.

Dies ist der vierte Fall der Gerichtsmedizinerin Julia Schwarz und Kriminalkommissar Florian Kessler. Die beiden sind frisch liiert, nachdem Julia wohl in der Vergangenheit einige schwere Tragödien hinter sich hatte, die sie eben auch dazu bewogen haben Pathologin zu werden. Das ergibt sich nebenbei, so dass man auch gut ohne Vorkenntnis der Reihe mit dem 4. Fall des Teams einsteigen kann. Julia Schwarz fand ich gleich sehr sympathisch, ich mag es auch sehr, wie diese Reihe das Privatleben der Ermittler und Pathologen miteinbezieht. Genug, dass man zu ihnen eine emotionale Bindung aufbaut, aber nicht so viel, dass es die Spannung lähmt. Die Spannung ist durchgängig auf hohem Niveau und voller Rätsel. Es werden verschiedene Verdächtige präsentiert, wobei für mich eigentlich relativ bald ein Täter klar war, weil dieser Erzählstrang andernfalls sonst ohne Relevanz wäre. Die Spannung lag für mich daher vor allem in der Frage: warum handelt er so? Was verbindet die Opfer mit dem Täter? Wie gelingt es dem Team, den Täter zu überführen? Natürlich wird hier auch das scheinbar ungeschriebene Thrillergesetz erfüllt und die Ermittler geraten beim großen Showdown in Lebensgefahr. Das finde ich auch gut inszeniert, allerdings habe ich schon Zweifel, dass die Leiterin der Pathologie so viel aktiv ermittelt und ihren Bürokram Bürokram sein lässt, aber vor allem auch, dass sie zwar stets ein Handy dabei hat, Florian auf diesem ständig unerreichbar ist und sie dann nicht wenigstens Nachrichten schickt oder hinterlässt, wenn sie schon nicht auf Verstärkung wartet. Mit einem unbeantworteten Telefonat, würde ich mich nicht zufrieden geben, schon gar nicht, bevor ich mich bewusst in Gefahr begebe.

Svenja Pages mag ich als Sprecherin sehr gerne, sie klingt sympathisch, wohl moduliert und immer gut verständlich. Ihrer warmen Stimme höre ich gerne zu, solange sie die weiblichen Parts spricht. Bei den Männern wird es bisweilen etwas zu aufgesetzt, verstellt. Nicht bei Florian, den finde ich noch ganz angenehm, aber ihre Ausgestaltung seines Partners Martin gefällt mir nicht, da sie für mich zu unnatürlich klingt. Zum Glück ist er aber keine der Hauptpersonen. Julia, Florian und auch Julias neue finnische Assistentin gelingen ihr tadellos, wobei mir letztere fast noch am besten gefällt, weil ich ihren finnischen Einschlag so charmant finde.

Die Aufmachung des Tonträgers ist recht spartanisch, aber dafür ist er im Verhältnis zur Laufzeit auch sehr günstig. Das finde ich bei Thrillern, die man eher durchsuchtet, als sie mehrmals zu hören, einen entscheidenden Vorteil.

Ein guter packender Thriller, mit sympathischem Team, den ich empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 16.12.2019

Geschichte als großes Ganzes

Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser
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Dieser Band beginnt mit einem von der Enkelin des Autors geschriebenen Vorwort, das erzählt, wie es kam, dass ihr Großvater diesen Klassiker schrieb. Eigentlich sollte er nämlich ein englisches Geschichtsbuch ...

Dieser Band beginnt mit einem von der Enkelin des Autors geschriebenen Vorwort, das erzählt, wie es kam, dass ihr Großvater diesen Klassiker schrieb. Eigentlich sollte er nämlich ein englisches Geschichtsbuch für Kinder aus dem Englischen ins Deutsche übersetzen, da es derartiges auf Deutsch noch nicht gab. Doch er fand, das von ihm zu übersetzende Werk so schlecht, dass er dem Verleger vorschlug, ein eigenes besseres Werk auf Deutsch zu schreiben. Der Erfolg hält über Jahrzehnte an und lediglich der zweite Teil, musste viele Jahre nach dem zweiten Weltkrieg, um weitere Kapitel bis zur europäischen Union ergänzt werden. Im Jahre 2001 verstarb er.

Ernst H. Gombrich ist studierter Kunsthistoriker und so fließt in seine Darstellung der Geschichte auch immer etwas Kunstgeschichte mit ein, z.B. wenn er über die Höhlenmalerei der Steinzeitmenschen, die Wandmalereien in den ägyptischen Pyramiden, die Jagdszenen auf griechischen Vasen oder die Schönheit in der Schlichtheit der Akropolis preist. Aber es ist keine kunstgeschichtliche Abhandlung, man könnte es auch einfach ganzheitlich nennen, denn auf die prägenden Kulturformen der jeweiligen Zeit wird eingegangen, auch auf Sport, Theater, Musik und Religion. Dabei wird eben auch geschildert, dass es teilweise die Religion eines kleinen Volkes ist, die ihm geschichtliche Bedeutung verleiht. Dabei kommen eigentlich auch alle großen Volksreligionen und Kulturen zu Wort. Besonders beeindruckend fand ich die Erklärung des Orakels von Delphi. Mir war bisher nicht bekannt, dass das Orakel durch Erdgase völlig benebelt war und daher eher unklar gelallt, als gesprochen hat... So wird wie in diesem Beispiel auch oft die Herkunft gewisser Redensarten erklärt, was die Kinder wirklich interessant finden und die Eltern bisweilen auch nicht wussten. Meine größte Sorge bereiteten mir die religiösen Schilderungen, wobei ich ausgerechnet Buddha und Lao-Tse gemeinsam mit meinem Pubertier hörte. Beim Zuhören wurde mir heiß und kalt, als ich begriff, dass sie ja die Meditation von Buddha und Lao-Tse, das Streben nach dem Nichts, dem Nirwana oder auch den Zustand eines Käfers zu erreichen, einfach mit Chillen übersetzen könnte. Zum Glück ist das nicht passiert, ich bekam nie die Ausrede fürs Nichtstun zu hören, dass sie nach Höherem strebe ;) Die Jüngere freute sich, ihr aktuelles Reli-Referatsthema wieder zu entdecken: Der Auszug der Juden aus Ägypten. Im Gegensatz zum Text in ihrem Relibuch, war dieses Kapitel für sie aber gut verständlich. Aber auch wenn er den Buddhismus und Lao-Tse erläutert und die Bedeutung des Judentums, der ägyptischen und griechischen Götter, so wird doch offenbar, daß er eindeutig Christ ist und von der christlichen Kirche in seinem Selbstverständnis geprägt. Da ich selbst dazu gehöre und diese Werte an meine Kinder weitergebe stört es mich nicht, könnte bei einigen aber nicht gut ankommen. Ich habe erfreut festgestellt, dass meine Schulbildung doch gründlich war. Ich habe alles schon mal im Unterricht gehabt, aber immer nur ausschnittsweise und nie als ineinandergreifende Zusammenhänge. Daher wird auch auf die Philosophen eingegangen, wie auch Diogenes, der ja doch auch verblüffende Ähnlichkeiten mit Buddha und Lao-Tse aufweist und auch mit dem modernen Trend des Minimalismus. In seiner Dinge werden aber wohl noch nicht einmal 100 Dinge Platz gefunden haben, aber er war schon für Alexander den Großen beeindruckend. Für mich beeindruckend, war die Fähigkeit dieser großen Herrscher riesige Reiche über Jahre zu beherrschen, ganz ohne die Mittel der modernen Kommunikation. Das macht mich schon neugierig, wie sie das denn eigentlich angestellt haben, in Zeiten, in denen Briefe monatelang unterwegs waren. Ach ja, die Leistung der einzelnen Völker Schriftsprachen zu entwickeln wird übrigens auch jeweils unter die Lupe genommen.

Sehr erstaunlich finde ich, dass dieses Hörbuch, obwohl seine Vorlage bereits so alt ist (1935) noch immer von Kindern gut verstanden wird, auch wenn der Wortschatz stetig im Wandel begriffen ist. Da die Buchvorlage aus dem Jahre 1935 stammt, ist sie nicht mehr immer unbedingt politisch korrekt, für heutige Verhältnisse. Erstaunlicherweise, hat meinen Mann das überhaupt nicht gestört. Wer aber vermeiden möchte, dass die Kinder Begriffe wie „Neger“ hören, der sollte hier nicht zugreifen. Es ist ein historisches Dokument.

Mein Mann war von Christoph Waltz als Sprecher ganz angetan. Er spricht wohl moduliert und nie monoton. Da macht es Freude zuzuhören. Seinen kleinen österreichischen Einschlag finde ich charmant. So, wie in vielen seiner frühen Filme, klingt er hier nicht wie ein Bösewicht, sondern einfach freundlich, wie ein netter Onkel, der einem Kind etwas erklärt. Oft hat man auf Deutsch nicht die Gelegenheit einem Oscar-Preisträger zu lauschen.

Es ersetzt kein Geschichtsbuch und kein Lernen für die Schule. Aber dieses Hörbuch kann etwas ganz Wichtiges: Kindern Geschichte als ganzheitliches Subjekt nahe zu bringen, zu verdeutlichen, dass es mehr um Zusammenhänge und das große Ganze, als um einzelne Jahreszahlen geht. Klar, es werden auch Jahreszahlen genannt, aber vom einmaligen Hören, prägt man es sich ja nicht ein. Daher werden oft auch zeitliche Parallelen und andere zeitliche Zuordnungen geschaffen. Es weckt vor allem Interesse und das finde ich wertvoll. Ab 10 Jahren wirklich zu empfehlen.

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