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Veröffentlicht am 30.10.2019

Die Jagd geht weiter!

Code Genesis - Sie werden dich jagen
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Nach ihrer spektakulären Flucht von Wreck Island wo sie bei einem Tauchgang in einer alten Kiste ein geheimnisvolles Artefakt in Form eines Horns gefunden haben, geht es nun für die 14 – jährige Terry ...

Nach ihrer spektakulären Flucht von Wreck Island wo sie bei einem Tauchgang in einer alten Kiste ein geheimnisvolles Artefakt in Form eines Horns gefunden haben, geht es nun für die 14 – jährige Terry West und die übrigen Crewmitglieder des einzigartigen Forschungs-U-Bootes Kopernikus nach Venedig. Dort erhoffen sich ihr Onkel der Forscher Simon West und Zwillingsbruder von Terrys verstorbener Mutter Amanda, Hinweise von einem italienischen Gelehrten. Mit einem U-Boot in der Laguenstadt aufzutauchen ist nicht ganz unauffällig. Daher bleiben Simon und sein nerdiger Sohn Ethan (17) an Bord, um die Kopernikus jederzeit in Sicherheit bringen zu können. Ethan soll mit seiner Spezialdrohne die Umgebung nach Auffälligkeiten absuchen. Terry sucht hingegen mit Johann, dem Bodyguard und Mädchen für alles an Bord und Pierre, dem Taucher, dessen Inselparadies wegen ihrer Nachforschungen in Flammen aufging, das Forschungslabor auf, mit dem ihre Mutter zuletzt in Kontakt stand. Simon hat zu äußerster Vorsicht aufgerufen, da Biosyde, der mächtige Pharmakonzern, der hinter den Ergebnissen von Amanda West her ist, keine Kosten und Mühen scheut, sie zu finden. Solange sie nicht wissen, wie es Biosyde gelingt, sie immer wieder aufzuspüren, sind sie nicht sicher. Aus diesem Grunde werden sie auch Venedig in einer halsbrecherischen Flucht verlassen, um in Santorin dem nächsten Hinweis nachzugehen. Werden sie schneller sein, als ihre Gegner?

Zu Beginn des Hörbuchs rekapituliert Terry noch einmal kurz, wie es kommt, daß sie unterwegs nach Italien sind, was sie dort suchen und wer sie alles begleitet. Das ist sehr hilfreich, um sofort wieder mitten in der Geschichte anzukommen, oder sollte man irrtümlich mit Teil 2 beginnen. Dabei geht es sofort wieder rasant zur Sache. Wie auch im ersten Band wird die Crew des Hochleistungs-U-Boots durch die Weltmeere gejagt. Entsprechend ist das Abenteuer in die Stationen ihrer Suche nach dem rätselhaften Forschungsergebnis von Dr. Amanda West in Venedig, Santorin, Schottland und Cinque Terre gegliedert. Diesmal sind die Entfernungen nicht ganz so groß, ihren Verfolgern fällt es daher auch leichter ihnen an den Fersen zu bleiben, das Tempo lässt nicht nach. Trotz des hohen Tempos wächst einem aber die Crew mitsamt Frettchen Charly weiter ans Herz. Allerdings finde ich die Charaktere diesmal weniger ausgeprägt, als in Band 1. Wahrscheinlich ist dies Folge der Kürzungen des Hörbuchs. Terry steht ganz klar im Mittelpunkt, sowie ihre enge Bindung zu Charly, um dessen Wohl sie stets besorgt ist. Seinen möglichen Verlust bei Verfolgungen möchte sie um jeden Preis verhindern. In diesem Band kommen sie nicht nur der Gefahr sehr nahe, sie bekommen auch einige Antworten auf Fragen und Phänomene, die Terry schon länger stutzig machen. Hierdurch bekommt auch ihr Frettchen eine noch viel größere Bedeutung für sie und ein langjähriger Vertrauter enttäuscht sie schwer. Doch die Wut und die Enttäuschung weichen dem Wissen, dass einige ihrer Lieblingsmenschen alles für ihre Sicherheit geben. Eine Sicherheit, die endete, als sie das Geheimlabor ihrer Mutter zufällig in Miami öffnete. Ob sie jemals wieder außer Gefahr sein wird, wird in diesem Band nicht klar, denn er endet mit einem unglaublich fiesen Cliffhanger. Alles ist möglich und doch steht auch alles auf dem Spiel!

Wieder wird das Hörbuch von zwei Sprechern Jodie Ahlborn und Achim Buch gelesen. Dabei ist es nicht lediglich ein Kontrast zwischen weiblich und männlich, nein Achim Buch klingt auch deutlich älter, reifer, erfahrener und oftmals auch viel böser als Jodie Ahlborn. Denn ihm obliegt es meistens die Sicht der bösen Verfolger zu schildern. Übernimmt er jedoch Onkel Simon, Johann oder Pierre, wird schnell klar, daß er auch anders kann. So geht es den Zuhörern aber auch, wenn Jodie Ahlborn von Terry zur eiskalten Chefin von Biosyde Valerie de Boes wechselt. Als Terry klingt sie spontaner, emotionaler und abenteuerlicher, als ihre Gegnerin, berechnender und skrupelloser.

Einige der Antworten die Terry findet, hat man als erfahrener Hörer/Leser schon geahnt, andere nicht. Unglaublich actionreiche, spannende Unterhaltung mit vielen Wendungen, die sich bisweilen aber schon abzeichnen. Dennoch war ich jede Minute gefesselt und bin schon auf die Fortsetzung gespannt. Dem Thriller-Profi Andreas Gruber ist eine sehr spannende Jugendbuchreihe gelungen.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei derHörverlag und dem Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 30.10.2019

Ein unglaublich rasante Jagd um den Globus beginnt!

Code Genesis - Sie werden dich finden
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Terry West (14 ½ Jahre) lebt mit ihrem 3 Jahre älteren Cousin Ethan, ihrem treuen Frettchen Charly und dem Familienfaktotum Johann bei ihrem Onkel Simon auf dem Forschungs-U-Boot Kopernikus. Als das U-Boot ...

Terry West (14 ½ Jahre) lebt mit ihrem 3 Jahre älteren Cousin Ethan, ihrem treuen Frettchen Charly und dem Familienfaktotum Johann bei ihrem Onkel Simon auf dem Forschungs-U-Boot Kopernikus. Als das U-Boot in Miami anlegt, überkommt sie der dringende Wunsch, das Haus ihrer Kindheit wiederzusehen, in dem sie lebte, bis ihre Mutter vor 10 Jahren spurlos verschwand. Wie ihr Zwillingsbruder Simon war auch sie Biologin und forschte. In dem Haus scheint sich nichts verändert zu haben, aber die neuen Bewohner machen sie misstrauisch. Als sie kurz im Wohnzimmer alleine ist, entdeckt sie einen geheimen Kellereingang in ein verborgenes Forschungslabor, der durch das Amulett ihrer Mutter lautlos geöffnet wird. Sie wird überrascht, kann sich zurück auf die Kopernikus flüchten, das sich gerade zum Auslaufen bereit macht. Fortan sind Terry und der Rest der Crew gesuchte Verbrecher. Wohin sie sich nun auch wenden, um Hilfe zu finden, ihre Verfolger scheinen Ihnen stets einen Schritt voraus zu sein. Eine atemlose Verfolgung rund um den Globus mit einem unbekannten, aber umso mächtigeren Gegner entspinnt sich.

Über den Thrillerautor Andreas Gruber bin ich in den letzten Jahren immer wieder gestolpert, ohne der Versuchung nachzugeben. Als ich nun entdeckte, daß er einen ersten Jugendthriller geschrieben hat, bin ich schwach geworden, auch wenn das Hörbuch im MP3-Format ist. Aber Lesungen mit 2 Sprechern, darunter Jodie Ahlborn, da konnte ich nicht widerstehen. Die Kombination der zwei Stimmen gefällt mir sehr gut. Achim Buch ist viel beschäftigter Theaterschauspieler, der aber auch im Fernsehen auftritt und bislang alle Thriller des Autors eingelesen hat. Er übernimmt hier zumeist den Part, in den die Szenen der mächtigen Verfolger geschildert werden. Da passt seine tiefe, sonore, erwachsene Stimme als ausgereiftes und gefährliches Böse sehr gut. Lebendig und bedrohlich bringt er die Handlung weiter. Jodie Ahlborn übernimmt die überwiegenden Szenen der U-Boot-Crew, wodurch diese jünger, und wie die Heldin natürlich weiblich klingt. Sie klingt ungeplanter, wagemutig und entschlossen. Terry weiß überhaupt nicht, wie ihr gerade geschieht, was da eigentlich abgeht und über welches Geheimnis ihrer Mutter sie denn gerade gestolpert sein könnte, doch sie ist fest entschlossen, das herauszufinden und zu überleben.

Um das nackte Überleben geht es in diesem Action geladenen Jugendthriller auch schon ziemlich bald. Andreas Gruber greift hier auf die notwendigen Zutaten des Thrillergenres zurück: es wird geschossen, getötet, verfolgt und das erbarmungslos. Nichts für zartbesaitete Sensibelchen. Empfohlen wird es ab 12 Jahren, aber ab 14 Jahren hätte ich als Empfehlung gut nachvollziehen können. Wegen der fehlenden Liebesgeschichte, ist es aber wohl bereits für Jüngere empfohlen. Da die Geschichte aus Terrys Sicht erzählt wird und auch ihr Cousin Ethan nach und nach in den Fokus rückt, können jugendliche Zuhörer beiderlei Geschlechts sich sehr gut in die Geschichte hineinversetzen und es könnte daher ganz schönes Herzrasen verursachen. Als Einschlafgeschichte, hat es mich zumindest echt gut wach gehalten. Terry und Ethan sind sich eigentlich nicht sehr ähnlich und stehen sich bisher auch nicht besonders nah. Aber da sie ja bereits seit 10 Jahren wie Geschwister aufwachsen, stehen sie einander selbstverständlich bei, wenn es darauf ankommt. Terry ist abenteuerlustig, sportlich und neugierig. Ethan, die wie sie von Johann auf dem Boot unterrichtet wird, ist ein echter Nerd, der stets vor dem Computer sitzt und die Forschungsdrohne lenkt oder programmiert. Onkel Simon ist ein schlauer Kopf und Kapitän und dank seiner hervorragenden Bildung konnte er schon einige Erfindungen patentieren und verkaufen, so daß Geld bislang kein Thema war. Seine wichtigste Entwicklung, der Antrieb des U-Boots, der ist jedoch geheim. So geheim wie Johanns Herkunft. Er war für Terry einfach schon immer Teil der Familie und scheint auch alles zu können, auch wenn sie sich noch nie Gedanken machte, woher er das eigentlich kann. Das wird erst im Laufe der Geschichte offenbar und bringt zum Staunen. Der heimliche Star in dieser Mannschaft, ist jedoch Terrys treues Frettchen Charly, daß sie bereits manches Mal rettet und nicht einfach nur süß, sondern sehr clever ist. Doch das Familiengeheimnis, daß sie alle in diese prekäre Situation gebracht hat, bleibt vorerst ungeklärt und macht so auf die Fortsetzung neugierig.
Die Flucht führt die Crew rund um den Erdball an abenteuerliche Orte, von denen Jugendliche eher nur träumen können. Dabei geraten sie immer wieder in brenzlige Situationen, denen sie nur knapp entkommen. Viel Zeit Atem zu holen haben sie nicht, aber in den kurzen Ruhepausen erhellt Onkel Simon für Terry und Ethan oft die Hintergründe.

Die Aufmachung des mehrflügeligen Klappcovers mit vielen Infos zum Autor und den Sprechern, Danksagung und maritimer Windrose auf der die Trackliste abgedruckt ist, hat mir sehr gut gefallen, bis ich sah, daß das Buch eine Karte mit den eingezeichneten Seerouten dieser Flucht und einen Querschnitt durch das U-Boot Kopernikus enthielt. Beides hätte ich für die jugendliche Zielgruppe deutlich interessanter gefunden als die lange Danksagung und Infos zur Aufnahme die man auch an anderer Stelle der Verpackung hätte aufdrucken können. Das ist echt schade, dafür ziehe ich einen halben Stern ab, da Buch und Hörbuch von derselben Verlagsgruppe hergestellt werden und es kein Problem mit den Rechten an den Illustrationen gegeben haben dürfte.

Für mich ein undurchsichtiger, sehr spannender Jugendthriller vor aufregender Kulisse und großartig gelesen. Ohne Frage will ich wissen, wie es mit der Fortsetzung im Herbst weitergeht!

Trotz der Länge von über 7 h, handelt es sich um eine gekürzte Lesung, was mir allerdings nicht aufgefallen ist. Ich hatte keinerlei Verständnisschwierigkeiten.

Veröffentlicht am 27.10.2019

Entscheidung im Schneesturm

Mein Feuerpferd - Sturmfohlen
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Kurz vor Weihnachten kehrt Eva mit ihrer Mutter, der Schauspielerin Sarah, zu ihrem Vater Magnus, dessen zweiter Frau Hrönn und dem kleinen Babyhalbbruder Björn zurück. Zum Glück verstehen sich die zwei ...

Kurz vor Weihnachten kehrt Eva mit ihrer Mutter, der Schauspielerin Sarah, zu ihrem Vater Magnus, dessen zweiter Frau Hrönn und dem kleinen Babyhalbbruder Björn zurück. Zum Glück verstehen sich die zwei Frauen noch immer fantastisch und Sarah überlegt ernsthaft wieder an ihrer Karriere als Schauspielerin zu arbeiten und ihre Tochter für ein paar Monate auf Island zu lassen! Eva ist total glücklich wieder bei ihrem Isländerwallach Eldur zu sein, freut sich auf Ausritte mit der Nachbarin Salka und Gespräche mit deren Opa Oskar. Doch auf der Koppel trifft sie erst einmal einen ihr unbekannten Jungen, der ihr Pferd „verarztet“ und er ist nicht der einzige Neuzugang. Auch Hrönns Nichte Emma wird erwartet, die sich während der Schwangerschaft, um Hrönns preisgekrönten Wallach Vindur gekümmert hat. Eva freut sich schon sehr auf die etwas ältere Emma, besonders, weil diese erscheint, während Salka mit ihrer Familie Verwandtschaftsbesuche macht. Doch leider läuft es nicht, wie von Eva erträumt. Die Ältere scheint von Anfang an gegen sie zu intrigieren. Mit so viel Hinterhältigkeit hat sie wirklich nicht gerechnet. Doch dann kommt der Moment, als sie beide ganz alleine auf den Höfen sind und ein Schneesturm losbricht.
Die Schilderungen der isländischen Weihnachtstraditionen fand meine Tochter (10) total spannend, auch aber nicht nur, die unaussprechlichen Namen der 13 Trolle die, die isländischen Häuser vor Weihnachten heimsuchen. Als sie Salkas Cousin veräppelt, und sich als Troll ausgibt, findet sie es witzig, denn es ist alles geprägt von großer Harmonie und Weihnachtsstimmung. Leider sind die Sonnenstunden rar und die Zeit für Ausritte nur sehr begrenzt. Umso wichtiger ist es zusammenzurücken und sich zu verstehen. Es klappt ganz wunderbar, ein Traum scheint sich zu erfüllen, bis für sie ein Albtraum in Gestalt von Emma auszubrechen scheint. Dieser Zickenkrieg ist heftig, aber Eva bleibt erstaunlich lange geduldig, bis es ihr der Kragen platzt. Zwei zankende Mädels und ein krankes Baby ist auch für das bislang liebevolle Paar Magnus und Hrönn zu viel. Während das Wetter immer unwirtlicher wird, nähert sich die Stimmung dem Gefrierpunkt und es wird richtig spannend. Die Gemeinheiten, die Eva erleidet und ihr Unvermögen ihre Unschuld zu beweisen, sind richtig fesselnd. Doch das ist erst der Anfang von einer unglaublich packenden Episode. Witterungsbedingt, kann Eva natürlich über den Jahreswechsel nicht allzu viel Zeit mit Ausritten verbringen. Dennoch bleibt das Pferdethema immer präsent. Man spürt aus den Schilderungen sowohl den Sachverstand der Autorin im Umgang mit Pferden, als auch mit Kindern und Heranwachsenden. So wird hier die wunderbare, aber bisweilen abweisende Landschaft Islands, nicht nur mit der Pferdeliebe, sondern auch den Problemen von Trennungskindern und Patchworkfamilien verbunden. Selbst Leserinnen, die nicht selbst betroffen sind, können sich durch den einfühlsamen Erzählstil gut in die Nöte der jungen Heldinnen hineinfühlen und die Konflikte nachempfinden. Sogar der bisweilen zuhörende Sonderschullehrer war beeindruckt von den teilweise sehr heftigen Jugendkonflikten, die dann aber vorbildlich durch Einsicht gelöst wurden, ohne dass die Schilderung ins Pathetische abrutschte, sondern stets authentisch blieb.
Ein unglaublich emotionales und spannendes Pferdeabenteuer, das aber stets realistisch bleibt und auf die isländischen Elfen verzichtet. Mystik bleibt den Erzählungen vorbehalten, denen Eva über ihre isländische Zweitheimat lauscht und die nicht nur sie faszinieren.
Ich bedanke mich ganz herzlich bei cbj und dem Bloggerportal für unser geliebtes Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 25.10.2019

Kleine Kinder ganz stark!

Mein Körper gehört mir! (Jubiläumsausgabe)
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Dies ist die Geschichte von Clara, einem fröhlichen, selbstbewussten Kindergartenkind. Sie erzählt von sich, ihrem Körper den sie ganz genau im Spiel betrachtet, ihren Freunden mit denen sie tobt und sich ...

Dies ist die Geschichte von Clara, einem fröhlichen, selbstbewussten Kindergartenkind. Sie erzählt von sich, ihrem Körper den sie ganz genau im Spiel betrachtet, ihren Freunden mit denen sie tobt und sich gegenseitig kitzelt. Sie stellt fest, dass sie wächst und ihr Körper sich dadurch verändert. Was bleibt ist, daß es ihr Körper ist, über den sie zu bestimmen hat, weil sie weiß, was er mag und was nicht. Angenehme Berührungen setzen Vertrautheit und Vertrauen voraus, in der Familie und von Freunden. Von Unbekannten oder ferneren Verwandten mag sie es gar nicht! Da sagt sie ganz klar und deutlich ihre Meinung und ermutigt die Zuhörer es ihr nachzumachen und es schon mal laut und deutlich zu üben! Sollte das nicht reichen, ermutigt Clara sich Hilfe bei einer Vertrauensperson zu suchen. Zum Schutz des Körpers und der Seele ermutigt sie zur Achtsamkeit, ohne es so zu nennen, da es für die Zielgruppe der Kinder ab 5 Jahren zu abstrakt wäre.

Dieses Buch hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder vor Missbrauch zu schützen, indem es ihr Körperbewusstsein stärkt und sie ermutigt ihre Bedürfnisse klar und deutlich auszudrücken und bei Bedarf „nein!“ zu sagen. Um sich mehr mit dem eigenen Körper zu beschäftigen ist dem Buch hinten eine Körperlandkarte beigefügt, die gleich zwei Seiten hat, so daß sie auch verschiedene 2 Kinder ermutigen kann, diese nach eigenem Vorbild zu gestalten, anzumalen und zu markieren. Wer schon schreiben kann, kann sie natürlich auch beschriften, oder z.B. die Eltern oder Erzieher bitten dies zu tun. Dies ist ein Angebot um das eigene Körperbewusstsein zu steigern, daß Kinder angenehmen können, aber natürlich auch das Recht haben sollten, zu sagen „mag ich nicht, habe ich keine Lust zu!“.

Die Illustrationen sind freundlich und farbenfroh, so daß Kinder sich angesprochen und gut aufgehoben fühlen. Dagmar Geisler ist eine seit über 25 Jahren erfolgreiche Kinderbuchillustratorin, so daß ihr unverkennbarer Stil Kindern bekannt vorkommt und der Wiedererkennungseffekt ein Gefühl des Vertrautseins schafft.
Sprachlich ist es einfach und gut verständlich, schwierig ist lediglich die dahinter stehende Problematik, die Kindern hier aber einfach und kindgerechte Wege zum Selbstschutz zeigen soll.

Gut finde ich, daß keine Gruppe in den Fokus gestellt wird, keine Institutionen oder Vereine, denn es sind Menschen, reale Personen, die den Missbrauch begehen, der vertrauenswürdige Rahmen einer angesehenen Institution oder Vereins macht es den Tätern nur einfach leichter, da es sie vor dem Misstrauen Dritter schützt. Doch nicht die Täter sollen im Vordergrund stehen, sondern die Kinder. Wenn sie ihren Körper als ganz persönlichen Teil ihrer selbst betrachten und kennen lernen, dann wissen sie, was sie mögen und was nicht. Sie lernen auf ihre Bedürfnisse zu achten und sollten ihre persönlichen Grenzen überschritten werden: „Nein“ zu sagen. Sie werden aufgefordert, im Zweifel Hilfe zu suchen, bei einer Person ihres Vertrauens. Dabei ist dies absichtlich neutral gehalten, da der Missbrauch fast ausschließlich durch vertraute Personen erfolgt. Aus meiner Berufserfahrung weiß ich, daß die Täter am häufigsten in der Familie zu suchen sind, leider ist es am häufigsten der Vater und die Mutter schaut weg und schützt das Kind nicht. Das macht für mich das verwendete Beispiel mit dem gemütlichen Kuscheln mit dem Vater etwas problematisch. Sofern Kinder betroffen sind, trauen sie sich dann wirklich noch, sich einer Vertrauensperson außerhalb der Familie, z.B. einer Erzieherin oder der Sozialpädagogischen Familienhilfe anzuvertrauen? Es sind nicht immer die Väter, aber oft. Natürlich gibt es stärkendes und gesundes Papa-Kuscheln, sollte aber ein betroffenes Kind im Kindergarten dieses Buch vorgelesen bekommen, kommen ihm hoffentlich Zweifel.

Es ist wichtig „Nein“ sagen zu lernen. Doch gerade Kinder, die innerhalb ihrer eigenen Familie missbraucht werden, sind bis zum ersten Übergriff so eingeschüchtert und autoritär erzogen worden, dass sie aufgrund ihrer prägenden Erziehung sich nicht trauen gegen das Familienmitglied deutlich zu werden. Für Übergriffe gegenüber Aussenstehenden ist es jedoch sehr geeignet. Es ermutigt Kinder auch, bei Onkeln oder Tanten, die sie kaum kennen oder nicht so mögen, unangenehme Küsse oder Umarmungen abzuwehren.

Die Jubiliäumsaufgabe hat nun noch das Recht am eigenen Bild und seelische Unversehrtheit durch den Schutz vor unerwünschten Filmeindrücken aufgenommen, auf 3 Zusatzseiten. Das ist etwas kurz, aber dennoch ein wichtiges Thema. Schon von meinen Kindern weiß ich, daß die Kleine schon früh Bilder von sich und noch viel stärker Veröffentlichung dieser ablehnte, während die Große es liebte mit Bildern von Kindergartenaktivitäten in der Lokalpresse abgebildet zu werden. Kinder habe da ein ganz natürliches Gespür für ihre Bedürfnisse und diese sollten respektiert werden. Dies gilt auch bei dem, was Kinder im Fernsehen sehen. Einige Kinder können nicht schlafen, nachdem sie die Nachrichten gesehen haben, andere nicht. Kein Kind sollte Pornos sehen, auch das ist ein Verstoß gegen ihre Unversehrtheit (kommt aber leider vor). Unsere Nachbarskinder haben sich zerstritten, weil der Große dem Kleinen detailliert Horrorfilme beschrieb und nicht akzeptierte, daß der Kleine „Ich will das nicht hören“ schrie. Dieses Buch kann nicht nur Kinder stärken, es kann auch Erwachsene mehr für die Bedürfnisse von Kindern sensibilisieren.

Dieses Buch ist ein wichtiger Schritt zur Sensibilisierung von Erwachsenen und Stärkung der Selbstwahrnehmung von Kindern. Es war mag aber nicht problematische autoritäre Strukturen zu durchbrechen, die oft erst dem Missbrauch den Boden bereiten und diesen ermöglichen. Es bietet keine wirkliche Hilfe, sollte der Missbrauch durch Vertrauenspersonen erfolgen, da es nicht hierzu ermutigt, weil es natürlich auch nicht alle Eltern unter Generalverdacht stellen will und sollte.

Ein gutes Buch, daß aber leider nicht alle Probleme sexuellen Missbrauchs und sexueller Gewalt im Keim zu ersticken vermag.

Veröffentlicht am 22.10.2019

Großwildjagd ist kein Sport!

Liliane Susewind – Giraffen übersieht man nicht
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Es sind Ferien und die Familien Susewind und Sturmwagner treten nun endlich die Reise zu Jesajahs Afrikanischen Großeltern auf der Dandelion Farm in Namibia an. Es ist Ende der Regenzeit und Lilli, Jesajah ...

Es sind Ferien und die Familien Susewind und Sturmwagner treten nun endlich die Reise zu Jesajahs Afrikanischen Großeltern auf der Dandelion Farm in Namibia an. Es ist Ende der Regenzeit und Lilli, Jesajah und die Tiere sind ziemlich aufgeregt, es könnte richtig toll werden, wären da nicht ständig die Erwartungen und Ermahnungen ihrer Eltern. Lilli soll nach Willen ihrer Mutter auf gar keinen Fall mit den wilden Tieren sprechen, wer weiß wie diese reagieren mögen und ob die wilden Raubtiere Lilli nicht noch angreifen würden und Jesajah soll Namibia unbedingt so wahrnehmen, wie sein Vater es ihm vorgibt. Zudem soll er schnell noch ein paar Worte auf Afrikaans lernen, und dass er Nasenbluten von der trockenen Luft bekommt, das geht ja schon mal überhaupt nicht! Doch so springt man nicht mit Lilli und Jesajah um, die stets nach ihren eigenen Überzeugungen zum Wohle der Tiere handeln. Als sie dann doch, trotz der Warnungen von Lillis Mutter an einer Safari teilnehmen, merken die zwei schnell, dass auf der Farm etwas nicht stimmt und die Tiere ihre Hilfe brauchen.
Meine Töchter (10 und 8 Jahren) haben sich gleich auf den ersten Seiten wieder über Hund Bonsai und die werte Katzendame Frau von Schmidt kaputt gelacht. Aber natürlich ist auch dieses Abenteuer nicht nur witzig und spannend, sondern widmet sich wieder dem wichtigen Thema Tier- und Artenschutz. Hier geht es um die wirtschaftlichen Sorgen der Farmer in Namibia, sowie die wirtschaftlich bedeutsame Trophäenjagd. Gerade aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung der Jagd gefiel es mir sehr gut, daß beide Seiten ihre Argumente vorbringen dürfen. In Namibia gibt es strenge, reglementierende Gesetze, die die Trophäenjagd unter naturschutzrechtlichen Gesichtspunkten erlaubt, aber die Jagd innerhalb des erlaubten Bereichs ist vielen zu langweilig und wenn Geld keine Rolle spielt, meinen sie auch sich über Gesetze hinweg setzen zu dürfen. Das diese Regeln für alle gelten, und kein Geld der Welt es akzeptabel macht das Leittier einer Herde zu schießen, nur weil diese Trophäe besonders prachtvoll ist, wird Kindern wirklich sehr verständlich nahe gebracht. Dabei ist auch sehr schön, daß Lilli Vegetarierin ist, im Gegensatz zu Jesajah z.B. dadurch werden beide Ernährungsweisen vorgestellt, ohne eine von beiden zu verdammen. Aber keine Sorge, dieser Band ist kein Bekennerbuch zur Bekehrung zu einer vegetarischen Lebensweise. Es ist ein Kinderbuch, das auffordert seinem Gewissen zu folgen, um das Richtige zu tun. Neben der Trophäenjagd lernt Lilli auch den Stamm der Himba kennen, seltene besonders wirksame Heilpflanzen und die Gefahren einer Nacht in der Savanne. Denn ganz ehrlich, Lilli und Jesajah handeln bisweilen ganz schön blauäugig und kommen aber dank der tierischen Unterstützung stets heil aus brenzligen Situationen heraus. Auch Timo der Himbajunge, zeigt den Lesern auf, dass Kinder in fremden Ländern bisweilen völlig anders leben und lange Schulwege zu Fuß (ja, man muß nicht von Mama oder Papa bis in den Klassenraum gefahren werden!) zurücklegen um in den Genuss von Bildung zu kommen. Neben dem Respekt vor dem Leben vermittelt dieser Band auch wieder den Respekt vor Kindern. Denn jedes Mal fällt uns auf, daß Lillis Mutter und Jesajahs Vater Vertrauen in ihre Kinder vermissen lassen und ihnen stets ihre Meinung und ihre Verhaltensweisen aufdrücken wollen, dabei haben sich Lilli und Jesajah in der Vergangenheit als durchaus vertrauenswürdig erwiesen.

Sehr schön ist hier die Interpretation der Wortschöpfungen der Autorin durch Catherine Stoyan, die sie so pointiert spricht, dass man den Sprachwitz auf Anhieb versteht. Auch die in diesem Band wieder verstärkt vorkommenden sprachlichen Reibereien zwischen der Katzendame Frau von Schmidt und dem knuffeligen Bonsai sind wirklich gut herausgearbeitet. Dennoch stehlen ihnen die Erdmännchen Schnick, Schnack und Schnuck mit ihrer lustigen, comichaften Ausdrucksweise die Show und so manchen Lacher! Catherine Stoyan bleibt der Reihe treu und auch ihrer besonderen Interpretation sämtlicher Charaktere denen sie allen eine unnachahmliche Stimme verleiht. Da gibt es einfach kein Vertun! Ihre Stimmlage ich nicht unbedingt jedermanns Geschmack, da empfehle ich mit den Kindern gemeinsam hineinzuhören. Meine Kinder mögen sie mittlerweile richtig gerne.

Was die Mädels am Besten fanden? Alles! Aber irgendwie sind die Erdmännchen doch auch besonders witzig, da kann die arme Giraffe leider nicht mithalten.

Bei so viel Begeisterung wird Lilli wohl noch einige weitere Abenteuer erleben, denn wir geben wieder verdiente 4,5 von 5 Sternen.