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Veröffentlicht am 22.09.2019

Auf der Suche nach der verschwundenen Lady und auf der Flucht vor Sherlock

Der Fall der linkshändigen Lady
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Nachdem die 14 jährige Enola Holmes, die kleine Schwester von Sherlock und Mycroft eine Betrügerin entlarvt hat, hat sie inkognito deren Büroräume übernommen und residiert dort nun als Dr. Ragostin, wissenschaftlicher ...

Nachdem die 14 jährige Enola Holmes, die kleine Schwester von Sherlock und Mycroft eine Betrügerin entlarvt hat, hat sie inkognito deren Büroräume übernommen und residiert dort nun als Dr. Ragostin, wissenschaftlicher Perditor. Denn solange ihre Brüder sie suchen und in ein Internat für höhrere Töchter schicken wollen, ist dies ihre einzige Möglichkeit in Freiheit zu leben. Ihr erster potenzieller Kunde ist ausgerechnet Dr. Watson, der Dr. Ragostin beauftragen möchte Sherlocks kleine Schwester zu finden. Dabei verrät er Enola unabsichtlich, daß der große Sherlock die Übernahme des Falles der verschwundenen 14-jährigen Lady Cecily abgelehnt hat. Solche Fälle seinem ihm zu langweilig, nicht jedoch seiner Schwester, die neugierig ist, was mit ihrer Altersgenossin geschehen ist. In einer weiteren Identität sucht sie die Mutter des verschwundenen Mädchens auf. Ein Blick in deren Zimmer ist wie ein Blick in ihre geheime Seele. Genau wie sie, sehnte sie sich nach Freiheit und sollte dennoch in die Zwänge ihres Geschlechts in der damaligen Zeit gepresst werden. Ganz klar ein Fall für sie!

Wie auch schon im ersten Fall, werden immer wieder die Rolle der Frau in der Gesellschaft im Jahre 1889 in den verschiedenen Schichten thematisiert. Egal welcher Schicht man als Mädchen oder Frau angegehörte, so war man doch immer in eine Rolle gepresst. Nun wird die Gesellschaftskritik jedoch erweitert, denn nicht nur Frauen und Mädchen waren ohne Rechte, eigentlich der Großteil der Gesellschaft. Ein Grund für Karl Marx sein monumentales „Das Kapital“ zu verfassen. Wie die junge Perditorin nun erleben muss, gibt es noch viel mehr Menschen, die sich über die Klassenunterschiede und Zwänge in London aufregen, als nur sie. Doch viele greifen zu anderen Mitteln, die nicht immer friedlich sind. So gerät sie in große Gefahr. Je mehr sie diese am eigenen Leib spürt, desto mehr bangt sie um die junge Cecily, die spurlos verschwunden zu sein scheint.

Der zweite Band ist deutlich spannender als der erste und konzentriert sich auch wirklich mehr auf den Fall, als auf seine Ermittlerin. Auch kommt das Verschwinden der jungen Adeligen viel früher zur Sprache. Zwar sind die familiären Hintergründe im Auftaktband interessant gewesen, haben für meinen Geschmack aber zu viel Raum eingenommen. Diesmal sind sie wie ein roter Faden, der sich durch die Geschichte zieht, ohne diese jedoch zu erdrücken. Dabei reagieren sowohl die Perditorin, als auch der Meisterdetektiv diesmal sehr emotional, wodurch ihnen Fehler unterlaufen. Doch wer wird wird durch diese Fehler mehr Schaden nehmen, Bruder oder Schwester? Sehr untypisch die Mitglieder der Familie Holmes von der Logik abweichen zu sehen, aber durchaus reizvoll, gerade für die Zielgruppe junger Damen. Für diese finde ich sehr gut, die sozialen Misstände dieser bisweilen verklärten Zeit und die sozialen Errungenschaften, die wir seitdem erfahren durften klar und deutlich vor Augen zu führen. Sprachlich ist es für die Zeit und die Zielgruppe angemessen und gut verständlich zu lesen. Einen erläuternden Anhang zu den angerissenen politischen Ereignissen und Anschlägen hätte ich aber noch ganz schön gefunden.

Ich bin etwas hin- und hergerissen, was ich von der Auflösung des Falles halten soll. Einerseits finde ich es etwas unglaubwürdig, andereseits passt es aber gedanklich und von der Weltsicht her zur damaligen Zeit und zu den klassischen Holmesfällen. Auch die Vielzahl an Tarnidentitäten und Verkleidungen passt zu dem klassischen Detektivroman. Ganz eindeutig ist dieser Band aber kurzweiliger als der erste und auch spannender. Er hat mir wirklich gut gefallen!

Veröffentlicht am 20.09.2019

Balsam für die Seele

Henning – Ein Elch reist ins Glück
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Henning ist ein stolzer, junger, edler Elch aus den tiefsten Wäldern Schwedens. Dummerweise ist er Tierfängern ins Netz gegangen und lebt seither in einem Filmtierpark in der Nähe von Berlin. Da er von ...

Henning ist ein stolzer, junger, edler Elch aus den tiefsten Wäldern Schwedens. Dummerweise ist er Tierfängern ins Netz gegangen und lebt seither in einem Filmtierpark in der Nähe von Berlin. Da er von seiner Familie, seinen Freunden und seiner großen Liebe Finja getrennt ist, wird er immer melancholischer. So kommt es, daß er als toter oder kranker Elchdarsteller für Filmaufnahmen sehr gefragt ist. Gegen seine Traurigkeit steckt man eines Tages, seinen ehemaligen Waldgefährten Ole in sein Gehege. Der erzählt ihm den neuesten Klatsch aus der alten Heimat, unter anderem, daß „seine“ Finja, sich nun mit dem Angeber Boris verloben will. Finja lebt und wurde nicht vom Grizzly gefressen?! Bei nächster Gelegenheit macht sich Henning aus dem Staub, um die anstehende Verlobung seiner Finja zu verhindern.

Es folgt ein abenteuerlich – nachdenklich – witziger Roadtrip! Henning hat es eilig, alleine käme er niemals rechtzeitig in seinen Heimatwald, um die Katastrophe zu verhindern, aber immer wieder nimmt ihn jemand im Auto mit. Dabei bekommt der Mitfahrer Henning, stets alle Sorgen und Nöte seines jeweiligen Fahrers erzählt. Henning stellt sich artig vor, wird aber stets falsch verstanden. Daher lauscht er und ist damit der beste Therapeut. Die Fahrer fühlen sich von ihm verstanden, er ist so ein guter Zuhörer! Beim Erzählen stellen sie fest, daß sie eigentlich schon selbst die Lösung all ihrer Probleme kennen, sie müssen sich nur trauen. So wie Henning sich traut und auf die Erfüllung seines Glücks hofft. Jeder der Reisegefährten ist anders, vom Alter, Geschlecht und von den Wünschen her, doch allen kann Henning in seiner stillen Freundlichkeit helfen. Jeder traut sich sein eigenes persönliches Glück in Angriff zu nehmen. Denn auch wenn jeder den Weg zum Glück finden kann, fällt es einem nicht in den Schoß. Man muss auch mal was wagen. Es gibt keine Garantie. Manchmal ist der Weg auch holpriger und nicht immer sonnig, doch die nächste Lichtung kommt bestimmt.

Man merkt, daß Autorin Antje Szillat selbst an das Glück und an die Liebe glaubt, die mal mehr Arbeit macht und manchmal nur genossen werden muss, aber immer ein Risiko wert ist. So kommt es, daß trotz Hennings Melancholie, diese Geschichte sehr aufmunternd ist. Sie schenkt Mut und macht Spaß. So gibt es neben allen Denkanstößen auch jede Menge Spaß und Abenteuer, sowie running-gags. Denn so unterschiedlich seine Weggefährten auch sind, so haben sie doch alle etwas gemeinsam. Sie verstehen ihn nie richtig! Sehr schön finde ich, daß selbst die schrägsten Typen hier noch liebevoll dargestellt werden und auch das Alter in Person von Phine nicht nur mit Respekt, sondern Wärme präsentiert wird. Man muss diese Helden einfach lieben.

Jan Birck ist auch der Illustrator von Antje Szillats erfolgreichen Flätscher-Comic-Romanen. Diese sind als gefährliche Verbrecherjagden aber viel düsterer illustriert. Trotz aller Sorgen und ungewissenem Bangen, sind die Bilder lichtdurchflutet und warm. Dabei sind die Elchblicke bisweilen unbezahlbar! Aber auch jenseits der Blicke lassen sich viele witzige Details finden, die das gemeinsame Lesen mit Kindern zu einem großen Spaß werden lässt.

Dieses Buch passt in keine Schublade. Da es das Geheimnis des Glücks offenbart, ist es eigentlich eine Geschichte, die in jedes Alter passt, zeitlos zauberhaft, offenbart es die verschiedenen Facetten von Glück und die geschwungenen Pfade, die man bisweilen gehen muss, um die Wegrichtung tief verborgen in seinem Innersten zu finden; denn Glück ist ein ganz persönliches Gefühl. Zitat; „Und was ist mit der Liebe?“ „Liebe, oh ja, die kommt gelegentlich auch darin vor.“

Ein Buch, daß man zusammen lesen kann, aber auch wunderbar verschenken. Zum Aufmuntern, gemeinsamen Lachen, oder einfach glücklich sein. Eine Geschichte, die man gut mehrmals lesen kann und in der man immer wieder schöne neue Gedanken und Zitate entdecken kann, oder eben lustige illustrierte Details.
Dieses Buch ist Balsam für die Seele! Es macht einfach glücklich.

Veröffentlicht am 18.09.2019

Comicroman für Fans von Actionhelden und Monsterjagden

Jack, der Monsterschreck, und die Zombie-Apokalypse
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Jack (13) ist Waise und wird als Pflegekind von einer Pflegefamilie in die nächste abgeschoben. In 10 Schulen war er bisher schon, nun hat er endlich mit dem Superhirn Quint einen Freund gefunden. Doch ...

Jack (13) ist Waise und wird als Pflegekind von einer Pflegefamilie in die nächste abgeschoben. In 10 Schulen war er bisher schon, nun hat er endlich mit dem Superhirn Quint einen Freund gefunden. Doch als Zombies über die Stadt herfallen, sind seine Pflegeeltern unter den ersten, die die Stadt verlassen, ohne einen Gedanken an ihn zu verschwenden. Zu den letzten Lebenden, die er sieht, als die Zombies den Schulbus als Spielball nehmen, sind Bully Dirk, der groß und stark wie ein Baum ist und ihm erstaunlicherweise hilft und sein heimlicher Schwarm June del Toro. Die Chefredakteurin der Schülerzeitung flüchtet vor seinen Augen in die Schule. Jack schafft es sicher ins Baumhaus im Garten der Pflegefamilie und schläft erst mal aus. Als er aufwacht, ist dieser Albtraum noch nicht vorüber, also schließt er die Augen noch für ein paar Tage länger. Nun fühlt er sich bereit, die Welt, wie sie nun ist, zu erkunden, denn die Zombies scheinen sich entschlossen haben zu bleiben. Leider sind noch ein paar viel fürchterlichere Monster hinzugekommen. Drum macht sich Jack auf die Suche nach seinem einzigen Freund und startet die Mission „Rettung eines Fräuleins in Not“. Es läuft allerdings nicht ganz so, wie er sich das vorstellt….
Jack ist eigentlich ein ziemlich netter, normaler Teenie. Er mag Action und Abenteuer, drum hat er sich ja auch bei der Schülerzeitung als Fotograf engagiert. Nur hätte June immer gerne etwas weniger Action auf den Bildern… Nichts ist mehr wie es mal war, da muss man einmal komplett umdenken. Denken fällt mehr in Quints Aufgabengebiet, denn er ist der totale Nerd und Wissenschaftler. Als Jack es endlich gelingt, ihn zu sich ins Baumhaus zu locken, baut er den Familienjeep mit ein paar Extras um, die Q im MI6 vor Neid erblassen lassen würden. Ganz klar, er ist ein wahrer Freund! Einer, der gerne tüftelt, während Jack sich mit Videospielen oder Comics die Zeit vertreibt. Die Freunde lassen sich eine Menge einfallen, um sich das Leben in einer Welt ohne Erziehungsberechtigte und mit allen Freiheiten, so angenehm wie möglich zu gestalten. Da kann man über ihre Einfälle nur staunen!
In diesem Band wird die Crew um Jack erst einmal richtig zusammengestellt, denn 2 sind in diesem Kampf gegen die Zombieapokalypse nicht genug. Wie schon bei Enid Blyton bedarf es 4 Freunde und eines Hundes. Nun ja, auch wenn Jack ihn als Schoßhund bezeichnet und auf ihn Verlass ist, ganz so süß sieht Rover auf den ersten Blick nicht aus. Auch die anderen Teammitglieder sind nicht ganz durchschnittlich. Das gefällt mir sehr gut. Die Not macht nicht nur erfinderisch, sondern schweißt auch zusammen. Dabei können bisherige Feinde zu Freunden werden, wenn man sie nur lässt. Manchmal muss man auch seiner Traumfrau die Chance geben, zu zeigen, dass mehr in ihr steckt als die früheren Deko-Bond-Girls, denn June kann viel mehr, als sich retten zu lassen! Lara Croft lässt grüßen! Das ist auch eine ähnliche Zielgruppe. Jungs und Mädchen ab 10 Jahren, die actiongeladene Computerspiele lieben, Lust auf verrückte Pläne und Erfindungen haben, an Freundschaft glauben und gerne mal ein paar Monster abklatschen. Bei allem Spaß zwischen den Zeilen und den witzigen Comic-Zeichnungen, ist hier meine Kritik. Jack und Dirk ist schnell langweilig, anders als Quint der stets was zu tüfteln findet. Die zwei gehen schonmal aus Langeweile ein paar Zombies verprügeln. Ihre Kämpfe in Notwehr sind zwar bisweilen etwas brutal, aber erforderlich. Gewalt als Ausweg gegen Langeweile, finde ich aber inakzeptabel. Da war ich richtig froh, als die Jungs sich endlich eine Tischtennisplatte zum Zeitvertreib zulegen. (Davon das Privateigentum mit der Ausrottung der Menschheit quasi erlischt, reden wir erst mal gar nicht).
Gerade bei Comicromanen geht es nicht immer um eine große Botschaft zur Rettung der Welt, oder um Spiritualität. Spaß und Action finde ich als Sinn und Zweck um Kinder zum Lesen zu bewegen durchaus völlig ausreichend, in einer Welt in der ruhig öfter mal gelacht werden dürfte. Rohe Gewalt, auch gegen Monster und Zombies, ohne Verteidigungsnotwendigkeit, geht mir aber zu weit. Es ist für mich Ausdruck der Verrohung und nicht witzig. Allerdings wird dieser Aspekt auch eher nebenbei erwähnt, das ist nicht das Hauptaugenmerk der Geschichte. Das ist aber meine persönliche Meinung. Wer die Netflix-Serie liebt oder seine Kinder sie schauen lässt, der wird auch mit diesem Buch kein Problem haben. Das Buch ist übrigens Vorlage zur Serie und nicht umgekehrt. Erst kam der große Erfolg des Werkes von Max Brallier und des australischen Zeichners Doug Holgate. Hier wurde also nicht mal schnell ein Buch zur Erfolgsserie dahin geschmiert, nein, dies ist das Original, nur weil dies so viele begeisterte Leser in den USA fand, wurde Netflix darauf aufmerksam und verfilmte es. Dieser Band enthält im Prinzip den kompletten Inhalt der ersten Staffel und die Bände 2 und 3 lassen erahnen, was Netflix bisher noch nicht zeigt.
Da es ja auch um Leseförderung geht, ist das Buch bereits jetzt bei Antolin gelistet. So kann man auch mit einem Comicroman Punkte sammeln, wenn auch nicht Apokalypse-Helden-Trophäen, das schafft nur Jack.

Veröffentlicht am 17.09.2019

Schräg, witzig und voller Freundschaft!

Die besten Tantenretter der Welt
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Dies ist die Geschichte von Jonas (11) und seinem kleinen Bruder Fabi (8). Beide sind nach einem tödlichen Unfall ihrer Eltern Vollwaisen und leben seither bei ihrer ebenso schönen, wie lustigen und exzentrischen ...

Dies ist die Geschichte von Jonas (11) und seinem kleinen Bruder Fabi (8). Beide sind nach einem tödlichen Unfall ihrer Eltern Vollwaisen und leben seither bei ihrer ebenso schönen, wie lustigen und exzentrischen Tante Erdmute, der Schwester ihrer Mutter. Diese macht ihrem Namen alle Ehre und ist stets frohgemut, nimmt das Leben wie es kommt, auch wenn sie damit keine Reichtümer anhäuft. Sie betreibt einen Laden mit von ihr selbstgenähter Secondhand-Mode. Da sie aber auf den Etiketten vermerkt, wie viele bewunderde Blicke sie mit jedem einzelnen Kleid auf sich zog, sind ihre wunderschönen Modelle jedoch sehr hochpreisig und erlangen daher nicht den wohlverdienten reißenden Absatz. Dennoch sind sie glücklich, bis das Haus in dem sie leben und in welchem sich auch der Laden befindet, luxussaniert wird. Es ist klar, daß sie sich die Mieten anschließend nicht mehr werden leisten können. Geld muss her, denkt sich Tante Erdmute und überfällt spontan in ihrem abenteuerlichsten roten Kleid, nur mit Sonnenbrille und Hut maskiert eine Bank. Nun müssen sie fliehen, in ein sehr merkwürdiges Waldhotel, in welchem gleich ein weiterer Überfall geschieht! Oh nein, nun wird es eine polizeiliche Ermittlung geben!

Nein, ich billige Banküberfälle nicht, aber Jonas und Fabi auch nicht. Sie sind total verzweifelt und überlegen angestrengt, wie sie den Überfall ungeschehen machen können und dennoch in ihrer geliebten Berliner Umgebung bleiben können. Zum Glück finden sie Unterstützung in der 10 jährigen Johanna, die ähnliche Probleme und eine Menge Talente und Ideen hat. Gemeinsam gründen sie die Bande der „Tantenretter“! Durch Johanna und ihre Einfälle wird das Buch nicht nur witziger, sondern auch viel interessanter für Mädchen, wobei sie durch ihre Fußballkenntnisse besonders bei Jungs punktet und durch ihr zahmes Reh bei Mädels...

Die Kinder werden sehr liebevoll beschrieben, sie denken nicht nur an sich, sondern sorgen sich ernsthaft um Tante Erdmute und Johannas Vater den überforderten Hotelbesitzer. Dabei sind sie aber auch sehr clever und rechtschaffen. Sie finden es nicht in Ordnung, was um sie herum passiert und suchen einen legalen Weg aus dem Dilemma. Das hat uns richtig gut gefallen, dass egal, wie schwierig die Lage wurde, die Kinder stets versucht haben, das Richtige zu tun. Dabei müssen sie auch noch einen ganz schön kniffeligen Kriminalfall aufklären. Nicht den Banküberfall natürlich, da ist ihnen die Täterin ja bekannt, aber dass ist ja nicht ihre einzige Begegnung mit dem Verbrechen. Dabei wollen sie natürlich unbedingt schneller sein, als die Polizei, nicht nur, weil diese ihnen nur bedingt kompetent erscheint. Damit wird es neben dem großen Spaß, auch noch richtig spannend! Einige Charaktere sind ganz schön überspitzt gezeichnet, aber das vermittelt so ein herrliches Slapstickgefühl und erhöht nur den Spaß. Irgendwie hat man dennoch das Gefühl einigen der Personen aus dem Buch schon mal im wahren Leben begegnet zu sein, so rein zufällig!
Ach ja, obwohl die Ausgangssituation so verzwickt ist und ich von Banküberfällen ebenso wenig halte, wie Jonas, Fabi und Johanna, endet alles gut. Das hat uns sehr beruhigt. Ich habe lange gerätselt, wie man diese Geschichte zu einem guten Ende bringen kann, ohne dass ich als Juristin so meine Probleme damit habe, denn Selbstjustiz ist nicht meins. Die Lösung ist brilliant und juristisch korrekt! Der, der bestraft wird, hat es sich selbst ausgesucht und der mogelt auch ein wenig, aber so geschickt, dass es nicht auffällt und ich es ihm nicht verübeln kann. Das finde ich insofern erwähnenswert, weil dieser Straftatbestand, auf den am Ende alles hinausläuft, gerne mal übersehen wird. Ja, es gibt auch „Späße“ die zu recht strafbar sind!

Autorin Andrea Schomburg hat lange Zeit als Lehrerin gearbeitet, da kann man sicher sein, daß sie den Wortschatz der Altersgruppe einschätzen kann. Wörter, die nicht so geläufig sind, werden daher stets im Anschluss erklärt. Da sie auch seit einigen Jahren dichtet und als Kabarettistin auftritt, kommt weder die Situationskomik, noch die Reimerei zu kurz. Tante Erdmute ist da nämlich ausgesprochen kreativ und singt sich ihre Gefühle von der Seele. Worüber man singen kann, davor braucht man sich doch nicht zu fürchten! Dies ist übrigens ein Buch für Leser. Die Illustrationen sind in schwarz-weiß und nur als große Vignetten jedem neuen Kapitel vorangestellt, greifen sie den Kern des Kommenden auf, ohne zu viel zu verraten. Die Schriftgröße ist angenehm, aber nicht riesig und auch schon mit Serifen.

Ein sehr originelles, ungewöhnliches und spannendes Buch!

Veröffentlicht am 16.09.2019

Gute Nacht, den Liebsten!

Die kleine Spinne Widerlich sagt Gute Nacht (Pappbilderbuch)
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Rezension von Franziska, 10 Jahre.
Die kleine Spinne Widerlich ist müde und möchte ins Bett. Aber vorher will sie wissen, was ihre Tante macht. Tante Igitte liest ein Buch und die kleine Spinne sagt ihr ...

Rezension von Franziska, 10 Jahre.
Die kleine Spinne Widerlich ist müde und möchte ins Bett. Aber vorher will sie wissen, was ihre Tante macht. Tante Igitte liest ein Buch und die kleine Spinne sagt ihr „Gute Nacht“. Danach sucht sie ihren Onkel Langbein auf...

Ich finde es sehr geeignet für kleine Kinder, weil das Buch kurz, aber dennoch schön ist. Außerdem sind die Bilder sehr schön gezeichnet, nicht gruselig oder ekelig, wie man sich Spinnen vorstellt, sondern süß.

Schön finde ich an dem Buch, dass „Widerlich“ erst mal nachsieht, was die anderen machen und ihnen „Gute Nacht“ wünscht, bevor sie ins Bett geht.

Insgesamt finde ich es einfach super!

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