Verlagseinsichten
Die AssistentinViel Kritik, viel Gegenwind, viele Vorbehalte,…
und ich kann’s nicht wirklich nachvollziehen. Mir hat das Buch gefallen.
„Die Assistentin“ von @carowahl erzählt die Geschichte von Charlotte — einst mit ...
Viel Kritik, viel Gegenwind, viele Vorbehalte,…
und ich kann’s nicht wirklich nachvollziehen. Mir hat das Buch gefallen.
„Die Assistentin“ von @carowahl erzählt die Geschichte von Charlotte — einst mit großen Plänen als Musikerin, nun in einem Münchner Verlag gelandet. Dort arbeitet sie als Assistentin eines Verlegers mit narzisstischen Zügen, macht Überstunden, umschifft seine Stimmungsschwankungen, richtet sich und ihre Leben komplett auf ihn aus und erträgt seine nicht immer nur subtilen Demütigungen.
Ich habe diese Geschichte über das Arbeiten in einem Verlag gerne gelesen, weil sie einen ehrlichen Einblick gibt, wie schnell es im beruflichen Umfeld gehen kann, seine eigenen Werte aus dem Bedürfnis des Gesehenwerdens und dem Wunsch nach Anerkennung aus den Augen zu verlieren.
Mir hat Charlotte als Charakter gefallen: in der Grauzone zwischen Abhängigkeit und Loslösung von den Eltern, zum ersten Mal so richtig auf sich allein gestellt, verloren in einer neuen Stadt, nicht frei vom Urteil anderer und immer mit dem Traum nach einem Leben als Musikerin im Hinterkopf.
Ich fand die Story auch gut erzählt, mochte die Vorblenden, die Einmischung der Erzählerin in die laufenden Ereignisse, die Vorwegnahme einiger Informationen schon zu Beginn. Mich hat auch die wiederholende Struktur nicht genervt.
Einen Teil habe ich als Hörbuch gehört, da fand ich die Namenskürzel ein bisschen lästig beim Zuhören, aber beim Lesen haben sie mich nicht gestört.
Die überbordende Kritik an diesem Roman ist für mich wirklich nicht ganz nachvollziehbar (und war ja auch teilweise einfach nur persönlich). Ich finde, Caroline Wahl ist sich hier schon treu geblieben, man kann sie gut erkennen und ich finde, es hat sich gelohnt, „Die Assistentin“ trotz aller Unkenrufe zu lesen.
Ein Roman über Kontrolle und Unterordnung in der Verlagswelt, über schwer aushaltbare Vorgesetzte und der Suche nach beruflicher Anerkennung und Erfüllung. Und darüber, wie man trotz allem versucht, seinen eigenen Weg nicht zu verlieren.