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Veröffentlicht am 08.12.2025

Verlagseinsichten

Die Assistentin
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Viel Kritik, viel Gegenwind, viele Vorbehalte,…
und ich kann’s nicht wirklich nachvollziehen. Mir hat das Buch gefallen.
„Die Assistentin“ von @carowahl erzählt die Geschichte von Charlotte — einst mit ...

Viel Kritik, viel Gegenwind, viele Vorbehalte,…
und ich kann’s nicht wirklich nachvollziehen. Mir hat das Buch gefallen.
„Die Assistentin“ von @carowahl erzählt die Geschichte von Charlotte — einst mit großen Plänen als Musikerin, nun in einem Münchner Verlag gelandet. Dort arbeitet sie als Assistentin eines Verlegers mit narzisstischen Zügen, macht Überstunden, umschifft seine Stimmungsschwankungen, richtet sich und ihre Leben komplett auf ihn aus und erträgt seine nicht immer nur subtilen Demütigungen.
Ich habe diese Geschichte über das Arbeiten in einem Verlag gerne gelesen, weil sie einen ehrlichen Einblick gibt, wie schnell es im beruflichen Umfeld gehen kann, seine eigenen Werte aus dem Bedürfnis des Gesehenwerdens und dem Wunsch nach Anerkennung aus den Augen zu verlieren.
Mir hat Charlotte als Charakter gefallen: in der Grauzone zwischen Abhängigkeit und Loslösung von den Eltern, zum ersten Mal so richtig auf sich allein gestellt, verloren in einer neuen Stadt, nicht frei vom Urteil anderer und immer mit dem Traum nach einem Leben als Musikerin im Hinterkopf.
Ich fand die Story auch gut erzählt, mochte die Vorblenden, die Einmischung der Erzählerin in die laufenden Ereignisse, die Vorwegnahme einiger Informationen schon zu Beginn. Mich hat auch die wiederholende Struktur nicht genervt.
Einen Teil habe ich als Hörbuch gehört, da fand ich die Namenskürzel ein bisschen lästig beim Zuhören, aber beim Lesen haben sie mich nicht gestört.
Die überbordende Kritik an diesem Roman ist für mich wirklich nicht ganz nachvollziehbar (und war ja auch teilweise einfach nur persönlich). Ich finde, Caroline Wahl ist sich hier schon treu geblieben, man kann sie gut erkennen und ich finde, es hat sich gelohnt, „Die Assistentin“ trotz aller Unkenrufe zu lesen.
Ein Roman über Kontrolle und Unterordnung in der Verlagswelt, über schwer aushaltbare Vorgesetzte und der Suche nach beruflicher Anerkennung und Erfüllung. Und darüber, wie man trotz allem versucht, seinen eigenen Weg nicht zu verlieren.

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Veröffentlicht am 08.12.2025

wow!

Erde
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Wow!
Der zweite Band der Tetralogie „The Elements“ von John Boyne, „Erde“ hat mich genauso gepackt wie der erste („Wasser“).
Evan Mc Keog, talentierter Jungfußballprofi, findet sich gemeinsam mit seinem ...

Wow!
Der zweite Band der Tetralogie „The Elements“ von John Boyne, „Erde“ hat mich genauso gepackt wie der erste („Wasser“).
Evan Mc Keog, talentierter Jungfußballprofi, findet sich gemeinsam mit seinem Mitspieler und Freund Robbie vor Gericht wieder. Die Anklage: Beihilfe zu einer Sexualstraftat (Spoilerumgehung). Während des Gerichtsverfahrens setzt sich Evan mit seiner Jugend und seinen Verletzungen, die er aufgrund seiner Homosexualität erlebt hat, auseinander. Auch dieser zweite Band setzt sich mit dem Thema „Schuld“ auseinander.
John Boyne ist ja ein bisschen eine Neuentdeckung für mich (außer „Boy in the Striped Pyjamas“ hab ich noch nichts gelesen). Wieso eigentlich nicht?!?
Ich mag seinen Schreibstil unfassbar gerne. Jedes Mal, wenn ich anfange zu lesen, kann ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Der Einstieg in die Geschichte ist extrem gut gelungen und hat mich sofort in den Bann gezogen. Die Ungewissheit, worum es hier überhaupt geht, wird gerade lang genug aufrechterhalten, dass sie nicht gekünstelt wirkt.
Der sprachliche Flow, kombiniert mit einer krassen Geschichte, ehrlichen Einsichten, dem dauerhaften Gefühl, die Wahrheit nicht hundertprozentig zu kennen und dem Wechsel zwischen Sympathie und Antipathie für den Protagonisten macht dieses Buch für mich zu einem echten Lesehighlight.
Unfassbar schonungslos, unfassbar gut!
„Nothing disappears. Nothing is forgotten. Everything we say or do these days clings to us forever.”
Hat dich eine Buchreihe zuletzt auch so gefesselt wie mich The Elements? Wenn ja – welches Werk war dein Highlight

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Veröffentlicht am 22.11.2025

anders, als erwartet

Onigiri
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„Onigiri“ von Yuko Kuhn (@kuhnyoko) gibt einen kleinen Einblick in das Leben einer japanisch-deutsche Familie.

Als erstes hab ich bei der Lesung im @lithaus München festgestellt, dass ich das Wort ja ...


„Onigiri“ von Yuko Kuhn (@kuhnyoko) gibt einen kleinen Einblick in das Leben einer japanisch-deutsche Familie.

Als erstes hab ich bei der Lesung im @lithaus München festgestellt, dass ich das Wort ja schon mal komplett falsch betone. Heißt gar nicht „Onigiiiiiri“, sondern „[o̞niɡiɾi]“: alles kurz, nix gedehnt.

Aber das war nicht das einzige Neue, was ich durch die Lektüre erfahren habe.
Ich mochte die kleinen Erinnerungen an die Kindheit, den Alltag, die Aufenthalte bei den Großeltern, die familientypischen Gerichte. Durch das Glossar am Ende hab ich direkt mal meinen passiven Wortschatz erweitert.

Mir gefielen die Details, auf die Yuko Kuhn in ihren Anekdoten achtet und die feine Beobachtung von Verhaltensweisen der einzelnen Familienmitglieder. Sie reflektiert die Beziehung zu ihrer Mutter, beschreibt ehrlich ihre Gefühle und die Muster, in die sie immer wieder verfällt.

Ich war etwas überrascht, dass die Tochter-Mutter-Reise nach Japan gar nicht so im Vordergrund steht, wie ich es erwartet hätte. Dieses Buch folgt keinem klassischen Plot, sondern lebt von bewusst verzettelten Aneinanderreihung von Anekdoten und Erinnerungsfetzen. Mich hat das gar nicht gestört, auch, wenn ich mit etwas anderem gerechnet habe.

Obwohl alles ein bisschen messy und „slice of life“ ist, hat’s mir gut gefallen – vielleicht gerade deswegen.

„Im Gespräch reagiere ich so vorauseilend, dass ich mein Gegenüber frühzeitig unterbreche, ich habe ja schließlich schon alles verstanden.“

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Veröffentlicht am 22.11.2025

tsja ...

Die Hummerfrauen
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Das schöne Cover hat mich verleitet. Lange bin ich um das Buch herumgeschlichen.

Und dann…

„Die Hummerfrauen“ von Beatrix Gerstberger erzählt von drei sehr unterschiedlichen Frauen – Ann, Julie und ...


Das schöne Cover hat mich verleitet. Lange bin ich um das Buch herumgeschlichen.

Und dann…

„Die Hummerfrauen“ von Beatrix Gerstberger erzählt von drei sehr unterschiedlichen Frauen – Ann, Julie und Mina – in einem abgelegenen Hummerfischerdorf in Maine. Jede von ihnen trägt ihre ganz eigenen Verletzungen: Julie ringt mit ihrem neuen Leben nach einem schweren Unfall, Mina kehrt nach dem Tod ihres Bruders auf die Insel ihrer Kindheitsurlaube zurück und Ann, die älteste, lebt mit ihrem blauen Hummer zusammen, nachdem sie von ihrer großen Liebe verlassen wurde.

In diesem rauen Alltag am Meer konfrontieren die drei sich mit ihrer Vergangenheit und erleben Freundschaft, Liebe und Zugehörigkeit, aber auch Verlust und Trauer.

Ich hatte mich echt auf das Buch gefreut, aber- ganz ehrlich – ich fand zu viel vorhersehbar, redundant und auch sprachlich irgendwie manchmal fast altbacken.
Klar, die Story ist heart-touching, aber irgendwie hatte ich dann doch schnell genug vom Ton, den Charakteren, den Dialogen und auch das Ende hat mich nicht versöhnt. Im Gegenteil, ich fand Minas Handlungsweise so gar nicht nachvollziehbar.

Für mich ist es hier so gar nicht gelungen, einen Wohlfühl-Roman in amerikanischem Ton zu schreiben. Schade, aber so ist es eben manchmal.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

was für ein bitteres Geheimnis!

Als Großmutter im Regen tanzte
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Mein Paten“kind“ verbringt grade ihr Auslandssemester in Norwegen. Da ist es ja wohl höchste Zeit für mich, endlich mal einen Roman der norwegischen Schriftstellerin Trude Teige zu lesen! Danke an @sfisherverlage ...


Mein Paten“kind“ verbringt grade ihr Auslandssemester in Norwegen. Da ist es ja wohl höchste Zeit für mich, endlich mal einen Roman der norwegischen Schriftstellerin Trude Teige zu lesen! Danke an @sfisherverlage für das kostenlose Rezensionsexemplar!
Juni kehrt nach dem Tod Mutter Silla ins das alte Haus ihrer verstorbenen Großeltern auf einer norwegischen Insel zurück. Dort findet sie ein Foto, das ihre auch bereits verstorbene Großmutter Tekla neben einem deutschen Soldaten zeigt. Juni reist schließlich nach Ostdeutschland, um mehr über die Geschichte ihrer Familie zu erfahren und entdeckt ein bitteres Geheimnis, das vieles erklärt. Gleichzeitig bringt eine weitere Entdeckung neue Erkenntnisse zu ihren eigenen Wurzeln.
Ich war überrascht, wie detailliert und schonungslos Trude Teige die Gräueltaten während der Kriegszeit darstellt. Aber gleichzeitig fand ich es auch gut, hier keine verharmlosenden Passagen einzubauen, die den unfassbaren Schmerz falsch abbilden würden.
Trotz der harten Geschichte in einem fordernden Setting ist das Buch erstaunlicherweise sehr gefällig zu lesen. Die Sprache spielt eher eine Nebenrolle, hier steht definitiv der Plot im Vordergrund.
Spannend fand ich meine Lesebeobachtung, dass das Buch zugleich sehr rührend, sehr hart, sehr herzergreifend und manchmal für meinen Geschmack ganz kurz auch fast ein bisschen kitschig war (z.B, Juni und Georg im Regen), dann aber wieder ernst, leise und voll Schmerz.
Ein berührender Roman über die große Liebe, Verlust, Resilienz, Selbstschutz und den Willen, auch unter widrigsten Umständen weiterleben zu wollen.
„Otto ist nicht da, er ist bei mir.“

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