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Veröffentlicht am 25.02.2026

Weiterfahren oder umkehren?

Grüne Welle
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„Grüne Welle“ von Esther Schüttpelz hatte mich vom Klappentext her stark angesprochen.
Das Buch handelt von einer (zunächst) namenlosen Frau, die nach dem gemeinsamen Kinobesuch mit ihrer besten Freundin ...

„Grüne Welle“ von Esther Schüttpelz hatte mich vom Klappentext her stark angesprochen.
Das Buch handelt von einer (zunächst) namenlosen Frau, die nach dem gemeinsamen Kinobesuch mit ihrer besten Freundin auf der Heimfahrt mit dem Auto durch eine Umleitung vom Weg abkommt. Sie verpasst eine Ausfahrt nach der anderen und fährt immer weiter, entfernt sich immer weiter von ihrem Heim und ihrem Mann, der dort auf sie wartet. Und mit jeder Seite wird klarer, dass dort auch eine Gefahr auf sie wartet.

„Wie konnte mir das passieren, fragte die Frau sich jetzt, und sie fragte sich das tatsächlich zum ersten Mal. Was habe ich getan, und warum und womit habe ich das verdient? Den letzten Teil ihrer Frage nahm sie zurück, der war ihr zu blöd, denn natürlich wusste die Frau, dass es nichts brachte zu fragen, womit man irgendetwas verdient oder nicht verdient hatte. Was also habe ich getan und wieso? Die Frau merkte gleich, dass es für diesen Moment genug war, die Frage zu stellen, allein ihr Aussprechen sie in einen Zustand größten Selbstmitleids katapultierte, in dem sie unmöglich imstande sein würde, auch noch eine Antwort zu finden. Sie hatte sich noch nie als so etwas Kleines, Liebenswürdiges wahrgenommen wie ein Reh. Vielleicht war das einer der Gründe dafür, dass man sie auch nie so behandelt hatte, dass sie auf die ersten Gewaltakte mit aus jetziger Sicht gespenstischer Gleichgültigkeit reagiert hatte. Nein, dachte die Frau, ich habe immer gewusst, dass die Schläge, die Tritte, der Würgegriff – ihr wurde auf einmal ganz eng in der Brust –, dass das alles nicht richtig ist, dass ich das nicht verdient habe, weil es niemand verdient hat, aber was hat das schon zu bedeuten? Man kriegt eben nicht immer nur, was man verdient.“

Im Laufe der ziellosen Autofahrt sammelt die Protagonistin zwei junge Anhalterinnen auf und muss sich zudem fragen, ob es nicht besser wären, nie wieder zu ihrem Mann zurückzukehren … aber wird sie es schaffen, einfach immer weiterzufahren und neu anzufangen?

„Wo sollte sie denn bitte schön hin? Eine pathetische Künstlerin, die rote Töne in Rahmen malt, weil sie nicht ausdrücken kann, was sie eigentlich sagen will?
‚Du gehst nirgendwohin!‘, hörte die Frau eine vertraute Stimme in ihrem Inneren zu sich sagen.
Wie sollte sie jemals irgendjemandem alles erzählen, und wie sollte sie es ertragen, alles für sich zu behalten? Die Frau fühlte sich vollkommen ausgebrannt. Der Effekt von Durst, Hunger und Müdigkeit machte sich bemerkbar. Sie zitterte und hätte nicht sagen können, ob es sich dabei um eine psychische oder physische Reaktion handelte. Es war alles eine riesige Katastrophe. Sie hätte nie wegfahren sollen.
Es wird für das alles schon irgendeine Erklärung geben, dachte die Frau vage. Vor allem aber dachte sie an ihr Bett, warm und vertraut, und an den tiefen Schlaf, den sie schlafen würde, wenn sie erst einmal wieder zu Hause war. Zu Hause. Der Stau hatte sich aufgelöst. Die Frau drückte fest auf das Gaspedal. Was soll’s, dachte sie, und was sollte schon jemals etwas. Sie war eine Künstlerin und eine Frau. Eine sensible Seele. Da musste man eben Abstriche machen. Dinge in Kauf nehmen. Sich seinen Weg bahnen. Ihr Weg führte zurück nach Hause.“

Puh, gerade auf den ersten Seiten fand ich den Schreibstil wahnsinnig anstrengend zu lesen!
Sehr, sehr lange Sätze, „Wurmsätze“; der Satzbau anspruchsvoll bis schwer zugänglich.
Fast hätte ich das Buch gleich wieder abgebrochen, das gebe ich zu.
Dann war ich aber doch neugierig, wie die Geschichte weitergeht.

Am Ende des Buchs bleibe ich etwas zwiegespalten zurück. Das Buch ist ungewöhnlich, es war eine interessante Leseerfahrung. Dabei ist die Umsetzung des Themas mal was ganz anderes, konnte mich persönlich jedoch nur bedingt abholen. Mir fehlte es hier ein wenig an Emotionalität. Ich vergebe 3 von 5 Sternen

Herzlichen Dank an den dtv Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Ist ein besseres Leben möglich?

Ein verlassenes Haus
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In ihrem Debütroman „Ein verlassenes Haus“ von Lisa Wölfl gerät die Ich-Erzählerin Sonja ins Schleudern: Sie verliert ihren Job im Bio-Laden, ihr schmerzgeplagter Ehemann Harald muss sich als Leiharbeiter ...

In ihrem Debütroman „Ein verlassenes Haus“ von Lisa Wölfl gerät die Ich-Erzählerin Sonja ins Schleudern: Sie verliert ihren Job im Bio-Laden, ihr schmerzgeplagter Ehemann Harald muss sich als Leiharbeiter auf dem Bau abplagen. Von ihr selbst bleibt kaum etwas übrig, zu sehr stressen sie die Geldsorgen, die Kinder und der Haushalt.

„Mein Körper ist ein verlassenes Haus. Die Kinder sind ausgebrochen und haben dabei die Fenster zerschlagen. Mein Boden ist morsch. An der Wand Graffiti, im Keller Drogenbesteck. Mein Körper ist ein verlassenes Haus und ich bekomme kaum Besuch von schwindeligen Investoren. Ich gehe an meinem eigenen Schimmel kaputt.“

Da scheint es eine perfekte Gelegenheit, von zu Hause aus Geld zu verdienen, für eine Agentur über das Profil einer schönen, jungen Studentin auf einer Datingplattform mit Männern zu chatten, die davon natürlich nichts ahnen, dass alles Fake ist.
„Ich reize das Gespräch endlos aus, bis der Täter zu meinem Opfer wird. Irgendwann antwortet er nicht mehr. Das ist kein Problem. Ich habe mehrere Dutzend Männer in meiner Inbox. Ich bin Fließbandarbeiterin.“

Sonja findet wieder mehr zu sich selbst und gewinn Selbstvertrauen durch den neuen Job, doch ihre Familie zerbricht nebenbei. Vor allem ihr Mann hat große Probleme mit ihrem neuen Job: „Die wenigen Schichten im Geschäft bringen uns weniger Geld als die Chatarbeit. Harald ist es lieber, ich stehe jeden Samstag hier, sehe meine Kinder kaum, anstatt dass ich zwischendurch beim Putzen und Kochen ein paar Nachrichten schreibe. Nur das Beste.“

Sonja entfernt sich immer mehr von ihrem Mann - könnte einer der Datingplattform-User ihr Ausweg sein?

Thematisch ist das Buch eigentlich genau mein Ding, aber die Umsetzung konnte mich leider nicht komplett überzeugen. Es gab durchaus ein paar starke Momente -

„Alles kostet. Einen Körper haben, das kann ich mir kaum leisten. Haralds Körper noch weniger. Und
trotzdem habe ich noch mehr Körper hergestellt, die ich jetzt erhalten muss.
Jede Frau und viele Männer, auch die, die als Naturschönheiten gelten, alle sind gemacht. Nichts ist echt. Es ist unfair. Es ist unfair, wie die Reichen sich nicht nur Bildung, ein sicheres Heim und Karrieren kaufen können. Sie shoppen ganz einfach nach dem Gesicht, nach dem Körper, den sie haben wollen.“

- Aber oft verlor sich der Roman zu sehr in Banalitäten und Wiederholungen.
Meiner Meinung nach ein durchaus interessanter Debütroman und eine Autorin mit Potential, auch wenn mir das Buch nur bedingt gefallen hat. Vor allem das sehr offene Ende hat mir nicht zugesagt.

Vielen Dank an den Kremayr & Scheriau Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Häusliche Gewalt, drei Namen, drei Lebensentwürfe: 3,5⭐️

Die Namen
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„Die Namen“ von Florence Knapp hatte mich vom perfekt zum Inhalt passenden Cover genauso angesprochen wie vom Plot her: Welchen Einfluss hat der eigene Name auf den Lebensweg eines Menschen?

Der Roman ...

„Die Namen“ von Florence Knapp hatte mich vom perfekt zum Inhalt passenden Cover genauso angesprochen wie vom Plot her: Welchen Einfluss hat der eigene Name auf den Lebensweg eines Menschen?

Der Roman beginnt 1987, als Cora mit ihrer neunjährigen Tochter Maia auf dem Weg zum Standesamt ist, um den Namen ihres Sohnes anzumelden. Ihr Mann Gordon möchte, dass der Sohn seinen Namen bekommt; es ist in seiner Familie Tradition, dass alle Söhne den Namen seines Vaters bekommen. Doch Cora möchte das nicht; sie hat Angst, dass ihr Sohn mit dem Namen auch die Gewalttätigkeit seines Vaters erbt. Sie würde ihn gerne Julian nennen, damit ihr Sohn so hoffentlich eine eigene Persönlichkeit entwickeln kann.
Ihre Tochter Maia dagegen möchte den kleinen Bruder gerne Bear nennen.
Wie soll Cora sich entscheiden bei der Namenswahl?

Ab hier lesen wir in siebenjährigen Zeitsprüngen die drei möglichen Lebensentwicklungen von Bear, Julian und Gordon. Je nachdem, ob Cora sich dem Wunsch ihres Mannes unterordnet oder selbstbestimmt handelt, ändern sich auch die Lebensentwürfe. Wobei alle drei Leben weiterhin stark beeinflusst sind von der häuslichen Gewalt und anderen Schicksalsschlägen; kein Leben ist wirklich glücklich, finde ich.

Den Beginn des Romans fand ich sehr stark und gelungen; die Situation vor der Namenswahl:
„‘Wieso ist ihm das eigentlich so wichtig? Dad, meine ich. Das mit dem gleichen Namen.‘
Cora würde gern sagen, dass es ihm so wichtig ist, weil große Männer sich innendrin manchmal klein fühlen. Weil manche Menschen – wie Gordons Vater – durchs Leben gehen und sich derart vollendet vorkommen, dass sie der Meinung sind, ihre Kinder und Kindeskinder sollten nach ihrem Vorbild erschaffen werden. Weil sie manchmal mehr darauf bedacht sind, die früheren Generationen zufriedenzustellen, als die zukünftigen zu lieben. Cora kommt es vor wie brusttrommelndes Stammesgehabe. Doch nichts davon sagt sie zu Maia. Ihre Tochter schnappt ohnehin schon viel zu viel auf. Nach jeder Auseinandersetzung, egal wie still Cora sie über sich ergehen lässt, kommt Maia morgens an die Spüle, schlingt ihr die dünnen Ärmchen um die Taille, schmiegt die Wange an ihren Rücken und sagt: ‚Meine liebe Mummy.‘ Dann spürt Cora, wie sie mitleidet, ihre Traurigkeit teilt. Und einmal fühlt sie auch den feuchten Stoff an ihrem Rücken, da, wo Maias Gesicht aufgelegen hat.
‚Manchen Menschen ist Tradition eben wichtig‘, sagt sie stattdessen.
‚Aber es ist doch auch wichtig, seinen eigenen Namen zu haben, oder? Manchmal? Vielleicht hätte sogar Dad gerne einen eigenen gehabt.‘
Cora nimmt eine Hand vom Kinderwagen und legt Maia den Arm um die Schultern. ‚Kluges Mädchen.‘
Wieder fragt sie sich, ob sie es richtig macht. Das hier, das alles. Ob es für Gordon selbst überhaupt das Richtige ist, die Tradition weiterzuführen. Indem er bereitwillig ein Dasein im Schatten seines Vaters und Großvaters führt, hält er die Gemeinsamkeiten vielleicht erst am Leben, vergrößert die Last, die er zu tragen hat. Womöglich wäre es eine Befreiung, ihr Kind anders zu nennen. Nicht sofort, aber später.
Und Maia. Bringt sie ihrer Tochter so nicht bei, dass es wichtiger ist, den Frieden zu wahren, als das Richtige zu tun? Cora fragt sich, was Maia von ihr halten wird, wenn sie einwilligt, ihrem Bruder diesen Namen zu geben, der ihn an Generationen herrschsüchtiger Männer bindet. Und ihr dämmert, dass Maias Name, der ursprünglich als heimliches Band zwischen ihnen gedacht war, ebenfalls zur Bürde werden könnte, nun, da sie ihr seine Bedeutung verraten hat. Womöglich hat sie unabsichtlich die Botschaft vermittelt, dass Maias Leben dieselbe Richtung einschlagen wird wie ihres, obwohl sie doch hofft, dass die Kinder ihren eigenen Weg gehen werden.“

Es tat mir fast selbst körperlich weh, wie authentisch und schmerzhaft die häusliche Gewalt und die Qualen dargestellt waren, denen Cora ausgeliefert war, und welchen Einfluss das auf die Kinder, besonders Maia, hatte.

Leider konnte mich der weitere Verlauf der drei Lebensgeschichten nicht ganz abholen. Irgendwie blieb da eine Lücke, vielleicht, weil ich mir eine optimistischere Wendung erhofft hatte. Es fehlte mir ein wenig mehr Zuversicht und das Gefühl, das eigene Leben selbst in der Hand zu haben. Eine hoffnungsvollere Botschaft hätte dem Buch gutgetan.

„Die Namen“ ist ein Roman mit einem sehr interessanten Grundgedanken, dessen Umsetzung mich jedoch insgesamt nur bedingt überzeugen konnte. Ich vergebe final 3,5 von 5 Sternen.
Der Schreibstil der Autorin ist auf jeden Fall klasse und ich hoffe, bald noch mehr von ihr zu lesen.

Vielen Dank an den Eichborn Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Jeder legt sich seine Geschichte zurecht: Eine Frau zwischen Burnout und ADHS

Ich erzähle von meinen Beinen
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„Vor drei Wochen also bin ich Zeugin eines lebensverändernden Unglücks geworden. Meines lebensverändernden Unglücks.
Aber es fühlte sich anders an, als ich erwartet hatte.
Ich bin mir allerdings auch noch ...

„Vor drei Wochen also bin ich Zeugin eines lebensverändernden Unglücks geworden. Meines lebensverändernden Unglücks.
Aber es fühlte sich anders an, als ich erwartet hatte.
Ich bin mir allerdings auch noch nicht sicher, ob ich das, was passiert ist, für mich überhaupt als Unglück einordnen kann.
Aussprechen darf ich diesen Gedanken natürlich nicht.
Aussprechen darf ich das niemals. Nicht einmal vor meinem eigenen Mann. Der würde mich zu Recht fragen, ob ich wahnsinnig geworden bin.
Jetzt endgültig wahnsinnig.
Alle anderen würden nichts fragen, sondern bloß ihre Schlüsse ziehen.
Also schweige ich und sie umarmen mich, wenn sie mich sehen, und ich lasse es geschehen. Verwandte, Freunde, sogar die Nachbarn. Danach halten sie mich an den Schultern auf Armlänge von sich weg und lächeln mich an. ‚Wie geht’s dir mit alledem?‘, fragen sie dann. Und ich kann meine Schultern nicht heben, weil sie von den fremden Händen so schwer sind und darum antworte ich bloß: ‚Es ist alles ein bisschen viel.‘“

Cornelia Travnicek erzählt in ihrem Roman „Ich erzähle von meinen Beinen“ die Geschichte von Wally. Die wurstelt sich immer gerade so durch mit Mann und Tochter, Haus mit Garten und Laufenten und ihrem Job. Plus dem Chaos in ihrem Kopf. Auch im Alltag sucht sie ständig etwas, vergisst etwas, kann sich nicht konzentrieren.
Dann wird bei ihrer elfjährigen Tochter Vallie ADHS diagnostiziert ... und Wally vermutet insgeheim dasselbe bei sich. Doch das spricht sie nicht aus; sie verrät ihrem Mann auch nicht, dass sie die Medikamente ihrer Tochter selbst schluckt und dem Kind stattdessen harmlose Vitaminpillen gibt. Dass indes die Tochter ihre Tabletten in der Schule weitertickt, ahnt Wally nicht, bekommt jedoch bald die Folgen zu spüren ...
Wally verliert immer mehr die Kontrolle über ihr Leben und ihren Körper. Sie muss sich beim Gehen ständig auf ihre Beine konzentrieren, sie vergisst stundenlang zu blinzeln, und am Ende liegt sie nachts in Panik wach, denn sie könnte ja im Schlaf das Atmen vergessen. Als sie nicht mehr kann und im Krankenhaus landet, folgt eine Katastrophe nach der anderen, Feuer und Hochwasser ... die Reihenfolge ist nicht mehr ganz klar. Wie kann Wally ihr Leben in Ordnung bringen?

Die Autorin behandelt Themen wie Mutterschaft, Überforderung und Burnout sowie ADHS auf anspruchsvoll amüsante Weis. Oft möchte man lachen, aber es ist doch einfach auch viel wahres hinter dran: „Es hatte Jahre gedauert, bis ich verstand: Mutterschaft ist eine Führungsposition. Du verwaltest das Budget, du erstellst den Zeitplan und niemand hält sich daran. Du musst ständig erreichbar sein. Jeder beschwert sich bei dir und keiner kooperiert. Für jeden Fehler deines Teams bist du verantwortlich, aber du darfst niemanden feuern. Und alle anderen tun so, als hättest du den einfachsten Job.“

Wally mochte ich als Protagonistin sehr gerne; ihre ganze Art, ihre Klugheit; ihre ehrlich dargestellte Überforderung.

„Mit jedem Buch über Haushaltsorganisation kaufe ich ein Stück Hoffnung. Mit jedem Kalender ein bisschen Sicherheit. Mit jedem Aufbewahrungscontainer, Kühlschranktablett und Wandhaken Frieden für meine Seele.
[...]
Es gibt jedoch Dinge, die kann man nicht bestellen.
Zum Beispiel eine Antwort auf die Frage, was gewesen wäre, hätte ich mich selber früher besser gekannt.“

„Suchen. Ich wollte nicht mehr suchen. Nur wiederfinden.
Ich wollte etwas wiederfinden, und wenn nur eine Art von Wut – und wenn bloß eine auf mich selbst. Weg von dieser seichten Resignation.
Ich wollte wieder die sein, die ich nie gewesen bin.“

„Ich erzähle von meinen Beinen“ ist ein Roman, der einerseits sehr humorvoll und leichtgängig ist, andererseits aber auch viele Wahrheiten ausspricht und Tiefe hat.

„Warum sich selbst in eine Schublade stecken?
Damit endlich einmal aufgeräumt ist.“

Dies war mein erstes Buch von Cornelia Travnicek, aber sicher nicht mein letztes; ich mag ihre Art zu erzählen sehr!

Vielen Dank an den Picus Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Gemischte Gefühle

Du, hier
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"Du, hier" von Julia Wolf hatte mich vom Cover und Klappentext her sehr angesprochen.
Kurzgeschichten sind ja immer so eine Sache. Ich kann mich manchmal sehr dafür begeistern, manchmal ist es auch nicht ...

"Du, hier" von Julia Wolf hatte mich vom Cover und Klappentext her sehr angesprochen.
Kurzgeschichten sind ja immer so eine Sache. Ich kann mich manchmal sehr dafür begeistern, manchmal ist es auch nicht mein Fall. Es gelingt nur wenigen Autor*innen, finde ich, in einer kurzen Erzählung genügend Tiefe aufzubauen, um mich begeistern zu können. Das ist natürlich immer persönliche Geschmackssache.

Die erste Geschichte in diesem Buch mit dem Titel "Pfirsich, Tropfen, Faust" fand ich wirklich stark, auch "Passagiere" hat mir sehr gut gefallen.

Ansonsten konnten mich die anderen Stories leider nicht so abholen, wie ich es mir gewünscht hatte. Ich fand den Schreibstil, vor allem die Dialoge ohne Anführungszeichen, etwas anstrengend zu lesen.

Insgesamt fand ich das Buch nicht schlecht, aber auch nicht wirklich überzeugend. Ich gebe 3 von 5 ⭐️.

Vielen Dank an den dtv Verlag und an Netgalley für das Rezensionsexemplar.

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