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Veröffentlicht am 15.09.2025

Hungern nach Anerkennung und Liebe

Fliegende Hunde
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Nachdem ich „Der Hausmann“ von Wlada Kolosowa geliebt hatte, wollte ich gerne noch mehr von der Autorin lesen.

Ihr Roman „Fliegende Hunde“ ist bereits 2018 erschienen. Hier geht es um die beiden 16jährigen ...

Nachdem ich „Der Hausmann“ von Wlada Kolosowa geliebt hatte, wollte ich gerne noch mehr von der Autorin lesen.

Ihr Roman „Fliegende Hunde“ ist bereits 2018 erschienen. Hier geht es um die beiden 16jährigen Freundinnen Oksana und Lena, die in einem trostlosen Vorort von Sankt Petersburg leben. Schon ihr Leben lang teilen sie alles miteinander, ihre Träume und Sorgen, und heimlich auch Berührungen, nachts, heimlich; sie reden nicht darüber und niemand darf davon erfahren.
Lena flieht vor der Tristesse wohl ebenso wie vor dem heimlichen Begehren und zieht als Model nach China. Vom erhofften glamourösen Modelleben ist leider nicht viel zu spüren. Sie teilt sich ein schäbiges Apartment mit mehreren anderen Models, hat kaum Geld für Miete und Essen. Ihr Körper gehört nun ihrem Agenten, den zahllosen Fotografen und den schmierigen Kunden. Der Fotograf Steve zeigt mehr als berufliches Interesse an ihr, doch Lena ist auf Support angewiesen, um als Model Erfolg zu haben.

"Lena konnte sich diese Bilder stundenlang angucken, diese atemberaubende, seltsame Frau, die nur entfernt etwas mit ihr zu tun hatte. Sie schien entrückt, stark, begehrenswert. So sieht Steve mich also, dachte Lena. Es erfüllte sie mit Stolz und machte die Bettgeschichte für sie erträglicher.
Sex war unangenehmer als Modeln, aber im Prinzip nicht so viel anders: ein Bewegungsablauf, an denen man sich nach einiger Zeit gewöhnte."

Inzwischen ist Oksana in Sankt Petersburg sehr einsam ohne Lena, besonders die Berührungen und Nähe fehlen ihr.

"Im warmen Wasser zu sein war das, was Lenas Berührung am nächsten kam. Seit sie fort war, hatte niemand Oksana angefasst, außer ihre Mutter, die ihr ab und an flüchtig den Kopf tätschelte. Dieser Hunger nach Körperkontakt setzte Oksana mehr zu als das halbherzige Fasten. Lenas Abwesenheit kam ihr vor wie ein Hungern der Haut, der Hände, der Nase. Manchmal, wenn sie nach Sankt Petersburg fuhr und der Bus eine scharfe Kurve nahm, lehnte sie sich mit Absicht zu stark gegen benachbarte Fahrgäste, nur um einen anderen Körper an ihrem zu spüren."

Oksana möchte unbedingt abnehmen, nachdem ihr Körper permanent als zu dick kommentiert wurde. Sie landet bei einer Online-Community für Magersüchtige. Immer tiefer rutscht sie ab, wird quasi Expertin für die sogenannte „Leningrad-Diät“, testet Rezepte, die damals während der Belagerung von Leningrad die einzige Ernährung der Menschen war. Im Forum sind ihre Rezepte für Erdkaffee und Ledergürtelsuppe beliebt.

"Auch wenn sie nicht die Willenskraft aufbrachte, sich zu Tode zu hungern wie die anderen, waren sie sich in einem gleich: Sie alle spürten, dass sie kaum Einfluss auf die Welt hatten und keine Kontrolle über ihr Leben, nur über ihren Körper. Alle hatten Probleme, manche mehr manche weniger. [...] Die Diät wirkte wie ein Betäubungsmittel. Wenn man sich auf das fokussierte, was man aß oder nicht aß, blendete man vieles andere aus. Und wie jedes Betäubungsmittel machte es süchtig."

Dass Mammut, ein Junge aus der Nachbarschaft, sich um Oksana bemüht und eigentlich viel netter ist als sie dachte, realisiert sie gar nicht wirklich.

Als Lena während der Weihnachtsferien nach Hause kommt, braut sich emotional etwas zusammen.

„Fliegende Hunde“ kommt leider nicht an den großartigen Roman „Der Hausmann“ heran. Dennoch ist das Talent der Autorin auch hier schon erkennbar. Besonders der historische Kontext war sehr gut in das heutige Geschehen eingebaut. Auch die Sehnsüchte der Mädchen, das Hadern mit den vermeintlich verbotenen Gefühlen füreinander, all das konnte ich sehr gut nachempfinden.

Mir hat der Roman insgesamt gut gefallen, nur mit dem Ende bin ich nicht komplett zufrieden

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Veröffentlicht am 12.09.2025

Drei Atemzüge für mehr Ruhe im Alltag

Achtsam in drei Atemzügen
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Ich hatte „Achtsamkeit in drei Atemzügen“ von Doris Iding von einer lieben Freundin geschenkt bekommen, die mir mehr Ruhe und Gelassenheit im Alltag wünschte.

Dieses liebevoll gestaltetet Buch kann hier ...

Ich hatte „Achtsamkeit in drei Atemzügen“ von Doris Iding von einer lieben Freundin geschenkt bekommen, die mir mehr Ruhe und Gelassenheit im Alltag wünschte.

Dieses liebevoll gestaltetet Buch kann hier eine wirklich gute Hilfe sein.
Es ist sowohl für Anfänger*innen als auch für Fortgeschrittene geeignet.
Die Achtsamkeitslehrerin Doris Iding hat hier ein Programm „für Ruhelose“ entwickelt, um mehr Gelassenheit und Körperbewusstsein zu erlangen.
Der Ausgangspunkt hierfür ist eine kurze Achtsamkeitsübung, für die man nur „drei Atemzüge“ braucht, um im Moment anzukommen und mehr Ruhe und Gelassenheit zu finden.

Sehr empfehlenswertes Buch, das ich immer wieder gerne zur Hand nehme zur Auffrischung.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Normale Mütter? Leider nicht witzig …

Single Mom Supper Club
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Jacinta Nandis „Die schlechteste Hausfrau der Welt“ und andere ihrer Texte fand ich richtig gut, also war ich ziemlich gespannt auf ihren Roman „Single Mom Supper Club“.

Hier geht es um das Leben alleinerziehender ...

Jacinta Nandis „Die schlechteste Hausfrau der Welt“ und andere ihrer Texte fand ich richtig gut, also war ich ziemlich gespannt auf ihren Roman „Single Mom Supper Club“.

Hier geht es um das Leben alleinerziehender Mütter oder besser „Single Moms“. Die treffen sich regelmäßig mit ihrem „Supper Club“, um gemeinsam zu kochen, essen, reden und lästern – aber auch um zu koksen.
Es gibt da die „normalen Mütter“, die Britinnen Tamara, Kayla und Lina, die nun in Berlin leben. Und es gibt „die schreckliche Antje“, das Klischee der deutschen Mutter.
Diese Gruppe tut sich dann och mit den „Cocaine Mums“ zusammen, sogenannten "Momfluencerinnen". Diese sind viel jünger und finanziell gut gestellt, währen die „normalen Mütter“ ihr Leben nur mühsam auf die Reihe kriegen.
Der Rest der Handlung ist schwer in Worte zu fassen, es wird viel und vulgär geredet. Die Protagonistinnen sind alle durchweg unsympathisch und überzeichnet. Die Story ist wirr und ich weiß nicht, was die Autorin damit sagen will. Es ist nicht wirklich gesellschaftskritisch und ich kann auch ansonsten keinen tieferen Sinn darin sehen.

Okay, schon der Klappentext klang wild - aber was bitte war das denn???

Ich habe schon recht früh, nach etwa 50 Seiten gemerkt, dass dieses Buch nichts für mich ist, dass es weder meinen Humor noch Geschmack trifft. - Ehrlich gesagt, fand ich es einfach nur unterirdisch schlecht!

Weder unterhaltsam noch witzig, ich habe mich durch das Buch wirklich gequält.
Einer der wenigen bisherigen absoluten Flops für mich dieses Jahr!

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Die gebrochenen Flügel wieder ausbreiten …

Die Frauen von Bidi Bidi
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"Dies ist die Geschichte von Kriegen,
die Frauen zugrunde richten.
Denn bewaffnete wie intime Kriege werden
am weiblichen Körper ausgetragen.
Jenen Frauen, die fallen,
und jenen, die sich wieder aufrichten, ...

"Dies ist die Geschichte von Kriegen,
die Frauen zugrunde richten.
Denn bewaffnete wie intime Kriege werden
am weiblichen Körper ausgetragen.
Jenen Frauen, die fallen,
und jenen, die sich wieder aufrichten,
in der Hoffnung auf ihre Heilung."

In ihrem Roman „Die Frauen von Bidi Bidi“ erzählt Charline Effah die Geschichte der Krankenschwester Josephine. Nach der Flucht vor ihrem gewalttägigen Ehemann arbeitete sie in einem Flüchtlingscamp in Uganda. Eigentlich war dies nur als Übergang gedacht, aber sie blieb vierzig Jahre.

"Mein Vater sagte einmal, Frauen hätten Flügel und die Federn dieser Flügel seien aus dem gleichen Stoff wie die Resilienz. Darin liege der Ursprung all ihre Dreistigkeiten. 'Deshalb', erklärte er in seinen nächtlichen Selbstgesprächen, die die Stille unserer Wohnung durchbrachen, 'musst du, wenn eine Frau für immer dir gehören soll, nicht ihr Herz erobern. Du musst ihr die Flügel brechen, ihre Sehnen durchtrennen, die Wurzeln ausreißen, verbrennen und ihre Asche in fließendes Wasser streuen. So verletzlich und nackt wie ein gestutztes Vögelchen wird sie ganz von dir abhängig sein.' Doch meine Mutter hatte ihre gebrochenen Flügel wieder ausgebreitet."

Nach dem Tod von Josephines Ehemann entdeckt deren gemeinsame Tochter Minga, die sie damals in Paris zurückließ, ihre Briefe. Minga beschließt, mehr über das Leben ihrer Mutter und deren Tod herauszufinden und reist nach Uganda. Im Geflüchtetenlager „Bidi Bidi“ leben Menschen, hauptsächlich Frauen, die im Bürgerkrieg alles verloren haben.

"In einem Flüchtlingscamp trugen Frauen wie sie die Narben zweier Kriege: die der Waffen und die der Entwürdigung."

Aus der Sicht von Minga lernen wir die Schicksale der Frauen im Flüchtlingscamp kennen. Nach und nach setzt sich die Geschichte dreier Frauen zusammen, deren Leben sich im Camp gekreuzt hatten.

„Die Frauen von Bidi Bidi“ ist ein Roman der leisen Töne, der mich vom ersten Moment an in den Bann gezogen hat. Besonders die Beschreibung des Lebens und der Atmosphäre im Camp hat mich sehr berührt.
All diese Schicksale, die Enge, die niemals endende Angst, aber auch die Würde der Menschen, die sie sich nicht nehmen lassen (wollen).

"Das Leben in Bidi Bidi mochte noch härter sein als jenes davor, aber dafür hatte Veronika keine Angst mehr - doch sie wusste, dass ihr Mann anders darüber dachte. Für ihn war dieses Leben, in dem man den Vertriebenen einen Fleck Erde zuwies, neue Zelte errichtete, in denen man menschliches Elend an vorangegangenes Elend reihte, nur eine kurze Pause, ein Zwischenakt, um sich von der Angst zu erholen. Niemand wusste, wie lange diese Atempause andauern, ob es bis ans Ende ihrer Tage so weitergehen würde. Für Mose war Bidi Bidi ein Friedhof, auf dem sie alle lebendig begraben waren, ein Massengrab ohne Stele, ohne Gedenkstein. Die Geschichte der Geflüchteten war eingeschrieben in eine zensierte Zeit, einen aufgeschobenen, abstrakten und künstlichen Raum, der Mose wie ein Stein im Schuh nicht zur Ruhe kommen ließ. Denn er hoffte, dass die Konflikte eines Tages enden würden und niemand mehr die Grenze passieren müsste, dass die Überlebenden bleiben und die Geflüchteten zurückkehren könnten."

„Die Frauen von Bidi Bidi“ ist ein wichtiger, berührender und intensiver Roman, der noch lange in mir nachwirken wird.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Mit Marie und Paul zu den Sternen: Tolles Wissens-LESEMAUS-Buch

LESEMAUS 182: Paul und Marie reisen zu den Sternen
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In diesem LESEMAUS-Büchlein geht es rund um das Thema STERNE und ALL.
Wissensvermittlung auf kindgerechte Art, das finde ich immer gut & meinem Kind hatte das Buch damals auch gut gefallen.

Das Buch beantwortet ...

In diesem LESEMAUS-Büchlein geht es rund um das Thema STERNE und ALL.
Wissensvermittlung auf kindgerechte Art, das finde ich immer gut & meinem Kind hatte das Buch damals auch gut gefallen.

Das Buch beantwortet kindgerecht verschiedene Fragen, zum Beispiel: Warum leuchtet der Mond?
Verschiedene Themen zum Mond und den Sternen, Licht und Schatten werden spielerisch erklärt

Pädagogisch wertvoll und für Kinder unterhaltsam, was will man mehr?
Wir können das Büchlein empfehlen!

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