Der Hausmann: Ein wirklich außergewöhnliches Lesevergnügen!
Der Hausmann„Der Hausmann“ von Wlada Kolosowa wurde mir von einer Bekannten empfohlen – und ich bin mehr als dankbar für diesen Buchtipp, denn sonst wäre mir ein wirklich absolut außergewöhnliches Lesevergnügen entgangen.
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„Der Hausmann“ von Wlada Kolosowa wurde mir von einer Bekannten empfohlen – und ich bin mehr als dankbar für diesen Buchtipp, denn sonst wäre mir ein wirklich absolut außergewöhnliches Lesevergnügen entgangen.
Es geht hier um Tim und Thea, ein Pärchen, bei dem die Rollenverteilung mal anders ist: Er macht den Haushalt (und schreibt nebenbei an seiner Graphic Novel), sie verdient das Geld.
"Vielleicht erklärte dieser Umstand auch unser Verhältnis zur Unordnung: Theas Mutter hatte eine Putzfrau. Meine war eine. Ich konnte nur arbeiten, wenn alles schön war."
Eigentlich läuft alles ganz gut, bis sie plötzlich aus ihrer Stadtwohnung raus an den Stadtrand ziehen müssen. Im neuen Haus sammeln sich Müll und die verschiedensten Menschen aller Altersklassen und Nationalitäten.
"Dort, wo ich aufgewachsen war, war die Armut betont sauber und stets um Unauffälligkeit bemüht. Hier wucherte sie, üppig und lebendig, als wollte sie sagen: Seht her, hier bin ich, ob's euch gefällt oder nicht."
Tim freundet sich mit dem Ostukrainer Maxim an und hilft ihm beim Deutschlernen. Seiner 80-jährigen Nachbarin, Frau Birkenberg, richtet er das Internet ein. Doch eines Tages klingelt es an seinre Tür und ein fremder Typ schlägt ihm mitten ins Gesicht. Was ist hier nur schiefgelaufen?
"Der Hausmann" ist gleichermaßen witzig wie tiefgründig. Es vereint auf unvergleichliche Art und Weise Themen wie Armut, Krieg und Migration, Liebe, Gentrifizierung und vieles mehr. Das alles ist eingebettet in eine unfassbar unterhaltsame Erzählung. Der Schreibstil von Wlada Kolosowa ist originell und einfach großartig.
Das Buch fällt schon dadurch auf, dass hier verschiedene literarische und graphische Stile kombiniert werden. Kapitelweise lesen wir hier in Ich-Perspektive-Kapiteln (Tim), in Tagebucheinträgen (Maxim), in Blog-Posts (Frau Birkenberg), in Chatnachrichten (Thea) und in Graphic Novels (beigesteuert von Illustrator Raúl Soria). Allein schon diese unterschiedlichen Perspektien und Stile machen das Buch zu etwas ganz Besonderem.
Die Charaktere sind sehr authentisch, liebevoll und vielschichtig dargestellt, wirklich sehr gelungen.
Man kann sich in alle Protagonist*innen gut hineinversetzen, ihre jeweiligen Geschichten und Empfindungen gut nachfühlen.
Trotz der ernsthaften Themen wie Armut und Migration bleibt das Buch durchweg unterhaltsam und witzig. Gerade die Kombintion aus Tiefgründigkeit und Humor hat dir Autorin mehr als virtuos gemeistert!
„Der Hausmann“ ist ein Buch, das mich wirklich unfassbar begeistert und überrascht hat.
Ganz klare Leseempfehlung von mir!