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Veröffentlicht am 13.08.2025

Toller Schreibstil, Geschichte leider nicht überzeugend - 3,5⭐️

Frauen im Sanatorium
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Nachdem ich die Erzählungen aus Anna Prizkaus Buch „Fast ein neues Leben“ sehr gut fand, war ich sehr gespannt auf ihren ersten Roman mit dem Titel „Frauen im Sanatorium“.
Hier geht es um Anna, die nach ...

Nachdem ich die Erzählungen aus Anna Prizkaus Buch „Fast ein neues Leben“ sehr gut fand, war ich sehr gespannt auf ihren ersten Roman mit dem Titel „Frauen im Sanatorium“.
Hier geht es um Anna, die nach einem etwas „verkappten“ Selbstmordversuch im Sanatorium landet.
Dort lernt sie Elif kennen, die sich jeden Tag ein neues Märchen ausdenkt; niemand weiß so recht, was an ihren Geschichten wahr ist und was nicht.
Dann ist da noch Marija, die permanent endlose Monologe über ihre tolte Mutter hält.
Und die Soldatin Katharina, die sich nach einem traumatisierenden Einsatz im Sanatorium jede Nacht betrinkt.
Anna redet jeden Tag mit dem Flamingo Pepik im Kurpark; ihm erzählt sie von ihrer Emigration und über redet über die Liebe.
Kann Anna wieder glücklich werden und in ihr altes Leben zurückkehren?

"Ich öffne im Telefon die Fotos. Die Frau, die ich da sah, war einmal ich gewesen. Sie schaute glücklich und verlogen. Das war mein schönes, falsches Leben früher: [...]
Ich wusste nicht, ob ich jemals wieder wie sie sein könnte und wie die Frau in meinem Telefon."

Ich mochte, wie schon in ihrem Erzählband, den Schreibstil von Anna Prizkau sehr!

"Wir waren in Deutschland. Die ersten Jahre waren schlecht. Meine Eltern redeten nicht mehr. Sie schrien. Ich wollte wieder in das andere Land, in unsere alte Stadt, in unsere kleine Wohnung. Sie hatte keinen Flur gehabt, zwei Zimmer und orangefarbene Tapeten. In Deutschland war die neue Wohnung groß, aber am Anfang leer. Es gab kaum Geld und deshalb wenig Möbel. Ich weinte jeden Tag, weil meine Eltern schrien und weil ich in der neuen Schule nichts verstand - die Sprache nicht, die Kinder nicht. Ich war mir sicher, dass auch mein Vater weinte Punkt denn seine Augen waren immer klein, geschwollen, und seine Nasenspitze war auf rot. Ich sah nie, wie er weinte. Ich sah, wie glücklich meine Mutter war. Schon nach ihrem zweiten Deutschkurs hatte sie eine Arbeit, die sie liebte. Sie mochte unser neues Leben. Doch es gefiel ihr nicht, wenn ich zu Hause weinte. Sie wollte es nicht sehen. Mein Vater musste mich dann immer in der Toilette ansperren, ohne Licht. Ich hatte Angst und schrie. Die Tür durfte er erst aufmachen, wenn ich ruhig geworden war. Er küsste mich danach auf meine Stirn, und seine kleinen Augen waren noch ein wenig kleiner - er wusste, was er tat. Manchmal gab er mir eine Taschenlampe, bevor er die Toilettentür zuschloss. Das waren die guten Tage.
Nach zwei oder drei Jahren hörte ich auf zu weinen, ich hatte es verlernt. Ich musste nicht mehr in den schwarzen Raum."

Leider konnte mich die Geschichte an sich nicht wirklich abholen. Etwa bis zur Hälfte des Buches war ich noch ziemlich begeistert, leider konnte sich das nicht bis zum Ende halten. Das Buch lässt mich etwas ratlos zurück, mir fehlt hier der tiefere Sinn, so dass ich trotz des großartigen Schreibsstils leider nur 3,5 Sterne vergebe.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Blass und deprimierend: Konnte mich leider nicht überzeugen

Send Nudes
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Der Kurzgeschichten-Band „Send Nudes“ von Saba Sams klang vom Klappentext her sehr interessant. Als frische, literarische Stimme wurde die Autorin gehyped (was mich hätte stutzig machen sollen, tbh).

In ...

Der Kurzgeschichten-Band „Send Nudes“ von Saba Sams klang vom Klappentext her sehr interessant. Als frische, literarische Stimme wurde die Autorin gehyped (was mich hätte stutzig machen sollen, tbh).

In den 10 Erzählungen geht es um oft noch minderjährige, weibliche Charaktere, die mit den Problemen der Pubertät, des Erwachsenwerdens, der ersten Liebe, nicht einvernehmlichem S•x, ungeplanten Schwangerschaften, Abtreibung, Patchwork-Familien, und anderem.

Leider stellte ich jedoch recht schnell fest, dass das Buch meinen Erwartungen überhaupt nicht gerecht werden konnte. Weder der Schreibstil (nicht schlecht, aber auch nichts besonderes) noch die Umsetzung der interessanten Themen konnte mich begeistern. Ich fand die Geschichten eigentlich alle, auf unterschiedliche Art, sehr deprimierend, die Charaktere blieben blass und schienen keine wirkliche, eigene Persönlichkeit zu haben.
Schlussendlich konnte ich in diesen Stories leider keinen tieferen Sinn finden.

Für mich leider ein Flop!

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Vergangenheit und Versöhnung: Fesselnder, atmosphärischer Debüroman 4,5⭐️

In ihrem Haus
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„Das Haus hielt den Atem an.“

Die junge Isabel lebt 1961 alleine im Haus ihrer verstorbenen Mutter in der niederländischen Provinz. Ihr Leben verläuft in sehr ruhigen, geordneten Bahnen. Außer zu ihrem ...

„Das Haus hielt den Atem an.“

Die junge Isabel lebt 1961 alleine im Haus ihrer verstorbenen Mutter in der niederländischen Provinz. Ihr Leben verläuft in sehr ruhigen, geordneten Bahnen. Außer zu ihrem Dienstmädchen und ihren beiden Brüdern, die längst nicht mehr im Haus wohnen, hat sie kaum Kontakte. Als ihr Bruder Louis eines Tages seine Freundin Eva ungefragt bei ihr einquartiert, gerät Isabels monotone Routine gehörig durcheinander. Sie fühlt sich mit dem unerwünschten Gast nicht mehr wohl in ihrem Haus, es verschwinden Dinge und Isabel wird immer mißtrauischer Eva gegenüber, von der sie nicht so recht weiß, was sie von ihr halten soll. Zwischen den beiden ungleichen Frauen entwickelt sich unerwartet eine starke Anziehung, die Isabels festgefügtes Weltbild erschüttert. Und nicht nur das, auch die Ereignisse der Vergangenheit werden wieder aufgewühlt ...

"Was war schon Glück? Was war das Glück wert, wenn es einen Krater hinterließ, der dreimal so groß war? Was wussten die Menschen, die von Glück sprachen, schon davon, was es bedeutete, jede Nacht von zischenden Flugzeugen und vom verzweifelten Hämmern an Türen und Fenstern zu träumen und morgens mit einer Hand an der Kehle aufzuwachen - der eigenen, an der eigenen Kehle. Was wussten sie davon, tagelang kein Wort zu sprechen, nie berührt worden zu sein, was wussten sie von Verlangen, vom Nichtspüren, und Nichts-Spüren. Was wussten sie schon von einem Haus, dass immer nur leerer wurde. Von sterbenden Tieren und sterbenden Vätern und sterbenden Müttern und von Schusslöchern in Baumstämmen unter eingeritzten Herzen mit den Namen von Menschen, die fehlten, und der aufgeplatzten Lippe eines Bruders. Und was wussten ... was könnte sie schon wissen von ..."

„In ihre Haus“ ist ein Roman, der mich wirklich positiv überrascht hat!
Yael van der Wouden schreibt sehr fesselnd, atmosphärisch und auch sinnlich.

"Darauf lief es hinaus: Einen kurzen, gierigen Moment lang hatte sie gelernt, was Begehren bedeutet. In diesen wenigen Tagen hatte sie seine Gestalt und seinen Geschmack erfahren. Leichtfertig hatte sie sich geöffnet, doch ihr Begehren blieb unerwidert."

Die Atmosphäre der 60erJahre, die Stimmung der Nachkriegszeit, ist atmosphärisch sehr gut eingefangen, die Charaktere authentisch. Isabel wirkt sehr distanziert, vor allem zu Beginn, dennoch ist man von Anfang an aus ihrer Sicht in der Geschichte drin. Eva ist eine deutlich vielschichtigere Figur, erst mit der Zeit entpuppt sich ihr Geheimnis.

"Ist das nicht seltsam? Niemand in diesem Land scheint irgendetwas zu wissen: Niemand weiß, wo sie wohnen, wer was getan hat, wer wohin verschwunden ist. Alles ein großes Geheimnis. Wissen ist flüchtig. Menschen sind einfach in der Nacht verschwunden und ..."

Zum Inhalt möchte ich nicht mehr verraten, um nicht zu spoilern.
Ich kann nur meine ausdrückliche Leseempfehlung für diesen fesselnden, intensiven Debütroman geben! Hat mich sehr begeistert!

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Veröffentlicht am 08.08.2025

Rezitativ: Ein Spiel mit Wahrnehmung und (unbewussten) Zuschreibungen

Rezitativ
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Toni Morrisons einzige Erzählung, „Rezitativ“, erschien erstmals 1983 und wurde erst 40 Jahre danach ins Deutsche übersetzt. Eine sehr kurze Erzählung, die jedoch definitiv eine Herausforderung für die ...

Toni Morrisons einzige Erzählung, „Rezitativ“, erschien erstmals 1983 und wurde erst 40 Jahre danach ins Deutsche übersetzt. Eine sehr kurze Erzählung, die jedoch definitiv eine Herausforderung für die Leser*innen ist.

Erzählt wird die Geschichte von Twyla und Roberta, zwei Mädchen, die sich im Waisenhaus kennenlernen. Eins der Mädchen ist schwarz, eines ist weiß – man erfährt jedoch nie wirklich, welches Mädchen nun welche Hautfarbe hat.

"Schlimm genug, früh am Morgen aus dem eigenen Bett geholt zu werden - aber dann noch an einem fremden Ort festzusitzen, zusammen mit einem Mädchen von ganz anderer Hautfarbe!"

Die beiden Mädchen werden Freundinnen, sind beide Außenseiterinnen im Waisenhaus, da ihre Mütter noch leben. Im Waisenhaus sind sie unzertrennlich, doch als zuerst Roberta das Waisenhaus wieder verlässt, verlieren die beiden sich aus den Augen.
Erst viele Jahre später begegnen sie sich wieder, zufällig, immer wieder; mal in einem Restaurant, im Supermarkt und bei einer Demonstration. Hier wird klar, dass sie auf verschiedenen Seiten stehen und grundsätzlich andere Ansichten haben – weiterhin unklar bleibt, wer nun Schwarz und wer weiß ist. Auch ihre Erinnerung an die Zeit im Waisenhaus scheint grundverschieden zu sein.

"Ich hatte sie nicht getreten; ich hatte mich nicht mit den Gar-Girls zusammengetan und diese Frau getreten, aber ich hätte es gewollt. Wir haben zugeschaut, haben nicht versucht, ihr zu helfen, und auch keine Hilfe geholt. Maggie war meine tanzende Mutter. Taub, wie ich glaubte, und stumm. Kein Mensch dadrinnen. Kein Mensch, der hörte, wenn man nachts weinte [...] Und als die Gar-Girls sieht zu Boden drückten und misshandelten, da wusste ich, sie würde nicht schreien, sie konnte es nicht - genau wie ich, und darüber freute ich mich."

"'Ach, Twyla, du weißt doch, wie das damals war: schwarz und weiß. Du weißt doch, wie das alles war.' Aber ich wusste es nicht. Ich dachte, es wäre genau umgekehrt gewesen. [...] Im Howard Johnson bekam man alles zu sehen, und Schwarze und Weiße gingen damals sehr freundschaftlich miteinander um."

Es ist von Anfang an ein Verwirrspiel; ein geschicktes Spiel mit Wahrnehmung und (unbewussten) Zuschreibungen. Auch wenn mich die Geschichte an sich nicht komplett abholen konnte, fand ich diesen Aspekt am interessantesten; wie man gezwungen wird, sich mit seinen Vorurteilen und eigenen Annahmen auseinanderzusetzen.

Das recht lange Nachwort von Zadie Smith fand ich durchaus interessant und hilfreich zum besseren Verständnis bzw. Selbstreflektion.

"Ein Großteil des hypnotischen Sogs der Erzählung entsteht aus der ersten Bedeutung von "typisch": dass etwas charakteristisch ist. Beim Lesen wollen wir die diversen Charakteristika, die uns da gezeigt werden, unbedingt kategorisieren. Nur wie? Meine Mutter tanzte sind die ganze Nacht, und die von Roberta war krank. Also dann, welche Mutter neigt wohl dazu, die Nächte durchzutanzen? Eine schwarze oder eine weiße? Und wessen Mutter ist wohl eher krank? Ist Roberta ein "schwärzere" Name als Twyla? Oder umgekehrt? Und wie sieht es mit der Stimme aus? Twyla ist die Ich-Erzählein, vielleicht neigen wir also der alltagspsychologischen Interpretation, dass sie das schwarze Mädchen sein muss, schließlich ist ihre Autorin schwarz."

"Anderes gesagt, wir hören Twyla sprechen, und wir hören Roberta sprechen, und obwohl sie sich klar voneinander unterscheiden, sind wir doch nicht in der Lage, den einen Unterschied zu entdecken, den wir eigentlich entdecken wollen."

Mein Fazit: Kein direktes Highlight, aber durchaus eine sehr interessante Leseerfahrung zu den Themen Vorurteile, Rassismus und Klassenzugehörigkeit.

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Veröffentlicht am 07.08.2025

Schöne Stickersammlung fürs Bullet Journal und zum Dekorieren

Bullet Journal – Stickerbuch: Kochen, Backen & Organisieren
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Stickerbücher kaufen wir immer wieder gerne, für die Kinder und Erwachsenen.
Sie sind gut geeignet, um Glückwunsch- und Grußkarten zu dekorieren, Geschenke zu verpacken oder das Bullet Journal bzw. Freundebuch ...

Stickerbücher kaufen wir immer wieder gerne, für die Kinder und Erwachsenen.
Sie sind gut geeignet, um Glückwunsch- und Grußkarten zu dekorieren, Geschenke zu verpacken oder das Bullet Journal bzw. Freundebuch zu verzieren.
Diese Sammlung hier enthält 500 Sticker zum Thema "Kochen und Backen", sind also auch für Einmachgläser und Vorratsdosen gut geeignet. Dann sieht alles gleich netter aus.
Können wir empfehlen.

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