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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.03.2024

„Der Bachelor“ mit tödlichen Spielen

Trial of the Sun Queen
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„Trial of the Sun Queen” ist der spannende Auftakt einer vierbändigen Fantasy-Feenreihe. Die Ausgangsidee ist durchaus interessant, jedoch war ich von der Umsetzung nicht ganz so überzeugt. Das Buch bedient ...

„Trial of the Sun Queen” ist der spannende Auftakt einer vierbändigen Fantasy-Feenreihe. Die Ausgangsidee ist durchaus interessant, jedoch war ich von der Umsetzung nicht ganz so überzeugt. Das Buch bedient sich zudem einiger bekannter Motive und wird gern mit dem „Reich der sieben Höfe“ von Sarah J. Maas oder mit „Hunger Games“ verglichen.

Lor kämpft seit ihrem zwölften Lebensjahr im Gefängnislager des Aurorakönigs um ihr Überleben. Mit 24 wird sie urplötzlich von dort befreit und an den Hof des Sonnenkönigs Atlas gebracht. Dort soll sie als einziger menschlicher Tribut an einen Wettbewerb um die Hand des Königs teilnehmen. Die zehn erwählten jungen Frauen sollen insgesamt vier tödliche Prüfungen bestehen. Allerdings werden bei Hofe viele Intrigen gesponnen und beinahe alle Charaktere lügen oder haben Geheimnisse. Die Hauptperson ist davon nicht ausgenommen.

Obwohl die Geschichte kurzweilig erzählt wurde, fiel es mir anfangs schwer, mich darin einzufinden. Es mag für die Rolle wichtig sein, was Lor in der Gefängnishölle erlebt hat, mich aber hat es eher abgeschreckt. Erst nach ihrer Entführung wurde ich richtig gepackt und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Ich mochte außerdem die Protagonistin Lor und auch der Nebencharakter Nadir, aus dessen Sicht ab und an erzählt wurde, bietet Potenzial für spätere Bände.

Es hätte mir aber deutlich besser gefallen, wenn ein paar Liebesszenen weniger darin vorgekommen wären. Wobei mich vor allem daran stört, dass sie ausschließlich zwischen Partnern vorkommen, die absolut keinerlei romantisches Interesse aneinander haben. Vielleicht bin ich altmodisch, aber ein wenig Gefühl würde ich mir da schon wünschen. Zumal ich die Männer, die Lor hier „näher“ kennenlernt, allesamt unsympathisch finde.

Das Ende kam dann auch nicht so überraschend, wie es die Autorin eventuell geplant hatte. Dennoch war ich interessiert genug, dass ich mir den zweiten Band „Rule of the Aurora King“ auf Englisch geholt habe. Mal schauen, ob dieser mich mehr überzeugen kann.

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Veröffentlicht am 23.02.2024

Verpasste Chancen

Book Lovers - Die Liebe steckt zwischen den Zeilen
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„Book Lovers“ hätte richtig gut werden können. Die Grundidee selbst ist wirklich genial und auch die beiden Hauptcharaktere finde ich auf ihre verschrobene Weise durchaus liebenswert. Aber leider werden ...

„Book Lovers“ hätte richtig gut werden können. Die Grundidee selbst ist wirklich genial und auch die beiden Hauptcharaktere finde ich auf ihre verschrobene Weise durchaus liebenswert. Aber leider werden viele eingeführte Ideen nicht wirklich zu Ende gedacht oder verlieren sich in dem kitschigen Schluss.

Nora Stephens ist durch und durch ein Stadtmensch. Sie liebt New York und geht völlig in ihrem Beruf als Literaturagentin auf. An erster Stelle steht für sie allerdings immer ihre Schwester Libby. Als diese sie urplötzlich zu einem längeren Trip in das entlegene Dorf Sunshine Falls einlädt, in der ein Roman ihrer Lieblingsautorin spielt, lässt sie sich widerwillig auf das Experiment Landleben ein. Dort trifft sie ihren selbst ernannten Nemesis Charlie Lastra wieder. Er ist Lektor und hatte vor zwei Jahren das Buch ihrer Autorin ziemlich rüde abgelehnt.

Die Romanze wird allmählich und glaubwürdig aufgebaut. Während sich die beiden zunächst einen witzigen Schlagabtausch nach dem nächsten liefern, lernen sie sich langsam immer besser kennen. Die Dialoge zwischen ihnen sind stets amüsant und voller Wortspiele. Nora ist selbst auch keine realitätsferne Romantikerin. Sie ist nach außen hin manchmal sehr hart und wird von anderen als Hai beschrieben. Aber sie hat einen weichen Kern, der sich immer für die Menschen einsetzt, die sie liebt und wertschätzt.

Ebenso gut fand ich die Idee vom Buch im Buch. Die Autorin, die Nora betreut, schreibt tatsächlich ein Buch, in der Nora selbst die Hautrolle spielt. Diese ist völlig entsetzt über die Art, wie sie porträtiert und von anderen wahrgenommen wird. Leider wird dieser Gedanke mittendrin einfach fallengelassen und nicht mehr weiter thematisiert. Es ist halt das neue Buch von der Schriftstellerin. Dessen Bedeutung für Nora oder was die Autorin sich überhaupt dabei gedacht hat, fällt völlig unter den Tisch. Sehr schade!

Ich habe zudem ein Problem mit Noras Schwester Libby. Sie ist in sich sehr widersprüchlich aufgebaut und man bekommt den Eindruck, dass sie selbst nicht genau weiß, was sie will. Will sie nun unabhängig von ihrer großen Schwester sein oder soll sich deren Leben weiterhin nur um sie drehen? So richtig Sinn macht das nicht. Und dass sie ihre eigenen kleinen Kinder einen Monat lang kaum sieht, macht sie für mich ebenso wenig sympathisch, wie ihre ständigen Vorwürfe Nora gegenüber und ihre Geheimniskrämerei.

Das Buch liest sich sehr flüssig und ist überwiegend spannend sowie interessant. Nur ab dem zweiten Drittel fand ich es teilweise etwas langatmig und es fehlte der Schwung, nachdem Nora und Charlie zusammengekommen sind. Mir fehlten zudem die herrlichen Dialoge vom Anfang. Zudem nervten mich die häufigen Liebeszenen. Der Fokus lag für mich besonders zum Schluss der Geschichte auf den falschen Aspekten.

Trotz einiger Kritikpunkte habe ich das Buch überwiegend gemocht und finde es schade, dass einige tolle Elemente einfach so von der Autorin fallengelassen wurden. Es hätte ein großartiges Buch werden können – vielleicht mit einem besseren Lektor.

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Veröffentlicht am 22.02.2024

Super Idee, schlechte Ausführung

Cosima und der Diamantenraub
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Die Idee von „Cosima und der Diamantenraub“ fand ich wirklich toll. Endlich mal starke unkonventionelle Heldinnen, die sich von ihrer Behinderung bzw. von einer chronischen Beeinträchtigung nicht ausbremsen ...

Die Idee von „Cosima und der Diamantenraub“ fand ich wirklich toll. Endlich mal starke unkonventionelle Heldinnen, die sich von ihrer Behinderung bzw. von einer chronischen Beeinträchtigung nicht ausbremsen lassen, sondern aktiv gegen ihr Schicksal vorgehen und sogar noch Raubzüge begehen. Nun, die Idee ist ja wirklich gut, die Ausführung ist jedoch leider äußerst unglaubwürdig.

Cosima lebt als Nummer 1 schon von klein auf im Heim für beklagenswerte Mädchen. Zugern wüsste sie, wo sie herkommt. Das Heim wird von den Geschwistern Frau und Herr Makel geleitet, die wenig Interesse oder Mitgefühl für ihre Schützlinge übrighaben. Sie schikanieren die Mädchen, lassen sie teilweise hungern und treiben sie zum Arbeiten an. Doch die beiden stellen eine weitaus geringere Gefahr dar als Lord Fitzroy, der die Kinder der Heimleitung für dubiöse Zwecke abkaufen möchte. Ihre einzige Rettung sehen die Mädchen darin, das Diadem und andere Juwelen aus seiner Ausstellung zu rauben.

Die Mädchen sind wirklich allesamt sympathisch und sehr unterschiedlich. Man kann sich schnell mit identifizieren und mit ihnen mitfiebern. Ich denke, ihre Behinderungen werden weitestgehend realistisch dargestellt und sie werden von der Autorin ernstgenommen. Sie sind mehr als ihre Beeinträchtigung und sie definieren sich nicht darüber. Aber ich finde, sie haben eine durchaus glaubwürdigere Geschichte verdient.

Die Kinder kommen praktisch ihr ganzes Leben nicht aus dem Heim heraus, haben aber keine Probleme nach nur einem kurzen Aufenthalt auf der Ausstellung genau zu wissen, wie man an die Schätze gelangt und unbemerkt stiehlt. Und natürlich können sie absolut identische Kopien von den Juwelen aus Seilresten und etwas Farbe herstellen, nachdem sie besagte Edelsteine nur in einer Zeitung und einmal kurz in Echt gesehen haben.

Etwas seltsam finde ich auch die Beziehung der Mädchen zu ihren Eltern. Angeblich lieben sie sie, aber warum schiebt man dann sein Kind überhaupt dorthin ab und unternimmt nichts, wenn es doch offensichtliche Missstände in diesem Heim gibt. So ganz nachvollziehen kann ich auch nicht, wie die Mädchen ihre teilweise sehr umfassende Bildung erworben haben. Die Makels werden sie sicher nicht geschult haben. Streckenweise ist die Geschichte zudem etwas langatmig und kommt kaum voran. Zumal einige Wendungen sehr voraussichtlich sind.

Insgesamt bietet das Buch tatsächlich wundervolle Charaktere, die aber meiner Meinung nach eine bessere und vor allem glaubwürdigere Geschichte verdient hätten. Schade! Alles in allem vergebe ich dem Buch 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 21.02.2024

Ist das noch gerecht?

Voll ungerecht!
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Das Buch „Voll ungerecht“ ist ein tolles Sachbuch, das auf informative und lustige Weise das Thema Gerechtigkeit für Kinder verständlich erklärt und sie zum Nachdenken anregt. Was bedeutet überhaupt das ...

Das Buch „Voll ungerecht“ ist ein tolles Sachbuch, das auf informative und lustige Weise das Thema Gerechtigkeit für Kinder verständlich erklärt und sie zum Nachdenken anregt. Was bedeutet überhaupt das Wort und kann dieselbe Sache für den einen gerecht und für den anderen ungerecht sein? Und warum?

Das Buch besteht aus zahlreichen kurzen Kapiteln von 2 bis 4 Seiten, in denen jeweils ein spezifischer Aspekt von Gerechtigkeit betrachtet wird. In den ersten Abschnitten wird zunächst der Begriff als solches dargelegt. Im Mittelteil finden sich auch ein paar philosophische Konzepte wie etwa Rawls Schleier des Nichtwissens oder die römische Göttin Justitia. Ab der Mitte beschäftigt sich das Buch beinahe ausschließlich mit rechtlichen Fragen in der Arbeit, im sozialen Leben (z.B. Teilhabe, Steuern) und auf globaler Ebene (z.B. fairer Handel).

Neben den teilweise recht trockenen Erklärungen befindet sich auf jeder Seite ein anschaulicher Comic, der versucht die Themen für die Kinder greifbarer zu machen. Dabei nimmt das Buch selbst keine Position ein. Der Leser kann sich selbst eine Meinung bilden, was er in dieser Situation persönlich für gerecht oder ungerecht hält.

Der Band ist wirklich sehr interessant, da er auch die Vielfalt des Themas sichtbar macht. Die Beispiele sind zudem kurzweilig und bieten jede Menge Gesprächsanlässe. Ich selbst hätte mir noch mehr solche Beispiele gewünscht, da mir manche Thematiken dann doch etwas zu trocken herübergebracht wurden. Insgesamt handelt es sich dennoch um ein schönes Nachschlagewerk über Gerechtigkeit.

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Veröffentlicht am 21.02.2024

Die Kreativität der Sprache

Der Wortschatz: Bilderbuch-Bestseller über den spielerischen Umgang mit Sprache
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„Wortschatz“ ist ein tolles Buch über den Wert und die Wirkung von Sprache. Auf anschauliche und kreative Weise wird kleinen Kindern ab vier Jahren gezeigt, was in einem einzelnen Wort steckt, was es bedeutet ...

„Wortschatz“ ist ein tolles Buch über den Wert und die Wirkung von Sprache. Auf anschauliche und kreative Weise wird kleinen Kindern ab vier Jahren gezeigt, was in einem einzelnen Wort steckt, was es bedeutet und wie man selbst zum Akteur seiner sprachlichen Umwelt werden kann.

Oscar findet an einem Herbstmorgen eine verschlossene Holztruhe. Doch statt den erwarteten Schätzen befindet sich darin lediglich ein Durcheinander von bloßen Wörtern. Seine Enttäuschung ist entsprechend groß. Als er jedoch genervt das Wort „quietschgelb“ ins Gebüsch wirft, rennt kurz darauf ein wütender gelber Igel an ihm vorbei. Offensichtlich haben Wörter doch mehr Bedeutung, als Oscar es ihnen zugetraut hätte. Aber was passiert, wenn keine Wörter mehr in der Kiste sind? Wie (er)findet man neue?

Kindern wird auf anschauliche Weise über die Illustrationen gezeigt, welche Bedeutung ein Wort haben kann. Was ist „pompös“, „wolkenweich“ oder „beflügelt“? Manche Wörter kennt man bereits aus dem Wörterbuch, andere sind aber völlig neue Zusammensetzungen wie „zauberhimmelschön“ oder „pflaumensommersüß“? Das Buch ermutigt den Leser, über Sprache und ihre Wirkung nachzudenken, und zum Schluss selbst kreativ zu werden und sich Wörter auszudenken.

Damit eignet sich das Buch nicht nur für Vorschulkinder, sondern auch für den Deutschunterricht. Tatsächlich wird am Ende des Bandes sogar ein kostenloser Download von pädagogischem Begleitmaterial zum Thema Sprachkompetenz und Textverständnis über einen QR-Code zur Verfügung gestellt. Als Lehrer erhält man so eine Menge an Ideen und Materialen. Absolut empfehlenswert!

„Wortschatz“ hat mich mit seinem Charme und seiner Ausdruckskraft völlig verzaubert. Dieses Buch verleiht Wörtern wortwörtlich Flügel und zeigt uns, welche Kraft in unserer Sprache steckt. Kinder werden hier zu Wortschatz-Entdeckern und -Erfindern. Toll!

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