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Veröffentlicht am 18.07.2024

Der Alltag in der Weltgeschichte

Kidstory
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„Kidstory“ ist ein wundervolles Vorlesebuch für Grundschüler, das verschiedene Kinder durch die Weltgeschichte begleitet. Es wird immer ein Tag aus dem Leben eines Mädchens oder Jungens von unterschiedlichen ...

„Kidstory“ ist ein wundervolles Vorlesebuch für Grundschüler, das verschiedene Kinder durch die Weltgeschichte begleitet. Es wird immer ein Tag aus dem Leben eines Mädchens oder Jungens von unterschiedlichen Orten auf dem Globus chronologisch von der Steinzeit bis zu Neuzeit geschildert. Dabei erhalten wir zwar nur einen kleinen Ausschnitt, der jedoch bereits einige interessante Informationen und Überraschungen für uns bereithält.

Es geht dabei aber gar nicht darum, mit einem bestimmten historischen Ereignis Spannung zu erzeugen. Revolutionen, Kriege oder Umstürze spielen hier keine Rolle. Auch über verschiedene Verbrechen der Menschheitsgeschichte wird man hier nichts erfahren. Allerdings schildert der Autor nicht nur eine heile Welt. Die jungen Leser werden durchaus auch mit Themen wie Kinderarbeit oder der Pest konfrontiert, aber auf sehr unaufgeregte Weise. Das Buch kann also Kindern ab sieben Jahren vorgelesen werden.

Der Fokus liegt auf die Eindrücke und Tagesabläufe eines gewöhnlichen Kindes seiner Zeit. Und dennoch ist das Buch überhaupt nicht langweilig. Die jungen Leser werden darüber staunen, dass es nicht immer eine Toilette zu Hause gab oder dass nur Jungen an den olympischen Spielen teilnehmen durften und zwar nackt. Selbst als Erwachsener erhält man hier und da noch neue witzige und spannende Details.

Natürlich kann niemals die gesamte Weltgeschichte in 20 kurzen Geschichten wiedergegeben werden. Aber man erhält zumindest einen gewissen Eindruck davon, wie die Menschen sich entwickelten, ihre Umwelt gestalteten, Erfindungen machten und was sie für Vorstellungen von der Welt hatten. Schön ist, dass auch immer mal Parallelen und Vergleiche zu heute gezogen werden. Nach jedem Kapitel folgt des Weiteren eine kurze, aber überaus interessante Zusammenfassung, was zu dieser Zeit sonst noch auf der Welt passiert ist.

Indem das Buch uns am Ende einlädt, selbst zwei Kapitel mitzugestalten, bezieht der Autor den Leser aktiv ein und zeigt ihnen anschaulich, dass sie selbst Teil der Weltgeschichte sind. Sowohl für die Großeltern als auch das zuhörende Kind befindet sich jeweils ein Fragenkatalog hinten im Buch, den man ausfüllen kann.

Die Sprache der Geschichten ist eher sachlich angelehnt und versucht wenig, den Leser emotional zu packen. Das Geschehen wird vielmehr nüchtern und beschreibend wiedergegeben. Hier und da wird auch erwähnt, was in späteren Jahren oder anderswo noch passiert. Auf jeder Seite kann man farbige Illustrationen entdecken. Die Zeichnungen sind wirklich wunderschön und geben den Inhalt sehr gut wieder.

Bei „Kidstory“ handelt es sich um ein wundervolles Buch, von dem es bislang nichts Ähnliches auf dem Markt gibt. Intelligente und spannende Unterhaltung, bei der unsere Kinder Altes neu entdecken und ihr eigenes Leben so in neuem Licht wahrnehmen.

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Veröffentlicht am 18.07.2024

Spannendes Wissen zu den vier Jahreszeiten

Die kleine Schnecke Monika Häuschen 5: Was machen die Tiere zu welcher Jahreszeit?
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Die Bücher um Monika Häuschen haben einen ganz besonderen Charme und begeistern Groß wie Klein mit ihren amüsanten, sympathischen und wissenswerten Geschichten und Charakteren. In diesem Band dreht sich ...

Die Bücher um Monika Häuschen haben einen ganz besonderen Charme und begeistern Groß wie Klein mit ihren amüsanten, sympathischen und wissenswerten Geschichten und Charakteren. In diesem Band dreht sich alles um die vier Jahreszeiten, aber auch das Thema Freundschaft wird immer wieder aufgegriffen und deren Wert in den Vordergrund gerückt.

Im Buch befinden sich wie bei den Vorgängern vier Geschichten, die liebevoll von zahlreichen farbigen Illustrationen untermalt wurden. Zudem gibt es mehrere informative Sachtexte auf grünem Hintergrund, Grafiken und zusätzliche Erklärungen. Man kann aber je nach Bedarf die Sachinformationen auch getrennt von den Geschichten lesen. Am Ende befindet sich außerdem ein Rezept für Meisenknödel.

Man muss übrigens nicht die Vorgängerbände gelesen haben, um sich schnell im Buch zurechtzufinden. Die bereits bekannten Hauptcharaktere und ihre Beziehung zueinander werden auf subtile Weise vorgestellt, sodass man auch als Neuling keine Probleme hat, sich sofort mit ihnen zu identifizieren und mitzufiebern. Zudem kann man tatsächlich sehr viele spannende Informationen über Tiere im Jahresverlauf erfahren. Insbesondere die Kröte, das Eichhörnchen, das Reh, der Hamster, der Igel und die Blaumeise werden intensiver besprochen.

Es gab sogar den ein oder anderen Fakt, den ich selbst noch nicht genau wusste. Allerdings hat sich ein Fehler auf Seite 8 eingeschlichen. Kröten erwachen im Frühling nicht aus der Winterruhe, sondern aus der Winterstarre. Hinten im Buch steht es dann zwar richtig da, ich finde es aber dennoch schade, das dem Lektorat dieses Versehen entgangen ist.

Insgesamt kann ich das Buch und die gesamte Reihe im Allgemeinen jedem empfehlen, der sich für die Natur interessiert. Die Charaktere sind allesamt liebenswert und die Sachinformationen werden in witzigen und entspannten Geschichten verpackt. Empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 11.06.2024

Sprüche für das Poesiealbum

Die sieben Türen
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Als ich „Die sieben Türen“ zuerst in der Hand hielt, war ich recht beeindruckt von der edlen Aufmachung. Allerdings merkte ich schon nach einigen Seiten, dass ich definitiv der falsche Adressat für dieses ...

Als ich „Die sieben Türen“ zuerst in der Hand hielt, war ich recht beeindruckt von der edlen Aufmachung. Allerdings merkte ich schon nach einigen Seiten, dass ich definitiv der falsche Adressat für dieses Buch bin. Die Idee, Philosophie anhand einer kleinen Geschichte zu vermitteln und in schönen Bildern aufzubereiten, ist durchaus interessant und hätte mir sehr gefallen können, jedoch verliert sich der Text hier in inhaltlosen Sprüchen.

Ein kleines Ich, ein Licht, erwacht in der Dunkelheit und trifft eine Raupe. Diese führt sie zu den sieben Türen, u.a. „Licht und Dunkelheit“, „Angst und Mut“, „Glück und Trauer“. Das kleine Leuchten hat jede Menge Fragen. Die Raupe begleitet es auf der Suche nach dem Sinn und am Ende muss sich das kleine Ich entscheiden.

Das Buch reißt viele philosophische Themen an, kratzt jedoch nur an der Oberfläche und bietet wenig Tiefgründiges. Ich konnte weder neue noch überraschende Gedanken entdecken. Das Ganze hatte mich mehr an eine Sammlung von Sprüchen für ein Poesiealbum erinnert. Ich fand es insgesamt eher kitschig und langweilig. Teilweise hat es mich sogar geärgert, wie inhaltlos einige Phrasen einfach in den Raum geworfen worden.

Die Illustrationen waren persönlich auch nicht ganz mein Geschmack. Sie passen zwar von der Darstellung durchaus zum Text und vermitteln eine gewisse Atmosphäre, aber der Zeichenstil selbst war leider nicht ganz mein Fall.

Insgesamt war ich von diesem Poesiebuch völlig enttäuscht. Es besteht nur aus inhaltlosen Plattitüden ohne Substanz. Leider nicht mein Fall!

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Veröffentlicht am 11.06.2024

Die Entdeckung des Mehr

Drei Wasserschweine brennen durch
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Die Geschichte „Drei Wasserschweine brennen durch“ startet als zauberhafte Tiergeschichte, die ab der Mitte aber auch ein paar gruselige Züge annimmt. Das Buch wird als Vorlesebuch für Kinder ab 6 Jahren ...

Die Geschichte „Drei Wasserschweine brennen durch“ startet als zauberhafte Tiergeschichte, die ab der Mitte aber auch ein paar gruselige Züge annimmt. Das Buch wird als Vorlesebuch für Kinder ab 6 Jahren empfohlen. Ich denke aber, dass es sich eher für Ältere eignet.

Es werden Themen wie Erpressung, Entführung und Unterdrückung angesprochen oder die ganz reale Gefahr, von einem Tier gefressen zu werden. Das Ende selbst ist dann wieder witzig und kindgerecht. Zudem wird eine schöne Botschaft verbreitet, dass das Mehr (die Außenwelt) für alle da ist und dass man mit Freundschaft alles erreichen kann. Allerdings gibt es ein paar Schimpfwörter, auf die man ruhig hätte verzichten können.

Als Erstleserbuch ist es wahrscheinlich zu schwer, da insbesondere die Raben und der Esel einen eigenen Dialekt erhalten haben. Das ist witzig, wenn man einen gekonnten Vorleser hat, aber für Leseanfänger wird das Verständnis eher erschwert.

Insgesamt handelt es sich um eine kurzweilige Geschichte, die mit tollen Charakteren, einer fantasievollen Geschichte und einer schönen Botschaft zu unterhalten weiß.

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Veröffentlicht am 14.04.2024

Das Neue und Außergewöhnliche ist wunderschön

Jede*r kann die Welt verändern! - Ich bin Leonardo da Vinci
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Das Buch ist eine Mischung aus Comic und Sachbuch, dem es auf kindgerechte und kurzweilige Weise gelingt, Geschichte greifbar zu machen und den Charakter von Leonardo da Vinci auf wenigen Seiten zum Leben ...

Das Buch ist eine Mischung aus Comic und Sachbuch, dem es auf kindgerechte und kurzweilige Weise gelingt, Geschichte greifbar zu machen und den Charakter von Leonardo da Vinci auf wenigen Seiten zum Leben zu erwecken. Zudem gibt es eine Botschaft, die die Kinder direkt anspricht und sie auffordert, an sich selbst zu glauben und auch eigen(willig)e Wege zu gehen.

Der Autor Brad Meltzer stellt seine berühmte Persönlichkeit nicht distanziert vor, sondern lässt uns an seinem Leben ausschnittsweise teilhaben. Was hat ihn interessiert und bewegt? Wie ging er mit Schwierigkeiten um? Welche seiner Ideen haben ihn überdauert und tatsächlich den Sprung von Fantasie in die Realität geschafft. Natürlich kann das Leben Leonardos nicht in allen Details vorgestellt werden, die Kinder erhalten jedoch einen ersten Eindruck und lernen seine wichtigsten Errungenschaften kennen.

Bei dem Buch handelt es sich in erster Linie um einen Comic, bei dem jedoch auch die realen Abbildungen seiner Werke und sogar Fotos mit eingebaut wurden. Auf den letzten Seiten befindet sich zudem ein Zeitstrahl. Das Einzige, was ich ein wenig irritierend finde, ist, dass Leonardo unabhängig seines Alters durchgehend als alter Mann mit weißem Bart und Mütze dargestellt wird, auch in seinen jungen Jahren. Natürlich ist seine Wiedererkennbarkeit damit eindeutig, aber für Kinder hätte vielleicht auch die Mütze als bleibendes Erkennungsmerkmal gereicht.

Insgesamt bin ich von dem Buch begeistert und würde gerne weitere aus der Reihe „Jede*r kann die Welt verändern“ lesen. Auf jeden Fall ein gelungenes Comic-Sachbuch, das die Kinder auffordert, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und an ihren Träumen festzuhalten. Empfehlenswert!

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