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Veröffentlicht am 24.08.2025

Zeitgemäßes, politisch mögliches Zukunftsszenario – zum Nachdenken.

Im Land der Wölfe
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Es geht neben der Historie der fiktiven ostdeutschen Stadt Grenzlitz um die Bürgermeisterwahl mit vier beteiligten Parteien. Besonders zwischen den rechten "Blauen" mit dem Kandidaten Paul Witte und ...

Es geht neben der Historie der fiktiven ostdeutschen Stadt Grenzlitz um die Bürgermeisterwahl mit vier beteiligten Parteien. Besonders zwischen den rechten "Blauen" mit dem Kandidaten Paul Witte und den "Zukunftsgrünen" mit Katja Stötzel als zukünftiger Bürgermeisterin entwickelt sich ein spannungsgeladener Wahlkampf. Als Ich-Erzählerin und Coachin der Grünen fungiert die Berlinerin Nana, die in separatem Erzählstrang in experimentellem Schreibstil ihre Kindheit und Jugend mit ihrem älteren Bruder Noah aufarbeitet. Aktiv in diesem kommunalpolitischen Wahlkampf sind weitere Gruppierungen wie die „Identitäre Bewegung“ , die 1-Prozent-Bewegung und die "Antifa" verwickelt. Themen wie z.B. Kameraüberwachung und damit Grundrechte-Vernichtung neben Kampf dem politischen Islam und Migration sorgen neben problematischer Geschlechtsidentität zweier Männer für aufregende Entwicklungen. Die Rolle des rechten Ex-Zeitsoldaten und JVA-Beamten Falk Schloßer, samt "Mentholgeruch" und Carhartt-T-Shirt, ist nicht im Schwarz-Weiß-Muster gehalten, trifft er doch auf die Linke Nana mit überzeugenden Argumentationen, findet sich aber auch wieder an der provozierenden Seite seines rechten Parteifreundes und Bürgermeisterkandidaten Paul Witte wieder.
Dieses Wahlkampf-Szenarium kommt in seiner erschöpfenden, bedrohlichen Auswirkung auf einen Teil der Beteiligten realistisch an.

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Veröffentlicht am 22.08.2025

Anna Freud zwischen Lern- und Lehranalyse

Ich bin Anna
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Auf zwei Erzählebenen geht es um Sigmund Freud und seiner jüngsten Tochter Anna, jeweils als Ich-Erzähler. Im Alter von 84 Jahren, 1980 wohnhaft in London, beschreibt zunächst Anna rückblickend ihr Leben ...

Auf zwei Erzählebenen geht es um Sigmund Freud und seiner jüngsten Tochter Anna, jeweils als Ich-Erzähler. Im Alter von 84 Jahren, 1980 wohnhaft in London, beschreibt zunächst Anna rückblickend ihr Leben ab 1917 in Wien, ihre Tätigkeiten für die psychoanalytische Vereinigung und ihre Entwicklung zur Psychoanalytikerin. Über eine (fiktive) Lernanalyse bei ihrem Vater gelangt sie zur Lehranalyse. Neben biographischen Fakten geht es bei dem fiktiven Protagonisten Stadlober um dessen Ödipuskomplex und um „Eros" und „Thanatos“. Anna, voller Loyalität zur Familie, sieht sich selbst als Antigone, als mythische Figur neben der starken Vaterfigur Ödipus.
Die Zuordnung der meist kapitelweise wechselnden Ich-Perspektive von Anna und ihrem Übervater ist nicht immer sofort machbar, auch aufgrund gleichen Schreib- und Wortschatzstils, den Gedankenfluss lähmend. Teils fiktiv, teils biographisch, ist die Idee der Lernanalyse kreativ. Über Annas Biographie nach 1938 in London etc. zu lesen, wäre auch interessant gewesen.
Insgesamt wirkt der Roman eher schleppend im Schreibstil.

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Südfrankreich mit Urlaubsfeeling.

Die Farbe des Feuers
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Das Cover zeigt die bittere Orange, Symbol der Ewigkeit – Gegenstand in diesem Roman.
Die Szenerien spielen auf zwei Erzählebenen: Der marokkanische Gärtner und Muslim Abd-Sami al Wafi, 50, arbeitet 2019 ...

Das Cover zeigt die bittere Orange, Symbol der Ewigkeit – Gegenstand in diesem Roman.
Die Szenerien spielen auf zwei Erzählebenen: Der marokkanische Gärtner und Muslim Abd-Sami al Wafi, 50, arbeitet 2019 nur vertretungsweise für eine Woche mit am Gerüst der renovierungsbedürftigen Kathedrale Notre-Dame in Paris. Ansonsten hütet er ganzjährig den Orangenhain und die kostbare Sammlung seltener Zitrusbäume der Familie Bächle. Südlich von Montpellier in der Garrigue, Südfrankreich geht es auf dem Anwesen der schwäbischen Industriellenfamilie Heinz und Ira Bächle um die Hochzeitsvorbereitungen der fast vierzig jährigen Tochter Rebecca, die in ihrer flatterhaften Wohlstandsleere den adeligen, ungeliebten Künstler Gabriel heiratet und sie der langjährigen lesbischen Beziehung zur Journalistin Swann wenig nachhängt. Sie, auch einziges, adeliges Kind der Achalm trauert jedoch dieser innigen, liebevollen Freundschaft mit Rebecca nach. Thematisiert werden teils sarkastisch die Praktiken des Adels auf der Suche nach guten Partien oder Instagram-Accounts mit Selfies und Bildern als offen dargestellte Einsamkeit und Sinnentleertheit. Aber auch die Einstellung zu Ehe, zu Rassismus, zu Misstrauen und Hochmut der Christen gegenüber den Muslimen scheinheiliger katholischer Geistlicher wie auch innerhalb der Familienmitglieder der Familie Bächle wird angerissen. Detailliert werden der Palmsonntag-Gottesdienst, ein Stierkampf in Arles und die verbotene Prozedur um den Zugvogel Ortolan beschrieben. Die Charakterzüge der Romanfiguren verweisen auf künstlerisch verschwurbelte Gedankengänge, reichen über streithafte und islamfeindliche bis zu philosophische, seelisch kranke Anwandlungen. Der ausladende Schreibstil vermittelt einfühlsam den Verlust ehrlicher Bindungen mit nachfolgender Vereinsamung.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Eine tragische Entwicklungsgeschichte in spannendem, einfühlsamem Schreibstil.

Sag mir, was ich bin
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In vier Teilen auf zwei Erzählebenen entwickelt sich eine brillant konstruierte Kriminalgeschichte über eine toxische Familienkonstellation. Die Szenerien spielen in Philadelphia, Pennsylvania und auf ...

In vier Teilen auf zwei Erzählebenen entwickelt sich eine brillant konstruierte Kriminalgeschichte über eine toxische Familienkonstellation. Die Szenerien spielen in Philadelphia, Pennsylvania und auf einer Insel im Lake Champlain, Vermont.
Zunächst beginnt der Roman mit einem kurzen Telefonat im Mai 2018 zwischen Ruby Chevalier, 18, in Vermont und ihrer Tante Nessa Garvey in Philadelphia. Der kontrollmäßig auftretende, strenge Vater Lucas Chevalier sorgt durchgehend für ein ungemütliches, beklemmendes Ambiente. Zeitlich nicht chronologisch angeordnet entwickelt sich im Verlauf von zwanzig Jahren um das rätselhafte Verschwinden von Rubys Mutter Deena ein psychologisch straff verdichteter Krimi. Um seltsame Machenschaften und Manipulationen des Vaters und um Nessa´s unentwegte Bemühungen um Aufklärung dieses Vermisstenfalles geht es während dieses langen Zeitraumes. Beide Erzählebenen aus der Perspektive dieser zwei Frauen Ruby und Nessa, mit all ihren unkoordinierten Erinnerungen rund um die Familien, treffen sich im Jahr 2018. Thematisiert werden hauptsächlich männliche häusliche Gewalt und Manipulation bis zur ultimativen Überwachung und Bevormundung.

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Veröffentlicht am 15.08.2025

Der gelungene Auftakt einer Trilogie

Willkommen auf Tuga
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Das Cover, farblich und bildlich eine Südseeidylle repräsentierend, versetzt den Leser leicht in Urlaubsstimmung. Diese tropische Szenerie im Südpazifik wirkt während der Hurrikan-Saison bedrohlich. Wetterbedingt ...

Das Cover, farblich und bildlich eine Südseeidylle repräsentierend, versetzt den Leser leicht in Urlaubsstimmung. Diese tropische Szenerie im Südpazifik wirkt während der Hurrikan-Saison bedrohlich. Wetterbedingt kann der Hafen dann nur saisonbedingt angesteuert werden, was gewissen Einfluss auf das Inselleben hat. Wie sich das Miteinander dortiger Bewohner, einer Mischung diverser Ethnien, abspielt, wird anschaulich beschrieben. In ihrer Abgeschiedenheit und monatelanger Abstinenz von der Außenwelt liegt ihr Fokus auf einem reibungslosen Miteinander, jeder mit all seinen Fähigkeiten. Die Hauptprotagonistin Charlotte Walker, introvertierte Wissenschaftlerin und Tierärztin aus London, plant nicht nur die Erforschung einer seltenen Schildkrötenart einschließlich ihrer Bedeutung für das dortige Ökosystem, für Mensch, Fauna und Flora, sondern sucht auch nach ihrem Vater. Als Tierärztin unterwegs auf der Insel, trifft sie nicht nur auf der Schiffsreise auf Dan, einem gebürtigen Inselbewohner, Mediziner. Die Irrungen und Verwirrungen rund um ihre Liebesgeschichte werden eingerahmt durch das liebenswerte Agieren mehrerer Nebenfiguren, meist sympathisch beschrieben in ihrer Eigenart mit all ihren Geheimnissen.

Nach diesem unterhaltsamen Roman erhofft man sich, mehr über Charlottes Forschungsergebnisse und Vaterfigur, über medizinische Nachsorgeprogramme und über das liebevolle Miteinander der Inselbewohner zu lesen.

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