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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2024

Etwas langatmig, aber mit interessanten, religiös durchwachsenen Schauplätzen bespickt.

Blutrotes Karma
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Das Cover in rot-schwarzer Farbgebung offenbart bei genauer Betrachtung eine Frau in sitzender Jogaposition, passend zum Thriller. Dieser entführt den Leser ins chaotische Paris von 1968 mit Studentenunruhen, ...

Das Cover in rot-schwarzer Farbgebung offenbart bei genauer Betrachtung eine Frau in sitzender Jogaposition, passend zum Thriller. Dieser entführt den Leser ins chaotische Paris von 1968 mit Studentenunruhen, Arbeiterstreiks und politischen, gewerkschaftlichen Gruppierungen rund um De Gaulle und Pompidou – etwas ausladend. In dieses Setting – eher Nebenschauplatz – taucht neben dem intelligenten, schüchternen Studenten Hervè Jouhandeau sein raubeiniger Halbruder Jean-Louis Mersch, Inspektor bei der Mordkommission, auf. Mit Nicole Bernard, einer Mitstudentin, macht sich dieses ungleiche Trio als Ermittlerteam auf Spurensuche durch Frankreich, Indien und Rom, eingebettet in Religion, indisch-mystischen Wahn und Hippiebewegung. In fünf Unterteilungen mit Beschreibungen zu Sekten mit geheimnisvollen Praktiken und religiösen Feinheiten geht es um die Aufklärung von eigenwilligen Morden an jungen Frauen, wobei die Beschreibungen der indischen Schauplätze besonders bildgewaltig sind. Die Suche nach Motiv und Täter ist kreativ, bildhaft und brutal gestaltet. Viele Informationen zur damaligen Historie und zur Welt der Sekten und spirituellen Gemeinschaften mögen manchem Leser zu ausschweifend vorkommen und der Spannung abträglich sein. Teuflische Täter mit einer Mission!

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Veröffentlicht am 11.11.2024

Es fällt schwer, diese Parabel zu entschlüsseln.

Größtenteils heldenhaft
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Ein komischer Roman, der in seiner Kürze eher als Novelle gelten dürfte. Neben Inzest und Zauberei geht es hier um Macht, um Menschen und ihre Beziehungen. Superhelden mögen mehrmals sterben können, Bösewichte ...

Ein komischer Roman, der in seiner Kürze eher als Novelle gelten dürfte. Neben Inzest und Zauberei geht es hier um Macht, um Menschen und ihre Beziehungen. Superhelden mögen mehrmals sterben können, Bösewichte aber auch wieder auferstehen. Und indem diese Superschurken andere Superschurken beseitigen, mögen sie vielleicht auch schon wieder Helden sein. Die Hauptfiguren Femme und Held spielen in dieser doch komischen Geschichte mal den Guten, mal den Bösen, sich und alle anderen teils in Beziehungen zwischen Männern und Frauen, teils aus Machtgelüsten in der Gesellschaft permanent bekämpfend. Sollten hier Parallelen zum Nordirlandkonflikt zu erkennen sein?
Der Schreibstil mit langen, verschachtelten Sätzen erfordert Konzentration und auch die Wortwahl ist sehr eigenwillig auf den 126 Seiten. So wie in einer Liebesbeziehung von Femme und Held mögen wir auch bei Friedensverhandlungen wie in Nordirland immer wieder scheitern, sollten Vertrauen und Liebe fehlen. Es fällt schwer, diese Parabel zu entschlüsseln.

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Veröffentlicht am 10.11.2024

Intrigen in malerischer Kulisse

Der Ruf des schwimmenden Gartens
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Madeira als schwimmender Garten im Atlantik, die Insel des ewigen Frühlings, die Insel mit ihren schroffen Bergen, jäh hinabstürzenden Steilküsten, soviel unterschiedlicher auch exotischer Vegetation ...

Madeira als schwimmender Garten im Atlantik, die Insel des ewigen Frühlings, die Insel mit ihren schroffen Bergen, jäh hinabstürzenden Steilküsten, soviel unterschiedlicher auch exotischer Vegetation , im Norden die ungebremste Wucht der Atlantikwellen gegen die urzeitlichen Felsen aus Basalt und erstarrter Lava - all das wird in diesem Roman sehr lebendig beschrieben. Vom kühlen Norden her kommt das Wasser, denn die Wolken vom Atlantik bleiben an der zentralen Bergkette hängen und regnen sich kurz aus. Ohne dieses kostbare Wasser wäre der Süden der Insel eine Wüste. Seit der Besiedelung Madeiras vor fast sechshundert Jahren muss das Wasser in befestigten Kanälen in den trockenen Süden geleitet werden, ohne diese Levadas“, die wie ein Netz das Eiland überziehen, würde es keine solche Blumeninsel hier geben. Ihren Ruf als schwimmender Garten verdankt Madeira den Botanik verliebten Engländern. In den weitläufigen Parks ihrer stattlichen Herrenhäuser, den Quintas, kultivierten sie die Souvenirs aus den Kolonien in Übersee. In faszinierender Üppigkeit wachsen tropische und subtropische Pflanzen in der vulkanischen Erde.
Rund um das imposante Herrenhaus der Familie Hauenstein, das auch an die herrschaftlichen Landsitze in den ehemaligen britischen Kolonien erinnert, spielt die intrigante Szenerie um einen geplanten, bewaffneten, deutschen Putschversuch. Doch eigentlich geht es neben den touristischen Besonderheiten wie einer Fahrt mit der Zahnradbahn oder mit dem Korbschlitten, Tea-Time im Reid's , Besuch des tropischen Gartens des Monte Palace Hotels oder den Stickereien - ja, eigentlich geht es um Macht als Lebenssinn – authentisch verkörpert in der Figur des Richard Hauenstein. Der weibliche Gegenpart mit Frau Doktor Sofie Schultheiß, Fachärztin für Lungenheilkunde, kämpft um fachliche Anerkennung in einer männlich dominierten Welt und gegen kriminelle Machenschaften, mit liebevoller Unterstützung.
Insgesamt wird die Atmosphäre der damaligen Zeit ab 1914 in malerischer und spannender Kulisse lebendig eingefangen.

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Veröffentlicht am 08.11.2024

Nicht allen Patienten kann man gewaltlos helfen.

Mordscoach
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Das Cover zeigt auf weißem Grund eine elegante, mit Leder bezogene Chaiselongue – passend zum Krimi - mit Blut getränkt. Der Titel MORDSCOACH kann zweideutig verstanden werden – originell. Die Hauptfigur ...

Das Cover zeigt auf weißem Grund eine elegante, mit Leder bezogene Chaiselongue – passend zum Krimi - mit Blut getränkt. Der Titel MORDSCOACH kann zweideutig verstanden werden – originell. Die Hauptfigur Sophie Stach, Coachin und Psychoanalytische Supervisorin, entpuppt sich als Serienmörderin und teilt aus ihrer Ich-Perspektive ihre Rückbesinnungen an ihre eigene traumatische Kindheit mit, teilweise getriggert durch ihre mit diversen Traumata behafteten Patienten. Aber auch ihre Reflexionen über ihre Ehe und Jakobs unerwartete Affäre beschreiben ihre Trauer und Schmerz, ihren Verlust von Vertrauen gegenüber ihrem Ehemann. Zwar ist der Sprachstil teils humorvoll, teils sarkastisch, doch wird auch ihre Wut und Gewaltbereitschaft gut beschrieben. Als Psychotherapeutin mit der Lizenz zum Töten kommt sie bei der Aufklärung von diversen Morden in verführerischen Kontakt zu dem attraktiven Kommissar Quast, der auf Sophies Spur als Serienmörderin ist. Dass die Autorin als Psychotherapeutin arbeitet, schimmert durch. Das Ende ist offen. Es müsste weitere Aufklärung folgen. Kein abgeschlossener, knallharter Krimi – leider.

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Veröffentlicht am 08.11.2024

Ein Buch für Frauen - tiefgründig und Mut machend

The Freedom Clause
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Das Cover mit einem rothaarigen Frauenkopf in „entspannter„ Pose mag in frischer, poppiger Farbgebung sicherlich junge Generationen ansprechen. Im Verlauf von fünf Jahren als roter Faden werden wichtige ...

Das Cover mit einem rothaarigen Frauenkopf in „entspannter„ Pose mag in frischer, poppiger Farbgebung sicherlich junge Generationen ansprechen. Im Verlauf von fünf Jahren als roter Faden werden wichtige Momente beider Protagonisten aus ihrer Perspektive beschrieben. Ist anfangs der laut Freiheitsklausel erlaubte One-Night-Stand eine wichtige sexuelle Erfahrung besonders für Daphne, entwickelt sich für sie daraus mehr Mut zu beruflichen und weiblichen Bedürfnissen, zu mehr Selbstbewusstsein. In dieser Beziehungsdynamik verläuft Dominics Entwicklung hingegen charakterlich und auch beruflich negativ. Er verkommt zur Randfigur und betont den Fokus auf die nachvollziehbare, nennenswerte Entfaltung Ihres Charakters von der unsicheren, zurückhaltenden und eher ängstlichen jungen Frau zu einer sympathischen Kochbuch-Autorin mit einer großen Liebe zum Kochen als emotionalem Ventil in ihrem teils humorvollen Blog bzw. Substack. Diese unkonventionelle Reflexion über die Grenzen von Liebe, Sex und Freiheit regt vielleicht auch zum Nachdenken über die eigene Beziehung an. Aber das ernste Tabuthema „einvernehmlicher außerehelicher Sex“ mag an konservativen moralischen Ansichten mancher Leser*innen scheitern, denn der Kern der Botschaft tendiert zur unbedingten Loslösung aus solchen Ehestrukturen.
Insgesamt eine nachvollziehbare Geschichte zweier junger Menschen, die mit der Freiheitsklausel eine folgenschwere Entscheidung treffen – in adäquatem Schreibstil.

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