Mit einer Psychose ins wirre Abenteuer
Findet michAuf zwei Erzählsträngen entfaltet sich eine bürgerliche Familienchronik mit Erwin als zentrale krankhafte Vaterfigur, mit seiner starken, harmoniesuchenden Ehefrau Maria und den Kindern Lukas und Florence, ...
Auf zwei Erzählsträngen entfaltet sich eine bürgerliche Familienchronik mit Erwin als zentrale krankhafte Vaterfigur, mit seiner starken, harmoniesuchenden Ehefrau Maria und den Kindern Lukas und Florence, auch mit eigenen familiären Problemen behaftet. Während über mehrere Generationen hier punktuell zwischenmenschlich Vergangenes berichtet wird – von den Großeltern bis zu den Enkeln -, entwickelt sich Erwin verstärkt zu einem Angst einflößenden Familienmitglied mit realistisch geschilderten Auswirkungen auf Familie und Arbeitsumfeld. Im Alter von Mitte 50 bei zu viel Stress mit der Selbständigkeit fällt er in eine sich steigernde, wirre Psychose – beklemmend detailliert bis zu kurzen Satzteilen ausgeführt als spannenden Höhepunkt des Romans. Sein Spiel, einfach endlich in der Natur untertauchen: Findet mich. Das Familienleben mit Erwin unter Medikation leidet weiterhin, lässt die Belastung für alle spürbar werden. Mit der Ehefrau Maria als starke Konstante an seiner Seite entfaltet er sich langsam wieder. Der detailliert beschriebene Familienprozess, einerseits hier das Normalisieren des Alltags für Erwin, andererseits dort die Abwendung der Kinder, zeigt die schwere, langfristige Auswirkung auf alle nahe Betroffenen. Ein Buch zum Nachdenken!