Sehr lebendig erzählte Trennungsgeschichte nach 20-jähriger Ehe
Lügen, die wir uns erzählenAus der Perspektive der verlassenen, 47-jährigen Helene, erfolgreich als Krimiautorin, wird ihr gegenwärtiges und vergangenes Leben durchleuchtet, ob richtige oder falsche Entscheidungen auf dem eigenen ...
Aus der Perspektive der verlassenen, 47-jährigen Helene, erfolgreich als Krimiautorin, wird ihr gegenwärtiges und vergangenes Leben durchleuchtet, ob richtige oder falsche Entscheidungen auf dem eigenen Weg zur Selbstverwirklichung getroffen wurden. Neben ihrem verblassten langjährigen Eheleben mit Georg reflektiert sie in unruhigen Zeitsprüngen über ihr Verhältnis zu Alex, einem erfolgreichen britischen Autor. Den Erwartungen ihrer Mutter kann sie ihr Leben lang nicht genügen. Gefangen scheint sie zu sein in der Diskrepanz von Ängsten, Selbstzweifeln und dem äußeren, trügerischen, blendenden Erscheinungsbild von ihr. Thematisiert werden ihr Kinderwunsch, Fehlgeburten, Karriere, Liebe, Mutter sein. Der Rolle ihrer Teenager-Kinder wird verschieden großer Raum eingeräumt, für die Tochter Anne sogar eine separate Erzählebene, was irritierend, sogar überflüssig wirkt. In zahlreichen detailliert beschriebenen Alltagsszenen geht es um die stellenweise langatmige Entfremdung in ihrer Ehe, um das Gefühl emotionaler Leere, was der Schreibstil treffend und ehrlich erfasst. Unglaubwürdig lesen sich dagegen die Passagen rund um die Hausrenovierung und um die erneute Annäherung von Georg in der zweiten Buchhälfte. Unterhaltsam!