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Veröffentlicht am 15.03.2026

Ein Roman über emotionale Abhängigkeit und innere Konflikte.

Gelbe Monster
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Der Buchtitel und das Cover mögen sich symbolisch beziehen auf das 𝘉𝘭𝘶𝘮𝘦𝘯𝘮𝘶𝘴𝘵𝘦𝘳 der alten gelben Tapete in der Wohnung der Hauptfigur Charlie, 𝘸𝘪𝘦 𝘒𝘰̈𝘱f𝘦 𝘬𝘭𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳 𝘔𝘰𝘯𝘴𝘵𝘦𝘳 wirkend. Sie stehen stellvertretend ...

Der Buchtitel und das Cover mögen sich symbolisch beziehen auf das 𝘉𝘭𝘶𝘮𝘦𝘯𝘮𝘶𝘴𝘵𝘦𝘳 der alten gelben Tapete in der Wohnung der Hauptfigur Charlie, 𝘸𝘪𝘦 𝘒𝘰̈𝘱f𝘦 𝘬𝘭𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳 𝘔𝘰𝘯𝘴𝘵𝘦𝘳 wirkend. Sie stehen stellvertretend für die vielen inneren Konflikte, ihrer emotionalen Erwartungshaltung, ihrer Wut und fehlenden Selbstsicherheit. Diese junge PhD-Studentin für Mathematik mit dissozialem Verhalten und innerer Leere findet sich als Ich-Erzählerin auf einer von mehreren Erzählebenen zunächst in einem Anti-Aggressionstraining für Frauen wieder. Charlies Amour fou mit dem Literaturstudenten Valentin zeigt sie verletzt wie ein Gewaltopfer, was in weiteren Vor- und Rückblenden in diversen Szenarien enträtselt wird. Ihre zunächst liebevolle Liaison versinkt in eine obsessive Beziehung mit zunehmenden Übergriffen ihrerseits, mit Ohrfeigen und Wutausbrüchen gegenüber Valentin bis zu selbstzerstörerischer Gewalt. Welche Erlebnisse aus ihrer Kindheit im Zusammenhang mit ihrer Mutter zu dieser destruktiven Selbstabwertung, ihrer mangelnden Selbstliebe und Unsicherheit geführt haben, bleibt unklar. Thematisiert werden auch die gewichtige, enge Freundschaft mit Ella, das Patriarchat als Auslöser weiblicher Gewalt und nur sehr subtil das problematische Verhalten des Partners Valentin. Die Therapiesitzungen in ihrer Vielseitigkeit regen zum Nachdenken an. Die vielen Zeitsprünge mit einzelnen Puzzleteilen sind nicht klar durch Kapitel voneinander getrennt. In diesem doch ungewöhnlichen Setting mit der jungen, intelligenten, angehenden Mathematikerin wirkt die monatelange Vernachlässigung ihrer Doktorarbeit und vor allem die Absage der ihr angebotenen wissenschaftlichen Stelle in Madrid sehr unrealistisch, denn vor allem die Chance auf ein erneutes Angebot einer solchen interessanten beruflichen Position ist rar.
Das schwierige Thema von Charlies Amour fou berührt.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Offenlegung von wahren Gefühlen im Angesicht des Todes – berührend!

Die Liste der Lebenden
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Das Cover zeigt die SS Austria während ihrer Überfahrt von Hamburg nach New York auf dem ruhigen Atlantik. Das eiserne, überbelegte Dampfschiff sank am 13. September 1858 nach einem Brand, wobei nur 89 ...

Das Cover zeigt die SS Austria während ihrer Überfahrt von Hamburg nach New York auf dem ruhigen Atlantik. Das eiserne, überbelegte Dampfschiff sank am 13. September 1858 nach einem Brand, wobei nur 89 der 542 Passagiere gerettet wurden – historisch belegt. Durch Leichtsinn brach dort ein Feuer aus, nachdem zur Desinfektion des Zwischendecks statt Essig zum Auswaschen Teer zum Ausräuchern verwendet wurde und ein benutztes Gefäß umgestürzt war. Die Ära war geprägt vom Übergang von reinen Segelschiffen zu dampfunterstützten Schiffen (Mischantrieb). Dieser historische Roman porträtiert nicht nur Hans Christian Andersen und seine tiefe Verbindung zu seiner Seelenverwandten Henriette Wulff in Form eines Briefromans, seine Queerness, sondern auch sein karges Leben mit literarischen Verknüpfungen zu seinen Märchen, auch in Verbindung mit Zeitgenossen wie z.B. Kierkegaard, Alexander Friedländer oder Theodor Eisfeld. Angerissen wird die gescheiterte Revolution von 1848/49 mit Verbannten und politisch Enttäuschten und deren Vorstellungen von ökonomischen Erfolgsaussichten und politischer Selbstbestimmung in den USA.
Der Schreibstil des 19. Jahrhunderts, mit dem eher intimen, melancholischen Briefwechsel als Stilmittel, gibt dem Roman eine authentische Wirkung. Mit Jette, 53, nackt auf einer Holztür dahintreibend, nur vier Tage vom rettenden, verheißungsvollen New York entfernt, wird ein dramatisches, berührendes Ambiente aufgebaut. In gewählter Ausdrucksweise werden auch existenzielle, philosophische Gedanken aufgeworfen, ehrlich, offen und weit entfernt von einengenden Konventionen und prüdem Standesdenken.
Eine unglückliche, bisher unbekannte Liebesgeschichte mit einem leisen Tod inmitten von großem Sterben.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Eine spannende Osterwoche in Neapel

Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl
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Das Cover täuscht idyllische, ruhige Feiertage am Wasser vor, einladend mit maritimem Flair. Doch die zwei Hauptfiguren Commissario Salvo Gaetano und seine junge Kollegin, die Fischerstochter Beppa Belucci ...

Das Cover täuscht idyllische, ruhige Feiertage am Wasser vor, einladend mit maritimem Flair. Doch die zwei Hauptfiguren Commissario Salvo Gaetano und seine junge Kollegin, die Fischerstochter Beppa Belucci holen eine Wasserleiche aus dem Hafenbecken mit zu klärender, komplexer Hintergrundgeschichte, ob Unfall oder Mord. Im weiteren Verlauf spielt die Firma Spiraform, Hersteller von Premium-Algenprodukten, als größter Arbeitgeber der Stadt Neapel eine wichtige Rolle. Mindestens zwei seiner Mitarbeiter sind in dunkle Machenschaften verwickelt. Die traditionellen Osterfeiertage mit ihren Prozessionen im Verkehrschaos, mit seinen vielen kulinarischen Köstlichkeiten bilden den Rahmen für eine hartnäckige, sehr verwinkelte Ermittlungsarbeit. Sowohl der Kommissar als auch seine übereifrige und engagierte Kollegin setzen sich auch mit familiären Themen auseinander, was ihnen einen sympathischen Touch gibt. Die zahlreichen Nebendarsteller und italienischen Begriffe erschweren das Verfolgen der Handlung mit vielen Nebenschauplätzen. Thematisiert werden auch der Scirocco mit seinen Auswirkungen auf Wind, Wellen und Fischerei, sowie Produkt-Fälscherei mit Algen und die ehemalige Korallenverarbeitung in Torre del Greco bei Neapel.
Insgesamt ein interessanter, atmosphärischer Krimi. 3,5*

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Gelungene Neuorientierung im Leben von Erwachsenen mit Sinnkrise

Einatmen. Ausatmen.
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Das Blumencover im blühenden wilde-Wiese-Stil passt nicht optimal zum Brandenburger Schlossambiente mit gepflegter Yogawiese für zehn hochkarätige Teilnehmer des dortigen Achtsamkeitstrainings. Hauptfigur ...

Das Blumencover im blühenden wilde-Wiese-Stil passt nicht optimal zum Brandenburger Schlossambiente mit gepflegter Yogawiese für zehn hochkarätige Teilnehmer des dortigen Achtsamkeitstrainings. Hauptfigur Marlene Buchholz, 35 Jahre alt, weilt dort in Ermangelung menschlicher Führungsqualitäten für 14 Tage unter Anleitung des berühmten Alex Grow. Ihr kerniger, direkter Dialogstil bekräftigt ihre knallharte Arbeitshaltung sich selbst und ihren Mitarbeitern gegenüber. Doch zu sehr konstruiert und unrealistisch wirkt die zu schnelle Wandlung der Soziopathin Marlene nach Ankunft im Schloss, hervorgerufen durch die Bekanntschaft mit verletztem, gefährlichem Wildschein im angrenzenden dunklen Wald und mit schüchternem Hausmeister, sowie ihre offene Rückbesinnung auf verdrängte Emotionen hinsichtlich von tot geschwiegenen Russen-Vergewaltigungen an der Großmutter auf deren Flucht im 2. Weltkrieg. Neben der bisher gefühlsresistenten, schwierigen Spitzenmanagerin Marlene macht der von Schlafproblemen und Panikattacken gepeinigte Coaching-Guru Alex einen sehr zerbrechlichen Eindruck, sind die Ertragszahlen doch stark rückläufig und seine Paarbeziehungen bisher bedrückend. Thematisiert werden neben Beziehungsproblemen, seiner verlogenen Performance und gewissen Zukunftängsten auch der Kult der Selbstoptimierung und ihre Vermarktung, teilweise psychologisch beleuchtet. Die unterhaltsame Geschichte zeigt schließlich diese zwei menschlich gereiften Hauptfiguren in optimistischem Licht bei offenem Ende. 3,5*

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Ein aufrüttelnder autobiografischer Roman

Mit beiden Händen den Himmel stützen
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In der Ich-Form beschreibt die Hauptfigur Lale den Lebensweg seit ihrer Geburt bis zu ihrer ersten Entbindung. Während ihre Mutter drogenabhängig ist, sitzt ihr Vater wegen versuchten Bankraubs im Gefängnis. ...

In der Ich-Form beschreibt die Hauptfigur Lale den Lebensweg seit ihrer Geburt bis zu ihrer ersten Entbindung. Während ihre Mutter drogenabhängig ist, sitzt ihr Vater wegen versuchten Bankraubs im Gefängnis. Im Westberliner Ambiente der 80-er Jahre inmitten links-politischer Ideologie wächst Lale als Pflegekind auf, in einer Männer-WG durchseucht von Drogen, Alkohol und Sex. Mit dem dortigen Einzug ihres Vaters geht es zusammen für sechs Monate nach Nicaragua zwecks Unterstützung eines Schulbaus oder um Parolen und Aktionen der Bewegung 2. Juni. Verständlich, dass Lale mehr strukturierten Halt besonders in der Grundschule findet. Ihre Suche nach Geborgenheit, Liebe und Sicherheit verläuft besonders während ihrer Pubertät und Volljährigkeit nicht sehr erfolgreich, greift sie doch selbst auch zu Alkohol und Drogen, bricht ständig Projekte ab und ist vorbestraft. Der Schreibstil gibt die Schutzlosigkeit des Kindes bis ins Erwachsenenalter nüchtern wieder, was nicht angenehm zu lesen ist. Ihr Leben voller Vernachlässigung auf der Verliererspur könnte auch als Appell an unsere Gesellschaft empfunden werden, auch wenn das Jugendamt, Hausbewohner und einige Freundinnen in der WG versuchen, sich zu kümmern. Im Buchtitel schwingt wohl eine Übung der Qi-Gong-Lehre mit.
Kein leichter Lesestoff, berührend, tragisch!

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