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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.11.2023

Verlust, Vergeben, Heilung und Liebe – zwei Frauen mittendrin.

Wilde Minze
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Das Cover mit einem Cocktail und einer Vase mit Farn und großblütigen Blumen passt inhaltlich zum Roman. Die Gestaltung wirkt farblich poppig, jung und stilistisch minimalistisch. Die Szenerie spielt rund ...

Das Cover mit einem Cocktail und einer Vase mit Farn und großblütigen Blumen passt inhaltlich zum Roman. Die Gestaltung wirkt farblich poppig, jung und stilistisch minimalistisch. Die Szenerie spielt rund um Monte Rio und Los Angeles mit seinen Bars, Restaurants, einem Blumenladen etc. Der Schreibstil hat eine gewisse Leichtigkeit bei doch ernsthaften Themen wie Diskriminierung (hier bei Kreolen), Drogen, Verlust durch Tod des Elternteils und der besten Freundin, Prostitution, Vergebung, Vergessen, Mitschuld. Die detailreichen Beschreibungen zu Cocktails, Restaurants, Kräuter wie wilde Minze oder Yerba Buena sind interessant. Die Hauptfiguren, zwei junge, binärgeschlechtliche Frauen aus verschiedenem Milieu sind auf der Suche nach dem sie erfüllenden Lebensinhalt und in einer nicht unproblematischen Liebschaft mit zeitlichen Unterbrechungen, verbunden durch verschiedene Heilungsprozesse, gefangen zwischen Ängsten, zurückgelassen zu werden bzw. keine Vergebung zu finden. Sympathisch und liebevoll in ihren diversen Entwicklungsstadien werden sie realistisch präsentiert in amerikanischem Ambiente.

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Veröffentlicht am 04.11.2023

Ein Roman mit viel Selbstreflektion

Diamantnächte
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Das Cover mit seinen ineinander verlaufenden, bunten Farben ist ansprechend gestaltet. Der Buchtitel mit DIAMANT – als strahlendes Wertvolles – und NÄCHTE – als direkten Gegensatz dazu – birgt in sich ...

Das Cover mit seinen ineinander verlaufenden, bunten Farben ist ansprechend gestaltet. Der Buchtitel mit DIAMANT – als strahlendes Wertvolles – und NÄCHTE – als direkten Gegensatz dazu – birgt in sich die verborgene, innere Zerrissenheit der Hauptfigur. Dieser tiefgründige, sensible Roman, in drei Abschnitte unterteilt, bietet Erinnerungsfetzen von Kindheit, Jugend und Studentenzeit an. Der Schreibstil ist dabei teils poetisch, berührend und ehrlich:
Was Marianne noch nicht weiß: Wenn die kleine Lampe in ihrem Inneren die Welt zum Funkeln bringt wie Diamanten, muss sie vorsichtig versuchen, das Licht zu dämpfen, und sei es nur ein bisschen, aber sie darf auf keinen Fall versuchen, es immer weiter aufzudrehen, weiter und weiter und weiter, bis die Birne durchbrennt. Dann wird es sich anfühlen, als würde es nie wieder hell werden, als wäre die Lampe für immer zerstört. Die vorige Nacht war eine solche Diamantnacht gewesen.
Insgesamt wirkt die Hauptfigur etwas depressiv, traurig. In der Rahmengeschichte eingebettet hadert die Erzählerin ständig mit sich, mit einer angeblichen Inkompetenz im menschlichen Umgang, mit Selbstverletzungen. Viele Dinge werden nur angedeutet, machen daher die Nachvollziehbarkeit etwas schwer. Auch wird die Selbstwahrnehmung sowie die Wahrhaftigkeit der eigenen Erinnerungen hinterfragt. Jedoch die leise, ruhige Erzählweise fasziniert.

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Veröffentlicht am 03.11.2023

Ein komplizierter Plot – nicht ganz überzeugend.

Die mörderischen Cunninghams. Irgendwen haben wir doch alle auf dem Gewissen (Die mörderischen Cunninghams 1)
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Die Szenerie spielt in einem abgelegenen, total verschneiten Ski-Resort südlich von Canberra, Australien, ideal für Spannung und Dramaturgie. Der australische Schriftsteller Ernie Cunningham stellt zunächst ...

Die Szenerie spielt in einem abgelegenen, total verschneiten Ski-Resort südlich von Canberra, Australien, ideal für Spannung und Dramaturgie. Der australische Schriftsteller Ernie Cunningham stellt zunächst die Zehn Regeln für einen fairen Kriminalroman von Ronald Arbuthnott Knox vor, dann die einzelnen Familienmitglieder dieses Treffens. Der besondere Schreibstil mit eingeschobenen Hinweisen und Anmerkungen zu oben genannten Regeln dämpft leider den Lesefluss und auch die Spannung aufgrund von Vorankündigungen. Die Charaktere kommen gefühlt oberflächlich, nur teils sympathisch daher. Diese Familiengeschichte wirkt konstruiert, teils etwas diffus. Die Aufklärung der drei Fußspuren im Schnee beim 1. Mordopfer, jedoch nur einer alleinigen Spur zurück, erscheint unschlüssig. Der Sinn vom Familienbingo mit Sofias Bingo-Karten blieb eigentlich unklar, wenn auch überraschend wichtig für die ultimative Aufklärung. In Agatha Christie-Manier erfährt der Plot mit interessanten Twists schließlich die umfassende Auflösung durch obigen Schriftsteller, der die Leserschaft durchgehend versucht, in kumpelhafter Ansprache einzubeziehen. Ein erfolgreiches Familientreffen?

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Veröffentlicht am 01.11.2023

Ein nicht ganz so überzeugender Roman.

Das Nachthaus
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Kein üblicher Kriminalfall mit Aufklärung, sondern eher der Horrortrip eines Kranken mit all seinen Problemen erwartet den Leser. Wie eine bedrückende Fantasie in einer Geschichte, die schließlich im Krankenhaus ...

Kein üblicher Kriminalfall mit Aufklärung, sondern eher der Horrortrip eines Kranken mit all seinen Problemen erwartet den Leser. Wie eine bedrückende Fantasie in einer Geschichte, die schließlich im Krankenhaus zum 3. Mal im dritten Abschnitt des Buches mit aufklärenden Details weiterhilft, verläuft spannend beschrieben eine gruselige Geschichte rund um ein mysteriöses Haus im Wald ab, wie das Cover auch klar wiederspiegelt. Da es im ersten Teil um 14-jährige, schulpflichtige Teenies rund um Richard geht, konnte es sich auch gut um ein Fantasy-Jugendbuch handeln. Erst nach dem Zeitsprung von 15 Jahren anlässlich eines Jahrgangstreffens der Klasse spielt im 2. Teil die abgewandelte Szenerie nun im Erwachsenenalter mit ihm als gefeierter Jugendbuchautor. Zwar sind ein FBI-Agent und der örtliche Polizeichef am Rande mit involviert, vermisst wird hier jedoch ernsthafte polizeiliche Ermittlungsarbeit. Der sehr bildhafte Sprachstil regt die eigene Fantasie ordentlich an, die finale, überraschende Auflösung bringt den Charakter der Hauptfigur schließlich menschlich näher.
In welches Genre passt dieses fantasievolle Buch?

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Veröffentlicht am 31.10.2023

Ein Buch mit Themen für Diskussionen – jedoch ohne Tiefgang.

All dies könnte anders sein
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Das Cover ist farblich erfrischend, gehalten in verschieden ausgerichteten, leicht gewundenen Farbstreifen entlang einer Farbskala - lebensbejahend, ansprechend jung. Inhaltlich spielt die Szenerie in ...

Das Cover ist farblich erfrischend, gehalten in verschieden ausgerichteten, leicht gewundenen Farbstreifen entlang einer Farbskala - lebensbejahend, ansprechend jung. Inhaltlich spielt die Szenerie in Milwaukee zu Zeiten Obamas als Präsident. Die junge Generation wie Sneha, 21 Jahre alt, eingewanderte Inderin mit einem lieblosen Job in der Zeit der Rezession in den USA, versucht als queere Frau und Person of color zurecht zu kommen. Mutige Themen wie Arbeitsbedingungen, Dating, Rassismus, Arbeitsrecht, Mietrecht etc. werden zum Teil nur tangiert und nicht in der nötigen Tiefe ausgeführt. Größenteils aus der Perspektive von Sneha geschrieben sind ihre Dialoge zwar spritzig jung gehalten, teilweise mit Slang, ohne Anführungszeichen, jedoch beim Lesen gewöhnungsbedürftig. Leider gewinnen die Figuren nicht genug Tiefe und das Geschehen plätschert so dahin. Zwar regen diese topaktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Probleme der USA zum Nachdenken an, hinterlassen aber wenig Lesevergnügen.

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