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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2023

Unterschätze nie diese vier agilen Senioren mit Biss!

Der Donnerstagsmordclub und die verirrte Kugel (Die Mordclub-Serie 3)
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Der freundschaftliche, nette, teils humorvolle Schreibstil gefällt ohne Zweifel. Die Wehwehchen im Alter und trotz all der vielen diversen Zipperlein kommt eine lebensbejahende, immer noch neugierige Einstellung ...

Der freundschaftliche, nette, teils humorvolle Schreibstil gefällt ohne Zweifel. Die Wehwehchen im Alter und trotz all der vielen diversen Zipperlein kommt eine lebensbejahende, immer noch neugierige Einstellung voller Initiative rüber von dem über 70+-Quartett und ihren weiteren Bekannten und Freunden. Diese vier munteren Charaktere tauchen wieder in ihrer Verschiedenheit in weiteren feinen Facetten in diesem Band 3 auf. Besonders die Darstellung der fortschreitenden Demenz bei Stephan liefert berührende, einfühlsame Lesemomente. Erstaunlich viele Nebenschauplätze mit unerwarteten Wendungen sorgen fast für mehr Spannung als der eigentlich angepeilte, ungeklärte Fall der verschwundenen Journalistin Bethany Waites vor zehn Jahren. Doch auch dieser Cold Case ohne Leiche findet eine absolut überraschende Wendung mit genau genommen offenem Ende nach zahlreichen Verlaufssträngen. Insgesamt sehr unterhaltsam und spannend!

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Veröffentlicht am 14.03.2023

Keine der Figuren hat mich wirklich berührt.

Siegfried
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Die Figur Siegfried steht sinnbildlich wohl für unsere immer noch stark patriarchal geprägte Gesellschaft. Um ihn kreisen drei Generationen von Frauen: seine Mutter Hilde, die ihn vergöttert, seine Ehefrau, ...

Die Figur Siegfried steht sinnbildlich wohl für unsere immer noch stark patriarchal geprägte Gesellschaft. Um ihn kreisen drei Generationen von Frauen: seine Mutter Hilde, die ihn vergöttert, seine Ehefrau, die er betrügt und kleinmacht, und seine Tochter, die Erzählerin, deren Selbstbild er bis weit in ihr Erwachsenenalter prägt, obwohl er physisch kaum anwesend ist. Warum er jedoch eine solch große Bedeutung haben soll, bleibt trotz der vielen Rückblenden rätselhaft. Insgesamt zeichnet dieser Roman eine Frau im Chaos der täglichen, zu hohen Ansprüche, mit Emotionen und gedanklichen Verirrungen, mit starker Sehnsucht nach Ruhe und Ordnung, Entlastung, Orientierung. Ihr Lebenskonstrukt mit all dem Druck scheint einzustürzen. Der Erzählstil passt sehr gut zum Inneren der Protagonistin. Insgesamt passiert in dem Buch nicht viel, angeschnittene Themen werden nicht ausgearbeitet, sodass ich ratlos zurück bleibe trotz inhaltlich interessantem Plot um ein Frauenleben, mit zwischenmenschlichen Beziehungen, auch zwischen den Generationen.

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Veröffentlicht am 13.03.2023

Ein Lesevergnügen!

Die Bibliothek der Hoffnung
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Das Cover mit Holzregalen im Hintergrund, gefüllt mit Büchern, und einer jungen Frau mit seitlichem, zeitlosem Blick in die Ferne, lädt zum Zugreifen ein. Sehr einladend! Die auf wahren Begebenheiten beruhende ...

Das Cover mit Holzregalen im Hintergrund, gefüllt mit Büchern, und einer jungen Frau mit seitlichem, zeitlosem Blick in die Ferne, lädt zum Zugreifen ein. Sehr einladend! Die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte gibt einen anschaulichen Einblick des Londoner East End Lebens während der Bombenangriffe der Deutschen im zweiten Weltkrieg wieder. Im Nachtrag findet man die verblüffende Geschichte um die Bethnal Green Bücherei mit Originalfotos. Diese im Hinterkopf behaltend finde ich die schriftstellerische Umsetzung des Kriegsthemas voll gelungen, herzerwärmend, abgerundet und schlüssig in der Handlungsweise ihrer Hauptfiguren. Die Traumata, Ängste, Bedrohungen und die alltägliche Mangelwirtschaft kommen greifbar nahe beim Lesen. Die Mitmenschlichkeit, der Mut, der Zusammenhalt untereinander und die ehrliche Freundschaft dominieren, aber auch die Klischees der Gesellschaft werden bedient – insgesamt ein umfassender geschichtlicher Einblick über die Jahre 1944 bis weit nach Kriegsende über das lebhafte, enge, dunkle Leben in einem U-Bahn Tunnel mit Bücherei.

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Veröffentlicht am 11.03.2023

Studentenleben mit viel Musizieren und Selbstfindung!

Straßenmusik
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Zwei junge Studenten, Chiara aus Graz und Jonas aus Hannover, beide genießen unabhängig voneinander eine kurze Auszeit in Amsterdam, sie mit ihrer Gitarre als Straßenmusikantin und er, indem diese vergessene ...

Zwei junge Studenten, Chiara aus Graz und Jonas aus Hannover, beide genießen unabhängig voneinander eine kurze Auszeit in Amsterdam, sie mit ihrer Gitarre als Straßenmusikantin und er, indem diese vergessene Gitarre von ihm zufällig gefunden wird. Verbindend wird für beide das Interesse an Musik und ihre momentane problematische Leere im jeweiligen Studentenleben. Musizieren, Komponieren und intensives Brainstorming mit kreativem Gedankenaustausch über diverse Internet-Medien mit Feedbacks von Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten in Chatrooms z.B. - so entwickelt sich mit der Zeit eine tiefer gehende Freundschaft. Einige Musiktitel bekannter Musiker und eigene Liedkompositionen werden eingebracht, die Musikkennern jüngerer Jahrgänge vielleicht bekannt sein mögen. Der Schreibstil ist erfrischend jung, die in Englisch gehaltenen Dialoge vielleicht nicht für alle Leser interessant. Das mit bunten Seifenblasen illustrierte Cover geht auf die Straßenkunst Amsterdams kreativ ein.

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Veröffentlicht am 10.03.2023

Eine spannende, tragische Lebensgeschichte

Morgen und für immer
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Der paranoide Diktator Albaniens - Enver Hoxha – und sein Spitzelsystem geben diesem geschichtlich orientierten Roman den tragischen Rahmen im Leben des Pianisten Kajan Dervishi. Viel lernt der Leser über ...

Der paranoide Diktator Albaniens - Enver Hoxha – und sein Spitzelsystem geben diesem geschichtlich orientierten Roman den tragischen Rahmen im Leben des Pianisten Kajan Dervishi. Viel lernt der Leser über die Geschichte Albaniens seit dem 2. Weltkrieg bis 1991, dem Ende des Kommunismus. Totalitarismus, Diktatur, tägliche Angst inmitten von Spitzeln, viele Grausamkeiten an Menschen in Geiselhaft, das alles beschreibt der Autor in beklemmendem Schreibstil. Viele Menschen auf der Flucht im 20. Jahrhundert und ihre persönlichen Schicksale werden einfühlsam dargelegt in passender, teils beklemmender Wortwahl. Wieviel Leid kann ein Mensch ertragen? Eine klare Leseempfehlung!

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