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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2017

Auch der dritte Auftritt von Bernd Kastrup und seinem Team weiß wieder zu überzeugen

Die Schlange von Hamburg
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Ein toter Student in der S-Bahn führt Kommissar Bernd Kastrup und sein Team auf die Spur der mysteriösen Schlange von Hamburg, die ihre Morde scheinbar wahllos und ohne Motiv begeht. So beginnt ein Wettlauf ...

Ein toter Student in der S-Bahn führt Kommissar Bernd Kastrup und sein Team auf die Spur der mysteriösen Schlange von Hamburg, die ihre Morde scheinbar wahllos und ohne Motiv begeht. So beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem auch einige gute oder auch weniger gute Bekannte aus früheren Fällen kräftig mitmischen.

Dieser Thriller ist der inzwischen dritte Band der Reihe um Bernd Kastrup und seinem Team von der Hamburger Kriminalpolizei. Zwar lässt sich grundsätzlich jedes Buch der Reihe auch einzeln lesen, doch speziell in diesem Buch werden neben der spannenden Mördersuche auch noch relativ viele Stränge aus den Vorgängern weitergeführt und zum Ende gebracht, so das es sich hier empfiehlt, die beiden ersten Bücher zu kennen. Zudem geht ansonsten bei den Informationen aus diesem Buch auch noch einiges an Lesevergnügen und überraschenden Wendungen in den ersten beiden Bänden verloren.

Neben einer spannenden und gut konstruierten Krimihandlung, einem hohen Erzähltempo und überzeugenden Charakteren bietet das Buch auch wieder eine Menge Hamburger Lokalkolorit, man merkt jederzeit, das der Autor sich in seiner Stadt bestens auskennt und es versteht, dieses Wissen auch gut in die laufende Handlung einzubinden, ohne dabei von der Geschichte abzulenken oder gar zu langweilen.

Auch wenn die "Tier-Trilogie" mit diesem Band eigentlich zu Ende erzählt ist, hoffe ich doch auf weitere Fälle mit Bernd Kastrup und seinem sympathischen Team. Entsprechendes Potential ist in den gut gezeichneten Figuren durchaus noch vorhanden.

Veröffentlicht am 02.05.2017

Harter und kompromissloser Thriller made in Germany

Der Näher
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Martin Abel, der Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, ist nach seinem letzten Fall noch ziemlich angeschlagen und hält im Moment nur interne Schulungen in Sachen Profiling ab. Doch jetzt will er wieder ...

Martin Abel, der Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, ist nach seinem letzten Fall noch ziemlich angeschlagen und hält im Moment nur interne Schulungen in Sachen Profiling ab. Doch jetzt will er wieder zurück an die Ermittlerfront. Und so überträgt ihm sein Vorgesetzter auf sein Drängen hin endlich wieder einen neuen Fall und schickt ihn nach Gummersbach, wo zwei schwangere Frauen spurlos verschwunden sind, dabei aber vorher einen Abschiedsbrief hinterlassen haben. Aus dem scheinbaren Routinefall wird sehr schnell die Jagd auf einen brutalen und skrupellosen Mörder, die Abel alles abverlangt und ihn immer mehr an seine Grenzen bringt.

Mit dem inzwischen dritten Fall (den man aber auch problemlos ohne Vorkenntnisse aus den ersten beiden Büchern lesen kann) in der Reihe um Martin Abel legt der Autor Rainer Löffler hier einen harten und kompromisslosen Thriller vor, den man in dieser Form eher aus dem englischsprachigen Raum und weniger aus deutschen Landen kennt.
Dabei bietet er alles auf, was man von einem guten Thriller erwartet: Eine gut konstruierte Geschichte mit vielen überraschenden Wendungen und einem Ende, das man so sicher nicht erwartet hätte. Überzeugend gezeichnete Charaktere, mit denen man gerne mitfiebert. Und ein packender Schreibstil, der die Geschichte mit hohem Tempo vorantreibt, dabei in seinen Beschreibungen wenig bis nichts auslässt und so immer wieder für einen wohligen Schauer sorgt, der einen beim Lesen auch gnädig über die eine oder andere kleinere Ungereimtheit hinwegsehen lässt.

Definit kein Buch für Zartbesaitete, alle Fans von harten Thrillern kommen hier aber voll auf ihre Kosten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Handlung
  • Figuren
  • Atmosphäre
  • Spannung
Veröffentlicht am 27.04.2017

Spannender Ostfriesland-Krimi aus der Jan-Krömer-Reihe

Blindgänger
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Jan Krömer und Lisa Berthold werden zu einem Fall herausgerufen, für den sie auf den ersten Blick gar nicht zuständig sind. Ein Man ist spurlos verschwunden, auf der Motorhaube seines Autos liegt die Leiche ...

Jan Krömer und Lisa Berthold werden zu einem Fall herausgerufen, für den sie auf den ersten Blick gar nicht zuständig sind. Ein Man ist spurlos verschwunden, auf der Motorhaube seines Autos liegt die Leiche seines Hundes. Im Heimatort des Vermissten bildet sich schnell ein privater Suchtrupp, der den Ermittlern die Arbeit nicht gerade erleichtert. Als sich eine Verbindung zu einem zweiten Vermisstenfall ergibt, zeigt sich, das doch mehr hinter der Angelegenheit steckt als zunächst vermutet. Und dann ist da noch der abgelegene verlassene Bauernhof, der ein schauriges Geheimnis bereithält ...

Dieser Ostfrieslandkrimi ist der inzwischen sechste Band (und zugleich mein dritter) aus der Reihe um die Auricher Ermittler Jan Krömer und Lisa Berthold und bietet wieder einmal solide und spannende Krimikost, die mich bestens unterhalten konnte.
Wie schon seine Vorgänger liefert das Buch wieder einmal die bewährte Mischung aus dem Zusammenspiel der beiden ungleichen und etwas sperrigen Ermittler und einer durchaus blutrünstigen Geschichte, die in seinen Beschreibungen wenig bis nichts auslässt und dabei den einen oder anderen Schockmoment bietet.
Mit hohen Tempo und einem flotten Schreibstil treibt die Autorin die gut konstruierte Geschichte voran und steuert sie ohne großes Nebengeplänkel schnurstracks auf seine insgesamt überzeugende Auflösung zu.
Den Protagonisten hätte meiner Meinung nach ab und an ein wenig mehr Tiefe durchaus gut getan, den Unterhaltungswert des Buches kann dies aber nur wenig schmälern.

Veröffentlicht am 21.04.2017

Spannung, Humor und schräge Typen - ein echter Nettelbeck eben

Hyänengesang
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Martin Nettelbeck ist in Gedanken eigentlich schon mit seiner Familie im gemeinsamen Urlaub in Ghana, als er mit seinem Partner Wilbert Täubner zu einem Mordfall gerufen wird. In einem Hotel wurde ein ...

Martin Nettelbeck ist in Gedanken eigentlich schon mit seiner Familie im gemeinsamen Urlaub in Ghana, als er mit seinem Partner Wilbert Täubner zu einem Mordfall gerufen wird. In einem Hotel wurde ein totes Callgirl gefunden und alle Spuren und Hinweise deuten auf einen Täter aus der Botschaft des Oman und damit auf schwieriges diplomatisches Parkett.
Parallel platzen die Träume des abgehalfterten Schlagersängers Roman Weiden auf ein grandioses Comeback wie eine Seifenblase und er schmiedet finstere Rachepläne gegen seinen ehemaligen Vermögensverwalter Maximilian Hollweg, der nach einem schweren Verkehrsunfall mit Fahrerflucht seit einigen jahren an den Rollstuhl gefesselt ist.

Mit dem jetzt schon 5. Fall seines ungewöhnlichen Ermittlers Martin Nettelbeck liefert Rainer Wittkamp wieder einmal einen absolut überzeugenden Kriminalroman ab, der sich deutlich abseits der üblichen Krimipfade bewegt.
Mit viel Sinn fürs Detail, herrlich verschrobenen Protagonisten, einem äußerst launigem Schreibstil und reichlich Situatonskomik breitet der Autor zunächst mehrere Erzählstränge aus, die anfangs nur oberflächlich miteinander verwoben sind, dann aber immer mehr ineinandergreifen und schlußendlich ein absolut überzeugendes Gesamtbild liefern.
Ein sehr bildhafte Sprache, die die Vergangenheit als Autor und auch Regisseur bei diversen Fernsehproduktionen nicht leugnen kann, trägt zum Gesamtvergnügen auf gelungene Art und Weise bei.

Wer auf ungewöhnliche, aber dennoch spannende Krimis mit schrägen Typen und trockenem Humor steht, wird hier bestens unterhalten.

Veröffentlicht am 21.04.2017

Grandiose Mischung aus Kunst- und Spionage-Thriller

Der Raub
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Dies ist nach dem Nachfolgeband "Der englische Spion" erst mein zweites Buch von Daniel Silva, doch hat das schon ausgereicht, um aus mir einen echten Fan der Reihe um den israelischen Agenten Gabriel ...

Dies ist nach dem Nachfolgeband "Der englische Spion" erst mein zweites Buch von Daniel Silva, doch hat das schon ausgereicht, um aus mir einen echten Fan der Reihe um den israelischen Agenten Gabriel Allon zu machen.

Bevor Gabriel Allon in Kürze die Leitung des israelischen Geheimdienstes, hier nur kurz "Der Dienst" genannt, übernehmen soll, wendet er sich noch einmal seiner großen Leidenschaft zu und restauriert ein Altarbild in einer Kirche in Venedig. Eher widerwillig lässt es sich daher in die Ermittlungen zum Mord an einem englischen Kunsthändler hineinziehen und übernimmt die Sache auch nur, weil sein alter Bekannter Julian Isherwood in die Angelegenheit verstrickt ist. Doch dann merkt Gabriel sehr schnell, das es hier um weit mehr geht, als nur um ein paar gestohlene Bilder.

Nach nunmehr 15 Bänden der Reihe ("Der Raub" ist dabei die laufende Nr. 14) hat der Autor inzwischen ein riesiges Aufgebot an Figuren entwickelt, die auch immer wieder in den einzelnen Büchern auftreten. Das macht es für Quereinsteiger wie mich eigentlich immer schwer, mitten in eine solche Reihe einzusteigen. Daniel Silva beherrscht aber die große Kunst. Neulesern diesen Einstieg jederzeit zu ermöglichen, ohne dabei seine Stammleser zu langweilen oder gar zu vergraulen.
Und so war ich auch bei diesem Buch schon nach wenigen Seiten wieder mittendrin im Geschehen und gefangen in einer spannenden Geschichte, die seine Leser mit hohem Tempo und vielen Ortswechseln in seinen Bann zieht und vor allem zeigt, das man auch ohne große Action und viel Blutvergießen absolut spannende und überzeugende Thriller abliefern kann.
Wenn sich die Story im zweiten Teil des Buches urplötzlich vom Kunstthriller zum Spionagethriller wandelt, fühlt man sich dabei sogar mitten in eine Folge der alten US-Serie "Kobra, übernehmen Sie" bzw. "Mission Impossible" versetzt und begleitet ein Team, das mit Tarnidentitäten und Täuschungsmanövern einen ausgeklügelten Plan verfolgt.

Ein weiterer überzeugender Band einer Reihe mit hohem Suchtfaktor.

Gut, das ich die Wartezeit auf die nächsten Bücher (Band 16 ist in der Zwischenzeit bereits für den Herbst 2017 angekündigt) noch mit reichlich Lesestoff aus den 13 Vorgängern überbrücken kann und dabei zudem noch die eine oder andere Wissenlücke schließen kann.