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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.12.2016

Max Wolfe jagt den Club der Henker - spannender London-Krimi

Wer Furcht sät
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In London macht der "Club der Henker", eine Art Bürgerwehr, Jagd auf Verbrecher und stellt die Videos ihrer Hinrichtungen anschließend ins Internet. Obwohl sie von Teilen der Öffentlichkeit als Helden ...

In London macht der "Club der Henker", eine Art Bürgerwehr, Jagd auf Verbrecher und stellt die Videos ihrer Hinrichtungen anschließend ins Internet. Obwohl sie von Teilen der Öffentlichkeit als Helden gefeiert werden, nehmen Max Wolfe und seine Kollegen den Kampf gegen diesen Club auf. Dabei gerät Max aber selber ins Visier der Henker ...

Obwohl der dritte Fall mit Max Wolfe mein erstes Buch der Reihe war, ist mir der Einstieg problenlos gelungen. Das Buch überzeugt durch eine gut konstruierte Geschichte, überzeugend und vielschichtig gezeichnete Charaktere und einen gelungenen, flüssigen Schreibstil.
Im Vorwort beschreibt der Autor, das es ihm äußerst wichtig ist, mit seinen Büchern nicht nur Spannung, sondern auch Emotionen zu erzeugen. Nach Beendigung dieses Buches kann ich nur unterstreichen, das ihm dieses auf ganzer Linie gelungen ist.

Durch einige zusätzliche Nebenstränge, die den Hauptstrang der Geschichte aber keineswegs unterbrechen oder stören, sondern auf überzeugende Art und Weise unterstützen und ihm zusätzliche, wichtige Facetten hinzufügen, wird zudem das Thema Selbstjustiz aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, so das man beim Lesen seine eigene Haltung zum Thema immer wieder überprüfen kann und auch muss. Gerade in den derzeit doch eher unruhigen Zeiten leistet das Buch somit einen wichtigen Diskussionsbeitrag in einer immer wieder aufflammenden Debatte.

Ein Krimi, der mich auf ganzer Linie begeistert und auf die weiteren Büches der Reihe mehr als neugierig gemacht hat.

Veröffentlicht am 19.12.2016

Spannende Fortsetzung des Fraktal-Zyklus, die das hohe Niveau der ersten 7 Bände mühelos hält

Heliosphere 2265 - Der Fraktal-Zyklus 3 - Kampf um NOVA (Bände 8-10)
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In diesem Hardcover sind die Bände 8 bis 10 der monatlich als E-Book erscheinenden Sciene-Fiction-Serie Heliosphere 2265 versammelt.

Die Handlung schließt nahtlos an den Band 7 der Serie an. Da es hier ...

In diesem Hardcover sind die Bände 8 bis 10 der monatlich als E-Book erscheinenden Sciene-Fiction-Serie Heliosphere 2265 versammelt.

Die Handlung schließt nahtlos an den Band 7 der Serie an. Da es hier aber keine kurze Zusammenfassung der ersten Bände gibt, sollte man die Vorgängerbände schon kennen, um problemlos in die Handlung einsteigen zu können. Ist diese kleine Anfangshürde dann aber erst einmal übersprungen, zieht einen die Geschichte wieder sehr schnell in ihren Bann und man erhält den gewohnten Mix aus Weltraumabenteuern mit der (zunächst allerdings ziemlich beschädigten) HYPERION unter Jayden Cross, der sich mit seiner Crew inzwischen komplett den Rebellen unter Santana Pendergast angeschlossen hat und den Intrigen und politischen Ränkelspielen im Sol-System, in deren Mittelpunkt der frühere Admiral und heutige Präsident Sjöberg steht, der die Macht an sich gerissen hat, das Sol-Sytem dabei nach und nach in eine Diktatur umwandelt und einen strikten und langgehegten Plan verfolgt, um seine Stellung zu verteidigen und zu festigen.

Die Handlung ist gut aufgebaut und weiß regelmäßig durch interessante und unerwartete Wendungen zu überraschen. So bekommen scheinbare Nebensächlichkeiten im weiteren Verlauf der Handlung immer wieder doch noch eine eine neue und größere Bedeutung. Und so bleibt es beim Grundsatz: "Hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint." Zudem wartet die Serie wieder mit einigen neuen und interessanten Charakteren, wie z. B. Kristen "Kirby" Balfair, auf und bietet Einblicke in die Familien von Jayden Cross und Noriko Ishada.

Wer an spannender Science-Fiction, großen Geheimnissen und politischen Intrigen Gefallen findet, wird hier bestens unterhalten. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt, wie es in den Bänden 11 bis 13, dem großen Finale des ersten Zyklusses, mit der HYPERION und ihrer Besatzung weitergeht. Das von Sjöberg eingeleitete Projekt "Vergeltung" lässt da auf jeden Fall Böses, aber auch viel Spannung erahnen.

Veröffentlicht am 13.12.2016

Beeindruckendes Debüt und ein Thriller, der einen so schnell nicht mehr loslässt

Corporate Anarchy
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Marvin ist ein junger Mann, der an den politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen unserer Welt schier verzweifelt. So sehr er auch versucht, die Gier und die Rücksichtslosigkeit in unserer Gesellschaft ...

Marvin ist ein junger Mann, der an den politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen unserer Welt schier verzweifelt. So sehr er auch versucht, die Gier und die Rücksichtslosigkeit in unserer Gesellschaft zu bekämpfen, immer wieder rennt er vor Mauern und muss seine eigene Machtlosigkeit in diesem gnadenlosen System erkennen. Zuletzt verliert er sogar seinen Job als Werbetexter, als er einen Großauftrag sabotiert, den er nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Als ihm der charismatische Lennard bei einer Demonstration aus einer brenzlichen Lage befreit und ihn anschließend mit zu seinen Freunden vom Camp Zukunft nimmt, sieht Marvin endlich Licht am Ende des Tunnels. Lennard zeigt ihm den scheinbar einzigen möglichen Weg zu Veränderungen auf: den Weg der Gewalt. Marvin bricht alle Brücken hinter sich ab und schließt sich der Gruppe an. Nach einigen erfolgreichen Aktionen überkommen ihn aber erste Zweifel. Kann es sein, das ihm ein furchtbaren Fehler unterlaufen ist und er sich mit den falschen Leuten eingelassen hat ?

Nils Honne gelingt hier ein beeindruckendes Debüt, das mich auf ganzer Linie überzeugen konnte. Die Geschichte beginnt relativ ruhig und nimmt sich Zeit, seine Charaktere und ihre Hintergründe ausführlich vorzustellen. In diesem Rahmen lässt es der Autor auch nicht an einer gehörigen Portion Gesellschaftskritik fehlen.
Das Buch ist durchgehend aus der Perspektive von Marvin geschrieben, so das wir beim Lesen besonders an seiner Gedankenwelt mit all seinen Nöten und Ängsten hautnah teilhaben können. Aber auch die anderen Mitglieder der Gruppe werden gut und glaubwürdig charakterisiert.

Ungefähr in der Mitte des Buches kippt die Stimmung dann endgültig und entwickelt sich zu einem echten Triller, der ein gehöriges Maß an Tempo, Spannung und Dramatik in die Geschichte einbringt und so konsequent auf ein furioses Finale zusteuert.

Das Besondere an diesem Buch ist, das hier die üblichen Gut-und-Böse-Denkweisen nicht mehr funktionieren. Die Manager und Wirtschaftsbosse, die von Lennard, Marvin und Co. bei ihren Aktionen ins Visier genommen werden, entpuppen sich fast ausnahmslos als skrupelose Vertreter einer fast schon menschenverachtenden Politik und man ertappt sich beim Lesen mehr als einmal dabei, das man den Motiven der Gruppe innerlich durchaus zustimmen kann, auch wenn man weiß, das die von ihnen eingeschlagenen Wege, ihre Ziele zu erreichen, mehr als fragwürdig sind und auch nicht zu einer andauernden Veränderung der Verhältnisse führen können.

Ein Thriller, der mich überzeugt hat, und ein Autor, den man sich merken sollte.

Veröffentlicht am 13.12.2016

Spannender Start einer neuen Thriller-Reihe

Schattenkiller
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Profiler Enrico Mancini von der Kriminalpolizei in Rom steht nach dem Krebstod seiner Frau, den er noch nicht verkraftet hat, kurz davor, seinen Dienst zu quittieren. Zuvor will er aber unbedingt noch ...

Profiler Enrico Mancini von der Kriminalpolizei in Rom steht nach dem Krebstod seiner Frau, den er noch nicht verkraftet hat, kurz davor, seinen Dienst zu quittieren. Zuvor will er aber unbedingt noch den Fall des vermissten Mauro Carnevale, dem Arzt, der seine Frau behandelt hat, aufklären. Eher widerwillig übernimmt er daher zusätzlich die Ermittlungen an einer Reihe brutaler Morde, die auf den ersten Blick aber nicht miteinander zu tun haben. Erst als sich plötzlich eine Verbindung zum vermissten Arzt ergibt, stürzt er sich mit seinem Team in die Ermittlungen und bekommt es mit einem Gegner zu tun, der dem angeschlagenen Mancini alles abverlangt ...

Mirko Zilahy gelingt mit seinem Debüt ein spannender Thriller, der aber auch noch einiges an Luft nach oben hat. Die Protagonisten des Buches sind zwar durchgehend gut charakterisiert, dabei aber überwiegend etwas (zu) sperrig geraten, so das ich mich lange Zeit doch sehr schwer habe, mit ihnen warm zu werden. Echte Symphatieträger sucht man zu Beginn eher vergebens, allerdings wandelt sich das im Verlauf der Geschichte.

Die Kulisse der Stadt Rom im Dauerregen sorgt für eine düstere Stimmung und erinnert ein wenig an den Kinothriller "Sieben", ohne das das Buch dessen Klasse erreicht.

Ein flüssiger Schreibstil und eine insgesamt gut konstruierte Geschichte, die ihre Spannung durchgehend hält, auch wenn sich die Lösung der Mordserie schon relativ früh abzeichnet, sorgen aber aber für den insgesamt gelungenen Auftakt einer neuen Thriller-Reihe, auf deren weitere Bände ich schon gespannt bin, da in den Figuren und ihren Hintergründen noch einiges an Potential steckt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Spannung
  • Handlung
  • Stil
Veröffentlicht am 09.12.2016

Überzeugender Abschluss der Lila-Ziegler-Reihe

Am Boden
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Die junge Lila Ziegler hat sich endlich dazu durchgerungen, ihren Vater, den Oberstaatsanwalt Konstantin Simanowski, wegen häuslicher Gewalt anzuzeigen. Um nicht zu sehr über die möglichen Folgen dieser ...

Die junge Lila Ziegler hat sich endlich dazu durchgerungen, ihren Vater, den Oberstaatsanwalt Konstantin Simanowski, wegen häuslicher Gewalt anzuzeigen. Um nicht zu sehr über die möglichen Folgen dieser Anzeige nachdenken zu müssen, ist sie froh, das sie sich zusammen mit dem Bochumer Privatdetektiv Ben Danner, bei dem sie nach ihrer Flucht untergekommen ist, direkt in den nächsten Fall stürzen kann. Und so untersuchen sie gemeinsam den Tod eines Studenten, der bei einer waghalsigen Kletteraktion von einem Kran getürzt ist oder wurde. Und irgendwie scheint dabei Jonas, der Sohn ihres Vermieters und Lieblingskneipenwirtes Molle, in den Fall verwickelt zu sein.

Lucie Flebbe lässt Lila Ziegler und Ben Danner in ihrem inzwischen 8. Fall diesmal rund um die Bochumer Ruhr-Universität und das ehemalige Opel-Werk ermitteln. Und wie seine Vorgänger überzeugt das Buch auch diesmal wieder durch eine ausgeklügelte und wendungsreiche Story, einen flotten Schreibstil, überzeugende Charaktere und gelungene Ortsbeschreibungen, die von einer guten Recherchearbeit der Autorin, die selber nicht aus Bochum stammt, zeugt. Die Geschichte wird, wie immer, durchgehend aus der Perspektive von Lila erzählt, so das man beim Lesen tief in die Gedankenwelt der 20-jährigen eintaucht und dabei an ihren Ängsten und Nöten teilhaben kann.

Neben dem spannenden Kriminalfall führt Lucie Flebbe in diesem Buch auch noch die persönliche Entwicklung / Geschichte ihrer Hauptprotagonistin auf einen fulminanten Höhepunkt zu, der am Ende keinen Leser kalt lassen wird. Mich hat der Schluß des Buches auf jeden Fall erst einmal sprach- und fassungslos zurückgelassen.

Es ist hier sehr zu empfehlen, das man vor der Lektüre dieses Buches schon den einen oder anderen Band der Reihe kennt, auch wenn die Geschichte grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse funktioniert, da die erforderlichen Informationen zur Vorgeschichte gut in das Geschehen eingebunden werden. Ein umfassendes Bild erhält man aber nur, wenn man auch die Vorgänger kennt. Darüber hinaus bieten auch diese Bücher eine spannende Unterhaltung und sind jedem Krimiliebhaber daher nur wärmstens zu empfehlen.

Die Autorin hat zwar angekündigt, das dies der letzte Band aus der Lila-Ziegler-Reihe sein soll, doch bekanntlich darf man ja die Hoffnung nie aufgeben, und so gibt es vielleicht doch irgendwann ein Wiederlesen mit Lila Ziegler und/oder Ben Danner.