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Veröffentlicht am 04.12.2023

Packender Kriminalroman, der komplett auf seine charismatische Hauptfigur zugeschnitten ist

Ein Mord – drei Tote
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Bei seinem Krimi-Debüt besticht der Autor Ingo Bartsch vor allem durch seine charismatische Hauptfigur, die sich von zahlreichen eigenen Problemen nicht vom Ermitteln abhalten lässt. Ein etwas sperriger ...

Bei seinem Krimi-Debüt besticht der Autor Ingo Bartsch vor allem durch seine charismatische Hauptfigur, die sich von zahlreichen eigenen Problemen nicht vom Ermitteln abhalten lässt. Ein etwas sperriger und ziemlich eigenwilliger Charakter, der mir im Laufe der Geschichte aber doch immer mehr ans Herz gewachsen ist.

Adam Götzki, operativer Fallanalyst beim BKA in Berlin, ist psychisch am Ende und lässt sich auf Vorschlag seines Vorgesetzten zum LKA Mainz versetzen, um dort wieder zur Ruhe zu kommen und zu alter Stärke zurückzufinden. Doch kaum hat er seinen Dienst angetreten, wird er auch schon mit dem Mord an einer bekannten Influencerin konfrontiert. Seine Kollegen und die zuständige Staatsanwaltschaft präsentieren allzu schnell einen Verdächtigen, doch Götzki hat da so seine Zweifel und bohrt auch gegen den Widerstand seiner Vorgesetzten weiter. Dabei ahnt er nicht, welch verhängnisvolle Spirale durch seine Hartnäckigkeit in Gang gesetzt wird.

Mit einem packenden Schreibstil, die aber auch immer mit einem gewissen Augenzwinkern versehen ist, treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und baut dabei schnell Spannung auf, die auch bis zum Schluss hält. Am Ende des Spannungsbogens wartet dann ein krachender Showdown mit einer überzeugenden Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Mir persönlich ging es dabei an der einen oder anderen Stelle allerdings doch ein wenig zu schnell. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Neben einer ordentlichen Portion Gesellschaftskritik gibt es dabei auch noch eine Prise Mainzer Lokalkolorit. Die Geschichte ist ansonsten aber voll auf seine charismatische Hauptfigur zugeschnitten, in dessen etwas sprunghafter Gedankenwelt ich mich zunächst erst einmal zurechtfinden musste. Nach Überwindung dieser Anfangsschwierigkeiten wurde ich aber immer tiefer in die wundersame Welt des Adam Götzki hineingezogen, in der zahlreiche Überraschungen und bizarre Situationen warten.

Wer auf packende Kriminalromane mit charismatischen Ermittlern steht, wird hier sehr gut bedient und spannend unterhalten. Und auch wenn die Geschichte grundsätzlich in sich abgeschlossen ist, lässt sich der Autor am Ende noch die Hintertür für eine mögliche Fortsetzung offen. Entsprechendes Potential ist auch durchaus vorhanden.

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Veröffentlicht am 04.12.2023

Spannender Kriminalroman mit reichlich Lokalkolorit aus Bochum

Ihr letzter Flirt
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Mit diesem Kriminalroman legt der Autor Arne Dessaul den dritten Band seiner Reihe um den Bochumer Privatdetektiv Mike Müller vor und konnte mich dabei erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

Man ...

Mit diesem Kriminalroman legt der Autor Arne Dessaul den dritten Band seiner Reihe um den Bochumer Privatdetektiv Mike Müller vor und konnte mich dabei erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

Man benötigt hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber doch, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Während bei der Bochumer Kriminalpolizei eine Überwachungsaktion gegen einen mutmaßlichen Drogenring auf furchtbare Art und Weise schief geht, wird Mike Müller von der Rektorin der Ruhr-Universität beauftragt, Beweise für die Untreue ihres Mannes zu beschaffen. Als genau dieser Ehemann wenig später in Mikes Büro auftaucht und ihn bittet, seine spurlos verschwundene Geliebte zu finden, ist klar, dass in diesem Fall nichts so eindeutig ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Mit einem packenden Schreibstil, reichlich Bochumer Lokalkolorit und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute und atmosphärisch dichte Geschichte voran und liefert am Ende eine ziemlich überraschende, aber doch absolut schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen.

Wer den Autoren bereits von seiner Reihe um Helmut Jordan kennt, wird hier zudem wieder auf einige bekannte Figuren aus diesen Büchern stoßen. Helmut Jordan ist nach seinem Ausscheiden bei der Polizei mit seiner Freundin Jutta Langner von Wolfenbüttel nach Bochum übergesiedelt, wo diese nun ein Restaurant in unmittelbarer Nähe des Bochumer Schauspielhauses betreibt. Und Jordans ehemalige Mitarbeiterin Lisa Bertram hat sich der Liebe wegen nach Bochum versetzen lassen und ermittelt nun im KK 11 der dortigen Kriminalpolizei. Im Gegensatz zu den ersten beiden Bänden spielen die „alten Figuren“ diesmal allerdings nur Nebenrollen, die Geschichte ist im Wesentlichen auf den Ich-Erzähler Mike Müller zugeschnitten, der mit seinem lakonischen Erzählstil auch eine ordentliche Portion Humor mit ins Spiel bringt.

Als besonderes Bonbon hat der Autor auch diesmal wieder jedem Kapitel einen Songtitel zugeordnet, der in dem jeweiligen Abschnitt dann auch eine Rolle spielt. So entsteht ganz nebenbei eine abwechslungsreiche Playlist, die man durchaus auch beim Lesen abspielen kann. Die Zuordnung zu den jeweiligen Interpreten findet sich dann in einem Glossar am Ende des Buches.

Wer auf spannende Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 27.11.2023

Kurzweiliger Fantasyroman aus der Reihe um Jakob Wolff, den man auch ohne Vorkenntnisse problemlos lesen kann

Jakob Wolff - Die schwarze Hexe
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Mit diesem Buch legt die Autorin Crystal Tanuki den inzwischen bereits neunten Roman rund um den Hexenmeister Jakob Wolff und seine Weggefährtin Lieselotte „Lilo“ Wagner vor. Die Reihe wurde von Tanja ...

Mit diesem Buch legt die Autorin Crystal Tanuki den inzwischen bereits neunten Roman rund um den Hexenmeister Jakob Wolff und seine Weggefährtin Lieselotte „Lilo“ Wagner vor. Die Reihe wurde von Tanja Kummer konzipiert, die bislang auch drei Bände beigesteuert hat. Inzwischen wird die Reihe von wechselnden Gastautoren fortgesetzt. Für Crystal Tanuki ist es der erste Beitrag zur Reihe und zugleich ihr Debüt im Romanbereich, zuvor hat sie aber bereits einige Kurzgeschichten veröffentlicht.

Für mich war es dabei die erste Begegnung mit Jakob und Lilo und ich hatte nicht das Gefühl, dass mir hier Vorkenntnisse aus den früheren Bänden fehlen würden. Alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Zudem gibt es zu Beginn des Buches eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse. Die Bände der Reihe erscheinen auch nicht in chronologischer Reihenfolge, so dass sich dieser Band, der im Jahr 1498 spielt, zeitlich an Position 4 einordnet.

Obwohl sich Lilo von Jakob getrennt hat, nachdem er ein Kind mit einer anderen Frau gezeugt hat, liegt ihr sein Wohlergehen immer noch am Herzen. Als sie von einer mysteriösen schwarzen Hexe erfährt, die offenbar Tote wieder zum Leben erwecken kann, zögert sie so auch keine Sekunde und macht sich sofort auf den Weg zu ihr, denn diese Fähigkeit könnte eine Möglichkeit bieten, Jakob von seinem Fluch zu erlösen, an dem Lilo auch eine Mitschuld trägt.

Auf knapp über 100 Seiten entwickelt die Autorin eine spannende Geschichte mit durchweg gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Im Mittelpunkt des Geschehens steht dabei Lilo, Jakob Wolff greift hier erst relativ spät ins Geschehen ein. Der packende und sehr flüssige Schreibstil lassen einen beim Lesen nur so durch die Seiten fliegen. Trotz des eher geringen Umfanges entwickeln die Figuren und auch die Geschichte aber doch ausreichend Tiefe, um für eine satte Portion Fantasy-Unterhaltung zu sorgen.

Ein kleiner, aber feiner Fantasy-Roman, der sich relativ schnell wegliest und so einen perfekten Lesespaß für zwischendurch bietet.

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Veröffentlicht am 23.11.2023

Packender Krimi mit viel Lokalkolorit aus Münster

Münstermord / Zwischen Frequenz und Verbrechen
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In diesem packenden Münster-Krimi schickt die Autorin Inge Mischke ihre beiden Münsteraner Kommissare Anke Breider und Ubbo Dierks in ihren zweiten Fall. Und Kati Hülsberg mischt als Dritte im Bunde natürlich ...

In diesem packenden Münster-Krimi schickt die Autorin Inge Mischke ihre beiden Münsteraner Kommissare Anke Breider und Ubbo Dierks in ihren zweiten Fall. Und Kati Hülsberg mischt als Dritte im Bunde natürlich auch wieder kräftig mit.

Für mich war es dabei die erste Begegnung mit dem ungleichen Trio und ich hatte nicht das Gefühl, dass mir hier Vorkenntnisse aus dem ersten Band fehlen würden. Alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Als bei einem Überfall auf einen Juwelier in der Münsteraner Innenstadt eine Kundin erschossen wird, übernehmen Anke und Ubbo die Ermittlungen. Kati kommt währenddessen eher zufällig einem der flüchtenden Täter in die Quere und ahnt nicht, was diese Begegnung auslöst. Denn am Abend steht ihr dieser Mann urplötzlich in ihrer Wohnung gegenüber und will sie töten. Und auch sonst ist an diesem scheinbar so klaren Fall einiges nicht so eindeutig wie es auf den ersten Blick erscheint.

Mit einem packenden Schreibstil und einer ordentlichen Portion Lokalkolorit treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und bietet am Ende eine absolut schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Fein dosierte Ausflüge in das Privatleben der Ermittler und ein feiner Humor im Zusammenspiel des Trios, dass mir schnell ans Herz gewachsen ist, sorgen zudem immer wieder für eine gewisse Auflockerung der Krimihandlung, die aber jederzeit im Mittelpunkt der Geschichte steht.

Wer auf spannende Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Auf den nächsten Auftritt dieses überzeugenden Teams bin ich schon mehr als gespannt, zumal die Zusammenarbeit ja zur Freude (fast) aller Beteiligter ab sofort noch etwas enger wird.

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Veröffentlicht am 20.11.2023

Packender Kriminalroman zu einem dunklen Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte

Vermächtnis einer Fremden
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In diesem packenden Kriminalroman greift der Autor Alexander Köhl ein dunkles Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte auf und transportiert es in Form einer spannenden Geschichte mit einer gelungenen ...

In diesem packenden Kriminalroman greift der Autor Alexander Köhl ein dunkles Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte auf und transportiert es in Form einer spannenden Geschichte mit einer gelungenen Mischung aus Krimispannung und Drama.

Nach dem Ausscheiden aus dem Polizeidienst hat sich Tom Berger aufs Schreiben verlegt und verfasst die Biographien seiner Auftraggeber. Doch dann stellt ein mysteriöser Brief sein bisheriges Leben komplett auf den Kopf. Eine ihm unbekannte Frau hat ihn zu ihrem Alleinerben bestimmt und kurz darauf versucht, sich das Leben zu nehmen. Da sie wegen Toms Anruf beim Notar aber noch rechtzeitig gefunden wurde, liegt sie nunmehr im Koma, ihr Aufwachen ist aber mehr als ungewiss. Als Tom Berger sich mit der Vergangenheit der Industriellenwitwe Flora Meininger beschäftigt, um eine mögliche Verbindung zu entdecken, ruft dies einen mächtigen Widersacher auf den Plan, der durch Toms Nachforschungen ziemlich nervös wird und keine Skrupel kennt, um sein Geheimnis zu bewahren.

Mit einem packenden Schreibstil treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und bietet am Ende eine absolut schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Im Wesentlichen erleben wir die Geschichte aus der Perspektive von Tom, der immer tiefer in das Geschehen hineingezogen wird und bald alles in Frage stellen muss, was für ihn gestern noch Gewissheit war. Immer wieder eingestreute Passagen mit Rückblenden aus der Sicht der Komapatientin sind zwar aufschlussreich und bedrückend zugleich, verraten aber dennoch noch nicht zu viel zum großen Geheimnis hinter der Geschichte. Erst ganz zum Schluss erhalten Tom und auch wir Leser das letzte Puzzlestück, dass den erschreckenden Blick auf das Gesamtbild liefert.

Wer auf spannende Kriminalromane vor dem Hintergrund der deutsch-deutschen Vergangenheit steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Darüber hinaus bietet das Buch eine atmosphärisch dichte Geschichte, die tief unter die Haut geht und noch länger nachhallt.

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