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Veröffentlicht am 06.10.2025

Gelungener Abschluss der Reihe um das Odyssee-Bergungsteam

Das Grab des Piraten
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In diesem Archäologie- Thriller schickt der Autor Gerhard Wegner das Bergungsteam der ODYSSEE um Michel "Mitch" Thromberg in ihr fünftes und leider auch letztes Abenteuer, das wieder eine gut aufeinander ...

In diesem Archäologie- Thriller schickt der Autor Gerhard Wegner das Bergungsteam der ODYSSEE um Michel "Mitch" Thromberg in ihr fünftes und leider auch letztes Abenteuer, das wieder eine gut aufeinander abgestimmte Mischung aus Spannung, Action und Geheimnissen bietet.

Man braucht hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus den ersten vier Abenteuern, um das Buch lesen und nachvollziehen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Zudem bieten auch die ersten vier Bände packende Unterhaltung und sind absolut zu empfehlen.

Nach ihrem letzten Abenteuer wollten sich Mitch und sein Team eigentlich bereits zur Ruhe setzen, aber wenn das englische Königshaus um Hilfe bittet, kann man diese Bitte natürlich nicht abschlagen. Und so macht sich das Team der ODYSSEE auf die Suche nach dem Grab des legendären Seefahrers Sir Francis Drake, um seine sterblichen Überreste nach über 400 Jahren endlich nach England zurückzuholen. Dabei bekommen sie es mit Terrorristen, der kolumbianischen Mafia und dem indigenen Volk der Kunas zu tun und müssen zahlreiche Geheimnisse aufdecken, um zum Ziel zu kommen.

Mit einem packenden Schreibstil und einem hohen Erzähltempo treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und bietet dabei zahlreiche Spannungsmomente, die einem beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen lassen. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Auch wenn der Autor am Ende an einigen Stellen vielleicht etwas zu dick aufträgt, bietet das Buch doch einen mehr als würdigen Abschluss der Reihe, so dass ich das Buch am Ende mit ein wenig Wehmut zugeklappt habe, da mir das Team inzwischen ziemlich ans Herz gewachsen ist.

Hervorragend abgerundet wird das Buch am Ende durch ein Nachwort in Form eines Frage- und Antwort-Spiels, das Auskunft darüber gibt, was hier Dichtung und was Wahrheit ist. Dabei zeigt sich, dass sich der Autor doch ziemlich eng an die Fakten und die gängigen Mythen rund um den berühmten Piraten hält und sich diese nur geringfügig im Sinne seiner Geschichte zurechtbiegt.

Wer auf spannende und actionreiche Abenteuer mit mysteriösen Geheimnissen steht, wird hier noch einmal bestens bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Spannender Kriminalroman aus dem hohen Norden

MORD UND MEER Einsamer Tod
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Mit diesem Kriminalroman legt die Autorin Lea Jansen aka Jona Sheffield den vierten Band ihrer Reihe um das Ermittler-Duo Anna Larsson und Max Humboldt von der Kriminalpolizei Kiel vor, der mich erneut ...

Mit diesem Kriminalroman legt die Autorin Lea Jansen aka Jona Sheffield den vierten Band ihrer Reihe um das Ermittler-Duo Anna Larsson und Max Humboldt von der Kriminalpolizei Kiel vor, der mich erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Vorkenntnisse aus den ersten Bänden der Reihe braucht man für das Verständnis der Geschichte nicht, alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der beiden Hauptfiguren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, zumal auch diese bereits beste Krimiunterhaltung liefern.

Als zwei Fischer vor der Küste vor Laboe ein scheinbar verlassenes Segelschiff entdecken und auf dem Boot die Leiche einer Frau gefunden wird, kommen schnell Zweifel auf, dass es sich hier um einen Unglücksfall handelt Und so übernehmen Anna und Max die Ermittlungen und werden dabei von Max Sohn Markus unterstützt, der gerade ein Praktikum bei der Polizei macht. Das Opfer ist erst vor kurzem an die Ostseeküste zurückgekehrt, nachdem der Lehrerin vor einigen Jahren vorgeworfen wurde, ein Verhältnis mit einem ihrer Schüler zu haben, der kurz darauf spurlos verschwunden ist. Liegt hier das Motiv für den Mord ?

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran, garniert sie dabei mit jeder Menge Lokalkolorit aus dem hohen Norden und bietet am Ende eine gelungene Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Dass die Autorin selbst an der Ostseeküste aufgewachsen ist und ein großes Faible für die Region hat, merkt man der Geschichte dabei jederzeit an. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Charakteren in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Besonders das gelungene Zusammenspiel von Anna und dem nicht immer einfachen Max bietet neben reichlich Konfliktpotential auch Momente, die zeigen, dass hier inzwischen ein ziemlich schlagkräftiges Duo zusammengewachsen ist. Fein dosierte Ausflüge in das Privatleben der beiden Ermittler lockern das Geschehen zudem immer wieder ein wenig auf, die Krimihandlung steht dabei aber immer im Mittelpunkt der Geschichte.

Wer auf spannende Kriminalromane aus dem hohen Norden steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Auf den nächsten Band der Reihe bin ich nun schon sehr gespannt.

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Veröffentlicht am 02.10.2025

Bewegender Auftakt einer Familien-Saga, die in Irland und Amerika angesiedelt ist

Zwei Federn
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Mit diesem historischen Roman legen die Autoren Sonja und Rüdiger Lehman den ersten Band ihrer als Trilogie angelegten Saga um die irisch stämmige Familie O´Brian vor, die mich zwar nicht komplett überzeugen, ...

Mit diesem historischen Roman legen die Autoren Sonja und Rüdiger Lehman den ersten Band ihrer als Trilogie angelegten Saga um die irisch stämmige Familie O´Brian vor, die mich zwar nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber doch gut und spannend unterhalten konnte.

Als im Jahre 1847 in Irland die Kartoffelfäule ausbricht und zu einer großen Hungersnot führt, reist der Choctwa-Krieger Two Feaders zwei Jahre später in das Land, um eine Spendensummer, die sein Stamm gesammelt hat, zu übergeben. Dabei trifft er auf die Schriftstellerin Amy O´Brian und verliebt sich in sie. Da er ihre Liebe zur Literatur teilt, beschließen sie, fortan gemeinsam Bücher zu verfassen. Sie reisen zurück ins Land seiner Vorfahren und begleiten einen Treck weißer Siedler auf dem Weg in den Westen. Ihre Reiseberichte machen sie berühmt, doch dieser Ruhm ist nur von kurzer Dauer.

Mit einem packenden Schreibstil und historisch genauen Beschreibungen, die von einer sehr sorgfältigen Recherchearbeit zeugen, treiben die Autoren ihre gut aufgebaute Geschichte voran und lassen uns dabei hautnah am bewegten Leben ihrer Hauptfiguren teilhaben. Neben der Handlung in der Vergangenheit, die in den Jahren 1819 bis 1879 angesiedelt ist, gibt es einen zweiten Erzählstrang in der Gegenwart, in dem sich zwei Nachfahren auf die Spur der beiden Autoren begeben. Dieser Strang fällt nach meinem Geschmack aber doch zu ausführlich aus und nimmt dem Hauptstrang damit etwa zu sehr den nötigen Raum. Da dieses Buch der Auftakt einer Trilogie ist, kann ich derzeit allerdings noch nicht beurteilen, wie wichtig dieser Strang noch für die weiteren Bände ist. Getragen wird das Ganze von einer Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Ein Personenregister zu Beginn des Buches hilft, um im doch recht großen Personenaufgebot nicht den Überblick zu verlieren.

Wer auf bewegende historische Romane aus der amerikanischen Pionierzeit steht, wird hier gut bedient. Mein Interesse an den nachfolgenden Büchern der Trilogie ist auf jeden Fall geweckt.

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Packender Thriller mit gut aufeinander abgestimmten Ermittlern

Sündiges Blut (Thriller)
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In diesem Thriller schickt der Autor Gunnar Schwarz sein gut aufeinander abgestimmtes Ermittlerduo Jana Bein und Oliver Marquart von der Kieler Kriminalpolizei in ihren zweiten Fall, der mich erneut auf ...

In diesem Thriller schickt der Autor Gunnar Schwarz sein gut aufeinander abgestimmtes Ermittlerduo Jana Bein und Oliver Marquart von der Kieler Kriminalpolizei in ihren zweiten Fall, der mich erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Man braucht hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus dem ersten Band, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber doch, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Als auf einer Schafwiese nahe Kiel eine junge Frau mit schwersten Verbrennungen aufgefunden wird, übernehmen Jana Bein und Oliver Marquart die Ermittlungen. Als auf dem Körper der Frau, die auf dem Weg ins Krankenhaus verstirbt, seltsame Zeichen gefunden werden und der Polizei ein handgeschriebenes Buch mit verstörendem Inhalt zugespielt wird, ziehen die Ermittler eine Expertin für Ritualmorde hinzu. Doch auch mit dieser Unterstützung können sie einen zweiten Mord nach ähnlichem Muster nicht verhindern. Und der Täter scheint noch lange nicht am Ende seiner grausamen Mission, der Suche nach „reinem“ Blut, angekommen zu sein.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und liefert am Ende einen fulminanten Showdown mit einer schlüssigen Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Die Geschichte wird fast ausschließlich aus den wechselnden Perspektiven der beiden Hauptermittler erzählt, immer wieder eingestreute Passagen aus der Sicht der Opfer sorgen für zusätzliche Spannung, ohne dabei bereits zu viel über die Identität des Täters zu verraten. Fein dosierte Ausflüge in das Privatleben der beiden ungleichen Ermittler lockern das eher düstere Geschehen zudem immer wieder ein wenig auf, die Ermittlungen steht dabei aber immer im Mittelpunkt des Geschehens.

Wer auf spannende und abgründige Thriller steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Die Messlatte für die nachfolgenden Bände liegt gleich noch einmal ein Stückchen höher.

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Wuchtige und atmosphärisch dichte Familien-Saga im Gewand eines packenden Thrillers

Asa
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Mit diesem Buch legt der Autor Zoran Drvenkar eine wuchtige Familien-Saga vor, die im Gewand eines packenden Rache-Thrillers daherkommt und mich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Nach ...

Mit diesem Buch legt der Autor Zoran Drvenkar eine wuchtige Familien-Saga vor, die im Gewand eines packenden Rache-Thrillers daherkommt und mich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Nach 6 langen Jahren kommt Asa Kolberg aus dem Gefängnis frei und verfolgt vom ersten Tag an einen gnadenlosen Plan, um sich an den Menschen zu rächen, denen es fast gelungen wäre, ihr Leben zu zerstören. Und diese Menschen kommen aus dem Umfeld ihrer eigenen Familie, in der sie mit perfiden Methoden zu einer nahezu perfekten Jägerin ausgebildet wurde. Doch die über Jahrzehnte entwickelten Strukturen hinter dieser Ausbildung will Asa nun endgültig zerstören. Und dafür muss sie sich am Ende auch ihrer eigenen Familie stellen.

Mit einem packenden Schreibstil, einigen überraschenden Wendungen und sehr bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino ordentlich ankurbeln, treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und erzählt sie auf immer wieder wechselnden Zeitebenen, zwischen denen er munter hin und her springt. Daher muss man hier schon sehr aufmerksam lesen, damit einem kein wichtiges Detail entgeht. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. In den Kapiteln um Asa wählt der Autor eine eher ungewöhnliche Erzählperspektive und lässt hier einen zunächst unbekannten Beobachter das Geschehen schildern und in Zwiesprache mit Asa treten. Die Identität und Bedeutung dieser Person wird dann im Laufe der Geschichte enthüllt und liefert dabei einen der zahlreichen dramatischen Höhepunkte des Buches. In Sachen Gewaltbeschreibungen lässt der Autor wenig bis nichts aus, dies wirkt aber keineswegs plakativ, sondern ergibt sich zwangsläufig aus der Geschichte heraus.

Wer auf eine packende und atmosphärisch dichte Mischung aus Familien-Saga und Thriller steht, wird hier bestens bedient und spannend unterhalten. Meine erste Begegnung mit dem Autor wird mit Sicherheit nicht meine letzte bleiben.

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