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Veröffentlicht am 19.07.2019

Gelungendes Thrillerdebüt mit einer packenden Geschichte aus dem Kunstmilieu

Das Weinen der Kinder
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Mit seinem Debüt liefert der Autor Arne M. Boehler gleich einen gelungenen Thriller aus dem Kunstmilieu ab, der mich bestens unterhalten konnte.

Die Kunstexpertin Anke Neuman soll für ihren Chef die geplante ...

Mit seinem Debüt liefert der Autor Arne M. Boehler gleich einen gelungenen Thriller aus dem Kunstmilieu ab, der mich bestens unterhalten konnte.

Die Kunstexpertin Anke Neuman soll für ihren Chef die geplante Eröffnung eines Museums für moderne Kunst ermöglichen, die durch das Mißmanagement ihres Vorgängers auf der Kippe steht.
Da ihr in Köln gerade die privaten und beruflichen Probleme ein wenig über den Kopf wachsen, ergreift sie trotz leichter Bedenken die Chance und wagt mit ihren beiden Kindern Cora und Mara den Neuanfang in der bayrischen Kleinstadt .
Als sie das Angebot des Malers Niels Sörensen annimmt und dessen Bilder, die Porträts von weinenden Kindern zeigen, zum Verkauf anbietet, setzt sie damit eine unheilvole Entwicklung in Gang, die nicht nur sie selber in den Abgrund zu reißen droht.

Obwohl es hier bereits im Auftaktkapitel zum ersten Mord kommt, braucht dieser Thriller ein wenig, bis er so richtig ins Rollen kommt, da sich der Autor zu Beginn doch viel Zeit und Raum nimmt, seine durchgehend vielschichtig angelegten Protagonisten sorgfältig einzuführen und dabei dennoch noch einiges aus deren Vergangenheit im Dunkeln zu lassen, das erst nach und nach enthüllt wird.
Doch dann ziehen Spannung und Erzähltempo ordentlich an und die gut aufgebaute Geschichte kommt schnell zur vollen Entfaltung.
Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor das Geschehen voran und lässt es schließlich in einem krachenden Showdown münden, der zudem eine überzeugen Auflösung bietet, nach meinem Geschmack aber an der einen oden anderen Stelle vielleicht doch etwas zu dick aufträgt.
Am Ende überwiegen aber die positiven Leseeindrücke bei weitem.

Insgesamt ein sehr gelungenes Debüt, das neugierig auf weitere Bücher des Autoren macht.

Veröffentlicht am 18.07.2019

Überzeugender Thriller mit einem ungleichen Ermittlerpaar mit viel Potential für weitere Auftritte

Dunkler Hass
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Mit diesem Buch legt der Autor Matthias Bürgel einen überzeugenden Thriller mit einem Ermittlerpaar vor, das über reichlich Potential für weitere Auftritte verfügt.

Am Bodensee geht ein brutaler Frauenmörder ...

Mit diesem Buch legt der Autor Matthias Bürgel einen überzeugenden Thriller mit einem Ermittlerpaar vor, das über reichlich Potential für weitere Auftritte verfügt.

Am Bodensee geht ein brutaler Frauenmörder um, der Marius Bannert, den Leiter der ermittelnden SOKO vor ziemliche Probleme stellt, da er bei seinen Taten keine nenneswerten Spuren hinterlässt.
In seiner Not wendet sich Bannert an den ehemaligen Fallanalytiker Falk Hagedorn, der nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt und inzwischen ziemlich zurückgezogen lebt.
Zusammen nehmen die beiden ungleichen Ermittler den Kampf gegen einen skrupellosen Gegner auf.

Matthias Bürgel arbeitet selber als Kriminalbeamter und konnte so einiges an persönlichen Erfahrungen in die Geschichte einfließen lassen. Dies merkt man diesem Thriller auch jederzeit an, die Ermittlungen werden sehr realitätsnah beschrieben und auch die Abläufe innerhalb des Polizeiapparates kommen abvsolut glaubwürdig rüber.
Die Story selber besticht durch einen packenden Schreibstil und ein hohes Erzähltempo, die bildhaften Beschreibungen lassen zudem beim Lesen das Kopfkino auf Hochtouren laufen.
Gekonnt treibt der Autor die gut aufgebaute Geschichte voran und lässt sie nach einigen überraschenden Wendungen schließlich in einem krachenden Showdown münden, der neben einigen Schockmomenten auch noch eine schlüssige Auflösung präsentiert.
Einziger kleiner Kritikpunkt ist hier der Klappentext, der ein wichtiges Detail vorwegnimmt und so leider einen sonst gelungenen Überraschungseffekt ein Stück weit zerstört.

Für den Thriller selber kann ich eine klare Leseempfehlung aussprechen, für den Klappentext aber ausdrücklich nicht.

Veröffentlicht am 16.07.2019

Spannendes Duell zwischen einem charismatischen Serienmörder und einem abgehalfterten Kommissar

Die böse Lust
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Mit diesem Buch legt der Autor Axel Schnell einen spannenden Thriller um einen charismatischen Serienmörder vor, der mich trotz leichter Schwächen insgesamt doch gut unterhalten konnte.

Jan Godewill gilt ...

Mit diesem Buch legt der Autor Axel Schnell einen spannenden Thriller um einen charismatischen Serienmörder vor, der mich trotz leichter Schwächen insgesamt doch gut unterhalten konnte.

Jan Godewill gilt als "der gute Mensch von Hamburg", seine Stiftung unterstützt zahlreiche wohltätige Projekte und er ist Teil der feinen Gesellschaft der Hansestadt. Kaum jemand ahnt jedoch, das auch eine ziemlich dunkle Seite in ihm lauert, die immer öfter zum Vorschein kommt.
Als Jan eine junge Bankerin in Frankfurt brutal ermordet, übernimmt der abgehalfterte Kommissar Harry Haller zusammen mit seiner Partnerin Anna die Ermittlungen und setzt dabei auf gezielte öffentliche Provokation des Täters.
So entwickeln sich die Ermittlungen schnell zu einem gnadenllosen Duell zwischen den beiden ungleichen Charakteren.

Obwohl der Täter hier von Beginn an bekannt ist, bietet die gut aufgebaute Geschichte dennoch reichlich Spannung.
Wie das ziemlich blutige Coverbild bereits andeutet, spart der Autor gerade bei den Mordbeschreibungen wenig bis nichts aus, für zarte Gemüter ist das Buch daher eher nicht zu empfehlen.
Mit einem packenden Schreibstil und einem hohen Erzähltempo treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und lässt sie schließlich in einem krachenden Showdown münden, bei dem die beiden Hauptcharaktere dann auch zum ersten Mal direkt aufeinandertreffen.
Für mich nimmt allerdings der mystische Hintergrund des Täters, der doch ziemlich auf Runen und nordische Götter fixiert ist, hier einen etwas zu großen Raum ein, auch wenn das sicherlich eher Geschmackssache ist.

Wer auf Thriller der etwas härteren Art steht und dabei keine Probleme mit einem Schuß Mystik hat, wird hier auf jeden Fall bestens bedient und unterhalten.

Veröffentlicht am 15.07.2019

Spannender Kunst-Krimi mit komplexer Handlung und gut gezeichneten Protagonisten

Fleischmaler
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Mit diesem Buch legt der Autor Jo Machedanz einen spannenden Kunst-Krimi mit komplexer Handlung vor, der mich ganz hervorragend unterhalten konnte.

In Berlin wird ein brutaler Mord mit einem Flammenwerfer ...

Mit diesem Buch legt der Autor Jo Machedanz einen spannenden Kunst-Krimi mit komplexer Handlung vor, der mich ganz hervorragend unterhalten konnte.

In Berlin wird ein brutaler Mord mit einem Flammenwerfer verübt, der die ermittelnde Soko "Brandopfer" um Hauptkommissar Jürgen Grossmann vor ziemliche Probleme stellt.
Die Graffiti-Sprayerin Kira "Kiki" Timm vermisst ihre Mitbewohnerin Lena. Als sie sich von der Polizei in dieser Angelegenheit nicht ernstgenommen fühlt, beginnt sie selbst zu ermitteln und wird dabei von dem Aussteiger Paul Tarnert unterstützt. Das Kiki taub und ohne ihre Hörimplatate vollkommen hilflos ist, hält sie nicht davon ab, sich in die dunkelsten Ecken der Hauptstadt zu begeben.
Zeitgleich kommt der amerikanische Privatdetektiv Adam Peppercorn nach Berlin, um im Auftrag eines etwas zwielichtigen Milliardärs nach Bildern des Nazi-Malers Adolf Ziegler zu suchen.

Aus diesen drei Erzählsträngen entwickelt der Autor einen gut aufgebauten Kriminalroman, bei dem er mit einem packenden Schreibstil und einem hohen Erzähltempo die einzelnen Stränge immer stärker ineinandergreifen lässt, bis sich dann zum Ende hin das absolut schlüssige Gesamtbild zusammensetzt.
Bei den vielen kurzen Kapiteln mit ständig wechselnden Erzählperspektiven und einem doch recht hohen Personenaufgebot (Das mehr als hilfreiche Personenregister ist leider am Ende des Buches versteckt und von mir daher erst spät entdeckt worden.) muss man schon sehr aufmerksam lesen, damit einem kein wesentliches Detail entgeht.
Die Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen sind durchgehend gut gezeichnet und vielschichtig angelegt, sie tragen die Geschichte über die gesamte Länge und sorgen immer wieder für überraschende Wendungen.
Beim Thema Raubkunst, das im Strang um Adam Peppercorn eine große Rolle spielt, zeigt sich zudem schnell, wie sorgfältig der Autor hier recherchiert hat. So reichert er seine Beschreibungen mit viel Detailwissen zu diesem Thema an, ohne dabei den Lesefluss zu unterbrechen.

Ein mehr als gelungenes Krimi-Debüt, das Lust auf weitere Werke aus der Feder des Autoren macht.

Veröffentlicht am 11.07.2019

Klassischer und gelungener Abenteuerroman im Stil der Indiana-Jones -Filmreihe

Salomons Geheimnis
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Nach zwei Romanen und einer Kurzgeschichte, die eher dem Genre Science-Fiction zuzuordnen sind, legt der Autor David Reimer hier nun einen Abenteuerroman im klassischen Stil vor, der, wie eine Bemerkung ...

Nach zwei Romanen und einer Kurzgeschichte, die eher dem Genre Science-Fiction zuzuordnen sind, legt der Autor David Reimer hier nun einen Abenteuerroman im klassischen Stil vor, der, wie eine Bemerkung im 1. Kapitel auch schnell deutlich macht, ganz bewusst an die bekannte Filmreihe mit Indiana Jones erinnern soll.
Mich konnte dieses Buch trotz leichter Schwächen am Ende gut unterhalten, zudem wurde mein Interesse an weiteren Abenteuern von und mit Henry Voigt geweckt.

Ein spektakulärer Fund im polnischen Eulengebirge führt Henry Voigt und seinen Begleiter Isaac auf die Spur eines großen Geheimnisses, dem schon Henrys Großvater Wilhelm auf der Spur war, bevor er spurlos verschwand. Kann Henry nun endlich das Vermächtnis seines Großvaters erfüllen und das Geheimnis von König Salomon enthüllen?
Es beginnt eine spannende Hetzjagd rund um die Welt, bei der Henry und Isaac von dem skrupellosen Multimillionär Norman Landa und Henrys Erzfeind Nickolas Jankuhn verfolgt werden.

Der Autor schlägt mit seinem packenden Schreibstil gleich ein ziemlich hohes Erzähltempo an, bei dem Geheimnisse um das Bernsteinzimmer und das Zarengold mal so eben im Vorbeigehen gelöst werden. Dies sorgt dann auch für reichlich Spannungs- und Actionmomente, so das beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen bleibt, während das Kopfkino permanent auf Hochtouren läuft.
Ein wenig auf der Strecke bleibt dabei allerdings die Figurenzeichnung, insbesondere bei den beiden Hauptfiguren Henry und Isaac habe ich, trotz aller Sympathiepunkte, die sie bei mir sammeln konnten, doch ein wenig gebraucht, um ein klares Bild von ihnen zu entwickeln.
Mit einigen überraschenden Wendungen, bei denen allerdings auch der Zufall des öfteren eine (zu) große Rolle spielt, treibt der Autor das Geschehen voran und bietet am Ende eine unerwartete, aber dennoch schlüssige und überzeugende Auflösung.
Abgerundet wird das Buch am Ende durch ein Nachwort, das noch einige interessante Zusatzinformationen zu den Handlungsorten und den Hintergründen der Geschichte liefert und zudem nochmals zeigt, wie sorgfältig der Autor für diesen Roman recherchiert hat. Ein Umstand, dem man auch der eigentlichen Geschichte durchgehend anmerkt.

Unter dem Strich bleibt so, trotz kleinerer Kritikpunkte, ein mehr als unterhaltsamer Abenteuerroman, dessen positive Aspekte bei weitem überwiegen.

Mein erster Roman von David Reimer wird mit Sicherheit nicht mein letzter bleiben.