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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.11.2018

Gelungener Auftakt der Prequel-Reihe zur postapokalyptischen Erzählung "Z"

Z: Der Anfang vom Ende / Z: Bluttage
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Mit diesem Buch liefert der Autor Michael Haag den ersten Band seiner Prequel-Reihe zur postapkalyptischen Erzählung "Z", den man aber auch durchaus unabhängig zur Hauptserie lesen und verstehen kann. ...

Mit diesem Buch liefert der Autor Michael Haag den ersten Band seiner Prequel-Reihe zur postapkalyptischen Erzählung "Z", den man aber auch durchaus unabhängig zur Hauptserie lesen und verstehen kann. Wie schon die Hauptserie ist auch diese Reihe auf mehrere Bände angelegt.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein namenloser Ich-Erzähler, der uns vom Beginn der Zombie-Seuche, den sogenanten Bluttagen, berichtet. Zunächst beobachtet er die Geschehnisse nur von seiner Wohnung aus, bis er sich dann dazu entschließt, einen Weg aus der Stadt heraus zu finden. Schnell findet er ein paar Mitstreiter und beginnt mit den Vorbereitungen der Flucht.

Wer den ersten Band der Hauptserie bereits gelesen hat, kommt schnell zu dem Schluß, das es sich beim Erzähler um den Zombiejäger Zed handeln dürfte und seine Geschichte mit den Aufzeichnungen in dem geheimnisvollen Buch, das er Lydia zu lesen gibt, identisch ist.

Mit seinem packenden Schreibstil schafft es der Autor auch auf den hier nur 80 Seiten schnell Spannung zu erzeugen. Insgesamt ist die Geschichte gegenüber der Hauptserie doch ein wenig actionlastiger, lässt dabei aber auch den Protagonisten noch ausreichend Raum zur Entfaltung.

Gelungener Auftakt einer Reihe, die eine gute Erzänzung zur Hauptserie darstellt und für die Folgebände noch einiges erhoffen lässt.

Veröffentlicht am 29.11.2018

Gelungener Auftakt einer als Trilogie angelegten postapokalyptischen Erzählung

Z: Eine postapokalyptische Erzählung / Z: Menschen und andere Monster
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Mit diesem Buch legt der Autor Michael Haag den ersten Band seiner als Trilogie angelegten postapokalyptischen Erzählung Z vor. Die Geschichte kommt unter dem mehr als passenden Untertitel "Menschen und ...

Mit diesem Buch legt der Autor Michael Haag den ersten Band seiner als Trilogie angelegten postapokalyptischen Erzählung Z vor. Die Geschichte kommt unter dem mehr als passenden Untertitel "Menschen und andere Monster" daher und konnte mich nicht nur sehr gut unterhalten, sondern zugleich auch neugierig auf die weiteren Bände machen.

Nach den sogenannten "Bluttagen" ist für die Menschheit nichts mehr so, wie es einmal war. Horden von erstaunlich gut organisierten Zombies sorgen dafür, das für die letzten noch lebenen Menschen jeder Tag zu einem gnadenlosen Überlebenskampf wird.
In diesem Szenario stößt der einsame Zombiejäger Zed auf eine Frau namens Lydia, die von dem jungen Mädchen Marie begleitet wird, und rettet die beiden vor einer Gruppe Zombies. Lydia erzählt ihm vom einsamen Jagdsitz ihrer Eltern und bietet Zed an, Marie und sie dorthin zu begleiten.
Doch kann bzw. sollte man sich in diesen Tagen wirklich noch gegenseitig trauen ? Bald schon ziehen Zweifel und Mißtrauen in die Zweckgemeinschaft ein.

Obwohl die Ausgangssituation des Buches durchaus denen der typischen Zombie-Thriler entspricht, sollte man hier keine actionlastige und bluttriefende Gewaltorgie a la "The Walking Dead" erwarten. Nach Zeds Rettungsaktion zu Beginn des Buches beruhigt sich das Geschehen ziemlich schnell wieder und setzt im weiteren Verlauf der Geschichte eher auf die Psychologie seiner Protagonisten. Deren Vergangenheit bleibt zunächst im Dunkeln und wird erst nach und nach enthüllt, bleibt dabei aber weiterhin voller Geheimnisse und offener Fragen.
Auch die Geschehnisse rund um die "Bluttage" werden nur kurz angerissen, hierzu gibt es eine eigene mehrteilige Prequel-Serie, deren erster Teil ebenfalls schon erschienen ist.
Aber auch ohne Action und Gewalt schafft es der Autor hier mit seinem packenden Schreibstil und viel Einfallsreichtum, die Spannung hochzuhalten und seine Leser mit jeder Seite tiefer in den Bann der Geschichte hineinzuziehen.

Gelungener Auftakt der Trilogie, der für die weiteren Bände aber durchaus auch noch ein wenig Luft nach oben lässt.

Veröffentlicht am 28.11.2018

Nach dem überzeugenden Vorgänger "Homo Deus" liefert Yuval Noah Harari diesmal leider nur Durchschnitt ab

21 Lektionen für das 21. Jahrhundert
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Nachdem "Homo Deus" von Yuval Noah Harari im letzten Jahr zu meinen absoluten Highlights im Bereich Sachbücher gehört hat, bin ich mit einer entsprechend großen Erwartungshaltung an dieses Buch herangegangen. ...

Nachdem "Homo Deus" von Yuval Noah Harari im letzten Jahr zu meinen absoluten Highlights im Bereich Sachbücher gehört hat, bin ich mit einer entsprechend großen Erwartungshaltung an dieses Buch herangegangen. Doch diesmal konnte Harari meine Erwartungen nicht erfüllen, am Ende hat mich sein Buch sogar ziemlich zwiespältig zurückgelassen.

In seinem ersten Werk "Eine kurze Geschichte der Menschheit" hat sich Harari mit der Vergangenheit des Homo Sapiens und seinem Aufstieg zum Herren der Welt beschäftigt. Im Nachfolger "Homo Deus" ging es dann in erster Linie um die die Zukunft unserer Spezies.
In diesem Buch beschäfigt sich Harari nun mit den dringendsten Fragen und Problemen der Gegenwart und will sie seinen Lesern dabei in 21 Lektionen näherbringen.

Eigentlich wäre "21 Fragen für das 21. Jahrhundert" der zutreffendere Titel für das Buch gewesen, da die Lektionen zuweilen doch ziemlich dünn ausfallen. Harari bietet zwar einen umfassenden Überblick über die wesentlichen Aspekte unserer Zeit, bleibt die Anworten auf die sich daraus ergebenen Fragen aber vielfach schuldig und überlässt es seinen Lesern, selber die erforderlichen Schlüsse aus seinen Ausführungen zu ziehen.

In seinem Bemühen, allen Themen gerecht zu werden, wirkt das Buch zudem an einigen Stellen doch ein wenig überfrachtet. Hier gilt dann allzu oft der Grundsatz "Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.".
Gerade der erste Abschnitt mit den Ausführungen zur technologischen Herausforderung wirkt zudem in weiten Teilen wie eine Zusammenfassung von "Homo Deus" und kann dem Thema dabei auch kaum neue Facetten abgewinnen.
In dieser Hinsicht kann sich Harari dann zwar in den weiteren Abschnitten steigern, durchgehend überzeugen konnte er mich aber auch hier nicht.

In Sachen Schreibstil weiß Harari aber bei aller Kritik auch hier wieder zu überzeugen.
Er versteht es wie kein Zweiter, seine Leser mit provokanten Thesen zum Nachdenken zu bringen und bleibt diesem Stil auch diesmal auf gelungene Art und Weise treu.

Wer sich einen Überblick über die dringendsten Probleme unserer Zeit verschaffen will, wird mit diesem Buch insgesamt dann doch gut bedient.
Wer aber schon zuvor ein Buch von Yuval Noah Harari gelesen hat, weiß, das der Autor aber eigentlich deutlich mehr kann und es hoffentlich in seinem nächsten Buch auch wieder zeigt.

Veröffentlicht am 28.11.2018

Spannender und abgründiger Psycho-Thriller, der mich trotz leichter Schwächen überzeugen konnte

Töte, was du liebst
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Der Autor Christian Kraus legt mit seinem Debüt gleich einen spannenden und abgründigen Psycho-Thriller vor, der mich trotz leichter Schwächen am Ende doch überzeugen konnte.

Der junge Kommissar Alexander ...

Der Autor Christian Kraus legt mit seinem Debüt gleich einen spannenden und abgründigen Psycho-Thriller vor, der mich trotz leichter Schwächen am Ende doch überzeugen konnte.

Der junge Kommissar Alexander Pustin hat gerade erst seinen Dienst bei der Hamburger Kriminalpolizei angetreten, da wird er auch schon mit seinem ersten Mordfall konfrontiert. Als er während der Obduktion auf die Gerichtsmedizinerin Luise Kellermann trifft, ist es für ihn Liebe auf den ersten Blick. Er lässt sich von der zunächst ziemlich abweisenden Art der jungen Frau nicht abhalten und durchbricht nach einigen Bemühungen schließlich doch ihren Abwehrpanzer. Doch dahinter lauert ein düsteres Geheimnis mit einer Verbindung zum aktuellen Mordfall.

Der Autor ist selber als forensischer Psychiater und Psychotherapeut tätig und lässt dieses Fachwissen auch geschickt in seine Geschichte einfließen, ohne sie dabei zu überfrachten.
Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt er seine gut aufgebaute Geschichte voran und streut auch immer wieder geheimnisvolle Passagen aus der Perspektive des Mörders ein.
Die Protagonisten in Haupt- und Nebenrollen sind insgesamt gut charakterisiert und durchgehend vielschichtig angelegt.
Der große Showdown liefert dann eine überzeugende Auflösung, wirkt an einigen Stellen aber auch ein klein wenig überkonstruiert. Dies konnte mein Lesevergnügen aber nur wenig trüben. Unter dem Strich bleibt ein überzeugender Thiller, der mich schon mehr als neugierig auf weitere Bücher des Autoren macht.

Veröffentlicht am 22.11.2018

Spannender und zugleich humorvoller Krimi mit skurrilen Typen und herrlich absurden Momenten

Sörensen fängt Feuer
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Mit diesem Buch liefert der Autor Sven Stricker wieder einen rundherum gelungenen Krimi ab, der neben reichlich Spannung auch wieder viel Humor bietet, der sich vor allem aus zahlreichen skurrilen Typen ...

Mit diesem Buch liefert der Autor Sven Stricker wieder einen rundherum gelungenen Krimi ab, der neben reichlich Spannung auch wieder viel Humor bietet, der sich vor allem aus zahlreichen skurrilen Typen und herrlich absurden Situationen ergibt.

Eigentlich hat sich Kriminalkommissar Sörensen, der unter einer generallisierten Angststörung leidet, von Hamburg ins scheinbar idyllische nordfriesische Katenbüll versetzen lassen, um dort einen Neuanfang zu wagen und endlich ein wenig zur Ruhe zu kommen. Gut für uns Leser, das ihm dies auch in seinem zweiten Fall einfach nicht gelingen will.
Der Musiker Ole Kellinghusen stößt mitten in der Nacht auf einer einsamen Landstraße auf eine junge, blinde Frau namens Jette, die jahrelang in einem Keller gefangen gehalten wurde, bis ihr jetzt endlich die Flucht gelang. Als Sörensen und seine Kollegen dieses Versteck finden, stolpern sie dort direkt über eine Leiche und geraten in ein verworrenes Geflecht aus religiösem Wahn und gefährlichen Geheimnissen.

Mit einer perfekt aufeinander abgestimmten Mischung aus Spannungsmomenten und Situationskomik macht dieses Buch einfach nur Spaß.
Mit seinem packenden Schreibstil und den gut gezeichneten Charakteren gelingt dem Autoren dabei scheinbar mühelos die Gratwanderung, auch das Krimigenre überzeugend zu bedienen, ohne völlig in den Klamauk abzurutschen. Mit einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor die gut aufgebaute Geschichte mit durchgehend funktionierendem Spannungsbogen voran und liefert am Ende eine schlüssige Auflösung, die keine Fragen offenlässt.
Die bildhaften Beschreibungen lassen das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen. Kein Wunder also, das der erste Fall mit Bjarne Mädel in der Hauptrolle verfilmt werden soll. Auch der zweite Fall wäre hierfür bestens geeignet.