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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2026

Zwischen Fürsorge und Fremdbestimmung

Once Upon A Tender Kiss
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Mia hat es nicht leicht: Ihre überfürsorglichen Eltern schirmen sie nach einer Herzkrankheit bei ihrer Geburt von allem ab und würden sie am liebsten bei jeder Kleinigkeit zum Check-up ins Krankenhaus ...

Mia hat es nicht leicht: Ihre überfürsorglichen Eltern schirmen sie nach einer Herzkrankheit bei ihrer Geburt von allem ab und würden sie am liebsten bei jeder Kleinigkeit zum Check-up ins Krankenhaus schicken. Unter ihrer Wohnung eröffnet zudem eine Tanzbar, deren Musik bis tief in die Nacht in ihre vier Wände dröhnt. Und auch ihr neuer Nachbar Tate scheint zunächst alles andere als rücksichtsvoll. Doch dann zeigt er eine überraschend charmante Seite, und gemeinsam mit seiner elfjährigen Tochter Riley wirbelt er Mias bislang so behütetes Leben gehörig durcheinander.

Obwohl mir die Geschichte insgesamt gut gefallen hat und sich der Schreibstil angenehm lesen lässt, ließ meine anfängliche Begeisterung nach etwa einem Drittel des Buches spürbar nach. Das lag nicht nur am extrem übergriffigen und nervigen Verhalten von Mias Eltern, die unter dem Deckmantel der Sorge wiederholt gegen ihre Interessen handeln und sie emotional unter Druck setzen, sondern auch an Mias Reaktionen darauf. Ihre wiederkehrende Schockstarre wirkte auf mich zunehmend schwer nachvollziehbar, da sie die Situation eigentlich reflektieren kann. Ebenso blieb für mich unverständlich, warum sie den Kontakt nicht früher einschränkt und weshalb sowohl ihre beste Freundin als auch ihre Patentante so zurückhaltend bleiben, statt ihr mehr den Rücken zu stärken.

Nicht nur der Plot erinnert stellenweise an ein modernes Märchen – entsprechende Anspielungen und Vergleiche ziehen sich auch durch den Text, wirken dabei aber gelegentlich etwas zu bemüht.

Insgesamt ein solider Plot mit interessanten Ansätzen, der mich jedoch nicht vollständig überzeugen konnte.

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  • Gefühl
Veröffentlicht am 04.05.2026

Ein zauberhafter Gute-Nacht-Schatz für kleine und große Lindgren-Fans

Gute Nacht mit Astrid Lindgren
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Dieses wunderbare Gute-Nacht-Buch vereint eine liebevolle Auswahl verschiedener Werke von Astrid Lindgren. Wir begegnen bekannten Figuren wie Pippi, Lotta, Michel oder Tomte Tummetott. Gleichzeitig enthält ...

Dieses wunderbare Gute-Nacht-Buch vereint eine liebevolle Auswahl verschiedener Werke von Astrid Lindgren. Wir begegnen bekannten Figuren wie Pippi, Lotta, Michel oder Tomte Tummetott. Gleichzeitig enthält der Band auch einige weniger bekannte Geschichten und Lieder, die es neu zu entdecken gilt.

Die Geschichten variieren in Länge und Anspruch, sodass sie sich ideal zum abendlichen Vorlesen eignen – je nach verfügbarer Zeit kann man immer eine passende Geschichte auswählen. Offiziell wird der Sammelband für Kinder ab fünf Jahren empfohlen, einige der kürzeren Texte und Lieder können jedoch auch schon jüngeren Kindern Freude bereiten.

Die liebevoll gestalteten Illustrationen stammen von verschiedenen Künstler*innen und verleihen jeder Geschichte ihren ganz eigenen Charakter. Manche Bilder wecken dabei nostalgische Erinnerungen.

Ein rundum gelungener Sammelband für neue wie auch langjährige Fans von Astrid Lindgren, den wir sehr gerne weiterempfehlen.

  • Einzelne Kategorien
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2026

Zauberhafte Geschichte mit wichtiger Botschaft

Der kleine Grimlin und das ganz große Herz - Eine Freundschaftsgeschichte
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Grimlin ist ein sympathischer kleiner Wichtel, der sein Leben ruhig und gemütlich mit seinen besten Freunden etwas außerhalb des Wichteldorfs in seinem Mooshäuschen unter einer alten Kastanie verbringt. ...

Grimlin ist ein sympathischer kleiner Wichtel, der sein Leben ruhig und gemütlich mit seinen besten Freunden etwas außerhalb des Wichteldorfs in seinem Mooshäuschen unter einer alten Kastanie verbringt. Eines Tages bringt er sein leckeres Mirabelmus ins Dorf und erfährt dort von einem neuen Bewohner: Tjelle, einem Wichtelzauberer. Aufgrund seines dunklen Umhangs und der seltsamen rosa Rauchwolken aus seinem Kamin ist dieser den Dorfbewohnern jedoch suspekt – schließlich wird er sogar aus dem Dorf vertrieben.
Grimlins Freundinnen, die Elfen Winni und Ninina, beschreiben Tjelle hingegen ganz anders: freundlich, wenn auch etwas ungewöhnlich – und als Bäcker von köstlichem Brimbelkuchen. Aus früheren Abenteuern weiß Grimlin, dass man sich kein Urteil über jemanden bilden sollte, den man nicht kennt. Also macht er sich selbst auf die Suche nach Tjelle. Dabei stellt er fest, dass seine eigenen Ängste – etwa vor den Wiesenzischlern oder dem Schnappzahn – unbegründet sind und dass er wunderbare Freunde hat, die ihm zur Seite stehen. Schließlich gelingt es ihm, Tjelle zu finden und die Vorurteile der Dorfbewohner zu zerstreuen.

Obwohl Grimlin weiß, dass Vorurteile problematisch sind, ertappt er sich selbst immer wieder dabei. Diese werden im Verlauf der Geschichte jedoch reflektiert und aufgelöst, sodass Kinder spielerisch lernen können, wie wichtig es ist, sich eine eigene Meinung zu bilden – eine gerade heute sehr relevante Botschaft.

Die Sprache ist stellenweise etwas anspruchsvoller, insgesamt aber für die empfohlene Altersgruppe ab 5 Jahren gut geeignet. Die Kapitellänge eignet sich hervorragend zum Vorlesen, aber auch zum Selbstlesen für geübtere junge Leser*innen.
Das Buch lässt sich grundsätzlich auch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes lesen, allerdings fehlt an einigen Stellen etwas Hintergrundwissen zur Vorgeschichte.
Die Illustrationen sind zauberhaft, farbenfroh und humorvoll gestaltet und passen sehr gut zur Geschichte. Besonders gelungen sind die Landkarte sowie die Doppelseite zur Vorstellung der Figuren, die Kindern den Einstieg in Grimlins Welt erleichtern.

Insgesamt ist dies eine liebevoll erzählte Geschichte über Freundschaft, Mut und den Umgang mit Vorurteilen.

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  • Thema
Veröffentlicht am 25.04.2026

Ein liebevoller Begleiter für das letzte Kita-Jahr

Die Vorschulprofis: Wir sind die Großen in der Kita
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In diesem Buch begleiten kleine Leserinnen und Leser die Vorschulkinder Alma, Kisi, Pippa, Aziz und Emil aus der Kita Kichererbse durch ihr letztes Kindergartenjahr. Die elf Kurzgeschichten erzählen vom ...

In diesem Buch begleiten kleine Leserinnen und Leser die Vorschulkinder Alma, Kisi, Pippa, Aziz und Emil aus der Kita Kichererbse durch ihr letztes Kindergartenjahr. Die elf Kurzgeschichten erzählen vom ersten Treffen der Vorschulgruppe mit Erzieher Joschi, einem Schulbesuch, Emils Geburtstagsparty oder einem Nachmittag bei Aziz bis hin zum Abschiedsfest in der Kita. (Angehende) Vorschulkinder werden hier in vielen Situationen abgeholt, die sie selbst bereits kennen oder bald erleben werden.
Besonders positiv fällt auf, wie selbstverständlich Vielfalt dargestellt wird: Kinder mit Beeinträchtigungen, unterschiedliche Hautfarben und verschiedene Familienmodelle sind ganz natürlich in die Geschichten integriert.

Die Kapitel haben eine angenehme Länge und eignen sich hervorragend zum Vorlesen. Im Anschluss an jedes Kapitel folgt eine Doppelseite mit passenden Spiel- und Bastelideen. Neben Materiallisten und Anleitungen wird auch erläutert, welche Fähigkeiten dabei gefördert werden – ein schöner Mehrwert, der das Buch über die reinen Geschichten hinaus bereichert.

Die farbenfrohen und humorvollen Illustrationen unterstützen den Text auf gelungene Weise und laden zum gemeinsamen Entdecken ein. Ein kleiner Kritikpunkt ist jedoch die Platzierung der Doppelseite zur Vorstellung der Vorschulkinder, die sich erst am Ende des Buches befindet und dadurch leicht übersehen werden kann. Die erste Doppelseite hingegen ist wie ein Freundebuch gestaltet und bietet Platz für eigene Eintragungen – eine nette Idee.

Insgesamt ist dies ein liebevoll gestaltetes Buch zur Vorbereitung auf die Vorschulzeit, das Kindern spielerisch Sicherheit vermittelt und mögliche Ängste nehmen kann.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Einfühlsame Hilfe im Umgang mit Wut für die Kleinsten

Wenn liebe Waschbären wütend sind
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Der kleine Waschbär ist sooooo wütend, weil der Elch seinen Apfel gefressen hat. Auf der Suche nach einem Weg, mit diesem starken Gefühl umzugehen, fragt er andere Tiere um Rat. Jedes Tier erzählt ihm, ...

Der kleine Waschbär ist sooooo wütend, weil der Elch seinen Apfel gefressen hat. Auf der Suche nach einem Weg, mit diesem starken Gefühl umzugehen, fragt er andere Tiere um Rat. Jedes Tier erzählt ihm, was ihm hilft, die Wut zu bewältigen.

Das Buch ist wunderbar auf die junge Zielgruppe abgestimmt. Schon der Auslöser für die Wut ist für Kinder leicht nachvollziehbar – wer kennt es nicht, wenn einem etwas weggenommen oder einfach aufgegessen wird? Auch die Lösungsansätze der Tiere sind kindgerecht, leicht verständlich und für Kinder ab etwa zwei Jahren gut umsetzbar, ohne sie zu überfordern.
Die Texte sind bewusst einfach und kurz gehalten. Besonders gelungen ist die Übersichtsseite am Ende des Buches: Sie greift die vorgestellten Strategien noch einmal auf und lädt Kinder und Eltern dazu ein, gemeinsam darüber ins Gespräch zu kommen und eigene Wege im Umgang mit Wut zu finden.

Die Illustrationen sind zauberhaft, detailreich und mit viel Humor gestaltet – es macht großen Spaß, sie anzuschauen. Der kleine Waschbär ist ausgesprochen niedlich, und auch die anderen Tiere sind liebevoll dargestellt. Besonders hervorzuheben ist, wie klar die Emotionen erkennbar sind: Nicht nur die Wut, sondern auch Überraschung, Anstrengung und schließlich Zufriedenheit werden anschaulich vermittelt. Gerade für Kinder in diesem Alter ist das von großer Bedeutung.

Ein rundum gelungenes Buch, das uns alle begeistert.

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