Profilbild von emkeyseven

emkeyseven

Lesejury Star
offline

emkeyseven ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit emkeyseven über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.01.2022

Angst, Unsicherheit und alkoholbetriebene Kräfte

Hard Liquor – Der Geschmack der Nacht
0

Wenn sie trinkt, fühlt Tycho sich stark. Alkohol verleiht ihr übermenschliche Kräfte und dann zieht sie oft los, um als "Captain Wodka" gefährliche Typen zu bestrafen, die auch immer betrunken genug sind, ...

Wenn sie trinkt, fühlt Tycho sich stark. Alkohol verleiht ihr übermenschliche Kräfte und dann zieht sie oft los, um als "Captain Wodka" gefährliche Typen zu bestrafen, die auch immer betrunken genug sind, um sich nicht an ihr Gesicht zu erinnern. Sie wird dann so viel selbstbewusster, dass sie den nüchternen Zustand kaum ertragen kann, denn dann fühlt sie sich unsicher und angreifbar. Seit dem brutalen Tod ihrer Eltern hat sie zwei große Ängste und nur Alkohol hilft ihr bei beiden, daher hat sie schon lange die Kontrolle über ihren Alkoholkonsum verloren.

Leider fand ich Tycho manchmal schon etwas nervig, weil sie nüchtern und betrunken schon zwei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten hatte, die beide auf ihre eigene Art anstrengend waren. Die eine ängstlich und einsam, aber wenn sie sich erstmal flüssigen Mut angetrunken hat, wird sie richtig arrogant, während man als Leser schon fühlt, wie wenig sie weiß. Ich hatte schon Mitleid mit ihrer Situation, aber so richtig sympathisch wurde sie mir nicht.

Tychos ständige Angst, erwischt zu werden, sowie die vielen Mysterien um ihre Kräfte erzeugen die Erwartung, das jederzeit etwas Schlimmes passieren wird und mich konnten diese Entwicklungen dann oft nicht mehr so überraschen. Außerdem verrät der Klappentext wirklich sehr, sehr viel. Zu meinem Glück hatte ich ihn nicht so im Kopf und habe ihn vor der Lektüre nicht noch mal gelesen, da ich Bücher oft auch lesen möchte, wenn sie von bestimmten Autoren sind, die ich mag, ohne die Inhaltsangabe zu genau zu lesen. Ich wusste nur noch, dass Tychos Kräfte durch Alkohol aktiviert werden, hätte ich alles aus dem Klappentext gewusst, hätte ich das Buch vermutlich schlechter bewertet, da dort wirklich viel vorweggenommen wird. Außerdem unterscheiden sich die Inhaltsangaben auf dem Buch und online leicht voneinander, wobei ich die auf dem Buch schon deutlich besser finde und deshalb auch diese für meinen Blog abgetippt habe.

Abgesehen davon fand ich die Geschichte aber schon spannend und auch wenn ich Tycho und auch die meisten anderen Charaktere nicht wirklich sympathisch fand, fand ich sie doch interessant gestaltet und die Welt der Food-Universe-Reihe hat noch Potenzial, das hier meiner Meinung nach schon ein bisschen verschwendet wurde. Ich bin auch kein Fan davon, dass es am Ende mehrere Zeitsprünge gibt.

Damit auch wirklich jedem klar ist, dass Alkoholmissbrauch und Selbstjustiz nicht gut sind, und dass hier nichts verherrlicht wird, gibt es diese Radio-Show, in der viel über "Captain Wodka" berichtet wird, aber auch vor Nachahmungen gewarnt wird. Ich finde es zwar schon wichtig, das Thema zu behandeln, aber es ist alles andere als subtil.

Fazit
Ich habe in meiner Rezension schon einiges an Kritik geäußert, aber trotzdem fand ich "Hard Liquor - Der Geschmack der Nacht" spannend - solange man sich die Geschichte nicht durch die Inhaltsangabe ruinieren lässt - und in sich stimmig. Zwar fand ich Tycho nicht besonders sympathisch, aber ihre Unsicherheit gepaart mit der Macht durch den Alkoholkonsum waren schon clever miteinander verwoben und haben sie authentisch gemacht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.12.2021

Kurzweilige Liebesgeschichte ohne große Überraschungen

Hold me forever
0

Aria möchte in Florida die Sonne und das Meer genießen und sich etwas erholen, aber Tristan macht ihr da einen Strich durch die Rechnung. Sie ist als Housesitter dort und um sie nicht zu verscheuchen behauptet ...

Aria möchte in Florida die Sonne und das Meer genießen und sich etwas erholen, aber Tristan macht ihr da einen Strich durch die Rechnung. Sie ist als Housesitter dort und um sie nicht zu verscheuchen behauptet Tristan, ebenfalls Housesitter zu sein, aber eigentlich ist es seine eigene Luxusvilla, in der sie nun zusammen wohnen.

Aria hat keine Ahnung, wer Tristan ist, weil sie sich weder für Filme noch für Klatsch interessiert. Genau das findet Tristan so faszinierend an ihr, denn die Menschen in seinem Leben wollen immer irgendwas von dem berühmten Schauspieler. Seine Filmpartnerin und Ex-Freundin Skye versucht, ihn zu einer Beziehung zu drängen und die ganze Aktion stresst ihn sehr, da ist Arias Unwissenheit Balsam für seine Seele. Eigentlich ist es auch das, was er an ihr zunächst so anziehend findet, abgesehen von ihrer lieben und charmanten Art.

Ich fand die Geschichte klischeehaft und komplett vorhersehbar, aber auch nicht schlecht, sondern einfach nur durchschnittlich. Durch den angenehmen Schreibstil und die wenigen Seiten kommt man schnell durch das Buch, daher ist es ganz nett für Zwischendurch, aber mehr auch nicht.

Fazit
"Hold me forever" bietet eine kurzweilige Liebesgeschichte ohne große Überraschungen. Man bekommt genau das, was der Klappentext auch verspricht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.12.2021

Lebensechte Androiden, spannende Kämpfe und große Geheimnisse

Das Babel Projekt – Lifelike
0

Eve hat achtmal in Folge bei Roboterkämpfen gewonnen, aber diesmal läuft es nicht so gut - bis ihr Gegner auf mysteriöse Weise außer Betrieb gesetzt wird. Das rettet zwar Eves Leben, bringt sie aber aufs ...

Eve hat achtmal in Folge bei Roboterkämpfen gewonnen, aber diesmal läuft es nicht so gut - bis ihr Gegner auf mysteriöse Weise außer Betrieb gesetzt wird. Das rettet zwar Eves Leben, bringt sie aber aufs Radar einer ziemlich gefährlichen Organisation. Und kurz darauf findet sie auf einem Schrottplatz einen Lifelike - ein Androidenmodell, das verboten wurde, weil es sich den drei Direktiven widersetzen konnte: sie sind Roboter, die Menschen töten können.

Eve weiß nicht mehr, was sie glauben soll. Erst diese seltsame Kraft, die den Roboter ausgeschaltet hat, dann der Lifelike namens Ezekiel, der sie kennt, und dann hat sie auch noch Visionen, die sie sich nicht erklären kann. Sie muss herausfinden, was es mit den mörderischen Lifelikes wirklich auf sich hat, und dabei einige Vertrauenskrisen überwinden.

Ich mochte die starke und intelligente Eve und auch einige der Nebencharaktere, egal ob Freund oder Feind: Der treue Lifelike Ezekiel mit all seinen unglaublichen Fähigkeiten, den frechen und liebenswürdigen Roboter Cricket mit seiner künstlichen Intelligenz, und auch die anderen komplexen und vielschichtigen Roboter. Eves beste Freundin Lemon Fresh - eine der vielen Charaktere mit eigener Perspektive - ist mir leider nicht so ans Herz gewachsen, ich fand sie eher nervig.

In der Handlung hat eine ziemlich wichtige Sache meiner Meinung nach nicht wirklich Sinn ergeben, was mir ein komisches Gefühl gegeben hat, aber ich mochte diese dystopische oder auch post-apokalyptische Welt, wie sie die Charaktere manchmal nennen, und fand die Geschichte eigentlich durchgehend spannend und die Elemente clever verwoben. Ich fand aber schon, dass die Charaktere etwas zu viele große Geheimnisse hatten. Ich bin wirklich sehr gespannt, wie es weitergeht, weil ich nicht wirklich einschätzen kann, wie der Autor dieses Abenteuer fortführen wird, und hoffe, die Fortsetzung lässt nicht zu lange auf sich warten!

Fazit
"Lifelike" bietet eine interessante dystopische Welt mit sympathischen Charakteren und faszinierenden Robotern, dazu spannende Kämpfe und ein gelungenes Abenteuer, in dem es um Freundschaft, Vertrauen und Rache geht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.12.2021

Kurzweilige Liebesgeschichte, die trotz der Dramen locker bleibt

The Chances We Take
0

Jules ist in ihren attraktiven Nachbarn verliebt und glaubt nicht, irgendwelche Chancen bei ihm zu haben. Sie kann ihre Gefühle und Fantasien aber nicht für sich behalten und schreibt ihm einen anonymen ...

Jules ist in ihren attraktiven Nachbarn verliebt und glaubt nicht, irgendwelche Chancen bei ihm zu haben. Sie kann ihre Gefühle und Fantasien aber nicht für sich behalten und schreibt ihm einen anonymen Brief - und bekommt eine Antwort.

Die beiden schreiben hin und her und werden Brieffreunde, diese Geschichte beginnt aber eigentlich erst, als Jules aufhört, Berk zu antworten. Sie glaubt, er habe eine Art Freundin, aber eigentlich ist das nur seine Schwester, die sich regelmäßig in Schwierigkeiten bringt und dann Berks Hilfe fordert. Berk möchte seine mysteriöse Brieffreundin unbedingt finden, weil er sich ihr unglaublich nah fühlt. Aber er empfindet auch etwas für seine Nachbarin Jules, und das nicht nur, weil sie ihn immer mit süßen Leckereien versorgt.

Ich hatte erwartet, dass wir die Phase mit der Brieffreundschaft auch miterleben, aber hier geht um die Beziehung von Jules und Berk und ihre Probleme im Leben. Jules arbeitet daran, sich in ihrem Körper richtig wohlzufühlen, aber ihre Familie macht es ihr da nicht leicht und sie hat trotzdem einige Komplexe. Berk hingegen hatte schon lange keine richtige Familie mehr und fühlt sich immer wie ein Außenseiter, auch wenn er als Footballspieler in der College-Mannschaft ziemlich erfolgreich ist. Beide halten den jeweils anderen für perfekt, sind mit sich selbst aber eher unzufrieden.

Es gibt hier wirklich einige verschiedene Dramen - mir fallen spontan schon sechs verschiedene Quellen des Unglücks ein - aber es wirkt trotzdem nicht zu überladen oder übertrieben dramatisch, sondern bleibt trotz all der Katastrophen locker. Die Geschichte hat mich gut unterhalten und ich bin sehr schnell durch das Buch gekommen, aber so richtig begeistern konnte es mich auch nicht. Ich hatte Spaß an der Lektüre, aber mehr auch nicht. Trotzdem eine schöne Liebesgeschichte für Zwischendurch.

Fazit
"The Chances We Take" war schon etwas anders als erwartet und bietet viele verschiedene Dramen, aber insgesamt ist es eine süße, kurzweilige Liebesgeschichte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.12.2021

Süße Liebesgeschichte, spannende Entwicklung der Protagonistin

Still With You
0

Lara träumt davon, nach ihrem High School Abschluss an einer Akrobatikschule angenommen zu werden, aber dafür muss sie kämpfen. Ihre Mutter ist unzufrieden mit Laras Körper, Laras Dad hingegen sind die ...

Lara träumt davon, nach ihrem High School Abschluss an einer Akrobatikschule angenommen zu werden, aber dafür muss sie kämpfen. Ihre Mutter ist unzufrieden mit Laras Körper, Laras Dad hingegen sind die Noten wichtig, denn er hat ganz andere Vorstellungen, was Laras Zukunft betrifft. Und ausgerechnet jetzt beschließt Laras Zwillingsschwester Amelia, mit der Akrobatik aufzuhören, obwohl Lara und sie immer gemeinsam auftreten.

Ich mochte Lara und war daher sehr gespannt, wie sie ihre Probleme überwindet. Man kann ihre Liebe zur Akrobatik, ihre sonstigen Unsicherheiten und die Verzweiflung wirklich gut nachempfinden. Ihre Eltern sind nicht zufrieden mit ihr und scheinen ihre Schwester Amelia zu bevorzugen, der eigentlich nie gesagt wird, was sie tun soll. Erst mochte ich Amelia auch nicht besonders, weil sie Lara im Stich lässt und es so viel leichter hat, aber letztendlich fand ich sie doch ganz in Ordnung. Bei Lara merkt man aber richtig, wie sehr sie alles stresst, wie viel Mühe sie sich bei allem gibt und trotzdem nie gut genug ist. Sie ist eigentlich gar nicht so unsicher, aber lässt sich von ihrem Umfeld doch einreden, dass sie unzufrieden sein sollte und das mit ihr etwas nicht stimmt. Ich fand ihre Gefühle und Handlungen absolut authentisch.

Die Liebesgeschichte fand ich beinahe zweitrangig, aber sie hat mir trotzdem gut gefallen. Casey liebt den Zirkus auch, aber er möchte sich nicht von seinen Eltern vorschreiben lassen, was er mit seinem Leben anfangen will, darum hat er mit der Akrobatik aufgehört. Er und Lara sind sich ähnlich und doch verschieden und sie passen auch gut zusammen. Caseys letzter Freund hat ihm das Herz gebrochen und da er seinen Eltern keine Hoffnungen machen möchte, will er nicht unbedingt Laras neuer Akrobatikpartner sein - aber er wird es natürlich trotzdem.

Lara hat Zwangsstörungen, die sich als nervige, aufdringliche innere Stimme äußern, die Lara kaum ignorieren kann. "Nana" taucht auf, wenn Lara Angst hat oder gestresst ist, und redet Lara ein, dass sie sich komisch verhalten muss oder dass mit ihr etwas nicht stimmt. Ich fand diese unheimliche Stimme schon sehr interessant und spannend, wie Lara versucht, damit klarzukommen und sich nichts anmerken zu lassen, während es sie natürlich unglaublich belastet. Aber manchmal war mir diese Stimme schon etwas zu konkret und direkt, sodass es mir etwas unnatürlich vorkam, aber darüber will ich eigentlich auch nicht urteilen.

Fazit
"Still With You" hatte mehr zu bieten als ich erwartet hätte. Ich fand Lara wirklich sympathisch und musste einfach mitfiebern, als sie hier mit all ihren Problemen und Unsicherheiten konfrontiert wird. Auch die süße Liebesgeschichte hat mir gut gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere