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Veröffentlicht am 05.11.2019

Ohne die Vorlage schwach, unlogisch und frustrierend

We Will Fall
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Also erstmal: Es handelt sich bei diesem Buch um eine Neuerzählung von "Tristan und Isolde". Wer eine moderne Version davon erwartet, wird wohl zufrieden sein. Ich kannte die Geschichte vorher nicht, habe ...

Also erstmal: Es handelt sich bei diesem Buch um eine Neuerzählung von "Tristan und Isolde". Wer eine moderne Version davon erwartet, wird wohl zufrieden sein. Ich kannte die Geschichte vorher nicht, habe aber hinterher eine Zusammenfassung gelesen und es ist klar erkennbar, dass es im Grunde die gleiche Geschichte ist.

Mir hat es nicht so gut gefallen, auch wenn ich schon einsehe, dass das Originalmaterial gut verarbeitet wurde. Wir haben hier Tristan und Izzy, die sich eigentlich sofort verlieben, aber Cousin Marcus scheint ein unüberwindbares Hindernis für die junge Liebe zu sein. Es gibt etwas rebellische, komplexe Charaktere wie Alphamännchen Marcus und etwas wahnsinniger, zukünftiger Politiker Hull, der Izzys Bruder ist. Izzy ist deutlich simpler gestrickt, eigentlich die typische Jugendbuch-Heldin, und Tristan zeichnet sich dadurch aus, dass er Angst vor seinem Cousin hat und daher immer sehr zurückhaltend ist. Ich fand einfach die beiden Protagonisten ziemlich fade, ihre Liebesgeschichte wenig überzeugend und dann trafen sie immer wieder so blöde Entscheidungen.

Mein Problem mit dem Buch war, dass es doch zu sehr an der Vorlage war. Obwohl mich das Buch nie wirklich packen konnte, fand ich das Ende enttäuschend. Es war in gewisser Hinsicht wohl realistisch, aber für einen Roman war mir das Ende zu schwach, da hat vieles gefehlt. Alles, was auf über 300 Seiten aufgebaut wurde, löste sich in Luft auf, sodass ich mich gefragt habe, wieso ich den Rest des Buches überhaupt gelesen habe.

Ohne zu wissen, dass es sich an eine Vorlage hält, war zum Schluss vieles unlogisch und übereilt, aber das Buch selbst sollte in sich stimmig sein und nicht auf die Vorlage angewiesen, die erklärt, wo diese unzusammenhängenden Handlungen plötzlich herkommen.

Fazit
"We Will Fall" mag ein gutes, modernes "Tristan und Isolde" sein, aber ein gutes Buch war es dadurch nicht. Die Hauptcharaktere konnten mich nicht überzeugen, die Handlung war wenig spannend und auch mal unlogisch und das Ende war vielleicht realistisch, aber enttäuschend war es trotzdem.

Veröffentlicht am 02.11.2019

Wo kam denn dieses Ende plötzlich her?

Lovely Curse, Band 1: Erbin der Finsternis
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Aria kämpft nicht nur mit den Schwierigkeiten, die sie als die Neue in der Stadt hat: In der Stadt geschehen seltsame Dinge und die betreffen leider auch sie. Doch Aria geht immer rational und mit kühlem ...

Aria kämpft nicht nur mit den Schwierigkeiten, die sie als die Neue in der Stadt hat: In der Stadt geschehen seltsame Dinge und die betreffen leider auch sie. Doch Aria geht immer rational und mit kühlem Kopf an die Sache und glaubt nichts ohne Beweise. Und obwohl sie auch schlagfertig ist, merkt man durch die Mobbereien von "Frenemy" Noemi, dass sie auch sehr sensibel ist.

Es kommt in diesem Buch auch mal vor, dass etwas geschieht, das sich nicht mit Logik erklären lässt und dann weigern sich die Charaktere, das Übernatürliche zu akzeptieren. Und das tun sie sehr lange: Unglauben, Zweifel, Hinterfragen. Ich würde sogar sagen, dass das irgendwie das Hauptthema ist. Ich fand diese Zweifel schon ziemlich gut dargestellt, aber es war mir einfach zu viel davon.

Das Liebesdreieck ist am Anfang schon ausgewogen, ein beliebter Sunnyboy und ein mysteriöser Bad Boy, also schon ein bisschen klischeehaft. So nach und nach allerdings zeichnet sich schon eine stärkere Tendenz ab und ich habe hier auch einen klaren Favoriten, da der andere sich als sehr eifersüchtig und anhänglich beweist. Da könnt ihr euch aber gern eure eigene Meinung bilden ;)

Die Geschichte ist interessant, bleibt aber eher flach. Ich kam zwar locker und angenehm durch das Buch, aber abgesehen von vielen romantischen Szenen gab es auf der Fantasy-Apokalypse-Ebene kaum Spannung und auch kaum Fortschritt. Und dann kommt das total übereilte Ende. Ziemlich aus dem Nichts hat es mich leider nicht positiv überrascht und es hat auch gar nicht zum Rest des Buches gepasst.

Ich hatte wirklich Spaß beim Lesen und hab mich auch nie gelangweilt, aber das Ende fand ich so seltsam, dass es alle Aspekte, die mir negativ aufgefallen sind, stärker hervorgehoben hat.

Fazit
Das übereilte Ende von "Lovely Curse - Erbin der Finsternis" hat für mich das ganze Buch in einem schlechteren Licht erscheinen lassen, was ich ziemlich schade fand. Der Schreibstil und die Geschichte fand ich eigentlich ganz gut, aber da hätte einfach mehr sein können!

Veröffentlicht am 27.10.2019

Süß und unterhaltsam, mehr muss man nicht erwarten

Bleib doch, wo ich bin
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Kaya und Lasse lernen sich zwei Mal kennen und diese zwei Treffen sorgen für viel Chaos in ihren Leben. Erstmal gibt es Verwirrung bezüglich der Identität des jeweils anderen, was wiederum zu weiteren ...

Kaya und Lasse lernen sich zwei Mal kennen und diese zwei Treffen sorgen für viel Chaos in ihren Leben. Erstmal gibt es Verwirrung bezüglich der Identität des jeweils anderen, was wiederum zu weiteren Missverständnissen und Schwierigkeiten führt. Dabei ist die Beziehung der Beiden so schon kompliziert genug, denn Lasse ist eben er Lehrer von Kayas Nichte Milli.

Kaya liebt ihre Arbeit und ist eigentlich sehr glücklich mit ihrem Leben. Zwar ist sie Single, aber sie fühlt auch nicht den Druck, sich eine feste Beziehung aufzubauen. Sie ist voller Lebensfreude und Liebe für Familie, vor allem Milli hat sie ins Herz geschlossen und unterstützt ihre Nichte so gut sie kann.

Die Geschichte ist süß, wenn auch nicht allzu anspruchsvoll. Es ist eine ein bisschen verbotene Liebe, die durch äußere Einflüsse noch komplizierter wird, obwohl die Gefühle der beiden für einander so einfach wären. Arbeit, Gerüchte und Familie spielen eine Rolle und machen eine runde Sache draus.

Fazit
"Bleib doch, wo ich bin" bietet eine süße Geschichte, die meistens sogar Sinn ergibt und gut unterhält.

Veröffentlicht am 20.10.2019

Spannend und erfrischend direkt

Ophelia Scale - Der Himmel wird beben
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Enthält Spoiler zum Vorgänger!

Diese Fortsetzung steht dem Vorgänger in nichts nach und wem Band 1 gefallen hat, dem wird auch dieses Buch sicher gefallen. Das Spionage-Motiv zieht sich auch durch dieses ...

Enthält Spoiler zum Vorgänger!

Diese Fortsetzung steht dem Vorgänger in nichts nach und wem Band 1 gefallen hat, dem wird auch dieses Buch sicher gefallen. Das Spionage-Motiv zieht sich auch durch dieses Buch und dadurch entsteht eine Parallele zum Vorgänger und sie haben einen ähnlichen Aufbau. Diese konstante Struktur sorgt dafür, dass auch direkt die Gefühle von Ophelias vorheriger Spionage wieder aufkommen und der Einstieg, beziehungsweise die Rückkehr in Ophelias Welt, sehr leicht fällt, auch wenn man - wie ich - das Ende vom Vorgänger nur noch grob im Gedächtnis hat.

Mir hat auch Ophelia in diesem Buch besser gefallen als zuvor, da ich sie im ersten Buch ja noch ziemlich arrogant fand. Inzwischen bildet sie sich aber endlich ihre eigene Meinung, hinterfragt ihre Aktionen und deren Auswirkungen - und passt das auch nicht viel besser zu diesem eigentlich so intelligenten Charakter? Mit ihren neuen Erkenntnissen passt sie auch nicht mehr so ganz zu ihrem früheren Team von ReVerse, aber da sie nach ihrem Verrat auch nicht mehr zurück zu den Schakalen kann, ist sie etwas einsam, aber ihre Mission beschäftigt sie eigentlich gut genug, sodass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt, um sich Gedanken um ihre Gefühle für Lucien zu machen. Ihre Gefühle waren schließlich nicht gespielt, aber zwischen ihnen ist es einfach zu kompliziert und das bereitet ihr nur Herzschmerz.

Was mir wieder ganz gut gefiel, ist, dass sich das Buch nicht an die nervigen Klischees hält. Um wichtige Punkte wird nicht hundert Jahre herumgeschlichen und man kommt schnell zum Punkt. Das ist effizient und auch ernüchternd (weil man ja schon nicht mehr damit rechnet, dass Charaktere tatsächlich vorankommen) und ich mochte es, dass sich das Buch auf seine eigene Geschichte verlässt, um Spannung zu erzeugen, und sie nicht künstlich verlängert. Ich finde das sehr erfrischend und das ist auch einer meiner Lieblingspunkte an dieser Reihe.

Fazit
Insgesamt hat mir "Ophelia Scale - Der Himmel wird beben" wieder ziemlich gut gefallen, da ich inzwischen auch Ophelia viel besser leiden kann, und ich freue mich schon auf den Abschluss, der hoffentlich noch ein paar Überraschungen bereithält!

Veröffentlicht am 20.10.2019

Unterhaltsam und vorhersehbar

Märchenfluch, Band 1: Das letzte Dornröschen
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Märchen-Neuerzählungen sind das eine, aber so viele verschiedene Märchen einzubinden, kann schwierig sein. Die Märchen hier spielen aber keine all zu große Rolle, sie formen eher die Hauptcharaktere: ihre ...

Märchen-Neuerzählungen sind das eine, aber so viele verschiedene Märchen einzubinden, kann schwierig sein. Die Märchen hier spielen aber keine all zu große Rolle, sie formen eher die Hauptcharaktere: ihre Gaben, Rollen und Beziehungen zueinander. Auch ihre Namen passen gut zu ihren Erblinien. Flora = Blume, Neva = Schnee, etc.

Flora hatte keine Ahnung von ihrem Erbe und kommt erstmal gar nicht mit, als sie plötzlich in diese Welt eintaucht. Ihre Aufgabe ist es, die normalen Menschen vor den gefährlichen magischen Gegenständen zu beschützen, aber währenddessen versucht sie auch, der Linie der Dornröschen auf die Spur zu kommen und sich an diese Welt zu gewöhnen. Bei verzauberten Spiegeln, aufbrausenden Prinzessinnen und attraktiven Märchenprinzen weiß man manchmal auch gar nicht, wer Freund und wer Feind ist ...

Ich hatte zwei Kritikpunkte an diesem Buch, die mich etwas aufgeregt haben. Zum einen wurde in diesem Buch viel zu häufig ein Satz unterbrochen oder etwas in dem Moment nicht ausgesprochen, woraufhin sich auch schnell die Situation änderte. Das ist vereinzelt ja normal, aber hier war mir das viel zu regelmäßig.

Außerdem fand ich es zu vorhersehbar. Es gab immer wieder Hinweise, die immer viel durchblicken ließen - mehr als sie wohl sollten. Es gibt nun einmal keine richtigen Überraschungen, wenn man sich die Dinge problemlos vorher zusammengereimt hat.

Ansonsten fand ich das Buch aber so süß und ziemlich unterhaltsam, flog so unglaublich leicht durch die Seiten und hatte viel Spaß an der Lektüre - nur für eine bessere Bewertung war es mir nicht annähernd spannend genug.

Fazit
Zwar fand ich "Märchenfluch - Das letzte Dornröschen nicht besonders spannend, aber kreativ und auch oft sehr unterhaltsam!