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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.07.2025

Vögel, Wellen und Wind auf wundersame Weise zu einem Ganzen verwoben ...

Sommergäste
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Mit diesem eindrucksvollen zweiten Roman setzt die Autorin Agnes Krup der eigenwilligen Schriftstellerin Willa Cather ein Denkmal. Vieles hat die Protagonistin Charlotte Overbeck mit ihr gemeinsam. Im ...

Mit diesem eindrucksvollen zweiten Roman setzt die Autorin Agnes Krup der eigenwilligen Schriftstellerin Willa Cather ein Denkmal. Vieles hat die Protagonistin Charlotte Overbeck mit ihr gemeinsam. Im Sommer des Jahres 1925 reist Charlotte mit ihrer Freundin und zugleich Sekretärin Ellen nach Rockcliff Isle. Als sie von Bord des Schiffes gehen, ist eigentlich alles wie immer, außer dass sie diesmal auf Crawford Maker treffen, der ihnen mit einem riesigen Vogel in den Händen entgegentritt. Ellen, die ihr Kunsttalent in der Bildhauerei verewigt, ist sofort fasziniert, als sie erfährt, dass Crawford ein Taxidermist ist und es kaum erwarten kann den riesigen – in dieser Region eigentlich nie vorkommenden – Albatros zu präparieren. Sie besucht ihn in seiner Werkstatt und die Beiden fühlen sich sofort verbunden … so verbunden, dass er sie bittet, ihn auf einer afrikanischen Expedition zu begleiten. Wie wird sie das mit sich und ihrem engen Verhältnis zu Charlotte vereinbaren?

In einer sehr feinfühlig erzählten Geschichte verwebt Agnes Krup das sonderbar anmutende Dreierverhältnis zwischen Charlotte, Ellen und Crawford mit einer gehörigen, äußerst interessanten Portion Vogelkunde. Ohne je langweilig oder gar kitschig zu wirken, dürfen wir teilhaben an der Selbstfindung verbunden mit Freude und aber auch Schmerz der drei Protagonisten. Ich fieberte auf das Ende, um zu erfahren, für welchen Lebenswerg sich die Charaktere entscheiden und als Charlotte schließlich zu Ellen sagt: „Verbrenn alle meine Briefe“ da wusste ich, dass sich der Kreis zwischen der fiktiven Charlotte und realen Willa Cather geschlossen hatte. Von mir gibt es meeresrauschende vier wohlverdiente Sterne. Ich bin nun sehr neugierig auf den Debutroman „Mit der Flut“, der – wie kann es anders sein – auch auf meinem SuB liegt. Wie schön, ich freue mich darauf!

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Mikroplastik ... es ist wirklich fünf Minuten vor Zwölf !!!

Partikel
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Wer kommt denn auf die Idee, sich auf Mikroplastik im Körper testen zu lassen? Mir wäre das ja nie im Traum einfallen bevor ich dieses Buch zur Hand genommen hatte, obwohl das auch ein Thema ist, mit dem ...

Wer kommt denn auf die Idee, sich auf Mikroplastik im Körper testen zu lassen? Mir wäre das ja nie im Traum einfallen bevor ich dieses Buch zur Hand genommen hatte, obwohl das auch ein Thema ist, mit dem sich die Firma, für die ich arbeite, am Rande beschäftigt. Aber wer käme denn auch auf den Gedanken, dass so viele Menschen davon betroffen sind und dass es so krank machen kann!?

In dem Buch „Partikel“ treffen wir auf die junge Journalistin Melissa, die für eine Online-Zeitung schreibt. Sie hat sich durchaus Gedanken zu der Thematik gemacht, denn ihre kleine Nichte ist hautnah davon betroffen und droht deshalb an ihrem Leberleiden auch daran zu sterben. Als auf einer von Melissa besuchten Hochzeitsfeier mehrere Gäste erkranken, einige sogar sterben, stellt sich heraus, dass auch das die Folgen des Verzehrs eines mit Mikroplastik verseuchten Fischs sind. Dieses Ereignis zieht schließlich weite Kreise und bald geht es um viel mehr, unter anderem um illegalen Plastikmüllexport, schonungslose politische Machenschaften und skrupellose Geschäftsleute. Als schließlich Melissas kleine Nicht Zoe spurlos verschwindet, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit …

Mit seinem aus verschiedenen Perspektiven erzählten Thriller versucht der Autor seine Leser auf die Missstände aufmerksam zu machen, die nicht nur in seinem Buch, sondern auch in der Realität mehr als präsent sind. Durch eingestreute Briefe, Zeitungsartikel und ähnliches appelliert er an unseren Verstand und will wachrütteln.

Dennoch hat Harlander in meinen Augen mit seiner Dramatik und den wilden Hetzjagden ganz im Stil eines amerikanischen Actionfilms ein wenig überzogen. Während er es schafft, den Spannungsbogen ziemlich durchgehend hochzuhalten, hat es bei mir mit vier Sternen nicht ganz zur Bestnote gereicht. Eines hat der Autor jedoch ganz wunderbar geschafft, nämlich mir klar zu machen, dass ich mir als ganz kleines Licht weiterhin Gedanken machen muss, wie man dem vielen Plastikmüll entgegenwirken kann. Ich werde den Sog nicht aufhalten, aber wenn alle kleinen Lichter mitmachen, strahlen wir hell und können vielleicht wieder ein wenig Hoffnung für die Zukunft geben.

Veröffentlicht am 30.07.2025

An manchen Stellen etwas realitätsfremd, dennoch sehr spannend ...

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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Mit „Die Kollegin“ präsentiert der Heyne Verlag mal wieder einen Thriller mit dem unverwechselbaren Farbschnitt der gerade so in Mode zu sein scheint. Diesmal lernen wir die Kolleginnen Natalie Farrall ...

Mit „Die Kollegin“ präsentiert der Heyne Verlag mal wieder einen Thriller mit dem unverwechselbaren Farbschnitt der gerade so in Mode zu sein scheint. Diesmal lernen wir die Kolleginnen Natalie Farrall und Dawn Schiff aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven kennen. Schnell wird klar, dass nicht viele Liebe zwischen den Beiden fließt, doch als Dawn eines Morgens nicht zur Arbeit erscheint, macht Natalie sich Sorgen und fährt zu Dawns Wohnung. Was sie dort vorfindet, erschüttert sie zutiefst und sie fragt sich mehr als einmal, was hier passiert sein mag. Bis sie nach und nach selbst dank ihrer eigenen dunklen Geheimnisse in die Schusslinie gerät …
Der Anfang dieses Thrillers ließ mich als Leserin noch locker durchatmen, dennoch fühlte ich mich durch den flüssigen Schreibstil gut unterhalten. Doch mit der zweiten Buchhälfte präsentiert uns die Autorin so manchen Twist, den ich so nicht kommen sah und das Tempo zieht an. Wie schon beim für mich ersten Buch von Freida McFadden "Wenn sie wüsste", fand ich einige Stelle etwas überzogen und unrealistisch und so kann ich nicht ganz die Bestnote vergeben. Aber für spannungsgeladene vier von fünf Sternen reicht es locker. Bin schon gespannt, was die Autorin sonst noch so alles für uns Thrillerleser in petto hat!

Veröffentlicht am 26.07.2025

Noch ein wenig Luft nach oben ...

Auf der Lauer liegen
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Gleich zu Anfang erfahre ich als Leserin, dass hier ein Mord geschehen ist, ein Mord, den ein Mann und seine Frau gemeinsam begangen haben. Doch warum? Was steckt dahinter? Warum musste diese junge Frau ...

Gleich zu Anfang erfahre ich als Leserin, dass hier ein Mord geschehen ist, ein Mord, den ein Mann und seine Frau gemeinsam begangen haben. Doch warum? Was steckt dahinter? Warum musste diese junge Frau sterben? Beim näheren Hinschauen merkt man schnell, dass hier nicht alles Gold ist, was glänzt. Während die Fitzsimons‘ in einem vornehmen Haus wohnen, der Ehemann Richter ist, sind die finanziellen Umstände alles andere als rosig. Aber auch die Familie Doyle, eine einfache Arbeiterfamilie aus Dublin hat ihre Probleme mit Geld, Drogen und ungewollten Schwangerschaften. Wie also passt das alles zusammen und warum um Himmels Willen musste die junge Annie sterben?

"Auf der Lauer" war mein erstes Buch der Autorin und wurde mir sehr ans Herz gelegt. Man kennt meine Vorliebe für schwarzen Humor bestens und sollte dieses Buch genau in mein Beuteschema passen. Die Autorin Liz Nugent erzählt die Geschichte im Wechsel aus der Sicht von Lydia – der Frau des Richters, Lawrence – dem Sohn des Richters und Karen – der Schwester des Opfers. Langsam, aber sicher kommen die drei sich auf die ein oder andere Weise näher und der Aufklärung des Verbrechens scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Langsam, aber sicher, wird klar, was wirklich damals geschah und nicht nur Karen, sondern auch Laurence erleben die Überraschung ihres Lebens ….

Hört sich spannend an, hatte auch an vielen Stellen durchaus Potential, dennoch finde ich, hier wurden Chancen verschenkt. Dieses Buch der Autorin Liz Nugent konnte mich nicht ganz abholen, dennoch lasse ich es in der Zukunft gerne nochmal auf einen Versuch ankommen. Diesmal vergebe ich mit 3,5 von 5 Sternen nicht ganz die Bestnote, aber das kann sich ja beim nächsten Buch noch ändern.

Veröffentlicht am 26.07.2025

Hummer, die einzigartigen Schätze von Maine ...

Die Hummerfrauen
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Fast war ich ein wenig traurig die drei Frauen und das wunderbare Maine schon wieder verlassen zu müssen. Es war nach „Beeren pflücken“ für mich tatsächlich schon der zweite Ausflug in diese Region. Diesmal ...

Fast war ich ein wenig traurig die drei Frauen und das wunderbare Maine schon wieder verlassen zu müssen. Es war nach „Beeren pflücken“ für mich tatsächlich schon der zweite Ausflug in diese Region. Diesmal treffe ich auf drei starke Hummerfrauen, die jede für sich ihr eigenes Schicksal zu tragen hat.

Mit diesem Buch mache ich es mir zur Aufgabe, die drei Frauen ein wenig näher kennenzulernen. Die älteste im Trio ist Ann, die in ihrem „ersten Leben“ Professorin war, sich dann aber entschloss alles hinter sich zu lassen und zusammen mit ihrer großen Liebe nach Maine zu ziehen. Die Liebe übersteht das Abenteuer nicht, doch Ann bleibt in Maine und wird Hummerfischerin. Ihr einziger treuer Wegbegleiter ist nun ein ungewöhnlicher blauer Hummer namens Mr. Darcy. Die Mittlere“ ist Julie, die nach einem schweren, beinahe tödlichen Unfall nicht mehr sie selbst ist. Ihr Kopf folgt einfach nicht mehr ihrem Herzen, oder ist es umgekehrt? Auch sie verschlägt es nach Maine, wo sie die Hummerfischerei kennen und lieben lernt und somit wieder einen Platz in ihrem Leben erobert. Das Küken Mina kennt die Insel schon von Kindesbeinen an. Jeden Sommer verbrachte die Familie dort, bis ein mysteriöses Ereignis dem Ganzen einen Strich durch die Richtung macht. Seit jenem letzten dort verbrachten Sommer ist nichts mehr so wie es war. Diesem Geheimnis möchte Mina auf den Grund gehen und kommt, nicht lange nach ihrer Ankunft – wie soll es anders sein – auch zur Hummerfischerei. Eagle Island scheint einfach eine magische Anziehungskraft auszuüben!

Mir schien es beim Lesen dieses Romans, als blätterte ich nicht nur die Seiten des Buches, sondern auch die Seiten im Leben von Ann, Julie und Mina um. Schnell war ich versunken in dieser Geschichte um die drei starken Frauen, die das Schicksal auf so wunderbare Weise zusammengebracht hatte. Die wort- und bildgewaltige Sprache ließ mich die Rauheit der Natur, den Duft des Meeres und die Schroffheit der Menschen erleben, als wäre ich live dabei. Ich habe mit ihnen gelitten, gelacht und geliebt und bin nach wie vor ganz verzaubert von diesem wunderbaren Buch. Für mich ist dieser Debutroman von Beatrix Gerstenberger ein absolutes Highlight, das von mir selbstverständlich mit fünf Sternen die absolute Bestnote erhält. Ich habe „Die Hummerfrauen“ inzwischen schon im Freundeskreis weitergeben und wünsche dem Buch und der Autorin viel, viel Erfolg damit. Ich freue mich ausgesprochen, diesen Roman entdeckt zu haben und würde es immer weiterempfehlen!

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