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Veröffentlicht am 07.03.2025

Die Last von Geheimnissen ...

Middletide – Was die Gezeiten verbergen
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Der Protagonist Elijah, der einst seiner Heimatstadt, seinem ewig betrunkenen Vater aber auch seiner Jugendliebe Nakita den Rücken kehrte, ist wieder zu Hause. Sein eigener Romanversuch „Middletide“, eigentlich ...

Der Protagonist Elijah, der einst seiner Heimatstadt, seinem ewig betrunkenen Vater aber auch seiner Jugendliebe Nakita den Rücken kehrte, ist wieder zu Hause. Sein eigener Romanversuch „Middletide“, eigentlich hoch gelobt von der Agentin, floppt und es ist Zeit für ihn zurückzukehren und seine Wunden zu lecken. Er zieht in die Hütte seines Vaters mitten im Wald und beschließt unabhängig und selbstversorgt zu leben. Nach einiger Zeit nähert er sich ganz vorsichtig wieder dem Rand der Gesellschaft an und nimmt das Jobangebot von Chitta, einem alten Freund des inzwischen verstorbenen Vaters, an. Auch Nakita taucht wieder in seinem Umkreis auf und nun hofft er inständig, dass er bei ihr, die er einst so bitter enttäuscht hat, eine zweite Chance bekommen wird. Doch dann wird Erin Landry, die Hausärztin des Dorfes, erhängt in der Nähe seiner Hütte aufgefunden und alle Finger deuten auf ihn. Elijah gerät unter Mordverdacht und kämpft schließlich gemeinsam mit Nakita und ihrem Vater um seine Unschuld …

Wer schon mal das Glück hatte, den Nordwesten der USA zu besuchen, vielleicht sogar dort zu leben, weiß genau wovon die Autorin Sarah Crouch spricht, wenn sie die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen vor den Augen ihrer LeserInnen Revue passieren lässt. Wer die Gegend nicht kennt, hat Dank der wunderschönen ausdrucksstarken Sprache keine Probleme dies ebenfalls nachzuvollziehen.

Nachdem ich mich nach den ersten hundert Seiten in die verschiedenen Zeitebenen eingelesen hatte, fiel es mir leicht, mich in die Geschichte fallen zu lassen und Elijah zu begleiten. Während zwei Drittel der Story einfach nur zum Eintauchen sind, nimmt der Roman gegen Ende während der versuchten Mordaufklärung nochmal an Fahrt auf und wird richtig spannend. Und da ist eigentlich auch schon mein kleiner Kritikpunkt. Während zu Anfang manches fast ein wenig zu ausführlich behandelt wurde, war mir der Schluss fast ein wenig zu schnell abgehandelt. Hier hätte man meines Erachtens mehr draus machen können. Dennoch empfehle ich dieses Buch mit dem stimmungsvollen Cover sehr gerne weiter, die Reise in den „Pacific Northwest“ ist es auf jeden Fall wert. Von mir gibt es vier von fünf Sterne. Sarah Crouch ist neben ihrer Schriftstellerei übrigens eine weltweit bekannte Marathonläuferin. Ich hoffe aber sehr, dass sie auch in Zukunft noch Zeit zum Schreiben finden wird.

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Veröffentlicht am 07.03.2025

Mehr als nur ein hübsches Gesicht ...

Die einzige Frau im Raum
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Hedwig Eva Maria Kiesler, die sich später Hedy Lamarr nennen wird, wird im Jahr 1914 in Wien in eine gutbürgerliche Familie geboren. Schon früh steht sie auf den Brettern, die angeblich die Welt bedeuten, ...

Hedwig Eva Maria Kiesler, die sich später Hedy Lamarr nennen wird, wird im Jahr 1914 in Wien in eine gutbürgerliche Familie geboren. Schon früh steht sie auf den Brettern, die angeblich die Welt bedeuten, und wird in ihrer ersten großen Rolle als Kaiserin Elisabeth auf der Bühne gefeiert. Ein besonders eifriger Fan scheint ihr hoffnungslos verfallen und überschüttet sie mit Rosen und „standing ovations“. Wir sprechen hier von dem reichsten Mann Österreichs, Fritz Mandl, der bald darauf ihr Ehemann werden wird. Alarmglocken hätten schrillen müssen, denn Mandl ist ein gewissenloser Waffenfabrikant, dem ein Krieg sehr zu pass kommen würde. So hält er dann auch bald Hof für die Größen der Nazis und sonstigen Großkopferten und lässt sich verehren und bewundern. Gerne schmückt er sich dabei mit der schönen Frau an seiner Seite, die er ansonsten jedoch bald wie in einem goldenen Käfig hält. Dass ihm hin und wieder „die Hand ausrutscht“ hat sie klaglos hinzunehmen. Doch Hedy ist nicht nur hübsch, sondern auch klug und saugt die Gespräche der hohen Herren mit all ihren technischen Komponenten in sich auf. Als Eifersucht, Gewalt und Herrschsucht ihres Mannes jedoch immer schlimmer werden, sieht sie nur noch einen Weg für sich: die Flucht nach Amerika. Dort erhält sie einen neuen Namen – Hedy Lamarr – und steht auch hier wieder erfolgreich vor der Kamera. Doch sie will nicht nur ihr schönes Gesicht, sondern auch ihr Gehirn gebrauchen und so fängt sie an, mit dem Komponisten George Antheil eine Frequenzverschlüsselung für Torpedos zu entwickeln …

Spannend verpackt präsentiert uns die Autorin Marie Benedict die Geschichte dieser ungewöhnlichen Frau, die nicht nur mit ihren äußeren, sondern vor allem auch mit ihren inneren Werten punkten konnte. Leider blieb ihr zu Lebzeiten die Anerkennung ihrer Erfindung verwehrt, doch Marie Benedict gibt ihr mit ihrem Buch „Die einzige Frau im Raum“ posthum eine Bühne. Dafür vergebe ich sehr gerne vier funkelnde Sterne und spreche eine Lese- bzw. Hörempfehlung aus an alle, die wie ich immer wieder begeistert sind von starken Frauen.

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Veröffentlicht am 06.03.2025

Charlotte top ... Gereon eher ein Flop ...

Transatlantik
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In diesem neunten und somit vorletzten Band der Reihe rund um Gereon und Charlotte Rath (geb. Ritter) geht es mal wieder um Berlin, Verbrechen und – leider Gottes – die Nationalsozialisten. Doch halt, ...

In diesem neunten und somit vorletzten Band der Reihe rund um Gereon und Charlotte Rath (geb. Ritter) geht es mal wieder um Berlin, Verbrechen und – leider Gottes – die Nationalsozialisten. Doch halt, wo ist Gereon abgeblieben? Stimmt ja, er musste in die USA fliehen, wo er auch, wider Erwarten, heil angekommen ist. Doch nun kommen wir schon zu meinem Kritikpunkt … leider hören wir in „Transatlantik“ ansonsten herzlich wenig von ihm. Dafür tritt Charlotte verstärkt in den Vordergrund, indem sie versucht das Leben in Berlin so gut es geht allein zu bestreiten. Es wird auch keine Minute langweilig, denn nachdem der SS-Mann Klaus von Rekowski ermordet aufgefunden wird, verschwindet Charlys Freundin Greta Overbeck spurlos. Doch nicht nur das ist der Grund, warum Charlotte ihre Auswanderung in die Tschechoslowakei erstmal hintenanstellt, sondern auch, weil ihr ehemaliger Pflegesohn Fritze Thormann in einer psychiatrischen Anstalt gelandet ist, aus der es ihn zu befreien gilt. Ehe sie es sich versieht, steckt Charly knietief in eigenen Ermittlungen, die sie tief in die braunen Kreise führen während Gereon in den Vereinigten Staaten eher blass zurückbleibt …

Für mich ist „Transatlantik“ der bisher schwächste Band der ansonsten äußerst spannenden Reihe. Mit seinem finalen Band „Rath“ wird Volker Kutscher aber hoffentlich nochmal zur Höchstform auflaufen. Für diesen vorletzten Teil vergebe ich diesmal drei von fünf Sternen und würde eingefleischten Fans natürlich unbedingt raten, auch diesen zu genießen. Nur Quereinsteigern würde ich an dieser späten Stelle vom Einstieg abraten.

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Veröffentlicht am 05.03.2025

Potential verschenkt ...

Kainszeichen
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Wenn man sich im Streit voneinander verabschiedet und der Partner nicht mehr nach Hause kommt, weil er unterwegs einen tödlichen Autounfall hat, ist man am Boden zerstört und zerfressen von Schuldgefühlen. ...

Wenn man sich im Streit voneinander verabschiedet und der Partner nicht mehr nach Hause kommt, weil er unterwegs einen tödlichen Autounfall hat, ist man am Boden zerstört und zerfressen von Schuldgefühlen. Genau so ergeht es Christine Reutter, die auf diese Weise ihren Verlobten Mike Hartmann verliert. Nachdem sie sich beinahe ein Jahr in ihr Schneckenhaus zum Trauern verkrochen hat, begegnet ihr durch Zufall Mikes ehemaliger Chef und sie beginnt auf einmal den Todesfall zu hinterfragen. Schnell muss sie feststellen, dass hier längst nicht alle Puzzlesteine zusammenpassen. Doch nicht jeder ist erfreut über ihren Eifer, der Sache auf den Grund zu gehen. Einen Tag später steht ihre Wohnung in Flammen und sie kommt nur mit Mühe mit dem Leben davon. Immer mehr Menschen von „damals“ kommen aus den Löchern und immer unwahrscheinlicher scheint es, dass Mikes Unfall selbstverschuldet war …
So weit so gut. Der Fall an sich nimmt im Laufe des Buchs langsam, aber stetig an Fahrt auf und immer wieder wird man als Leser auf neue Fährten geschickt, die sich dann als Sackgasse erweisen. Damit kann ich leben. Womit ich beim Lesen jedoch erhebliche Schwierigkeiten hatte, war das kindische Verhalten der Protagonistin Christine, genannt „Chrissy“. Obwohl es sich hier um ein ernstzunehmendes Verbrechen handelt, beim dem ihr eigener Verlobter sein Leben verlor, tröstet sie sich locker, flockig an mehreren Stellen, hat ständig Ameisen in der Bauchgegend, kichert unkontrolliert, macht sich quiekend aus Umarmungen frei und trabt schließlich wie ein junges Fohlen davon. Ne, ne, ne … das ging so gar nicht und hat mich schließlich nur noch genervt.
Schade, der Fall an sich hatte Potential, das Drumherum leider gar nicht. Auch einen „Frankenkrimi“ konnte ich in „Kainszeichen“ nicht wirklich entdecken außer, dass ein Teil der Handlung in Tennenlohe spielte und an einer Stelle wie wild mit dem Wort „Kerwa“ um sich geworfen wurde. Mit viel Wohlwollen reicht es mal eben noch für drei Sterne, eine Empfehlung kann ich leider nicht aussprechen.

Veröffentlicht am 05.03.2025

Was Paris kann, können die Berliner schon lange ...

Das Lichtenstein: Modehaus der Träume
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Wir schreiben das Jahr 1913 und ich finde mich als Leserin im edlen Warenhaus Lichtenstein wieder, das von den Brüdern Ludwig und Jacob mit eben diesem Nachnamen, geführt wird. Während der jüngere der ...

Wir schreiben das Jahr 1913 und ich finde mich als Leserin im edlen Warenhaus Lichtenstein wieder, das von den Brüdern Ludwig und Jacob mit eben diesem Nachnamen, geführt wird. Während der jüngere der beiden Brüder, Ludwig, gerne alles so lassen würde, wie es ist, hat der ältere Bruder Jacob den Kopf voller neuer Ideen, um das Haus und seine Mode voranzutreiben. Unterstützt werden die Beiden unter anderem von dem Ladenmädchen Hedi und ihrer guten Freundin Thea, die im Haus als Näherin beschäftigt ist. Aufgrund der doch sehr unterschiedlichen Einstellung der Brüder, ist das gemeinsame Führen nicht immer einfach. Als schließlich ein Feuer ausbricht, das große Teile des Lichtensteins in Schutt und Asche legt, scheint ihr gemeinsames Schicksal, sowie das aller Angestellten, besiegelt …

Zu Anfang tat ich mich etwas schwer in die Geschichte zu finden, da doch sehr viele verschiedene Charaktere vorgestellt werden. Die hieß es erstmal zuordnen! Doch bald schon fand ich mich mittendrin und genoss Berlin als DIE Stadt der Mode zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Doch auch hier, man ahnt es ja bereits, schlägt die oft grausame Geschichte, diesmal in Form des Ersten Weltkriegs, wieder zu. Sehr glaubhaft und authentisch verarbeitet die Autorin Marlene Averbeck die historischen Ereignisse und macht mit einem spannenden Ende mehr als Lust auf Band zwei und drei der Trilogie. Von mir erhält das „Modehaus der Träume“ sehr verdiente vier von fünf Sterne, natürlich verbunden mit einer Lese- bzw. Hörempfehlung.