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Veröffentlicht am 02.01.2025

Open your eyes and see what you can with them before they close forever ...

Alles Licht, das wir nicht sehen
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Mit „All the light we cannot see” ist Anthony Doerr ein Bestseller der ganz besonderen Art gelungen. Er entführt uns in die 30er Jahre, zeitgleich nach Paris und das Ruhrgebiet in Deutschland. In Paris ...

Mit „All the light we cannot see” ist Anthony Doerr ein Bestseller der ganz besonderen Art gelungen. Er entführt uns in die 30er Jahre, zeitgleich nach Paris und das Ruhrgebiet in Deutschland. In Paris lernen wir die kleine Marie-Laure kennen, die mit ihrem Vater, dem Hüter der Schlüssel des Naturkundemuseums seit dem Tod der Mutter allein lebt. Dieser kümmert sich rührend um sein inzwischen erblindetes Mädchen, nimmt sie mit in seine Welt des Museums und lässt sie mit Jule Verne und dessen Büchern schließlich von ungeahnten Abenteuern träumen.

Die Geschwister Werner und Jutta hingegen wachsen in einem Waisenhaus auf. Werner ist klein für sein Alter doch beschützt die kleine Schwester, wo er nur kann. Für den klugen Werner, der mit seiner Technikaffinität Großes bewegen könnte, sieht die Zukunft dennoch einen Arbeitsplatz in der Zeche vor, die Zeche, in der vor Jahren der eigene Vater tödlich verunglückte. Aber dann bricht der Zweite Weltkrieg aus und auf einmal ist Werners Wissen gefragt. Während Marie-Laure und ihr Vater nach Saint-Malo an die Atlantikküste fliehen können, kommt Werner, dem mit seiner kleinen Statur kaum eine Uniform passt, zu einer Einsatztruppe der Wehrmacht, die illegale Radiosender, unterhalten von der Resistance, ausmachen und eliminieren muss.

Die Wege der Beiden kreuzen sich für einen kurzen Augenblick auf schicksalhafte Weise und sie können sich gegenseitig kurz schützen. Doch eine höhere Gewalt hat eigene Pläne für die Zwei …

Es war schon eine Weile her, dass ich ein englisches Buch in die Hand genommen hatte, doch mit „All the light we cannot see“ wollte ich es mal wieder wagen. Nachdem ich mich eingelesen hatte, konnte mich der Autor Anthony Doerr mit seiner wundervollen, oft fast poetischen Wortwahl begeistern. Er baut seinen Roman in kurzen Kapiteln auf, die sich gut lesen lassen und mich mitnahmen ins Geschehen, als wäre ich dabei gewesen. Leider vergisst er in seiner Euphorie, die sich, da bin ich sicher, für ihn beim Schreiben entwickelt hat, manchmal die Gefühle seiner Protagonisten und lässt diese etwas eindimensional erscheinen. Auch springt er oft ein wenig wahllos in den Zeiten herum, so dass es mir manchmal ein wenig schwerfiel, ihm zu folgen. Dieses Buch wurde inzwischen zu einer Miniserie verfilmt, von der ich jedoch vermutlich Abstand nehmen werde. Ich habe Angst, dass zu viele Hollywood Effekte zu einer Enttäuschung führen könnten. Worauf mir das Buch jedoch Lust gemacht hat, ist Saint-Malo und seine Umgebung, vielleicht verbunden mit einem Abstecher auf die Kanalinseln … hach, ich beginne schon Urlaubspläne zu schmieden … in the meantime aber vergebe ich für diesen etwas speziellen Roman sehr gerne verdiente vier von fünf Sternen mit eine Leseempfehlung. Hier lohnt es sich dranzubleiben!

Veröffentlicht am 27.12.2024

Ein wunderbares Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte!

Hallo, du Schöne
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Ann Napolitano … ich hatte noch nie von dieser Autorin gehört, bis mir ihr Buch „Hallo, du Schöne“ in die Hände fiel. Mit viel Liebe zum Detail aber niemals langweilig erzählt sie mir die Geschichte der ...

Ann Napolitano … ich hatte noch nie von dieser Autorin gehört, bis mir ihr Buch „Hallo, du Schöne“ in die Hände fiel. Mit viel Liebe zum Detail aber niemals langweilig erzählt sie mir die Geschichte der Familie Padavano mit Mutter, Vater und vier Töchtern, die die „windy city of Chicago“ ihr zu Hause nennen. Die Schwestern Julia, Sylvie und die Zwillinge Cecilia und Emeline sind trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere so eng miteinander verbunden, dass sie sich selbst genügen und kaum jemand eine Chance hat, in diesen Zirkel einzudringen. Doch dann lernt Julia William kennen, der als Einzelkind aufgewachsen ist, mit Eltern, die ihm keine Liebe geben und einer toten Schwester im Hintergrund, die eine familiäre Nähe unmöglich zu machen scheint. William wähnt sich im siebten Himmel, als er in der Familie Padavano mit offen Armen empfangen wird, Doch das Glück – wie könnte es auch – scheint nicht von Dauer zu sein. Ein Schicksalsschlag reißt die Familie auseinander und William verfällt wieder in seine alte Lethargie und eine Tragödie scheint die nächste zu jagen …

Was für ein wunderbarer, unglaublich feinfühliger Roman, in dem man nicht nur die Zeilen, sondern eben gerade auch zwischen den Zeilen lesen kann. Die Autorin schafft es viele wichtige Themen zu verarbeiten, ohne ihren Roman zu überfrachten. Eine gekonnte Mischung aus Liebe, Klugheit und Weisheit schaffte für mich als Leserin eine Nähe, als ob ich selbst dabei gewesen wäre. Ich hatte beim Lesen das Gefühl mit jeder der Schwestern ein wenig gemeinsam zu haben und am Schluss liefen mir ein wenig die Tränen über die Wangen. Ich werde diese Autorin auf jeden Fall im Auge behalten und freue mich jetzt schon auf mehr Lektüre aus ihrer Feder. Funkelnde fünf Sterne leuchten für Ann von mir am Bücherhimmel und natürlich dazu eine von Herzen kommende Empfehlung. Nehmt euch Zeit für dieses Buch und lasst euch reinfallen in die Geschichte. Für mich hat es sich auf jeden Fall gelohnt.

Veröffentlicht am 27.12.2024

Das war mir einfach zu wirr und undurchschaubar ...

Kaiserwald
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Ich bin total überrascht, dass mich ein Buch einer meiner Lieblingsautorinnen so enttäuschen kann, dass ich es nach einem Drittel abgebrochen habe. Der Klappentext liest sich so spannend aber die Ausführung ...

Ich bin total überrascht, dass mich ein Buch einer meiner Lieblingsautorinnen so enttäuschen kann, dass ich es nach einem Drittel abgebrochen habe. Der Klappentext liest sich so spannend aber die Ausführung war einfach nur wirr und sprang für mich ein wenig zusammenhanglos von einem Schauplatz zum nächsten. Vielleicht hätte ich noch länger durchhalten sollen, aber dafür gibt es noch zu viele schöne Bücher, die noch auf mich warten. Schade, Frau Jonuleit, vielleicht kommen wir das nächste Mal wieder zusammen.

Veröffentlicht am 27.12.2024

Fesselnder Schreibstil zu einer beeindruckenden Geschichte ...

Bergland
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Die Autorin Jarka Kubsova, deren Schreibstil ich schon durch ihren großartigen Roman „Marschlande“ kennenlernen durfte, konnte mich auch mit „Bergland“ nicht nur abholen, sondern komplett begeistern. Sie ...

Die Autorin Jarka Kubsova, deren Schreibstil ich schon durch ihren großartigen Roman „Marschlande“ kennenlernen durfte, konnte mich auch mit „Bergland“ nicht nur abholen, sondern komplett begeistern. Sie entführt mich mit ihrer sich über drei Generationen erstreckenden Familiengeschichte auf einen Bergbauernhof in Südtirol. Hier begegne ich Rosa Breitenberger, eine junge Bäuerin, die den Hof nach dem Tod ihres Vaters übernommen hat und sich mit ihrem kleinen Sohn tapfer, ja schon fast verbissen, alleine auf dem kargen Stück Land abmüht. Der Vater des kleinen Sepp ist im Krieg geblieben und so bleibt Rosa nichts anderes übrig als alleine weiterzumachen. Das ganze Dorf staunt, wie sie es schafft dort oben nicht nur zu überleben, sondern dem Hof sogar noch gute Erträge abzuringen. Doch auch vor ihr macht der Fortschritt nicht halt und so muss sie sich schließlich den Modernisierungen, die ihr inzwischen erwachsen gewordener Sohn am Hof einführt, ergeben. Als schließlich mit Sepps Sohn Hannes mit seiner Frau den Hof übernimmt, müssen auch diese feststellen, dass ein Überleben, ohne sich den Touristen zu beugen, schwer bis unmöglich ist. Bald jedoch steht auch dieses Konstrukt auf der Kippe und die Familie scheint daran zerbrechen zu wollen …

Mit diesem für mich zweiten Roman Jarka Kubsovas, die neben ihren eigenen Büchern auch als Ghostwriterin mehrerer erfolgreicher Sachbücher ist, hat sie es definitiv auf die Liste meiner LieblingsautorInnen geschafft. Dank ihres atmosphärischen Schreibstils konnte ich mich wunderbar in diese Bergwelt hineinversetzen, die geprägt ist von harter Arbeit aber auch euphorischen Glücksgefühlen, wenn man merkt, dass man dieser rauen Natur doch irgendwann auch mal ein Schnäppchen schlagen kann. Die Protagonisten, männlich wie weiblich, sind sehr authentisch gezeichnet und es macht Spaß ihnen zu folgen. Ich habe viel gelernt und mich gut aufgehoben gefühlt im „Bergland“ und hoffe, dass die Autorin bald ein neues Buch präsentieren wird. Von mir gibt es mit fünf Sternen die volle Punktzahl verbunden mit einer überzeugten Leseempfehlung. Hier kommen nicht nur Bergliebhaber auf ihre Kosten!

Veröffentlicht am 27.12.2024

Ein Schmerz, der einen ein Leben lang nicht los lässt ...

Kontur eines Lebens
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„Elfrieda“, wie ihre Eltern sie nennen, ist die jüngste von vier Mädchen, und wächst in einem leider noch immer sehr erzkonservativem Holland der 60er Jahre auf. Ihre Eltern sind streng gläubig und hoffen ...

„Elfrieda“, wie ihre Eltern sie nennen, ist die jüngste von vier Mädchen, und wächst in einem leider noch immer sehr erzkonservativem Holland der 60er Jahre auf. Ihre Eltern sind streng gläubig und hoffen nun, dass sie auch dieses letzte Küken noch gut groß und verheiratet bekommen werden. Die Sterne stehen gut, Frieda ist in Lohn und Brot in einem Blumenladen angestellt, doch dann kommt der Tag, der alles auf den Kopf stellt. Sie lernt Otto kennen, den sanften Falterzähler, der eigentlich ihr Traummann hätte werden können, wäre da nicht das eine Hindernis … er ist bereits der Traummann von Brigitte und mit dieser auch verheiratet. Wider aller Vernunft lassen sich die Beiden dennoch auf eine stürmische Liebesaffäre ein, die nicht ohne Folgen bleibt. Doch das kleine Glück ist Frieda nicht vergönnt. Sie behält dieses Geheimnis ihr ganzes Leben lang für sich, ein Leben, das durch diese Heimlichtuerei immer wieder vergiftet ist, bis sie sich – inzwischen über 80 Jahre alt – dem Geheimnis stellt und verzweifelt versucht ihren Frieden zu machen …

Jaap Robben, ein Autor, von dem ich bisher noch nie gehört hatte, hat sich mit „Kontur eines Lebens“ wirklich selbst übertroffen. Auf berührende Weise erzählt er Friedas Leben, zeigt uns ihre zarten Liebesgefühle gegenüber Otto aber auch ihren Schmerz durch den Verlust, den sie ihr ganzes Leben nicht verwunden hat. Immer wieder bricht er hervor und die Menschen, die sie am meisten lieben, müssen diesen ertragen ohne je zu erfahren warum. Jaap Robben macht in seinem Roman mehr als deutlich, dass es Verluste gibt, die wir als Menschen nie verwinden und wie befreiend es sein kann, diese zu teilen und gemeinsam zu verarbeiten. Mich hat das Buch sehr bewegt und ganz am Schluss standen dann sogar ein paar Tränen in meinen Augen. Ich möchte euch dieses Buch ans Herz legen und spreche, verbunden mit fünf mehr als verdienten Sternen, eine absolute Empfehlung aus. Ich hoffe, bald mehr aus der Feder dieses talentierten Autors lesen zu dürfen. Für mich war „Kontur eines Lebens“ ein absolutes Lesehighlight.