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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.07.2022

Schwierige Zeiten brechen an ...

Palais Heiligendamm - Stürmische Zeiten
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Nahtlos knüpft dieser mittlere Band der Trilogie um das Palais Heiligendamm an seinen Vorgänger an. Wieder geht es um die Familie Kuhlmann, die hofft, nach Überstehen des großen Krieges endlich ein wenig ...

Nahtlos knüpft dieser mittlere Band der Trilogie um das Palais Heiligendamm an seinen Vorgänger an. Wieder geht es um die Familie Kuhlmann, die hofft, nach Überstehen des großen Krieges endlich ein wenig Ruhe in ihr Leben bringen zu können. Doch weit gefehlt. Langsam zeichnet sich die wohl unvermeidbare Wirtschaftskrise ab und antisemitische Töne werde immer öfter angeschlagen.
Der Fokus in diesem Band liegt auf Elisabeth, die unermüdlich für das Hotel aber auch ihr privates Glück kämpft. Auf Paul, der einsehen muss, dass Robert unwiederbringlich für ihn verloren ist und aufgrund seines Verlangens nach Wärme und Zärtlichkeit blind in eine verhängnisvolle Affäre stürzt. Und auf Minna, die so gerne ihre große Liebe in Albert finden würde.
Hervorragend vorgetragen von Nora Schulte wird dieses Buch zum absoluten Hörvergnügen. Michaela Grünig hat eine Art, dem Hörer/Leser historische Vorkommnisse näher zu bringen, die niemals mit erhobenem Zeigefinger daherkommt aber auch in keinster Form kitschig oder abgedroschen wirkt. Ich freue mich auf den dritten Band der Trilogie und vergebe auch für Band zwei wieder die volle Punktzahl verbunden mit einer unbedingten Hör- bzw. Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 07.07.2022

Genau mein Ding!

Über Menschen
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Nachdem mich „Unterleuten“ der Autorin Juli Zeh noch nicht ganz überzeugen konnte, muss ich sagen, dass ich nach „Über Menschen“ das Gefühl habe, wir beide könnten Freunde werden. Das Thema ist dem im ...

Nachdem mich „Unterleuten“ der Autorin Juli Zeh noch nicht ganz überzeugen konnte, muss ich sagen, dass ich nach „Über Menschen“ das Gefühl habe, wir beide könnten Freunde werden. Das Thema ist dem im erstgenannten Buch nicht unähnlich. Wieder geht es um ein Dorf im Niemandsland in Brandenburg. Wieder handelt es sich um eine Art Aussteigerin, die vom Leben in der Großstadt die Nase voll hat und doch ist es ganz anders. In ihrer selbstgewählten Einöde angekommen stellt Dora fest, dass sie eigentlich gar nicht genau wusste, was sie erwarten würde. Nach und nach lernt sie ihre Nachbarn kennen, um schließlich an sich selbst zu zweifeln, ob sie die richtige Entscheidung getroffen hat. Oder verzweifelt sie an ihren Nachbarn? Allmählich entwickelt sich ein inniges Verhältnis zwischen dem kleinen Nachbarsmädchen Franzi und Doras Promenaden-mischung Jochen-der-Roche, wobei es sich hier wohlgemerkt um ein kleines Hundemädchen handelt. Das Eis scheint gebrochen und so kommt sie schließlich auch Franzis Vater Gote, der sich selbst ganz offen als Dorfnazi bezeichnet, näher. Näher als sie sich das vielleicht einst gewünscht hätte …
Natürlich werden in diesem Roman alle Klischees bedient. Hier gibt es das schwule Pärchen, das „in Blumen macht“, die alleinerziehende Mutter, die überarbeitet aber unterbezahlt ist und wie gesagt Gote, der früher gerne auch mal „Linke klatschen“ ging und seine Ausbrüche nicht immer richtig im Griff hat. Aber irgendwie haben sie alle das Herz am rechten Fleck und halten zusammen, wenn Zusammenhalt wichtig ist. Sukzessive merkt Dora, dass es in der Großstadt wie auf dem Land menschelt und das Leben eigentlich gar nicht so verkehrt ist. Mir persönlich jedenfalls sind die Charaktere jeder auf seine eigene Art beim Hören ans Herz gewachsen. Manchmal hätte ich schreien können, doch oft genug schlich sich auch ein fettes Grinsen in mein Gesicht. Punkt um, von mir gibt es volle fünf Punkte für diese kleine Gesellschaftsstudie, gut gemacht Frau Zeh!

Veröffentlicht am 07.07.2022

Wurde ich nicht warm mit ...

Die Vertraute
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Dieses Buch ist für mich schwer zu beschreiben. Gut, der Inhalt ist gleich erzählt. Lucy, eine bekannte Autorin, die sich mit ihrer eigenen Krimireihe einen Namen gemacht hat, ist mit Dan verheiratet. ...

Dieses Buch ist für mich schwer zu beschreiben. Gut, der Inhalt ist gleich erzählt. Lucy, eine bekannte Autorin, die sich mit ihrer eigenen Krimireihe einen Namen gemacht hat, ist mit Dan verheiratet. Dan tritt als ihr Manager auf, wäre jedoch eigentlich gerne selbst erfolgreicher Schriftsteller. Blind vertraut sie ihm mit allen Belangen und so kann er mit ihrem verdienten Geld schalten und walten, wie er will. So kauft er dann ohne ihr Wissen eine Villa ganz in der Nähe des Waldes, in dem vor vielen Jahren Lucys kleiner Bruder verschwand. Wie konnte er so herzlos sein? Er hätte wissen müssen, dass das in Lucy alte Wunden aufreißen würde …
Das Buch an sich liest sich spannend und die Seiten fliegen nur so dahin, dennoch gibt es von mir einige Kritikpunkte. Hält eine erwachsene Frau tatsächlich in jeder passenden und unpassenden Situation Rücksprache mit einer imaginären Kindheitsfreundin? Hört sie wirklich deren Stimme in ihrem Kopf und handelt nach deren Ratschlägen? Und lässt sich eine wiederum erwachsene, bodenständige Frau so von ihrem Mann einlullen und manipulieren? Diese Kritikpunkte haben mich dann doch ein wenig frustriert zurückgelassen, so dass ich leider nur noch drei von fünf Sternen vergeben kann.

Veröffentlicht am 07.07.2022

Grausame Morde auf der idyllischen Insel Guernsey ...

Das tote Mädchen vom Strand
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Es hätte perfekter nicht sein können. Ich habe diesen Guernsey Krimi während meines Urlaubs auf Guernsey gelesen und fühlte mich sofort abgeholt. Gemeinsam wandelte ich mit den Protagonisten auf der Insel ...

Es hätte perfekter nicht sein können. Ich habe diesen Guernsey Krimi während meines Urlaubs auf Guernsey gelesen und fühlte mich sofort abgeholt. Gemeinsam wandelte ich mit den Protagonisten auf der Insel und dachte beim Lesen immer wieder: „Hier bin ich auch schon gewesen, ich weiß genau, wo das ist!“ Einfach nur klasse.
In ihrem Debütroman stellt uns Lara Dearman, selbst auf der Insel Guernsey geboren und groß geworden, die Journalistin Jennifer Dorey und den DCI Michael Gilbert vor, die fast ein wenig unfreiwillig Verbündete in der Aufklärung eines vermeintlichen Selbstmords werden. Ein junges Mädchen, ihr Leben noch vor sich, kein Abschiedsbrief, so wirklich glauben Beide nicht an ein freiwilliges aus dem Leben scheiden. Unabhängig voneinander beginnen Jenny und Michael tiefer zu graben. Gleichzeitig bekämpfen die Beiden auch noch ihre eigenen Dämonen. Michael, der selbst den Verlust einer Tochter zu beklagen hat und Jenny, die ein dunkles Trauma zu verarbeiten zu versucht. Je tiefer sie in dem aktuellen Fall graben umso unheimlicher werden die Spuren …
Ich habe mich ja in letzter Zeit intensiv mit der Insel Guernsey, ihren Bewohnern, Gebräuchen und ihrem Glauben beschäftigt, so dass dieser Roman für mich eine wahre Bereicherung darstellte. Langsam aber sicher baut die Autorin Spannung auf, scheut sich nicht auch den folkloristischen Aberglauben mancher Inselbewohner mit einfließen zu lassen und flicht die deutsche Besatzung während des letzten Kriegs ohne erhobenen Zeigefinger ganz nebenbei mit ein. Die Auflösung ist schlüssig und macht Lust auf mehr Jennifer, Michael und die Insel Guernsey. Ich vergebe hier gerne die volle Punktzahl und freue mich auf den nächsten Teil.

Veröffentlicht am 07.07.2022

The Higher you rise, the Harder you fall ...

Teatime mit Lilibet
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Auf dieses Buch und ein tiefes Eintauchen in das Leben von Lilibet, der jetzigen Queen Elizabeth II., hatte ich mich schon lange gefreut. Den Lesezeitraum hätte ich nicht besser wählen können, denn während ...

Auf dieses Buch und ein tiefes Eintauchen in das Leben von Lilibet, der jetzigen Queen Elizabeth II., hatte ich mich schon lange gefreut. Den Lesezeitraum hätte ich nicht besser wählen können, denn während die Bilder zum 70. Thronjubiläums der Monarchin durch die Medien flimmerten, bereitete ich mich auf eine Urlaubsreise auf die britische Kanalinsel Guernsey vor, die das Feeling perfekt machen würde. Schnell war ich eingetaucht in die Geschichte der beiden Prinzessinnen Elizabeth and Margret, die Töchter des Herzogs und der Herzogin von York (später König George VI und Königin Elizabeth), die aus dem Blickwinkel der schottischen Erzieherin und Gouvernante der Beiden, Marion Crawford, von der Autorin Wendy Holden erzählt wird. Marion hatte ursprünglich ambitionierte Pläne das Leben der Armen mit ihrem Wissen zu verbessern, es dauerte jedoch nicht lange bis sie ins Leben der Royals absorbiert wurde. „Crawfie“ wie die royalen Familienmitglieder sie bald liebevoll nannten, wurde bald unersetzlich …
Basierend auf extensiven Recherchen zeichnet die Autorin ein authentisches Bild der damaligen Zeit hinter den Mauern der Burgen und Paläste. Schonungslos und zugleich liebevoll legt sie den Alltag der adligen Familie frei und dennoch ist bei mir der Funke nicht ganz übergesprungen. Über die Wissenslücken, die sie mit ihrem biografischen Roman bei mir geschlossen hat, habe ich mich sehr gefreut aber starke Emotionen hat er bei mir – obwohl ich durchaus Fan der britischen Monarchie bin – nicht wirklich ausgelöst, schade. Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen und bin mir ein wenig unsicher bezüglich einer Empfehlung. Es schadet auf jeden Fall nicht, der Familie gegenüber interessiert eingestellt zu sein und eine gewisse Bewunderung für sie zu haben.

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