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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.11.2019

Was? Wäre? Wenn?

Eine Billion Dollar
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Auf einen Schlag alle Geldsorgen loszuhaben … ist das nicht der Traum eines jeden von uns? Und genau dieses Glück scheint den jungen John Fontanelli, der sich gerade mehr schlecht als recht als Pizzafahrer ...

Auf einen Schlag alle Geldsorgen loszuhaben … ist das nicht der Traum eines jeden von uns? Und genau dieses Glück scheint den jungen John Fontanelli, der sich gerade mehr schlecht als recht als Pizzafahrer verdingt, ereilt zu haben. Doch ist es ein Fluch oder ein Segen? Wollen die Menschen um ihn herum seine Freunde um seiner selbst willen oder um sein Geld willen sein? Wem kann er noch trauen? Wie kann er verhindern, dass er alles verliert? Diese Fragen und noch viele mehr versucht der Autor Andreas Eschbach – bekannt für dicke Wälzer mit komplexen Problemen – zu beantworten. Und anfangs hat mich das Hörbuch auch noch richtig fasziniert, es ist nämlich gar nicht so einfach mit soviel Geld vernünftige Dinge zu tun. Doch hier muss ich sagen, weniger wäre mehr gewesen. Über dreißig Hörstunden zogen sich zum Ende hin wie Kaugummi. Mein Fazit: Eine tolle Idee, leider etwas langatmig umgesetzt. Ein großes Lob jedoch dem Sprecher Volker Niederfahrenhorst, der seine Sache großartig gemacht hat.

Veröffentlicht am 05.11.2019

Nichts für zarte Seelchen ...

Der Näher
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Nicht zum ersten Mal „darf“ Martin Abel, der als Fallanalytiker des Stuttgart LKA arbeitet, einen Fall übernehmen, bei dem er sich nicht nur Freunde macht. Kein Wunder, wer lässt sich schon gerne auf die ...

Nicht zum ersten Mal „darf“ Martin Abel, der als Fallanalytiker des Stuttgart LKA arbeitet, einen Fall übernehmen, bei dem er sich nicht nur Freunde macht. Kein Wunder, wer lässt sich schon gerne auf die Finger schauen oder mag sich als nicht ganz kompetent für die Aufgabe fühlen? Doch Abel ist hart im Nehmen. Er will ihn stellen, den Mörder der schwangeren jungen Frauen, und beißt sich regelrecht fest in seiner Aufgabe. Doch die Aufklärung gestaltet sich schwierig und ein Wettrennen gegen die Zeit bricht an. Zwei der Frauen haben nur noch wenige Tage bis zum Entbindungstermin …
Wieder einmal hat der Autor einen Thriller geschrieben, der es in sich hat. Der Spannungsbogen bleibt hoch und die Grausamkeit, mit der der Täter vor sich geht, ist fast nicht zu überbieten. Und genau hier setze ich meinen kleinen Abzug an. Mir war es diesmal ein wenig zu grafisch, ein wenig zu blutig und barbarisch. Ich habe immer gerne noch ein wenig Spielraum für die Fantasie. Dennoch freue ich mich schon sehr auf den nächsten Band, den der Autor mir die Tage versprochen hat. Bin sehr gespannt …

Veröffentlicht am 31.10.2019

Leben und Lieben im kargen, kalten Norden Kanadas ...

The Other Side of the Bridge
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Achtung: Ich habe die ungekürzte Ausgabe mit dem Titel "Auf der anderen Seite des Flusses" gelesen und rezensiert.

Als ich dieses SUB Schätzchen dank einer Lesechallenge in die Hand nahm, war ich sehr ...

Achtung: Ich habe die ungekürzte Ausgabe mit dem Titel "Auf der anderen Seite des Flusses" gelesen und rezensiert.

Als ich dieses SUB Schätzchen dank einer Lesechallenge in die Hand nahm, war ich sehr neugierig. Konnte ich mich doch gar nicht mehr daran erinnern, was mich vor Jahren zur Anschaffung bewogen hatte. Der Anfang war schnell gemacht und ich begann das Buch beim Lesen bereits in die Kategorie „Ganz nett, mehr nicht“ einzuteilen. Umso überraschter war ich als ich feststellen musste, dass mich das Buch immer mehr faszinierte.

Die Geschichte spielt sich im hohen und einsamen Norden Kanadas auf zwei wechselnden Zeitebenen ab. Neben dem Hauptprotagonisten und meinem absoluten Lieblingsmenschen im Buch, Arthur, spielen sein Bruder Jake, der junge Landarztsohn Ian und natürlich die schöne Laura eine wichtige Rolle. Die erste Zeitschiene behandelt die vierziger Jahre des vorigen Jahrhunderts und damit auch – wenn auch eher am Rande – den Zweiten Weltkrieg in Europa. Mir war gar nicht bewusst gewesen, dass auch Kanada daran beteiligt war. Insgesamt dienten 1.159.000 kanadische Männer und Frauen während des Krieges freiwillig in den Streitkräften, 44.093 verloren dabei ihr Leben. Der zweite Erzählstrang bringt uns in die 60er Jahre. Arthur, Jake und Laura sind inzwischen erwachsen und Ian Christopherson ist dabei sich auf dem Weg dort hin selbst zu finden. Er bahnt sich einen Weg in das Leben der Dunns, hilft auf der Farm und verliebt sich unsterblich in Laura, die inzwischen Arthurs Frau geworden ist. Hier nimmt nun die Geschichte ihren tragischen Lauf …

Ich bin ganz begeistert mit welcher Kraft und Bildhaftigkeit die kanadische Autorin Mary Lawson nicht nur die karge, aber wunderschöne Landschaft beschreibt. Sie schafft es auch mit einer scheinbaren Leichtigkeit die Gefühle und Gedanken ihrer Bewohner einzufangen. Sie involviert ihre Leser und überträgt genau diese Gefühle in deren Köpfe. Mich konnte sie jedenfalls überzeugen. Ich hatte am Ende Gänsehaut und ein paar Tränchen in den Augen. Sehr schön gemacht, liebe Frau Lawson!

Veröffentlicht am 28.10.2019

Eigenwillig ... anders ... einfach genial!

Der Fund
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Herzlichen Glückwunsch, lieber Herr Aichner. Mit Ihrem neuen Buch haben Sie bei mir einen absoluten Volltreffer gelandet! Ich konnte das Buch gar nicht zur Seite legen und habe es am gestrigen regnerischen ...

Herzlichen Glückwunsch, lieber Herr Aichner. Mit Ihrem neuen Buch haben Sie bei mir einen absoluten Volltreffer gelandet! Ich konnte das Buch gar nicht zur Seite legen und habe es am gestrigen regnerischen Sonntag in einem Rutsch ausgelesen. Immer wenn ich meinte, in Ritas Leben nun wirklich alles in Blick und im Griff zu haben, präsentierten Sie mir wieder eine neue Sichtweise und neue Erkenntnisse, die mich wieder am Tathergang zweifeln ließen. Trotz oder aber vielleicht gerade wegen der eigenwilligen Schreibweise – es wird immer zwischen einem Verhör und den tatsächlichen Ereignissen gewechselt – konnte ich die Seiten kaum schnell genug umblättern. Ich bin ganz verliebt in den Schreibstil, der mich in ähnlicher Weise schon bei der Totenfrau Trilogie fesselte. Ein absolutes Highlight war dann schließlich das Ende, das mich verblüfft und sehr gefreut hat. Way to go! Wer einen Thriller der besonderen Art sucht, dem sein „Der Fund“ wärmstens ans Herz gelegt …

Veröffentlicht am 27.10.2019

Wenn die Liebe Berge versetzt ...

Als wir den Himmel berührten
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Mit „Als wir den Himmel berührten“ hat die Autorin Marie Leander sich ein Thema herausgesucht, das nach wie vor, 80 Jahre später, immer noch die Herzen vieler Leser berührt. Und das ist gut so, denn nur ...

Mit „Als wir den Himmel berührten“ hat die Autorin Marie Leander sich ein Thema herausgesucht, das nach wie vor, 80 Jahre später, immer noch die Herzen vieler Leser berührt. Und das ist gut so, denn nur so kann gegen das Vergessen der grausamen Taten zu Zeiten der Nazidiktatur gearbeitet werden.

Diesmal verschlägt uns die Geschichte im Roman nach Frankreich, genauer gesagt in die Hafenstadt Marseille, die seiner Zeit Sprungbrett für viele verzweifelte Menschen war. Aber genau das ist eigentlich nicht der Plan, den Juline und ihr Mann verfolgen. Juline, mit ganzem Herzen Französin, genießt ihr neues Leben in Marseille obwohl ihr Mann lieber heute als morgen einen Platz auf einem Dampfer nach Amerika einnehmen würde. Ihr zuliebe legt er diese Pläne auf Eis, eine folgenschwere Entscheidung wie sich schnell herausstellen soll …

Nun hat sich dieses schöne Buch doch tatsächlich zum Highlight des Monats für mich herauskristallisiert. Der dicke Wälzer las sich einfach wunderbar spannend und interessant. Marie Leander schaffte es in jeden Abschnitt soviel Nervenkitzel reinzupacken, dass es mir schwer fiel, das Buch aus der Hand zu legen. Von mir also eine absolute Leseempfehlung. Aber neugierig bin ich nun natürlich doch, wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt …