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Veröffentlicht am 15.09.2025

Neuanfänge und Freundschaft

Wedding People (deutsche Ausgabe)
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MEINUNG:

Die Geschichte startet erstmal relativ deprimierend, weil Phoebe ins Cornwall Inn kommt, um sich das Leben zu nehmen. Für sie macht das Leben keinen Sinn mehr, da es wiederholt nicht geklappt ...

MEINUNG:

Die Geschichte startet erstmal relativ deprimierend, weil Phoebe ins Cornwall Inn kommt, um sich das Leben zu nehmen. Für sie macht das Leben keinen Sinn mehr, da es wiederholt nicht geklappt hat ein Kind zu bekommen und ihr Mann sie dann auch noch verlässt, um mit ihrer Kollegin zusammen zu sein, mit der er sie auch betrogen hat. Sie hat den Tiefpunkt ihres Lebens erreicht. Ihre Pläne werden von Lila durchkreuzt, die das Hotel gebucht hat um 6 Tage ihre Hochzeit zu feiern und sie vereitelt die Pläne von Phoebe. Es ist eine schicksalhafte Begegnung der beiden Frauen.

Wie bereits geschrieben, muss man hier ein am Anfang ein bisschen Durchhaltevermögen haben, um am Ball zu bleiben. Generell entwickeln sich die Geschichte und die Beziehungen langsam, was mir aber auch gut gefallen hat. Ich war ab der Hälfte des Buches dann richtig drin. Man lernt auch Lila besser kennen, die erst Mitte 20 ist, aus reichem Haus kommt und die älteren Gary heiraten will, der der Arzt ihres verstorbenen Vaters war. Dieser hat bereits eine Tochter, mit der es aber nicht gar nicht klappt. Die Geschichte hat einen hohen Unterhaltungsfaktor, aber auch viele, viele tiefe Themen, die mich berührt haben. Allerdings nimmt es nicht die Leichtigkeit. Es gibt viele lustige Situationen, aus denen sich viel Situationskomik ergibt. Phoebe und Lila sind an sich sehr unterschiedlich und dennoch finden sie eine ganz besondere Ebene zueinander, die beide Frauen weiter bringt, denn sie halten sich auch gegenseitig den Spiegel vor. Sie finden ineinander genau die Freundin, die ihnen gefehlt hat, denn auch Lila wirkt sehr einsam. Ich mochte es, dass hier vieles nicht so in Klischees abdriftet, sondern Raum lässt. Ich kann es mir auch als Film sehr gut vorstellen. Komischerweise dachte ich die ganze Zeit, dass der Roman in England spielt (wegen dem Hotelnamen), aber wir sind an der amerikanischen Ostküste. 

FAZIT:

Wedding People braucht ein bisschen, aber dran bleiben lohnt sich. Es ist warme, lustige Geschichte über Neuanfänge, Freundschaft zweier Frauen mit vielen ernsten Themen. Ich mochte das Geschichte sehr und würde mich auf eine Verfilmung freuen.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Fantastisches Buch

Das Pen!smuseum - Mit Texten von Jovana Reisinger, Sophia Süßmilch und Illustrationen von Andrea Z. Scharf
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MEINUNG:

Ich habe bereits einige Romane von Mareike Fallwickl gelesen und mag die meisten Bücher von ihr sehr. Von Eva Reisinger habe ich noch nicht gelesen, aber auch eine Autorin die ich auf dem Schirm ...

MEINUNG:

Ich habe bereits einige Romane von Mareike Fallwickl gelesen und mag die meisten Bücher von ihr sehr. Von Eva Reisinger habe ich noch nicht gelesen, aber auch eine Autorin die ich auf dem Schirm habe. Das Peni!smuseum ist nun das erste gemeinsame Projekt dieser beiden österreichischen Autorinnen. Allein die Aufmachung dieses Buches aus dem Leykam Verlag ist ein Kauf wert! Die Farben, der Buchschnitt und das an den Ecken der Seiten enthaltene Daumenkino sind ein absoluter Hingucker.

Es ist kein richtiger Roman, sondern eine Anthologie aus Kurgeschichten und Chats, die lose miteinander verbunden sind, da immer wieder die gleichen ProtagonistInnen auftauchen. Mir haben vor allem die Chats zwischen Maria und Anna gefallen. Anna, die schwanger ihren Mann betrügt, weil der nicht mehr mit ihr schlafen möchte. Außerdem mochte ich die ernsten Geschichten über den Alltag einer Mutter mit drei Kindern und wie Maria mit Hilfe von Anna Frauen hilft, dass diese abtreiben können. Auch Gisèle Pelicot bekommt hier ihren Platz, ihren Tribut. Es sind die Geschichten von Frauen, real oder fiktiv, die so wichtig sind Ich mochte generell diese schonungslose Radikalität und Kompromisslosigkeit, mit der die beiden Autorinnen ihre Charaktere bedenken, sodass viele Szene auch ziemlich absurd erscheinen und dennoch braucht es vermutlich genau diesen Akt der Befreiung. Allerdings können es Frauen sowieso nie Recht machen. Es gibt auch ein paar schöne Illustrationen von Andrea Z. Scharf und Gastgeschichten, wie z.B. von Jovana Reisinger. 

FAZIT:

Das Peni!smuseum ist starke, empowernde, feministische Anthologie, die Spaß macht, die ernst ist und die mitnimmt. Eine ideale Lektüre für alle, die sich für solche Themen interessieren und für alle, die sich damit dringend beschäftigen sollten. Ich wünsche dem Buch viele LeserInnen!

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Malaysia zur Kolonialzeit

Das Haus der Türen
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MEINUNG:

Auf den Roman Das Haus der Türen wurde ich aufmerksam, weil er für den Booker Preis nominiert worden und von einem Schriftsteller aus Malaysia ist.

Tatsächlich geht es vor allem um Briten und ...

MEINUNG:

Auf den Roman Das Haus der Türen wurde ich aufmerksam, weil er für den Booker Preis nominiert worden und von einem Schriftsteller aus Malaysia ist.

Tatsächlich geht es vor allem um Briten und zwar den  britischen Schriftsteller William Somerset Maugham, der mir leider gar nichts gesagt hat, obwohl er ein absoluter Klassiker ist. Der Autor hat hier also eine reale Person ausgewählt auch der Sekretär von William, genannt Willie, hat wirklich existiert und es gab auch die Reisen nach Malaysia, damals noch britische Kolonie. Es kommt das typische Feeling auf von Romanen, die in der Zeit der Kolonialherrschaften gespielt haben in einem warmen Land. Ich habe beim Lesen auch langsam verstanden, dass Menschen wie Leslex und Robert in diesen Ländern geboren und aufgewachsen sind und dabei absolut britisch sind, obwohl sie nicht oder kaum ein Fuß nach Großbritannien gesetzt haben. Vermutlich ist das absolut klar, aber ich finde es surreal. Trotzdem schafft der Autor mich in diese Atmosphäre mit reinzuziehen. Das Erzähltempo ist ruhig und gemächlich. Es gibt vor allem tiefe Einblicke in die politischen und gesellschaftlichen Normen der Zeit.

Lesley eine Frau, die sich dem beugen muss und die dennoch auf ein eigenes Leben besteht, vor allem auch in sexueller Hinsicht, denn ihr Mann schläft nicht mehr mit ihr. Willie muss seine Homosexualität geheim halten und eine Alibi-Ehe führen, die ihm auch noch Probleme bereitet. Die beiden nähern sich an und führen viele, viele Gespräche in denen man so einiges erfährt. Ein bisschen spannender wird als es nebenbei noch einen kleineren Kriminalfall gibt, in der Lesleys Freundin als erste weiße Frau vor einem asiatischen Gericht angeklagt wird, weil sie einen Mann in Notwehr erschossen hat. Dieser Fall ist auch real. Ich mochte die heimliche Emanzipation der Frauen, in dem sie Affären anfangen, weil sie ihre Bedürfnisse in der Beziehung nicht mehr befriedigt sehen. Natürlich ist das gesellschaftlich absolut nicht gern gesehen, wo hingegen es bei Männern kein Problem ist. Auch Lesley beginnt eine Affäre. Mir gefiel, dass das Ende offen bleibt für sie.



FAZIT:

Das Haus der Türen gibt mal wieder einen weiteren Einblick in das damaligen Kolonialleben und nimmt uns ein Stück mit in die reale Biographie des britischen Schriftstellers William Somerset Maugham. Ich habe gerne gelesen, aber es fehlt ein bisschen was Besonderes an der Geschichte.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Psycholgische Spannung im Schwarzwald

Schattengrünes Tal
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MEINUNG:

Von Kristina Hauff habe ich bereits ihre zwei erschienenen Romane bei Hanserblau gelesen. Vor allem Unter Wasser Nacht mochte ich sehr gerne. In blaukalter Tiefe konnte mich dagegen nicht so ...

MEINUNG:

Von Kristina Hauff habe ich bereits ihre zwei erschienenen Romane bei Hanserblau gelesen. Vor allem Unter Wasser Nacht mochte ich sehr gerne. In blaukalter Tiefe konnte mich dagegen nicht so sehr überzeugen, daher war ich auf Schattengrünes Tal sehr gespannt. Ich mag immer den gewissen Spannungsfaktor in den Büchern der Autorin.

Lisa steht im Zentrum der Geschichte. Sie ist die erwachsene Tochter eines Hotelbesitzers, von dem sie denkt, dass sie Hotel eventuell mal übernehmen wird. Doch ihr Vater plant eher, dass ihr Bruder das Hotel übernimmt, obwohl der weit weg wohnt und kein Interesse hat. Eines Abends sucht Daniela Schutz in dem Hotel, obwohl dieses eigentlich auf Grund eines Heizungsausfalls geschlossen werden soll. Daniela drängt sich relativ schnell in das Leben von Lisa und vor allem von Lisas Umfeld. Natürlich fragt man sich, was Daniela für Absichten hat. Ich war froh, dass Lisa schnell erkannt hat, dass etwas nicht mit Daniela stimmt, denn die sabotiert scheinbar Lisas ganzes Leben. Dann ist da auch noch Lisas Ehemann Simon, der am Anfang der Geschichte zurück kommt von einer Reise aus Polen und irgendwie so gar nicht mit sich im Reinen ist. Es erschließt sich erst später, was da los ist, aber so richtig viel Sympathie konnte ich für ihn bis zum Ende nicht aufbringen.

Mir haben die Perspektivenwechsel gefallen, denn sie waren so gestaltet, dass man bestimmte Details in der Handlung nur durch den Wechsel erfahren hat. Es schwelen hier in der Geschichte zwei zentrale Konflikte, bei denen sich Lisa im zentralen Punkt befindet, zum einen die Störung durch Daniela und zum anderen die Zukunft des Hotels. Es wird deutlich, dass ihr Vater der Patriarchat ist und die Frauen, die das Hotel eigentlich am Laufen halten gar nicht richtig sieht. Es gibt noch eine weitere Hotelmanagerin, Margaret, mit der Lisa Ehemann praktisch in wilder Ehe lebt ohne aber wirklich öffentlich zu dieser Liebe zu stehen.  Daniela fand ich ein bisschen überspitzt dargestellt, aber eben auch genau richtig für die Geschichte. Es wird zentral deutlich, dass Lisa endlich aufwachen muss und ihr Leben selbst in die Hand nehmen muss, anstatt immer sich nur von anderen zu bestimmen zu lassen.

FAZIT:

Schattengrünes Tal hat wieder sehr gut unterhalten. Es ist keine Geschichte, die man zwar nicht schon mal ähnlich gelesen hat, aber ich mochte die Atmosphäre im schattengrünen Tal und die gut konstruierte Geschichte.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

Abrutschen ins falsche Milieu

Heimat
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MEINUNG:

Karolin ist ein sogenanntes TradWife, also eine Frau, die sich bewusst für traditionelle Rollenverteilung zwischen Mann und Frau entschieden hat. Jana fühlt sich von ihr magisch angezogen, weil ...

MEINUNG:

Karolin ist ein sogenanntes TradWife, also eine Frau, die sich bewusst für traditionelle Rollenverteilung zwischen Mann und Frau entschieden hat. Jana fühlt sich von ihr magisch angezogen, weil sie Anschluss sucht, denn sie und ihr Partner sind erst frisch aus der Stadt in den Ort gezogen und Jana wirkt auch allein und isoliert, denn ihr Partner Noah und Vater ihrer Kinder wirkt irgendwie die ganze Zeit abwesend und ist auch mit gewissen Entscheidungen von Jana nicht einverstanden, z.B. dass sie gekündigt hat und ich war mir auch nicht sicher, ob er sich auf das dritte Kind gefreut hat, mit dem Jana nun schwanger ist. Die Beziehung der beiden wirkte schon recht am Ende, was mir für Jana wirklich leid getan hat. Der Kontakt zu Karolin und weiteren Frauen setzt bei Jana etwas in Gang, denn sie fühlt sich dort zugehörig und nimmt ganz schnell auch Dinge an, die von außen betrachtet in die falsche Richtung gehen. Das war sehr gut und nachvollziehbar beschrieben von der Autorin, wie man die rechte Szene abrutschen kann. Der Erzählton ist ruhig, aber passend zum intensiven Inhalt. Es gibt keinen klaren roten Faden bzw. eine feste Handlung. Es ist mehr eine Momentaufnahme, die dennoch etwas in kurzer Zeit in Janas Einstellung eklatant verändert und aufzeigt, wie schnell es gehen kann.

Beim Lesen erwischte ich mich schon bei einem oder anderen Gedanken, dass ich vielleicht auch Karolin Recht gab, z.B. bei der Kinderbetreuung und die Vereinbarkeit für eine Frau zwischen Job, Kindern, Familie und Haushalt, denn oft gibt es eben doch keine gerechte Verteilung der Aufgaben und die Care landet wieder bei der Frau, obwohl ich selbst keine Kinder habe.  Da es von unserer Politik dafür bisher nur unzureichende Lösungen gibt, bietet es natürlich Raum für (rechte) Parteien wieder für das traditionelle Rollenbild zu propagieren. Dabei habe ich mir immer die Frage gestellt, ob solche Gedanken denn schon der Anfang sind in die falsche Richtung, kann dies aber mit Nein für mich beantworten. Es gibt ein paar Dinge in der Geschichte, die bleiben irgendwie im Ungewissen und man sich selbst seinen Teil denken. Auch das Ende fand ich irgendwie recht offen, aber beunruhigend und nachvollziehbar.

FAZIT:

Heimat ist ein kurzes, ruhig erzähltes Buch, dass aber viel mit mir gemacht hat beim Lesen und einlädt auch im Nachgang darüber zu diskutieren. Es zeigt sehr gut und ganz klar auf, wie sich im privaten Umfeld politische Einstellungen in eine falsche Richtung entwickeln können und wie das für die Zukunft unserer Landes zur Gefahr wird. Gerade weil unsere politische Lage momentan genau so ist, sind solche Bücher umso wichtiger und hoffentlich werden hier die Augen geöffnet.

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