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Veröffentlicht am 27.05.2022

Kommissar unter Verdacht

Böser Abschied
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Die Krimiserie um die Sylter Kommissare Silja Blanck, Bastian Kreuzer und Sven Winterberg ist bisher an mir vorbeigeschrammt - mit "Böser Abchied" habe ich jetzt den bereits neunten Band der Reihe von ...

Die Krimiserie um die Sylter Kommissare Silja Blanck, Bastian Kreuzer und Sven Winterberg ist bisher an mir vorbeigeschrammt - mit "Böser Abchied" habe ich jetzt den bereits neunten Band der Reihe von Eva Ehley gelesen. Macht aber nichts - auch ohne die Vorgeschichte und die Beziehungen der Protagonisten zueinander genauer zu kennen, bin ich gut in dieses bereits entwickelte Geflecht hineingekommen. Der spannende Plot und viel Inselatmosphäre haben dann auch für spannende Unterhaltung und Kopfkino von Kliff, Dünen und Watt gesorgt.

Ein Junggesellenabend in lauer Sommernacht gerät gründlich daneben. Erst geht die Stimmung den Bach herunter, weil die alten Schulfreunde nicht gerade Freunde fürs Leben geblieben sind. Dann wird aus einer Polizeiwaffe geschossen, es gibt einen Toten und einen Vermissten. Sven Winterberg, der an dem Junggesellenabend teilgenommen hat, gerät plötzlich selbst unter Verdacht. Was ist geschehen in der Nacht, an die die Beteiligten nach reichlich Alkoholkonsum nur noch unklare Erinnerungen haben - oder dies zumindest behaupten?

Eingeschoben in den Erzählfluss sind immer wieder innere Monologe eines Menschen zwischen Leben und Tod und die Autorin schafft es so, lange Zeit die Spannung aufrechtzuerhalten: Wer redet hier, ist es der Tote, ist es der Vermisste, gibt es Rettung oder ist dies das Ende?

Die Ermittlungen, die auch einen Kollegen betreffen, sind für Silja Blanck und Bastian Kreuzer alles andere als Routine. Können sie hier überhaupt objektiv ihrer Arbeit nachgehen, oder sind sie persönlich involviert. Gut gefallen hat mir der herbe Charme der Staatsanwältin, die an einer Stelle auf ganz besondere Art in die Ermittlungen eingreift. Mit verschiedenen Spuren, die auf ganz unterschiedliche Motive und Täter hinweisen, schafft es die Autorin, das Rätselraten andauern zu lassen. Das war bestimmt nicht das letzte Buch von Eva Ehley, dass ich gelesen habe.

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Veröffentlicht am 26.05.2022

Transfrau mit Kinderwunsch

Detransition, Baby
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Die New Yorkerin Reese ist Mitte 30 und spürt ihre biologische Uhr ticken. In einem Fitnessclub arbeitet sie in der Kinderbetreuung, und wenn sie ein Baby im Arm hält, spürt sie die große Sehnsucht danach, ...

Die New Yorkerin Reese ist Mitte 30 und spürt ihre biologische Uhr ticken. In einem Fitnessclub arbeitet sie in der Kinderbetreuung, und wenn sie ein Baby im Arm hält, spürt sie die große Sehnsucht danach, Mutter zu sein. Problematisch ist das nicht nur wegen eines fehlenden Kindsvaters. Als Transfrau hat Reese anders als Cis-Frauen nicht die Möglichkeit, etwa über den Weg einer Samenspende ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Bis ausgerechnet eine Beziehung aus der Vergangenheit eine Lösung aufzeigt. Kinderwunsch und komplizierte Beziehungen, Fragen von Identität und Selbstverständnis prägen den Roman von "Detransition, Baby" von Torrey Peters, die selbst trans ist.

Denn Reese war mehrere Jahre in einer lesbischen Beziehung mit Transfrau Amy - bis Amy ein Detransition machte, um äußerlich als Mann zu leben, auch wenn Ames selbst nicht sicher ist, ob er tatsächlich ein Cis-Mann ist. Doch das trans Leben war zu hart, um es dauerhaft zu leben. Obwohl Ames glaubte, nach all den Jahren mit Hormonen nicht mehr zeugungsfähig zu sein, ist nun seine Freundin (und gleichzeitige Chefin) Katrina nun schwanger von ihm. Die geschiedene Frau macht klar - sie will kein Kind alleine aufziehen, sondern in einer Familie, mit ihm als Vater.

Doch kann Ames Vater sein? Die Gender-Frage wird hier nicht klar beantwortet. Er geht als Mann durch, so wie Katrina, deren Mutter Chinesin ist, als "weiß" durchgeht. "Ich weiß nicht ob ich ein Vater sein kann, aber ich kann ein Elternteil sein", sagt Ames an einer Stelle. Er will Reese in die Gleichung einbringen - als Mutter in einem queeren Familienmodell. Und Überraschung: Yuppie Katrinaist recht angetan von der Idee der ugewöhnlichen Familie, liebäugelt mit einem Hauch von Queer.

Doch nur im Märchen leben alle glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Es gibt Komplikationen, Enthüllungen, Zerwürfnisse, ja die Frage, ob Katrina überhaupt das Kind haben will. Wie die ungewöhnliche Menage a trois ausgeht, das soll hier nicht verraten werden.

Torrey Peters lebt wie Reese in Brooklyn, bringt die eigenen Erfahrungen der dort lebenden Transfrauen ein und schafft es, unterhaltsam und ohne pädagogischen Zeigefinger von den Möglichkeiten und Grenzen für Transfraiuen, psychischen Problemen als Langzeitfolgen des Wegs zum eigenen Selbst in einem schwierigen Umfeld, Hormonschwankungen in der Transition und danach und den Grenzen zwischen Communities zu schreiben - was trennt Transfrauen und Cis-Frauen, was trennt weiße Transfrauen und Transfrauen aus schwarzen oder hispanischen Familien, deren Outing noch wesentlich häufiger zum Bruch mit der Herkunftsfamilie führte. Dass Transfrauen of Color eher durch Gewalt frühzeitig zu Tode kommen, ihre weißen Schwestern hingegen durch Selbstmord, ist eine der Be- und Zuschreibungen.

In Interviews hat Torrey Peters gesagt, sie wolle nicht pädagogisieren, den Ton vermeiden, der allzu oft bei Büchern über Rassismus angeschlagen werde und dann zu einem Leseprozess wie einst in der Schule führe: Gelesen wird nicht aus Freude und Interesse, sondern als Pflichtaufgabe. Die Gefahr besteht bei "Detransition, Baby" nicht. Reese, Katrina und Ames sind weit entfernt von Perfektionismus. Aber gerade weil sie keinem Barbie oder Ken-Schema entsprechen, sind sie nachvollziehbar und glaubwürdig, ganz gleich welche Genderidentität oder sexuelle Orientierung die Leser*innen haben. Das macht ihren Roman buchstäblich zu einem inklusiven Buch für alle.

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Veröffentlicht am 25.05.2022

Geschichten wie Faustschläge

JAB
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Seit seinem brachialen, aber großartigen Roman "Die Plotter" habe ich den koreanischen Schriftsteller Un-Sun Kim auf meinem Leseradar. Nun ist vor kurzem seine Kurzgeschichtensammlung "Jab" herausgekommen ...

Seit seinem brachialen, aber großartigen Roman "Die Plotter" habe ich den koreanischen Schriftsteller Un-Sun Kim auf meinem Leseradar. Nun ist vor kurzem seine Kurzgeschichtensammlung "Jab" herausgekommen und ich war neugierig: Würde Kim, der in seinen Romanen so komplexe Figuren voller Abgründe erdacht hat, sein Potenzial auch auf jeweils wenigen Seiten entfalten können? Würde er genauso überzeugen?

Ein Jab ist beim Boxen eine Gerade, locker geschlagen, ohne den Ellbogen steif zu machen - und wie ein Hagel Faustschläge kommt auch dieses Buch daher. Auf wenigen Seiten komprimiert finden sich die düsteren Nachtgestalten, die Hoffnungslosen und Getriebenen, die gesellschaftlichen Außenseiter und Angehörigen der Unterwelt wieder, die in den vorangegangenen Romanen ebenso episch wie düster ausgebreitet wurden. Die dunkle Poesie, so will ich Kims Stil mal nennen, zeigt sich auch in den Kurzgeschichten. Es sind teils filigrane Studien, die gleichzeitig Raum für Interpretationen lassen.

Der Titel der Sammlung passt angesichts des Tempos und der Wucht der Geschichten jedenfalls gut, auch wenn es in der Titelgeschichte um die Erinnerungen eines ehemaligen Boxschülers geht. Verkorkst und ziemlich kaputt sind eine ganze Reihe der Protagonisten der Geschichten, andere haben etwas kafkaesk-absurdes und selbst dort, wo gelacht werden kann, bleibt ein bitterer Nachgeschmack zurück. Großartig ist die Studie eines Alkoholikers in der Abschlussgeschichte, "Die Flussmündung", wo die Schönheit der Landschaft im kompletten Gegensatz zur Aussichtslosigkeit des Protagonisten steht, der zwar ein neues Leben beginnen wollte, aber nur zu schnell sich wieder mit einem Scheitern abfindet.

Ohnehin scheint es, als ob die Gescheiterten und Aussichtslosen, das Milieu der Trinker und Kriminellen, die gleichwohl ihr ganz eigenes Verständnis von Moral haben, einmal mehr Kim inspiriert haben. Mit einem Umfang von gerade mal gut 20 Seiten ist Jab schnell gelesen, aber die Geschichten hallen nach und bieten viel Stoff zum Nachdenken. Der Sprachstil ist einmal mehr gewaltig, auch buchstäblich. Doch, Un-Sun Kim beherrscht auch die kurze Form, kein Zweifel. Und er bleibt definitiv auf meiner Watchlist von Autoren, die ich weiter lesen will.

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Veröffentlicht am 25.05.2022

Anwältin unter Schafen

Akte Nordsee - Am dunklen Wasser
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Eine Anwaltskanzlei wie die von Fentje Jacobson hat Seltenheitswert - mit Salzgeruch in der Nase, vermutlich einer frischen Nordseebrise und buchstäblich kräftiger Landlust. Da sollte man auch aufpassen ...

Eine Anwaltskanzlei wie die von Fentje Jacobson hat Seltenheitswert - mit Salzgeruch in der Nase, vermutlich einer frischen Nordseebrise und buchstäblich kräftiger Landlust. Da sollte man auch aufpassen wo man hintritt und sich darauf einstellen, dass die Anwältin zum Mandantengespräch in rustikalem Outfit von der Schafweide kommt. Denn die Juristin betreibt ihre Kanzlei vom nordfriesischen Bauernhof ihrer Großeltern aus.Und wenn sie sich nicht um lammende Mutterschafe kümmern muss, könnte es sein, dass die zunehmende Demenz ihrer Großmutter oder eine Krise ihrer pubertierenden Nichte von Gesetzessammlungen und Vertragsrecht ablenken.

Mit Fentje Jacobsen schickt die bisher mit der Pia Korettki-Reihe vor allem an der Ostsee aktive Eva Almstädt nun eine neue Protagonistin auf Mörderjagd. In "Akte Nordsee. Am dunklen Wasser" ist Fentje weniger vor Gericht im Einsatz, sondern ermittelt selbst, um die Unschuld ihres neuesten Mandanten zu beweisen. Sie hat den Surfertyp mit Filmriss schlafend auf der Schafweide gefunden - wie er dorthin kam, weiß der junge Mann nicht. Er erinnert sich nur noch, am Vortag seine Freundin besucht zu haben - das ist aber auch schon alles. Als Fentje und ihr Schüzling die junge Lehrerin aufsuchen, finden sie nur ihre Leiche. Für die Polizei steht schnell fest, wer ihr Hauptverdächtiger ist - der junge Mann hatte eine Gelegenheit und er hatte, wie sie herausstellt, sogar ein mögliches Motiv.

Da haben die Ermittler jedoch die Rechnung ohne Fentje gemacht. Sie versucht, auf eigene Faust die Unschuld ihres Mandanten zu beweisen, zunächst spöttisch belächelt von dem Journalisten Niklas John, der mitten im Sommerloch eine große Geschichte wittert. Als Sohn aus reichem Haus, der es eigentlich nicht nötig hat zu arbeiten, ist er Fentje zunächst einmal eher suspekt und der ziemlich arrogante Niklas traut der in Strafsachen nicht sonderlich erfahrenen Fentje nicht zu, etwas ausrichten zu können. Nach und nach arbeiten die beiden sehr gegensätzlichen Protagonisten dennoch als Team zusammen - auch wenn jede*r eine eigene Agenda hat.

Überhaupt ist in der nordfriesischen Provinz plötzlich viel los: Zwei Schülerinnen des Nordseeinternats, an dem die tote Lehrerin unterrichtete, sind plötzlich verschwunden, ein Pastor, mit dem sie alte Grabsteine untersucht hat, stirbt bei einem Treppensturz - und was verband die Tote eigentlich mit einem wohlhabenden und sehr viel älteen Reeder?

Die Autorin legt für ihre Leser eine ganze Reihe von Spuren aus und erst nach und nach stellt sich heraus, was eine Finte ist und was zur Lösung des Falls beiträgt. Zwischen Küstensturm und Hamburger Rotlichtmilieu gibt es eine Menge Gelegenheit für Fentje und Niklas, sich zusammen zu raufen. Wie es sich für den Erstling einer neuen Reihe gehört, spielt auch das Menschliche und die Vergangenheit der beiden Protagonisten eine Rolle - hier soll schließlich die Grundlage für weitere Bände gelegt werden. Besonders liebevoll gezeichnet sind einige der Nebenfiguren, ganz besondern Fentjes Großeltern und ihre Nichte. Nicht alles ist ganz logisch beziehungsweise entspricht der "echten" Arbeitsweise von Anwälten oder Journalisten. Dafür überzeugt das Lokalkolorit und die Beschreibung der Menschen am Deich und eine Welt, in der (fast) jeder jeden kennt.

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Veröffentlicht am 17.05.2022

Die Ministerin und die dunkle Seite der Macht

Betrug
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Die isländische Autorin Lilja Sigurdadottir ist mir schon mit ihrer Reykjavik-Triologie um die Drogenschmugglerin Sonja ausgesprochen positiv aufgefallen. Ihre starken, aber auch ambivalenten Frauenfiguren, ...

Die isländische Autorin Lilja Sigurdadottir ist mir schon mit ihrer Reykjavik-Triologie um die Drogenschmugglerin Sonja ausgesprochen positiv aufgefallen. Ihre starken, aber auch ambivalenten Frauenfiguren, die Art und Weise wie Queerness nicht als etwas Exotisches, sondern normal und alltäglich dargestellt wird, die Dunkelheit hinter einer scheinbar heilen Oberfläche - hier kam alles sehr fein zu "Scandinavic Noir" zusammen. Da war für mich gleich klar, dass ich auch unbedingt Sigurdadottirs neuen Roman, "Betrug" lesen wollte.

Das Setting und die Protagonisten sind völlig anders, doch die Darstellung von komplexen Charakteren und einem Plot, der sich erst nach und nach erschließt und dabei auf das allzu Offensichtliche verzichtet, sorgt auch hier für ein gelungenes Leseerlebnis. Im Mittelpunkt steht Ursula, die jahrelang als ausgebildete Notsanitäterin bei internationalen Hilfseinsätzen gearbeitet hat, bei einer Ebola-Epidemie in Liberia ebenso wie zuletzt in einem Flüchtlingslager in Syrien. Mit Gefahren und Minenfeldern ist sie also vertraut - in ihrem neuen Amt als isländische Innenministerin hingegen sind die Minen diplomatischer Natur und der Feind versteckt sich hinter nur scheinbar freundlichen Worten.

Die idealistische Ministerin soll nur für ein Jahr antreten, als Kompromisskandidatin der Koalitionsparteien, nachdem die Erkrankung ihres Vorgängers bis zu den nächsten Parlamentswahlen eine Interimsministerin nötig macht. Auch wenn sie keine politische Erfahrung hat, kommt das Angebot Ursula gelegen. Nach traumatischen Erfahrungen hofft sie, die Arbeit in der Heimat könne auch wieder mehr Nähe zu Ehemann Nonni und ihren Kindern ermöglichen. Denn Ursula war eine buchstäblich abwesende Mutter und obwohl sie ihre Familie liebt, kann sie diese Gefühle nicht ausdrücken, ja manchmal nicht einmal spüren.

Ursula hofft, mit ihrer Arbeit etwas verändern und Menschen helfen zu können - so wie jener Frau, der sie zufällig gleich am ersten Arbeitstag begegnet. Deren 14-jährige Tochter wurde von einem Polizisten vergewaltigt. Doch seitdem wurden die Ermittlungen verschleppt, während das Mädchen in sozialen Medien als Hure beschimpft wird. Als Ursula sich mit Nachdruck und gegen passiven Widerstand im eigenen Haus fordert, dem Fall nachzugehen, wird sie zum Ziel sexistischer Beschimpfungen und Gewaltfantasien. Angst bereiten ihr auch rätselhafte Botschaften, wonach sie sich mit dem Teufel eingelassen habe. Sie stammen, wie sich herausstellt, von einem Obdachlosen, der Ursula aus ihrer Kindheit bekannt ist.

Gleich mehrfach ist Ursula mit der dunklen Seite der Macht konfrontiert, sieht sich als Spielball politischer Intrigen und gleichzeitig durch gezielte Indiskretionen im Mittelpunkt öffentlicher Anfeindungen. Gleichzeitig erschließt sich aus den Ereignissen der Vergangenheit viel von Ursulas Persönlichkeit. Auch die Nebenfiguren des Romans - die Ehefrau des Polizisten in dem Vergewaltigungsfall, eine junge Putzfrau, der eine Schlüsselrolle zukommen wird, oder der Bodyguard Gunnar überzeugen in diesem Roman, der sowohl Spannung als auch Auseinandersetzung mit Themen wie Hass in sozialen Medien, Drohungen gegen Politiker, toxische Männlichkeit oder Gewalt gegen Frauen liefert. Athmosphärisch dicht und mit einem dynamischen Beziehungsgeflecht, hat auch "Betrug" wieder eine düstere Note, die Sigurdadottir schon in ihren vorangegangenen Romanen geprägt hat.

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