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Veröffentlicht am 11.03.2018

Wenn die vermeintliche Schriftsteller-Verwandtschaft der große Aufhänger ist...

Die Kapitel meines Herzens
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Samantha ist die letzte lebende Nachfahrin der berühmten Brontë-Geschwister, jedoch geht sie mit dieser Information nicht gerne hausieren. Sie studiert in Oxford selbst Literatur, ist dementsprechend noch ...

Samantha ist die letzte lebende Nachfahrin der berühmten Brontë-Geschwister, jedoch geht sie mit dieser Information nicht gerne hausieren. Sie studiert in Oxford selbst Literatur, ist dementsprechend noch recht jung und dennoch älter als Mitstudenten, da sie vom Vater eine lange Zeit selbst unterrichtet wurde. Mit ihrer klugen und frechen Art kommt sie jedoch auch bei ihrem Literaturprofessor erstmal nicht weiter, außerdem muss sie sich nach dem Tod ihres Vaters mit dem geheimnisvollen Erbe auseinander setzen und natürlich entsprechend auch mit ihrer Familiengeschichte.

Von den Brontë-Geschwistern hatte ich bis dato noch nichts gelesen, natürlich sagen mir die Namen etwas, jedoch nicht mehr, nicht weniger. Muss ja für dieses Buch nicht heißen, dass man sich hier zwingend auskennt um die Geschichte zu verstehen. Nun ja, irgendwie falsch gedacht. Aber mal langsam.

Die Geschichte ist für mich überhaupt nicht in Fluß gekommen, das heißt es war mehr so ein dahin-Geplätscher, so wirklich gut unterhalten wurde ich leider nicht. Es war eher so, dass ich mich gelangweilt habe, weil man auch nur alles sehr kryptisch erfährt, was man so erläutert bekommt. Da wäre es meiner Ansicht nach halt einfach schon mal schön gewesen, wenn man eine Info über die berühmten Brontë-Geschwister bekommen hätte, was aber nicht wirklich der Fall war. Ebenso die Auseinandersetzung mit verschiedener Literatur hat mich nicht begeistern können, die Gespräche vom Literaturprofessor mit Samantha waren einfach komisch und irgendwie ungelenk, zumindest habe ich das so für mich empfunden.

Vom Stil her ist es so, dass das Buch gut zu lesen ist, also kein komplizierter Satzbau, keine großartigen Fremdwörter oder Fachbegriffe. Lediglich inhaltlich war es einfach lahm geschrieben, wie ich finde, da hat mir der Schwung gefehlt.

Leider hat mich das Buch überhaupt nicht überzeugt bzw. bin ich generell nicht warm damit geworden. Die Geschichte könnte an und für sich interessant sein, in diesem speziellen Fall war es aber so, dass ich damit leider nichts anfangen konnte. Samantha erzählt immer wieder von den Brontë-Geschwistern ohne mal irgendwie weiter etwas zu erläutern (lediglich einmal, zumindest war das gefühlt mein Eindruck), das finde ich schade. Von mir gibt es lediglich einen von fünf Sternen und ich kann keine Empfehlung aussprechen.

Veröffentlicht am 10.03.2018

Die Wortspiele sind sehr ausgelutzt.

Treffen sich zwei Träume. Beide platzen.
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Patrick Salmen ist Poetry-Slammer und hat inzwischen auch das ein oder andere Buch geschrieben. Hier bringt er sämtliche Texte zusammen, er beobachtet unheimlich gerne Menschen und bringt diese kuriosen ...

Patrick Salmen ist Poetry-Slammer und hat inzwischen auch das ein oder andere Buch geschrieben. Hier bringt er sämtliche Texte zusammen, er beobachtet unheimlich gerne Menschen und bringt diese kuriosen Begegnungen dann zu Papier. Ebenso hat er es sich zur Aufgabe gemacht als Ratgeber zu fungieren, so erhält man im Buch beispielsweise Tipps für mehr Erfolg im Büro.

Patrick Salmen habe ich inzwischen mehrfach auf der Bühne erlebt - zuerst als Teilnehmer von Poetry Slams, dann mit seinem Bühnenprogramm zusammen mit seinem Kollegen Quichotte. Entsprechend habe ich teilweise seine doch recht markante Stimme im Ohr, wenn ich etwas von ihm lese. (Vielleicht sollte man sich mal vorm Lesen den rostrotkupferbraunbronze Text anhören, der ist meiner Ansicht nach genial.)

Die Art und Weise wie Patrick Salmen schreibt finde ich sehr amüsant und gelungen. Er schreibt gut verständlich, dennoch nicht unbedingt einfach sondern durchaus gewieft. Seine Wortspiele sind absolut durchdacht und sehr witzig, so liefert er beispielsweise in einer Übersicht seine kleine Werbeagentur bzw. 10 Gründe warum er bei Jung von Matt rausgeschmissen wurde. Da überlegt er als Namen für ein Geschäft für Naturkost: Amaranth der Gesellschaft. Oder beispielsweise ein französisches Kochbuch: Jeden Tag eine gute Tarte.

In diesem Buch berichtet er auch recht viel von Erlebnissen mit Kindern, da ist zum Beispiel das Patenkind, mit dem er Memory gespielt hat. Oder dann auch vom eigenen Kind, dem er einen Körperteile-Song geschrieben hat. Auch all diese Anekdoten sind immer wieder recht lustig, manchmal aber schon ein bißchen arg übertrieben. Ja, es ist seine Art von Humor, aber manchmal war mir das einfach zu arg.

Ansonsten muss ich wirklich sagen, dass ich bei diesem Buch sehr gut unterhalten wurde, es war immer wieder sehr lustig und sehr passend fand ich auch die enthaltenen Illustrationen von Natalie Honeck. Sie bringt hier und da Bilder, die man dann noch vervollständigen darf - beispielsweise mit „Das ist eine Fahrgemeinschaft. Mal einen Lutz.“ - bei einer Geschichte über eine Mitfahrgelegenheit. Hier sieht man ins Innere eines Auto und am Steuer sitzt Patrick Salmen selbst, hinten zwei Mitfahrer und der Platz auf dem Beifahrersitz ist lediglich mit einer Person (Lutz heißt die Person in der Geschichte) angedeutet, die man noch fertig malen soll. In einer anderen Illustration sieht man Patrick Salmen, dem man ein Partyhütchen malen soll. All diese Zeichnungen haben mir gut gefallen, hier hätte ich mir fürs Buch doch sogar noch ein paar mehr davon gewünscht. Es waren ca. fünf Zeichnungen enthalten, was sicher ausreichend ist, aber ich fand sie so geglückt, dass ich mir noch zwei, drei mehr davon gewünscht hätte.

Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ich wurde sehr gut unterhalten, es war sehr lustig, die Anekdoten und Wortspiele waren amüsant und absolut überlegt, sowas mag ich gerne. Lediglich bei manchen Dingen muss ich sagen, dass das ein bißchen zu flach war, da war für mich kein Humor mehr da. Aber gut, all das ist Geschmackssache.
Von mir gibt es 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 09.03.2018

Der elektrische Rollstuhl von Frau Manns kann zwei Geschwindigkeiten: Schnecke und Häschen.

Ich bin nicht süß, ich hab bloß Zucker. Eine Online-Omi sagt, wie's ist
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Renate Bergmann ist mit ihren 82 Jahren eine Twitter-Oma, und dennoch ist sie auch online unterwegs. Durch einen Zufall (sie bekommt das alte Handy ihres Neffen Stefan) entdeckt sie Twitter und auch Facebook ...

Renate Bergmann ist mit ihren 82 Jahren eine Twitter-Oma, und dennoch ist sie auch online unterwegs. Durch einen Zufall (sie bekommt das alte Handy ihres Neffen Stefan) entdeckt sie Twitter und auch Facebook und lässt einen daran an ihren Blicken auf die Dinge teilhaben, wenn sie es beispielsweise abwenden konnte, dass im zu einer Feier im Seniorenheim (zu der sie zu Besuch ist) die Kinder singen. Oder wenn sie berichtet, wie Frau Manns mit ihrem elektrischen Rollstuhl im Heim nun nur noch „Schnecke“ fahren darf.

Durch ein Buch bin ich schon vor einiger Zeit auf Renate Bergmann aufmerksam geworden und verfolge ihr Tagesgeschehen seitdem auch auf Facebook. Es handelt sich bei Renate Bergmann ja um eine fiktive, erfundene Person, aber ihre Online-Posts werden mit soviel Hingabe und Witz erstellt, dass man wirklich meint, dass da eine ältere Dame dahinter steckt.

Nun war mir nach dem Hörbuch, gerade auf längeren Autofahrten schätze ich diese Art der Unterhaltung sehr. Und die gute Unterhaltung ist bei Renate Bergmann auch absolut garantiert. Es ist sehr amüsant in ihren Tagesablauf Einblicke zu erhalten, ihre Sicht der Dinge mitzubekommen, die manchmal sicher sehr altbacken ist. Da spült sie nämlich selbst die Sprudel-Flaschen (also Mineralwasser!) aus, bevor sie diese im Supermarkt bzw. der Kaufhalle zurück gibt. Denn es fällt ja alles auf einen zurück und man ist ja nicht so liederlich wie „die jungen Dinger“ heutzutage.

Gelesen wird dieses Hörbuch von Marie Gruber, die ich auch als Schauspielerin sehr mochte. Ihre Stimme passt so wunderbar zu Renate Bergmann, man kann sich diese fiktive Person also entsprechend auch real sehr gut vorstellen, sich ein Bild von ihr machen. Auch die Entrüstung hört man immer wieder gut heraus, ebenso die Selbstverständlichkeit mancher Dinge, wie Renate Bergmann sie eben empfindet.

Meiner Ansicht nach ist dieses Hörbuch sehr gut gelungen, die Geschichten von und um Renate Bergmann an sich sind schon sehr amüsant und lustig, manchmal wundert man sich vielleicht auch, aber alles in allem wird man super unterhalten. Als Sprecherin hat mir Marie Gruber wirklich gut gefallen, ich wurde hier durchweg gut unterhalten, Langeweile ist absolut nie eingekehrt. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 05.03.2018

„Ist es ein Fortschritt, wenn ein Kanibale Messer und Gabel verwendet?“ (Stanisław Jerzy Lec)

Und wie soll man das essen?
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Mit diesem Buch erhält man zahlreiche Informationen darüber, wie man welche Lebensmittel isst, wie beispielsweise einen Hummer, Edamame, oder auch Artischocken. Außerdem wie man ein Huhn tranchiert, wie ...

Mit diesem Buch erhält man zahlreiche Informationen darüber, wie man welche Lebensmittel isst, wie beispielsweise einen Hummer, Edamame, oder auch Artischocken. Außerdem wie man ein Huhn tranchiert, wie man ein Weinglas hält, wie man Sushi isst oder auch wie man etwas scharfes isst. All diese Tipps sind einzeln aufgeführt und durchaus ausführlich (aber auch nicht zu lang!) erläutert, so dass man spätestens nun weiß, wie die Kokosnuss zu öffnen ist.

Etikette ist meiner Ansicht nach durchaus wichtig, zumindest ist das meine Meinung. Leider geht davon auch immer wieder etwas verloren, was man persönlich aber nicht unbedingt ändern kann. Lernen kann man hingegen mit diesem wunderbaren Buch in dem man erfährt, wie man die teilweise doch eher ungewöhnlichen Lebensmittel konsumiert – Hummer, Flusskrebse und Austern gehören sicher nicht zum täglich Brot. Wohingegen Avocado und Mango sicher einen dauerhaften Einzug in die Küchen dieser Welt erlebt haben.

Die einzelnen Erläuterungen findet man unterteilt in drei Kapitel des Buches, welches mit „knifflige Techniken“, „Edle Etikette“ sowie „kleine Fettnäpfchen“ eine gute Aufteilung bietet. Die meisten der Tipps fand ich auch recht hilfreich, wohingegen ich sagen muss, dass „Spargel essen“ und „Kohlrabi essen“ für mich nicht als Erläuterung nötig gewesen wäre. Die anderen Schilderungen hingegen fand ich durchaus interessant und hilfreich, wohingegen ich manche Sachen auch einfach anders mache, beispielsweise den Kern der Avocado empfehlen oder die Mango aufschneiden. Trotzdem war es interessant mal zu lesen, wie es noch gut geht.

Die Kapitel über Etikette sowie Fettnäpfchen fand ich gut erläutert, hier war es interessant etwas dazu zu lernen, zumal auch hier die Gliederung toll aufgebaut ist. Die Schilderungen sind kurz und knackig, dennoch nicht zu sparsam formuliert, oftmals noch mit einer Illustration versehen. Alles in allem in einer gut verständlichen Sprache, was mir recht gut gefallen hat.

Auch die Zitate, die man zu diesem Thema immer wieder mal im Buch findet, haben mir zugesagt. Man wird hier gut unterhalten, darf auch mal schmunzeln oder nachdenken. Meiner Ansicht nach ist das ein absolut gelungenes Buch, welches Tischregeln und Etikette gut erklärt ohne dabei abgehoben zu sein. Von mir gibt’s eine absolute Empfehlung für ein Buch, das sehr gut an das Thema Etikette, Manieren und gewisse Essensempfehlungen heran geht. 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 01.03.2018

Ganz klar, Übung macht den Meister…

Handlettering Alphabete – Das Übungsheft mit original Tombow ABT Dual Brush Pen
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Das Buch bietet einen guten Einblick in die Welt des Handlettering, bringt einem zahlreiche Alphabete näher und man erhält von der Autorin Tipps und Tricks wie es gut funktioniert. Außerdem bietet das ...

Das Buch bietet einen guten Einblick in die Welt des Handlettering, bringt einem zahlreiche Alphabete näher und man erhält von der Autorin Tipps und Tricks wie es gut funktioniert. Außerdem bietet das Buch, das mit einem praktischen am Buch seitlich befestigten Brush Pen versehen ist, auch direkt Übungsseiten, so dass man hier auf Hilfslinien direkt die verschiedenen Schriftarten ausprobieren kann.

Handlettering ist etwas, was einem momentan fast überall begegnet. So sieht man in den unterschiedlichsten Läden und Lokalen richtig schön ge- bzw. beschriebene Tafeln, Kurse zu diesem Thema werden angeboten, ebenso findet man auch unzählige Glückwunschkarten mit solch verschnörkelter Schrift.

Im Buch, das im DIN A 4 Format mehr wie ein Heft daher kommt, was aber durchaus praktisch ist, zeigt die Autorin grundsätzliche Dinge rund um das Thema Hand Lettering. So erläutert sie direkt zu Beginn erst einmal wie wichtig die Haltung dafür ist, ebenso aber die Konzentration, die Größe der Buchstaben und dass Langsamkeit hier deutlich angebracht ist um sich auf die einzelnen Formen zu konzentrieren. Fortan zeigt sie auf einer Seite eine Schriftart, d.h. diese ist hier in Groß- und oft auch Kleinbuchstaben zu sehen und erläutert einiges dazu. Auf den folgenden Seiten gibt es dann pro Buchstabe je eine Zeile auf der der Buchstabe zuerst fett abgedruckt ist, anschließend noch dreimal in einem dezenten Grauton zu finden ist, so dass man diesen Buchstaben erst noch nachfahren und schließlich auf der restlichen Zeile selbst schreiben kann. Sind Groß- und Kleinbuchstaben vorhanden so ist das Alphabet dieser Schriftart erst in Großbuchstaben zum Üben abgedruckt, auf den weiteren Seiten findet man dann die zugehörigen Kleinbuchstaben. Auch Deko-Elemente finden sich hier wieder, so dass man auch hier tolle Einblicke bekommt und diese üben und ausprobieren kann.

Weiter hinten im Buch findet man dann Tipps zum Brush-Lettering, d.h. schreiben mit einem Pinselstift, wie er dem Buch auch beigefügt ist. Hier kann man ja durch wenig und viel Druck beim Schreiben den jeweiligen Buchstaben eine unterschiedliche Ausdrucksform geben und dann auch somit gestalten.

Mir gefällt dieses Übungsheft sehr gut, die Anleitungen finde ich jeweils ganz gut, ebenso die Tricks. Durch die Übungsseiten macht man dies dann auch effektiv, man sollte sich aber auch wirklich einfach die Zeit dafür nehmen. Gut gefallen hat mir auch, dass hier nochmal drei Buchstaben in einem abgestuften Grauton abgedruckt sind, die man dann mit einem Stift erstmal nachfahren kann, bis man den jeweiligen Schwung vielleicht drauf hat. Alles in allem ist Handlettering sicher eine Sache für die man Zeit und Muße braucht, und eine Prise Talent ist sicher auch nicht verkehrt. Man sollte hier unbedingt geduldig mit sich selbst sein. Wer wirklich lernen will, wie man hier eigene Karten damit gestalten kann, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.