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Veröffentlicht am 04.05.2017

Vom Frischfleischdealer über Frau Krauskopf-Oberspree bis hin zur Lebensaufgabe (Ehefrau)

Übel, böse und gemein
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Robert Rasch wurde unerwartet arbeitslos. Und nun spielt ihm am Wenigsten die „Lebensaufgabe“ (seine Ehefrau) übel, böse und gemein mit – vielmehr sind es die Arbeitsagentur aber auch der Schwiegervater, ...

Robert Rasch wurde unerwartet arbeitslos. Und nun spielt ihm am Wenigsten die „Lebensaufgabe“ (seine Ehefrau) übel, böse und gemein mit – vielmehr sind es die Arbeitsagentur aber auch der Schwiegervater, die sich so verhalten. Mit einer guten Portion Optimismus und Mut versucht er vieles, um wieder in Lohn und Brot zu stehen – doch es ist leider nicht so einfach…

Mal wieder ein völlig anderes Genre lesen – wieso nicht? Ich lese ja gerne abwechslungsreich, von daher war ich auf den satirischen Roman hier wirklich gespannt. Eingeteilt ist das Buch in drei Hauptkapitel, nämlich Arbeitslosengeld I, Arbeitslosengeld II und die Selbsthilfe. Die einzelnen Kapitel sind dann auch nochmal in kleinere Abschnitte mit Titeln versehen.

Vom Stil her hat mich das Buch nicht direkt so überzeugt, es lässt sich zwar sehr gut lesen, ich würde die Sprache auch nicht unbedingt als schwer einsortieren, aber es ist einfach nicht so angenehm geschrieben, finde ich. Auch vom Satzbau her ist es nicht kompliziert, jedoch ist es alles immer wieder recht ausführlich und detailreich geschildert. So dass ich es als sehr wiederholend empfunden habe.

Inhaltlich war es so, dass sich manche Sachen ja durchaus noch als wahre Begebenheiten darstellen können, andere dann eben extrem übertrieben sind, was ja der Satire der Geschichte geschuldet ist. Das war soweit auch im Großen und Ganzen lesenswert, manchmal hat man dann aber das Gefühl, dass jetzt wirklich alles aus dem Ruder läuft. Ich kann schon verstehen, dass es nicht einfach ist arbeitslos zu sein bzw. auf Jobsuche, hier kann ich mich durchaus auch persönlich ins Buch einfühlen. Dennoch wurde aus dem mitfühlenden und zustimmenden Nicken von mir dann zusehends ein Kopfschütteln – weil es so abstrus wurde. Selbst bei der Betitelung der Ehefrau als „Lebensaufgabe“ kann man durchaus den Kopf schütteln, wobei es hier natürlich Ansichtssache ist, wie man diesen Begriff sieht. Es gibt eben immer zwei Seiten…

Alles in allem kann einen das Buch schon auch gut unterhalten, ich habe es schon interessiert gelesen, andererseits empfand ich es teilweise dann, so lustig die Schilderungen und Ideen der Geschichte auch waren, gelegentlich als langatmig und wiederholend. Und so etwas mag ich beim Lesen einfach nicht gerne, ich mag gerne gut unterhalten werden, emotional berührt, neue Einblicke erhalten – aber zu übertriebene Schilderungen, die ins absolut abstruse gehen und sich in die Länge ziehen wie Kaugummi – das muss dann echt nicht sein.

Ich bin hier ein wenig enttäuscht, denn ich hatte mir wohl ein bißchen mehr versprochen von diesem Buch. Ja, es gab wirklich amüsante und komische Szenen, die aufgegriffene Thematik ist durchaus auch ernst zu nehmen, aber manchmal fand ich es selbst für Satire zu übertrieben. Dazu kamen dann noch die langatmigen Passagen mit Wiederholungen. Entsprechend kann ich mich hinsichtlich einer Empfehlung nicht entscheiden, bleibe unentschlossen und vergebe 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 03.05.2017

Man hat nur ein Leben. Ich will leben, vibrieren, auf Vulkane klettern, in Wasserfällen schwimmen.

Ein geschenkter Anfang
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Lou ist tot. Jo und sie – das war die große Liebe. Und nun hinterlässt sie ihm die Aufgabe, dass ihre erwachsenen Kinder endlich glücklich werden, er soll dafür sorgen. Doch wie soll Jo Zugang zu ihnen ...

Lou ist tot. Jo und sie – das war die große Liebe. Und nun hinterlässt sie ihm die Aufgabe, dass ihre erwachsenen Kinder endlich glücklich werden, er soll dafür sorgen. Doch wie soll Jo Zugang zu ihnen finden? Wie soll er das alles anstellen?

Mal wieder einen französischen Roman lesen, ja, ich habe mich drauf gefreut. Ich empfinde Literatur von französischen Autoren oftmals als wunderbar poetisch, durchaus sehr bereichernd. Und so war es auch bei diesem Buch.

Die Geschichte ist interessant und durch die Wechsel der Sichtweisen durchaus auch sehr abwechslungsreich. So wird aus der Sicht der verschiedenen Personen das jeweils aktuelle Geschehen erzählt, man erfährt also mal etwas von Jo, der ja nun Witwer ist, dann mal aus der Sicht seiner Tochter Sarah, seines Sohnes Cyrian oder auch aus der Sicht von Lou. Wunderbar wie man ihre Sicht hier mit „Lou, dort, wohin wir alle einmal gehen“ überschreibt. (Bei den anderen Charakteren steht natürlich der jeweils aktuelle Ort dabei. Außerdem kommen auch zwei Enkelinnen sowie die Mütter der beiden und weitere Personen „zu Wort“.)

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, es ist keine leichte, einfache Sprache, sondern durchaus sehr gewählt wie man sich ausdrückt. „Hellsichtige Tage“ ist nur ein Beispiel dafür, wie ich finde. Vom Satzbau her fand ich das Buch ebenso gut geschrieben, hier war nichts großartig kompliziert verschachtelt, gut verständlich, aber eben inhaltlich bedächtig, einfach toll umgesetzt. Vielleicht zeigt ein Beispiel, was ich mit poetischer und wunderbarer Sprache meine: „. Wir sind eine sonderbare Familie. Du warst unser Mörtel, Lou. Ohne dich bröckelt das Gebäude, wankt, um mit großem Getöse einzustürzen.“ (Seite 64) Mir gefällt es, wir hier manches umschrieben wird, so schön bildlich – und imposant.

Dieser Roman war keine Lektüre, die man eben mal schnell liest, für mich war es ein ziemliches Genuss-Lesen, es waren da durchaus Denkanstöße dabei. Ebenso findet man auch verschiedene französische Liedtexte (mit Übersetzung), die gut zu den jeweiligen Situationen passen.

Mir hat „Ein geschenkter Anfang“ sehr gut gefallen, ein wirklich wunderbarer Roman, eine tolle Familiengeschichte, sehr poetisch, durchaus auch emotional und manchmal nachdenklich-stimmend, dann aber auch wieder sehr amüsant und lustig. Eine tolle Mischung, die ich für sehr gelungen halte. Von mir gibt es eine Empfehlung und 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 21.04.2017

Mit Selbstbewusstsein geht’s auch ohne.

One-Write-Stand
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Online-Dating, in der heutigen Zeit einfach nicht mehr wegzudenken. Denn vieles wird über das Internet abgewickelt – wieso also nicht auf diesem Weg den Traummann oder die Traumfrau finden? Da sich der ...

Online-Dating, in der heutigen Zeit einfach nicht mehr wegzudenken. Denn vieles wird über das Internet abgewickelt – wieso also nicht auf diesem Weg den Traummann oder die Traumfrau finden? Da sich der Autor selbst in die perfide Welt des Online-Datings gestürzt hat, kann er hier einige Tipps und Tricks verraten. Vielleicht auch, um sich so manches Date zu ersparen.

Gelegentlich sind Ratgeber ja auch immer mal wieder interessant, wenngleich sie für einen selbst nicht direkt relevant sein müssen, wie ich finde. Ich habe durchaus schon verschiedene Bücher über Dates, Verabredungen, Schiefgelaufenes dabei etc. gelesen, jedoch noch keinen wirklichen Ratgeber.

Der Autor geht hier logisch und insofern „chronologisch“ vor, stellt erst einmal die Frage der jeweiligen Plattform, geht dann zum Profil über, zum Anschreiben und „interessant-machen“, bis hin zum Texten nach dem ersten Date.

Vom Schreibstil her ist es soweit gut verständlich, hat mich jedoch nicht direkt zu 100% angesprochen, mir fehlt hier einfach noch eine sympathische Note, manches ist mir zu lasch geschrieben, anderes auch einfach zu angeberisch. Verständlich ist es auf alle Fälle, nichts kompliziert geschrieben, kein großartig verschachtelter Satz, der mich aus dem Konzept gebracht hat, insofern leserlich.

Inhaltlich kam es für mich aber so, dass ich der Meinung bin, dass jeder Mensch, der auch nur ein kleines bißchen Gespür für andere Menschen hat, sich durchaus bewusst sein sollte, wie er sich in manchen (Online)-Situationen verhalten sollte. Meiner Ansicht nach sind zwar manche Ansätze im Buch gut gemeint und vielleicht auch durchaus hilfreich, wer aber einen gesunden Menschenverstand hat, der tritt nicht unbedingt in sämtliche Fettnäpfchen, die der Autor durchaus eben auch schildert. Für mich kommt er im Buch leider ein bißchen überheblich her und nicht so wirklich sympathisch.

Möglicherweise ist es so, dass im Buch auch einige hilfreiche Tipps enthalten sind, die für den ein oder anderen Menschen auf der Suche nach dem perfekten Partner durchaus auch taugen, das möchte ich nicht absprechen.

Manche Situationen die so geschildert sind, sind natürlich auch amüsant und komisch, nicht alles sollte man zu ernst nehmen. Eben auch wie das Online-Dating, das natürlich generell ernst zu nehmen ist, aber man sollte all dem auch nicht zuviel Bedeutung beimessen. Insofern war es für mich ein interessanter Einblick in einen Ratgeber, den man nicht unbedingt benötigt. Vielleicht braucht es den für eher „hilflose Fälle“, der Durchschnittsmensch ist aber doch auch so gewieft, dass er ein bißchen das Köpfchen anstrengt bevor er Frau anschreibt…
(Und ja, auch ich habe Erfahrung im Online-Dating, es ist also nicht so, dass es mir gänzlich unbekannt ist. Und ja, es gibt da auch Voll-Honks, aber eben auch sehr sympathische Männer…)

Von mir gibt es hier 2 von 5 Sternen und leider keine Empfehlung.

Veröffentlicht am 13.04.2017

Einseitig fehlgeschlagener Doppelmord.

Gipfelglück
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Urlaub ist angesagt für die Gäste im Gradonna Mountain Resort im Bergdorf Kals. Ein perfekter Ort für einen traumhaften und erholsamen Urlaub – oder kommt doch manchmal alles anders als man denkt? Hier ...

Urlaub ist angesagt für die Gäste im Gradonna Mountain Resort im Bergdorf Kals. Ein perfekter Ort für einen traumhaften und erholsamen Urlaub – oder kommt doch manchmal alles anders als man denkt? Hier treffen verschiedene Menschen aufeinander und so die unterschiedlichsten Schicksale, was durchaus spannend unterhaltsam, manchmal auch einfach umwerfend komisch ist.

Einfach mal wieder ein schönes unterhaltsames Buch lesen, wer möchte das nicht? Beim „Gipfelglück“ kann man darauf zählen, dass man wirklich gut unterhalten wird, das direkt mal vorab.

Der Schreibstil der zwei Autorinnen hat mir richtig gut gefallen, eine angenehme, locker-leicht zu lesende Lektüre, nicht großartig kompliziert vom Satzbau her geschrieben, inhaltlich dennoch durchaus gewieft. Generell kaum großartige Fremdwörter oder gar Fachbegriffe, entsprechend gut und schnell kann man das Buch lesen. Was man dann auch unbedingt möchte, wenn man einmal angefangen hat, denn die Geschichte zieht einen durchaus in seinen Bann. Vielmehr die Geschichten, denn es kommen einige Personen im Buch vor, so dass die Perspektive immer wieder abwechselt. Hier muss man also auch ein bißchen aufpassen und ggf. mitdenken.

Zu Beginn dachte ich, dass es zu viele verschiedene Personen sind, die sich dann im Hotel und unterwegs immer wieder begegnen, mit der Zeit kannte ich die Personen dann aber durchs Lesen, insofern ist es erst mal ungewohnt, dann geht das aber. Vom Stil her fand ich das Buch sehr amüsant und unterhaltsam, es gibt aber auch durchaus emotionale Momente. Gelegentlich war es so, dass man manches schon ahnen konnte, wie es sich weiter entwickelt. Da kam ich mir ein bißchen wie in einem Sat.1-„FilmFilm“ vor, vielleicht auch fast in einer Rosamunde Pilcher-Verfilmung. Die Irrungen und Wirrungen des Lebens eben. Das fand ich teilweise ein bißchen arg überzogen und zuviel Zufall etc. Ansonsten war es vom Schreibstil her durchaus sehr unterhaltsam und abwechslungsreich.

Besonderes Schmankerl im Buch ist das letzte Kapitel „Ausflugsziele, Infos & Tipps“, hier erfährt man etwas über die Region in der das Resort liegt.

Von mir gibt es für dieses Buch 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 12.04.2017

Der perlt aber!

Rubbel die Katz oder wie man Wasser biegt
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Im Buch erklärt der junge Autor, der Mathematik und Physik studiert hat, die verschiedenen Rätsel des Alltags. So wird geklärt, woher ein Taschenwärmer seine Wärme nimmt, wie man einen Briefumschlag Funken ...

Im Buch erklärt der junge Autor, der Mathematik und Physik studiert hat, die verschiedenen Rätsel des Alltags. So wird geklärt, woher ein Taschenwärmer seine Wärme nimmt, wie man einen Briefumschlag Funken sprühen lassen kann oder auch wieso Sekt im Glas perlt. Die jeweiligen Alltagsrätsel klärt er meist kurz und kompakt, aber eben dennoch ausführlich genug, damit man wirklich toll informiert ist.

Alltagsphysik, oh ja, das war etwas, was mich wirklich mal interessiert hat. In der Schule war Physik ja eher nicht so mein Fall, was aber wohl am Unterrichtsstoff und am Lehrer lag. Umso spannender wenn man nun über alltägliche Dinge etwas erfährt und endlich mal genau Bescheid weiß.

Die einzelnen Experimente sind meist ca. drei bis sieben Seiten „lang“, d.h. hier findet man auch oftmals eine schöne Illustration von Katharina Bitzl zum Experiment passend. Die Schilderung dann ist meist kurz gehalten, also was für das Experiment zu tun ist, was man anschließend sehen sollte und was dahinter steckt bzw. hier vor sich geht. Anschließend gibt es oft noch Vergleiche wo man sowas dann auch noch sieht bzw. gelegentlich auch noch eine ausführlichere Erklärung.

Vom Stil her finde ich es gut geschrieben bzw. vielmehr erklärt, der Autor verwendet eine gut verständliche Sprache, natürlich gibt es hier gelegentlich spezifische Fachbegriffe, jedoch sind das alles Begriffe die nicht schwer verständlich sind. Der Satzbau ist nicht sonderlich schwierig, d.h. großartig verschachtelt ist hier nichts, was das Lesen und somit gedanklich-aufnehmen sehr einfach macht.

Ich finde es wirklich spannend wie hier verschiedene Dinge, die einem im täglichen Leben immer wieder begegnen, die man sonst vielleicht gar nicht unbedingt hinterfragt, einmal aufgeklärt werden. Ein Buch, das man immer mal wieder zur Hand nehmen kann um darin zu lesen – und vielleicht noch das ein oder andere dazu lernen kann. Und so dann vielleicht vor anderen ein bißchen mit diesem Wissen angeben kann. Für mich wirklich ein tolles Buch, optisch ansprechend gestaltet, inhaltlich gut gemacht, so dass auch Frau, die technisch vielleicht nicht so versiert oder (bislang) interessiert ist, hier alles super versteht. Von mir gibt es eine absolute Empfehlung und 5 von 5 Sterne.