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Veröffentlicht am 03.06.2019

Für mehr Glitzer im Alltag.

Das Glitzer-Nähbuch – Nähprojekte mit Pailletten-, Metallic- und Glitzerstoffen für Kinder
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Mit dem Nähbuch bekommt man ein paar Nähprojekte aufgezeigt, die sich wunderbar mit Glitzerstoffen umsetzen lassen – vorrangig sind die Projekte für Kinder (als Endverbraucher) gedacht. Auch mithelfen ...

Mit dem Nähbuch bekommt man ein paar Nähprojekte aufgezeigt, die sich wunderbar mit Glitzerstoffen umsetzen lassen – vorrangig sind die Projekte für Kinder (als Endverbraucher) gedacht. Auch mithelfen können die jungen Nähbegeisterten bei einigen Nähanleitungen schon – das Glitzerlesezeichen ist zum Beispiel super leicht herzustellen. Aber auch andere Nähanleitungen wie für einen Hasengeldbeutel oder ein glitzerndes Utensilo sind im Buch vorhanden.

Neue Nähprojekte sind ja immer wieder spannend – und wer kann Glitzer schon widerstehen? Ich jedenfalls nicht. Von daher war ich sehr gespannt auf die einzelnen Nähprojekte im Buch – und natürlich die Umsetzbarkeit.

Zuerst einmal erhält man im Buch vorn eine Übersicht über das benötigte Material, eine kleine Stoffkunde, Nähgrundlagen (für dieses Buch), ein paar Tipps und Tricks für das Nähen mit Kindern und auch noch allgemeine Tipps und Tricks. (Reißverschlss-Einnähen, Wendeöffnung). Dann geht’s endlich los mit den Nähprojekten – von verschiedenen Funkelkissen, praktische Haarreifhalter, den Turnbeutel über ein Turban-Haarband bis hin zu „Pimp your Pulli“ – z.B. mit Pailettenband.

Die einzelnen Anleitungen sind so gegliedert, dass man direkt ein Foto des fertigen Nähprojekts sieht, das benötigte Material samt Zuschnitt (Hinweis auf die Vorlagebögen hinten im Buch) aufgegliedert findet und dann direkt eine Punkt-für-Punkt-Anleitung bekommt. Samt Fotos zu den einzelnen Nähschritten. Das ist soweit gut und verständlich erklärt, wenn man allerdings Nähanfänger ist, wird man sich vielleicht noch ein bisschen schwertun. Hier sollte man meiner Ansicht nach vielleicht schon mal ein, zwei andere Nähprojekte gemacht haben.

Mir hat das Glitzernähbuch gut gefallen, die Projekte sind spannend und vielfältig, ich hätte mir allerdings noch ein oder zwei „alltäglichere“ Endprodukte gewünscht, vielleicht einen Shopper oder etwas gänzlich anderes. Was mir auch ein, zweimal aufgefallen ist, war der Unterschied vom Foto zur Einzelanleitung. Beispielsweise das Haarband hat hier zweierlei Stoffarten (die nicht so arg glitzernde Variante ist in den Einzelschritten angezeigt – und da hätte mich die Endvariante echt interessiert). Oder mal ist ein Produkt nicht endgültig fertig abgebildet (Scrunchie). Das sind zwar Kleinigkeiten, aber bei manchem kann man sich im angewandten Zustand einfach ein besseres Bild machen, wie etwas dann so ausfällt. Aber wie gesagt, keine wirklich großen Punkte.

Das Glitzer-Nähbuch ist wirklich toll, viele verschiedene Projekte, die man nicht nur für Kinder umsetzen kann, sondern sich sicher auch bei Erwachsenen gut machen. Wer kann Glitzer schon widerstehen? Die Projekte sind gut erklärt, auch die vorherigen Tipps hinsichtlich des Nähens mit Pailetten und Co. Haben mir echt gut gefallen. Von mir gibt’s 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 29.05.2019

Eine heftige Geschichte.

Der Fall Collini
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Der junge Anwalt Caspar Leinen (Elyas M’Barek) übernimmt die Pflichtverteidigung von Fabrizio Collini (Franco Nero) nur allzu eifrig. Collini hat nach 34 Arbeitsjahren als Werkzeugmacher in Deutschland ...

Der junge Anwalt Caspar Leinen (Elyas M’Barek) übernimmt die Pflichtverteidigung von Fabrizio Collini (Franco Nero) nur allzu eifrig. Collini hat nach 34 Arbeitsjahren als Werkzeugmacher in Deutschland einen Industriellen umgebracht, in einem Hotel. Doch eigentlich gibt es keine Verbindung zwischen Collini und dem Toten- oder doch? Und auch Anwalt Caspar Leinen muss feststellen, dass er den Toten gut gekannt hat, was die Verteidigung für ihn schwer macht, zumal er immer wieder von Johanna (Alexandra Maria Lara), der Enkelin des Toten, daran erinnert wird. (Weitere Rollen im Film: Strafverteidiger Richard Mattinger – Heiner Lauterbach; der Großindustrielle Hans Meyer – Manfred Zapatka).

Das Buch von Ferdinand von Schirach zum gleichnamigen Film habe ich kürzlich bereits gelesen und auch den Film im Kino endlich angesehen – so dass ich einen guten Vergleich hatte – und auch eine Idee, wie das Hörspiel zum Film sein würde. Filmhörspiele finde ich durchaus interessant, wenn man nicht ins Kino gehen möchte, keine Zeit dafür hat oder sich die Geschichte generell lieber anhören möchte.

Erzähler dieses Hörbuchs ist Stephan Schad, dessen Stimme ich als sehr angenehm empfunden habe. Er schildert alles verständlich und klar, in einer ruhigen Art und Weise. Die verschiedenen kurzen Gespräche sind dem Film entnommen, so dass man dann eben Elyas M’Barek, Heiner Lauterbach oder auch Alexandra Maria Lara hört. Deren Aussagen sind meist auch gut zu verstehen, bei Franco Nero (Collini) und Elyas M’Barek hab ich mir gelegentlich etwas schwergetan, denn vor allem Nero nuschelt ziemlich. Hätte ich die Aussagen größtenteils nicht gekannt, dann wäre das echt blöd gewesen. Auch die Geräusche passen entsprechend zu den jeweiligen Situationen dazu, auch diese sind dem Film entnommen.

Die Geschichte des Hörspiels hat mir gut gefallen, wenngleich sie – durch den Film bedingt – anders ist, als das Buch. (Das Buch finde ich einfach noch besser inhaltlich.) Es ist ein wirklich spannendes und unterhaltsames Hörspiel – auch die musikalische Untermalung fand ich gelungen. Hier gibt es gelegentlich eine kleine Einspielung, so dass es sehr abwechslungsreich ist. Wer allerdings den Film nicht kennt, der tut sich eventuell ein wenig schwer mit dem Filmhörspiel. Zumindest wäre das mein Eindruck, wenn ich nur dieses Hörspiel kennen würde. Man benötigt einfach noch mehr Vorstellungskraft, als wenn man die Buchvorlage oder den Film selbst schon kennt.

Dennoch war es für mich ein unterhaltsames Hörspiel, die Geschichte ist inhaltlich sehr gehaltvoll und absolut nicht einfach. Was von Schirach hier wieder hervorgebracht hat, ist einfach grandios. Die Umsetzung als Hörspiel ist gelungen, es ist spannend, hat aber kleine Schwierigkeiten für mich. Von mir gibt es hier 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 28.05.2019

Der Würfel ergibt die Todesart.

10 Stunden tot
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Einige komische Morde erschüttern den sonst so idyllischen Ort Helsingborg an der schwedischen Küste. Die Morde sind so verschieden und brutal, dass man beim Ermitteln nicht recht vorankommt. Kommissar ...

Einige komische Morde erschüttern den sonst so idyllischen Ort Helsingborg an der schwedischen Küste. Die Morde sind so verschieden und brutal, dass man beim Ermitteln nicht recht vorankommt. Kommissar Fabian Risk jedoch ist noch nicht wieder mit am Ermitteln, da er noch unter der persönlichen Tragödie in der Familie leidet. So droht die Familie an seiner Arbeit zu zerbrechen. Als er nun wieder im Dienst ist, kommen er und seine Kollegen dem Mörder nicht auf die Spur. Wer kann schon ahnen, dass jemand würfelt, um solche Taten zu planen?

Thriller finde ich immer wieder mal spannend, von daher war ich auf diesen auch wirklich gespannt. Es sollte für mich dann wohl auch der erste Schweden-Krimi sein, bislang habe ich bewusst keinen gelesen – falls doch, dann ist das wohl eher unterbewusst geschehen und ich habe nicht auf den Autoren geachtet. Die Geschichte klang wirklich unterhaltsam, von daher war ich auf die Taten und darauffolgenden Ermittlungen gespannt.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, das Buch lässt sich gut lesen, es ist verständlich und unterhaltsam geschrieben. Keine schweren Wörter, Fremdwörter oder Fachbegriffe. Was ich verwirrend fand, war die Art und Weise wie von den Ermittlern geschrieben wird. Da wird Lilja mal persönlich angesprochen und ist dann „Irene“, ansonsten ist nur vom Nachnamen die Rede. Das habe ich als verwirrend empfunden. Hier wäre dann eine Übersicht über die Personen im Buch echt toll gewesen.

Das Buch ist der vierte Band einer Reihe – und wenn man die vorherigen Bände nicht kennt, dann bleibt man wohl im Dunkeln, was die Geschichte um Fabian Risk und seine Familie angeht. Er schildert zwar immer wieder etwas davon, aber zu bruchstückhaft, als dass man es als gesamtes verstehen könnte. Außerdem macht er sich hier meiner Ansicht nach keine wirklichen Gedanken um seine Familie – oder eben abstruse. Auch die anderen Ermittler sind privat nicht weniger betroffen oder gar blockiert, war so mein Gefühl. Was auffällt, ist die Tatsache, dass vornehmlich die Frauen irgendwelche Probleme haben (Alkohol, Depression, ständiges Unterordnen).

Die Morde, die im Buch geschildert werden, waren schon sehr heftiger Natur. Durch andere Bücher habe ich schon viel über Rechtsmedizin, Pathologie und Co. gelesen, mir ist also nicht viel fremd. Wie in diesem Buch aber Dinge beschrieben werden, war echt an der Grenze für mich. Ich war sogar noch kurz vor Schluss davor, dass ich das Buch fast abgebrochen hätte. Bei manchen Schilderungen frage ich mich dann schon, wie krank man im Kopf sein kann oder vielleicht auch muss, um sowas auf Papier zu bringen?

Leider hatte dieser Thriller viel zu viele Handlungsstränge und so war auch das Ergebnis der Emittler für mich unzufriedenstellend. Hätte man hier einfach mal ein bisschen weniger dick aufgetragen, hätte man vielleicht einen richtig guten Thriller gehabt. So bin ich einfach enttäuscht davon. Vor allem war es für mich auch kein richtig spannendes Buch, sondern mehr so ein Weiterlesen um des Lesens willen, damit man erfährt, was wie geschah.

Grundsätzlich waren hier interessante Ansätze am Werk, aber die Umsetzung hat mich nicht überzeugt. Das Buch ist gut verständlich geschrieben, ist zwar in gewisser Weise unterhaltsam, aber nicht spannend auf die Art und Weise, wie ich es bei einem Thriller erwarten würde. (Für mich gibt es Unterschiede, was Spannung betrifft). Von mir gibt es hier leider keine Empfehlung und nur 2 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 27.05.2019

Auch Menschen in einer Partnerschaft oder gar Ehe mögen Kekse.

Beziehungsstatus: Ich mag Kekse
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In diesem Buch schreibt die Autorin, die Single ist, darüber, wie es ist, Single zu sein. Welche unangenehmen Situationen es deshalb gelegentlich gibt, welche wunderbaren Vorteile man aber dennoch hat. ...

In diesem Buch schreibt die Autorin, die Single ist, darüber, wie es ist, Single zu sein. Welche unangenehmen Situationen es deshalb gelegentlich gibt, welche wunderbaren Vorteile man aber dennoch hat. Und wie Jesus in dazu passt, denn mit ihm tauscht sie sich immer wieder aus.

Das Cover finde ich sehr ansprechend gestaltet und auch der Inhalt klang für mich interessant, wenngleich ich vielleicht nicht unbedingt mehr die Zielgruppe dafür bin. Der Schreibstil ist in Ordnung, es lässt sich gut und flüssig lesen, kommen keine schwierigen Begriffe vor. Allerdings habe ich das Buch leider als ein wenig inhaltslos empfunden beim Lesen.

Eingeteilt ist es in verschiedene Kapitel, wie man das Single-Sein so einstufen kann. Dabei erfährt man natürlich immer mal wieder etwas über die Autorin privat und vor allem über ihre Einstellung dazu. Denn einerseits ist es schön, wenn sie ein freies, unverplantes Wochenende hat, aber andererseits kommt dann immer mal wieder schnell Langeweile auf. Außerdem ist es für sie unangenehm, wenn sie auf einer Feier eingeladen ist, auf der sonst hauptsächlich Pärchen sind. Dann sind noch Situationen, in denen sie sich freut, dass sie abends ihre Ruhe hat, und keine kleinen Kinder ins Bett bringen muss. Für mich klang das in den Schilderungen immer wieder so, dass man entweder Single ist, oder direkt ein (am besten ja eigentlich verheiratetes) Paar, das direkt immer Kinder hat. Etwas dazwischen gibt es quasi nicht.

Manche Ansichten der Autorin kann ich durchaus verstehen und auch nachvollziehen, schließlich war ich auch schon Single, mir sind ihre Einschätzungen also nicht fremd. In gewisser Weise ist es aber so, dass man sich an manche Situation gewöhnt, damit umzugehen weiß und es dennoch sehr genießen würde, wenn man wieder einen Partner hat. All das schreibt sie auch, denn sie möchte sich nicht rechtfertigen müssen, dass sie Single ist. Auch das kann ich nachvollziehen.

Wenn dann aber immer wieder von der Gemeinde und Jesus die Rede ist, dann ist mir das einfach zuviel gewesen. Ich bin durchaus offen für solche Gedanken, aber bei diesem Buch war für mich der „Bekehrungsgrad“ einfach ein bißchen zu hoch. Ich finde, man sollte leben und leben lassen, ebenso wie glauben und akzeptieren.

Alles in allem habe ich mir hier ein gänzlich anderes Buch erwartet, auch das Cover hat meiner Ansicht nach etwas anderes suggeriert. Es sind vielmehr Gedanken und Ansichten, die die Autorin hier zusammengetragen hat, ich hätte mir ein paar mehr amüsante und vielleicht auch lustige Anekdoten gewünscht. (Im Buch vorne waren Situationen angekündigt, die durchaus so passiert sind und bei denen Namen etc. verändert wurden.) Von mir gibt es hier leider keine Empfehlung und auch nur 2 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 23.05.2019

Hoffentlich hat keiner so einen Heinrich…

Das Heinrich-Problem
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Völlig unvermittelt trifft Berti Fischer die Ankündigung ihres Ehemannes Heinrich, dass er nicht mit ihr alt werden möchte, ausziehen möchte und somit die Ehe für beendet ansieht. Ihr, einer Frau in den ...

Völlig unvermittelt trifft Berti Fischer die Ankündigung ihres Ehemannes Heinrich, dass er nicht mit ihr alt werden möchte, ausziehen möchte und somit die Ehe für beendet ansieht. Ihr, einer Frau in den besten Jahren, wäre das nie in den Sinn gekommen! Natürlich ist die Liebe nicht mehr so wie zu Beginn, aber dennoch war sie damit zufrieden. Mit der Zeit stellt sich heraus, dass Heinrich sein ganz eigenes geheimes Liebesleben hinter ihrem Rücken geführt hat… Und so verbündet sich Berti mit den anderen Frauen.

Das Cover des Buches finde ich ja durchaus gelungen – und die Geschichte klang für mich auch sehr lesenswert. Von daher war ich auf die Entwicklungen im Buch schon sehr gespannt. Der Schreibstil hat mir direkt sehr gut gefallen, das Buch liest sich sehr angenehm, locker-leicht geschrieben, aber inhaltlich durchaus „gehaltvoll“, denn das Thema ist ja in gewisser Weise nicht „ohne“. Fremdwörter oder Fachbegriffe findet man nicht wirklich großartig, dafür immer mal wieder italienische Aussagen bzw. kurze Sätze. Damit hab ich mir schwergetan, wenngleich die Aussagen wohl meistens auch noch übersetzt wurden – aber das weiß man ja nicht unbedingt, wenn man dieser Sprache nicht mächtig ist. Das hat meinen Lesegenuss etwas getrübt. (Grundsätzlich finde ich sprachliche Ausflüge immer mal wieder interessant, gerade aus dem Französischen kenne ich das, dass solche Bücher in der Übersetzung gelegentlich noch die geläufigen Begriffe enthalten, das finde ich aber angenehm.)

Die Geschichte hat mir gut gefallen, eine unterhaltsame Story, in der spannende Verstrickungen auftauchen. Dinge, die man so eigentlich gar nicht ahnt bzw. Berti gar wünscht. Man fiebert teilweise mit Berti regelrecht mit, wünscht ihr, dass sie für sich das Beste herausholen kann. Längen gab es für mich hier beim Lesen nicht wirklich, denn manchmal ging es Schlag auf Schlag. Die Ausflüge in die wunderbar beschriebene Landschaft und Natur habe ich als toll und abwechslungsreich empfunden. Für mich war das eine echt gelungene, unterhaltsame, lustige und emotionale Lektüre, die mir echt gut gefallen hat. Nicht so gut gefallen haben mir die kurzen Aussagen in italienischer Sprache, das hat meinen Lesefluss etwas gebremst und meinen Lesegenuss gemindert. Dennoch kann ich die Lektüre wirklich empfehlen und vergebe hier 4 von 5 Sternen.