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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.11.2020

Vergessen

Marigolds Töchter
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Marigold Fane ist das Herzstück ihrer kleinen Familie, denn es macht ihr Freude, Mann, Töchter und die betagte Mutter zu umsorgen. Fast nebenbei wuppt sie noch den Dorfladen samt Poststation. Das ganze ...

Marigold Fane ist das Herzstück ihrer kleinen Familie, denn es macht ihr Freude, Mann, Töchter und die betagte Mutter zu umsorgen. Fast nebenbei wuppt sie noch den Dorfladen samt Poststation. Das ganze Dorf schätzt ihre hilfsbereite Art. Jetzt im Alter merkt Marigold zusehends, dass ihr Kopf sie im Stich lässt, sie Termine und Aufträge vergisst. Der Arzt stellt die erschreckende Diagnose: Demenz.
Und gerade hier wird der Roman richtig schön. Alle, Familie, Freunde, ja das ganze Dorf, tun sich zusammen und gemeinsam versuchen sie, Marigolds Leben leichter zu machen. Ihre Anstrengungen sind sehr berührend.
Als romantischen Nebenschauplatz gibt es noch die Liebesgeschichte von Marigolds ältester Tochter Daisy, die auf Umwegen zu ihrem Glück findet.
Doch auch die anderen Familienmitglieder werden lebendig skizziert, die ausgeflippte Tochter Suze, der fürsorgliche Ehemann Dennis und die ewig grantelnde Großmutter Nan. Der Leser wird mitten hineingeworfen in eine typisch englische Szenerie, in der eine Tasse Tee für vieles als Allheilmittel dient.
Das komplexe Thema Demenz wird in meinen Augen verharmlost und verklärt. Wenn es doch nur so einfach wäre wie bei den Fanes! Aber trotzdem geht dieses Buch zu Herzen und stößt den Leser immer wieder auf seine Kernbotschaft: lebe im Jetzt. Jetzt findet das Leben statt, nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft, von der keiner weiß, wie sie aussieht.
Julia Woolf schreibt sehr lebendig. Trotz des ernsten Themas ist es ein leichter Unterhaltungsroman, der den Leser zu fesseln vermag. Gegen Ende wird es sogar ein wenig kitschig, aber das gerade hat mir besonders gut gefallen. Absolute Leseempfehlung an die Menschen, die es gern romantisch und sentimental mögen.

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  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.11.2020

Ausreisser

Amissa. Die Verlorenen
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Es gibt ein neues Ermittlerduo am Thrillerhimmel. Mit der zierlichen Rica, einer begnadeten Hackerin und ihrem Ehemann Jan, bärenstark und hitzköpfig, ist dem Autor Frank Kodiak eine gute Kombination gelungen. ...

Es gibt ein neues Ermittlerduo am Thrillerhimmel. Mit der zierlichen Rica, einer begnadeten Hackerin und ihrem Ehemann Jan, bärenstark und hitzköpfig, ist dem Autor Frank Kodiak eine gute Kombination gelungen. Einerseits schon außergewöhnlich, aber nicht krampfhaft mit Schrullen versehen, nur um die Charaktere interessanter zu gestalten. Beide engagieren sich für eine ehrenamtliche Organisation, die nach verschwundenen Teenagern sucht. Sie entdecken bei drei Teenie-Mädchen, dass sie sich nicht mit dem Umzug in eine neue Stadt abfinden konnten. Halt fanden sie in einer Whatsapp-Gruppe bei dem überaus verständnisvollen Peer, der sie in den Abgrund zieht. Bei den Ermittlungen geht es für Rica und Jan lebensgefährlich zu, aber was sie letztendlich aufdecken, das übersteigt jedes Vorstellungsvermögen und fast genauso schockiert sie die Identität der Drahtzieher.
Mir persönlich haben es Rica und Jan sehr angetan. Charakterlich integer, furchtlos und intelligent geben sie eine gute Figur in dem Thriller ab. Die Handlung selbst ist zwar durchgängig spannend, wirkt aber auf mich zu konstruiert, um wahr zu sein. Außerdem sind mir die Gewaltszenen viel zu detailliert. Trotzdem bin ich gespannt auf den zweiten Teil der Trilogie, denn Kodiak hat schon ein Händchen dafür, den Leser an die Seiten zu fesseln.

Veröffentlicht am 03.11.2020

Gefährliche Fahrt

Mord im Santa-Express
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Man kann sich gut in die Situation im letzten ICE Hamburg -München an Heiligabend hineinversetzen. Es ist nur ein versprengtes Grüppchen Leute, die noch auf der Schiene sein müssen. Unter anderem die hübsche ...

Man kann sich gut in die Situation im letzten ICE Hamburg -München an Heiligabend hineinversetzen. Es ist nur ein versprengtes Grüppchen Leute, die noch auf der Schiene sein müssen. Unter anderem die hübsche Melanie mit großem Liebeskummer und der attraktive geschiedene Kinderarzt Bruno. In meinen Augen unnachvollziehbar schnell entwickelt sich zwischen diesen beiden Fremden eine Liebesromanze, denn ein plötzlicher Todesfall im Abteil wirkt hier als beschleunigender Faktor. Es gibt einige interessante Mitreisende wie ein behäbiger Weihnachtsmann, ein gesprächiger Eisenbahnfan oder eine strickende Omi, die sich erst im Verlauf der Handlung zu Verdächtigen mausern, als aus dem anfänglichen Herzversagen doch ein verdächtiger Todesfall wird. Die Handlung ist relativ anspruchslos: Während die Liebesgeschichte absolut vorhersehbar ist, kann der Tote doch noch für Überraschung sorgen. Ich denke, man kann diesen kleinen Krimi wirklich nur in der Weihnachtszeit lesen, aber man sollte keine großen Erwartungen daran knüpfen. Er ist eher ein kleines Lesehäppchen für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 30.10.2020

Was fürs Herz

Aller guten Dinge sind zwei
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Laurie ist erfolgreich als Anwältin und glücklich in ihrer langjährigen Beziehung mit Dan. Zusammen haben sie sich ein gemütliches Haus gekauft und in absehbarer Zeit soll die Babyplanung starten. Immerhin ...

Laurie ist erfolgreich als Anwältin und glücklich in ihrer langjährigen Beziehung mit Dan. Zusammen haben sie sich ein gemütliches Haus gekauft und in absehbarer Zeit soll die Babyplanung starten. Immerhin hat die biologische Uhr angefangen zu ticken. Wie aus dem Nichts zerschlagen sich all ihre Träume, als Dan sie wegen einer anderen verlässt. Als Leser bekommt man hautnah ihre Verzweiflung und ihre Wut mit. Laurie will Dan unbedingt zurückerobern. Sie ist sich nicht zu schade, zusammen mit einem attraktiven Kollegen eine Scharade aufzuführen. Dan soll so richtig eifersüchtig werden. Doch es kommt alles ganz anders. Ja, man kann es sich schon denken. Trotzdem, die Handlung ist spannend und einfühlsam geschrieben. Laurie wächst einem sehr ans Herz. Zu keinem Zeitpunkt wird es langweilig oder langatmig. Die Autorin kann ihre Leserschaft mitreißen, die Gefühle lebensecht transportieren.

Mir hat dieser Roman wirklich gut gefallen. Nicht nur die Beziehungsgeschichte ist lebendig und spannend, auch der Büroalltag mit den fiesen Intrigen der Kollegen konnte mich fesseln. Da vergebe ich gerne 5 Lesesterne.

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Veröffentlicht am 29.10.2020

Praktisch und sinnvoll

Deliciously Ella – Quick & Easy
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Die Foodbloggerin Ella Mills ist überzeugte Veganerin und hat schon einige Kochbücher veröffentlicht. Ihr Neuestes zeigt, dass veganes Kochen nicht kompliziert und schwierig sein muss. Ihre Rezepte sind ...

Die Foodbloggerin Ella Mills ist überzeugte Veganerin und hat schon einige Kochbücher veröffentlicht. Ihr Neuestes zeigt, dass veganes Kochen nicht kompliziert und schwierig sein muss. Ihre Rezepte sind unterteilt in: Frühstück / Dips & Dressings / Lunch in 10-15 Minuten / Lunch in 20-30 Minuten / Vorrat / Dessert / Wochenende

Ich habe mich in erster Linie für die schnellen Lunchrezepte interessiert. Eigentlich finde ich die Zutatenliste oft etwas lang, also keine Rezepte, die man mal ebenso mit dem zaubert, was Kühlschrank und Vorratsregal bietet. Aber die Zubereitung ist einfach und schnell, und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Im Dessertteil findet sich allerhand Kleingebäck wie Muffins und Kekse. Das gefällt mir gut, gerade solche einfachen Backwaren finde ich praktisch, wenn an der Kaffeetafel auch Nichtveganer sitzen.

Dieses Kochbuch ist liebevoll gestaltet. Hier werden nicht einfach nur Rezepte aneinandergereiht, sondern die Autorin stellt jedem Kapitel ein paar persönliche Gedanke bezüglich einer nachhaltigen Lebensweise voran.

Ein schönes Buch für Menschen, die sich Gedanken über das Leben und die Welt machen.