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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.06.2026

Agentenkrimi im Nachkriegsjapan

Tokyo Lily. Auf der Jagd nach Hirohitos Gold
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Der Roman spielt im Japan der 1950er Jahre, als das Land unter amerikanischer Besatzung steht. Unter der Hand bereichern sich die Besatzer hier an gebunkerten Schätzen, um damit illegale Geheimaktionen ...

Der Roman spielt im Japan der 1950er Jahre, als das Land unter amerikanischer Besatzung steht. Unter der Hand bereichern sich die Besatzer hier an gebunkerten Schätzen, um damit illegale Geheimaktionen zu finanzieren. Zu diesem Zweck schrecken sie auch nicht davor zurück, mit kriminellen Untergrundbanden zusammenzuarbeiten.

In genau diese explosive Situation wird die noch recht naive Japanologie-Studentin Mirabell im Auftrag eines Museums nach Japan geschickt. Im Gepäck hat sie einen geschichtsträchtigen Helm, den sie vor Ort gegen einen berühmten Holzschnitt eintauschen soll. Für eine derart gefährliche Transaktion ist Mirabell allerdings viel zu arglos: Sie wird prompt bestohlen und gerät unversehens zwischen die Fronten von Geheimdiensten und einer Widerstandsbewegung.

Insgesamt ist dies ein wirklich spannender Agentenroman, der sich mit einer politischen und historischen Lage befasst, die auf dem Buchmarkt erfreulicherweise noch nicht so sehr als Romanfutter ausgeschlachtet worden ist. Allerdings muss ich auch sagen, dass die Erzählung phasenweise recht trocken bleibt. Auch zu den Hauptpersonen, allen voran zu Mirabell und diesem Herrn Gassan, wollte sich bei mir beim Lesen keine rechte Nähe entwickeln – beide blieben mir bis zum Schluss leider etwas fremd. Trotzdem ein lesenswerter und interessanter Krimi!

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Veröffentlicht am 16.06.2026

Showdown im Gebirge

Nebelbeute
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Das Cover passt optisch hervorragend zu den anderen Bänden der Reihe und hat angenehmerweise wieder einen starken, direkten Bezug zum Inhalt.

Mila Weiss ist dieses Mal regelrecht besessen davon, Johannes ...

Das Cover passt optisch hervorragend zu den anderen Bänden der Reihe und hat angenehmerweise wieder einen starken, direkten Bezug zum Inhalt.

Mila Weiss ist dieses Mal regelrecht besessen davon, Johannes Toblach endlich zur Strecke zu bringen. Das hat sie den beiden Mädchen geschworen, die sie damals einfach nicht aus seinem Zugriff retten konnte. Stur wie sie nun einmal ist, begibt sie sich auf eigene Faust und völlig allein in ein abgelegenes Bergdorf. Dort wimmelt es nicht nur vor merkwürdigen, düsteren Typen, es geschehen auch bald bizarre Morde. Natürlich lassen ihre Kollegen nicht lange auf sich warten und die Gruppe 4 kommt ihr zur Hilfe, denn nur alle gemeinsam können sie hier ans Ziel gelangen. In dieser Einheit ist eben absolut kein Platz für Einzelgänger – und hoffentlich wird das jetzt auch endlich Mila klar, die hier in letzter Sekunde aus höchster Gefahr gerettet werden musste.

Der Schreibstil ist wieder wunderbar angenehm und schnörkellos. Die Geschichte bewegt sich durchgehend auf einem so enorm hohen Spannungslevel, dass es schwerfällt, das Buch überhaupt mal zur Seite zu legen. Für mich ein absolutes Highlight und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 15.06.2026

Ein starkes, neues Team

Bedrohliche Alpilles
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Warum müssen es für einen Provence-Krimi eigentlich immer die ewig gleichen, etwas nichtssagenden Lavendelfelder als Kulisse sein?
In diesem neuen Buch steht Capitaine Roger Blanc nun als Chef einer neuen ...

Warum müssen es für einen Provence-Krimi eigentlich immer die ewig gleichen, etwas nichtssagenden Lavendelfelder als Kulisse sein?
In diesem neuen Buch steht Capitaine Roger Blanc nun als Chef einer neuen Einheit vor der Aufgabe, Cold Cases aufzuarbeiten. Und das Team bekommt direkt eine harte Nuss zu knacken: Drei Tote und ein kleines Mädchen, das damals nur knapp überlebte. Es gibt keinerlei Zeugen, doch je konkreter die Nachforschungen werden, desto mehr Zufälle kommen ans Licht – so viele, wie es sie im echten Leben eigentlich gar nicht geben kann. Jeder scheint hier mit jedem zusammenzuhängen, schmutzige Geschäfte werden aufgedeckt und Beziehungen offenbart, die das Tageslicht scheuen. Es ist sicherlich kein Spoiler zu verraten, dass das neu zusammengestellte Team seine Arbeit bravourös meistert. Deren Charaktere sind durchweg sympathisch gezeichnet, ohne dass anstrengende Ausreißer oder allzu schwierige Persönlichkeiten den Lesefluss stören.

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt jedoch: Vor vier Jahren hatte ich zuletzt Band 9 der Reihe um Capitaine Roger Blanc gelesen, damals gefiel mir der Schreibstil noch außerordentlich gut. Jetzt hat er sich im Vergleich zu früher leider etwas verändert. Der Autor ist sichtlich detailverliebt geworden. Landschaften und Städte werden haarklein beschrieben und auch die Ermittlungsgedanken der Figuren werden phasenweise endlos durchgekaut. Das macht das Buch letztlich sehr dick und führt dazu, dass die Spannung nicht dauerhaft auf hohem Niveau gehalten werden kann. Dennoch ein sehr lesenswerter Krimi mit einem tollen Ermittler-Team!

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Veröffentlicht am 14.06.2026

Mauerlauf mit Leichenteilen

Der Tod hat einen langen Atem
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Ein gelungener dritter Fall für Peer Pedes. Achilles liefert hier einen soliden Kriminalroman ab, der gut unterhält und die Spannung hält. Es ist ein nettes Wiedersehen mit alten Bekannten wie Stephanie ...

Ein gelungener dritter Fall für Peer Pedes. Achilles liefert hier einen soliden Kriminalroman ab, der gut unterhält und die Spannung hält. Es ist ein nettes Wiedersehen mit alten Bekannten wie Stephanie und Uli, aber besonders interessant ist diesmal der Gegenspieler Koslowski, der sich überraschenderweise von einer ganz neuen, fast schon guten Seite zeigt. Die Handlung ist gut konstruiert. Als Leser wird man fundiert in die Feinheiten eines Ultra Marathons eingeweiht, der entlang der historischen Berliner Mauerlinie verläuft. Genau auf dieser Strecke platziert der Täter häppchenweise Leichenteile, was den Fall durchgehend interessant macht. Für zusätzlichen Zündstoff sorgt ein impertinenter Reporter, der Peer Pedes auf den Kieker hat und die Ermittlungen erschwert. Das Ganze wird in der gewohnt witzig spritzigen Manier und in einem angenehm hohen Tempo erzählt. Die schlagfertigen Dialoge sind gut geschrieben und lockern die düstere Thematik passend auf. Ein großes Plus ist die Sprecherbesetzung. Hajo Schumacher ist eine passende Besetzung für dieses Hörbuch. Er verkörpert die Figur des Peer Pedes sehr authentisch und liest die Geschichte flüssig vor. Auch optisch überzeugt das Werk. Das Cover ist wieder ansprechend gestaltet, bietet einen hohen Wiedererkennungswert zu den beiden Vorgängerbänden und ist gut auf den Inhalt abgestimmt. Insgesamt eine verdiente Fünf Sterne Bewertung für einen gelungenen und unterhaltsamen Lauf Krimi.

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Veröffentlicht am 12.06.2026

Toxisch

Ultramarin
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Das Cover dieses Buches ist sehr schön gestaltet und korrespondiert hervorragend mit dem Titel, da es direkt auf jene Schlüsselszene verweist, die letztlich alles entlarvt. Im Mittelpunkt der Erzählung ...

Das Cover dieses Buches ist sehr schön gestaltet und korrespondiert hervorragend mit dem Titel, da es direkt auf jene Schlüsselszene verweist, die letztlich alles entlarvt. Im Mittelpunkt der Erzählung steht der Heranwachsende Lou, der vollkommen auf den schönen und wohlhabenden Raf fixiert ist. Gemeinsam mit dessen Schwester Sophie bilden die drei ein unzertrennliches Kleeblatt, das selbst nach der Schulzeit eine Wohngemeinschaft gründet.

Doch die Beziehung zwischen den beiden jungen Männern ist keineswegs ausgewogen, sondern von einer absolut toxischen Dynamik geprägt. Raf erweist sich als manipulativer Machtmensch, der andere rücksichtslos benutzt und demütigt. Dies offenbart sich schleichend im Verlauf der Geschichte, die ihren Fokus vor allem auf die gemeinsamen Urlaube richtet. Insbesondere die letzte Reise führt die zwischenmenschliche Schieflage drastisch vor Augen, da Sophie sich dieses Mal ausgeklinkt hat und stattdessen eine Freundin mitfährt. Die Situation eskaliert. Dies geschieht jedoch nicht zum ersten Mal, wie sich dem Leser, und schrittweise auch Lou selbst, durch geschickt eingeflochtene Rückblicke erschließt.

Der Roman wird in einem bemerkenswert ruhigen, unaufgeregten Ton erzählt, wodurch der Blick in diese tiefen menschlichen Abgründe umso intensiver wirkt. Beim Lesen fragt man sich unwillkürlich, warum ein Mensch eine solche Behandlung toleriert. Da die Erzählung jedoch gleichzeitig die prägenden Hintergründe der Elternhäuser beleuchtet, lassen sich die psychologischen Zusammenhänge schlüssig nachvollziehen. Ein tiefgründiges, feinsinniges Buch, das mich in seinen Bann gezogen hat und für das ich sehr gerne fünf Sterne vergebe.

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