Agentenkrimi im Nachkriegsjapan
Tokyo Lily. Auf der Jagd nach Hirohitos GoldDer Roman spielt im Japan der 1950er Jahre, als das Land unter amerikanischer Besatzung steht. Unter der Hand bereichern sich die Besatzer hier an gebunkerten Schätzen, um damit illegale Geheimaktionen ...
Der Roman spielt im Japan der 1950er Jahre, als das Land unter amerikanischer Besatzung steht. Unter der Hand bereichern sich die Besatzer hier an gebunkerten Schätzen, um damit illegale Geheimaktionen zu finanzieren. Zu diesem Zweck schrecken sie auch nicht davor zurück, mit kriminellen Untergrundbanden zusammenzuarbeiten.
In genau diese explosive Situation wird die noch recht naive Japanologie-Studentin Mirabell im Auftrag eines Museums nach Japan geschickt. Im Gepäck hat sie einen geschichtsträchtigen Helm, den sie vor Ort gegen einen berühmten Holzschnitt eintauschen soll. Für eine derart gefährliche Transaktion ist Mirabell allerdings viel zu arglos: Sie wird prompt bestohlen und gerät unversehens zwischen die Fronten von Geheimdiensten und einer Widerstandsbewegung.
Insgesamt ist dies ein wirklich spannender Agentenroman, der sich mit einer politischen und historischen Lage befasst, die auf dem Buchmarkt erfreulicherweise noch nicht so sehr als Romanfutter ausgeschlachtet worden ist. Allerdings muss ich auch sagen, dass die Erzählung phasenweise recht trocken bleibt. Auch zu den Hauptpersonen, allen voran zu Mirabell und diesem Herrn Gassan, wollte sich bei mir beim Lesen keine rechte Nähe entwickeln – beide blieben mir bis zum Schluss leider etwas fremd. Trotzdem ein lesenswerter und interessanter Krimi!