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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2022

Rachejagd

Rachejagd - Gequält
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Sci-Fi, Fantasy, Kinderfantasy und jetzt auch noch Thriller: Andreas Suchanek überrascht immer mit seiner Vielseitigkeit. 
In seinem neuesten Buch geht es um Anna, die vor Jahren Opfer eines Psychopathen ...

Sci-Fi, Fantasy, Kinderfantasy und jetzt auch noch Thriller: Andreas Suchanek überrascht immer mit seiner Vielseitigkeit. 
In seinem neuesten Buch geht es um Anna, die vor Jahren Opfer eines Psychopathen war und nur knapp entkommen konnte. Ihre Freundin starb damals leider. Anna ist eine starke Persönlichkeit. Sie hat sich ein gutes Leben als Journalistin aufbauen können. Doch der Täter taucht plötzlich wieder auf und stalkt sie erneut, raffiniert und brutal geht er dabei vor. Anna findet Halt und Hilfe bei ihrem guten Freund Zane, ihrem Ex-Freund Nick vom FBI und einer Psychologin. Die vier stellen sich dem Wahnsinn entgegen. Eine lebensgefährliche Jagd beginnt, die sich zum Ende sogar noch steigern kann. Dieses Ende hat es in sich. Der Fall ist im Großen und Ganzen aufgeklärt, aber dennoch bleibt ein dunkles Geheimnis bestehen, dass einen ungeduldig auf den Folgeband warten lässt.
Der Schreibstil des Autors ist wie immer gekonnt und rasant, die Story ist ein Pageturner. Mir gefällt gut, dass alle Protagonisten ohne Ausnahme sehr sympathisch sind. Selbst Anna ist nach ihrer schlimmen Vergangenheit nicht seltsam, sondern ganz im Gegenteil eine taffe junge Frau geworden. Als Leser wird man sofort in das Geschehen hineinversetzt, ohne große Erklärungen ist man mittendrin. Das Spannungslevel ist gleichbleibend hoch und erfüllt alle Erwartungen an einen Thriller. 

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Veröffentlicht am 23.10.2022

Nur für Intellektuelle?

Auf See
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Es war einmal ein sehr reicher Mann mit einer Vision von einem eigenen Staat. Er besaß die Geldmittel, um auf einer Insel in der Ostsee seine Ideen zu verwirklichen. Der Staat sollte autark und nachhaltig ...

Es war einmal ein sehr reicher Mann mit einer Vision von einem eigenen Staat. Er besaß die Geldmittel, um auf einer Insel in der Ostsee seine Ideen zu verwirklichen. Der Staat sollte autark und nachhaltig sein, unabhängig vom Festland ...

Seine Tochter Yada ist die eine Hauptfigur der Handlung. Als Siebenjährige hat er das alleinige Sorgerecht erstritten und nun hält er sie auf seiner Insel gefangen und übt die völlige Kontrolle über sie aus. 

Helena ist die andere Hauptperson, eine überkandidelte Künstlerin, die von ihren Fans wie eine Sektenführerin verehrt wird. Helena ist unstet und unzuverlässig. Nebenbei auch die Mutter von Yada. Es bleibt zu bezweifeln, ob das Kind bei ihr besser aufgehoben gewesen wäre.

Ein dritter Erzählstrang nennt sich Archiv, d. h. eine Art Essay über gescheiterte Kleinststaaten, geschrieben von Helena.

Das Buch liest sich sperrig: einmal wird das Leben der beiden Frauen zwar relativ lebendig geschildert, aber es bleiben offene Fragen. Wo holt sich Yada die blauen Flecke? Was ist mit Arthur passiert? ... um nur zwei zu nennen.

Das Archiv soll dem ganzen eine philosophische Tiefe verleihen, aber ist einfach nur dröge.

Ganz besonders dröge ist das Hörbuch, das unverständlicherweise von der Autorin selbst vorgetragen wird. Warum nimmt man dafür eine Frau ohne Sprechausbildung und ohne großes Talent?

Es kann natürlich sein, dass dieser Roman einfach nur von einer Gruppe intellektueller, philosophisch orientierter Menschen richtig gewürdigt werden kann, und ich tue ihm mit meiner Beurteilung unrecht.

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Veröffentlicht am 21.10.2022

Kaffeekleckernde Kommissarin

Mörderisches Isarflimmern
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Dies ist der erste Band einer neuen Krimireihe.
In der Alten Pinakothek ist ein riesiges Rubensgemälde gestohlen worden. Hauptkommissarin Clara Liebig reißt den Fall an sich, wird aber recht schnell von ...

Dies ist der erste Band einer neuen Krimireihe.
In der Alten Pinakothek ist ein riesiges Rubensgemälde gestohlen worden. Hauptkommissarin Clara Liebig reißt den Fall an sich, wird aber recht schnell von ihrem ewigen Konkurrenten Reitmayer ausgebootet. In ihrer Hand bleibt ein zwar ebenso interessanter, aber leider weniger öffentlichkeitswirksamer Frauenmord am Isarufer. Sie findet das entscheidende Puzzleteilchen, um alles aufzuklären, gerät aber dadurch selbst in Lebensgefahr.
Für mich hebt dieses spektakuläre Finale mit den nicht vorhersehbaren Querverbindungen diesen ansonsten eher müden Krimi gerade noch mal auf 4-Lesesterne-Niveau.
Das Team um Clara Liebig ist sehr sympathisch. Vor allem der Neue ist ein cleveres Kerlchen, auch wenn ihm Clara das Leben zur Hölle macht. Überhaupt ist sie eine eher unsympathische Person, die sehr von sich eingenommen ist. Als Leser bekommt man ihre Gedankengänge als alberne Sprechblasen geschildert und sie ist nicht in der Lage, ein sauberes Oberteil länger als einen halben Tag unbekleckert zu lassen. Witzig? Nein, nervig!
Die Ermittlungen selbst werden sehr dilettantisch durchgeführt, eben so, wie sich die Autorin eine Ermittlung eben vorstellt. Wichtige Spuren werden einfach nicht ausgewertet wegen der Animositäten zwischen Kollegen. So etwas darf es einfach nicht in der Realität geben.
Wie gesagt, das Ende hat mich mit allen Schwächen ausgesöhnt, aber ich werde nicht auf Folgebände warten.


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Veröffentlicht am 21.10.2022

Der Psycho-Mentor

Blutige Stufen (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 12)
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Wer den Autor Chris Carter kennt, der wird nicht enttäuscht sein. Wieder hat er ein Buch voller Hochspannung geschrieben. 
Der Täter nennt sich "Mentor". Er will Angst, Schmerz und Tod über seine Opfer ...

Wer den Autor Chris Carter kennt, der wird nicht enttäuscht sein. Wieder hat er ein Buch voller Hochspannung geschrieben. 
Der Täter nennt sich "Mentor". Er will Angst, Schmerz und Tod über seine Opfer bringen. Was gibt es Furchteinflößerendes, als nachts im Dunkeln eine SMS zu erhalten, dass sich ein Mörder in deinen Räumen aufhält?
Hunter und Garcia laufen wieder zu Höchstform auf, als sie endlich ein Muster zwischen den Opfern erkennen und eine Spur aufnehmen können. Im Finale kann Hunter noch einmal beweisen, wie gut er die Seele eines Täters lesen kann.
Die psychologische Seite ist schon sehr spannend, aber für die Morde braucht man als Leser Nerven wie Drahtseile. Es ist schon grenzwertig, wie ausführlich die Taten geschildert werden. Doch das gehört bei Chris Carter eben dazu.
Für Carter-Fans ist "Blutige Stufen" wieder ein absolutes Highlight. 5 Lesesterne, was sonst?

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Veröffentlicht am 11.10.2022

interessant, aber spannungsarm

Zwischen den Meeren
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Die Autorin erzählt die Geschichte von vier Frauen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, denen von den damaligen Konventionen am Ende des 19. Jahrhunderts enge Fesseln angelegt wurden. 
Alles dreht ...

Die Autorin erzählt die Geschichte von vier Frauen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, denen von den damaligen Konventionen am Ende des 19. Jahrhunderts enge Fesseln angelegt wurden. 
Alles dreht sich um den Bau des Nord-Ostseekanals, von dem sich alle Familien Wohlstand versprechen, der aber alle an den Rand des Ruins bringt:
- Mimi ist die Tochter des verwitweten Kanalplaners, die schon früh die Verantwortung für ihre Geschwister und den Haushalt übernehmen muss.
- Justine arbeitet bis zur Erschöpfung im elterlichen Kolonialwarenladen, obwohl sie künstlerisches Talent hat. Selbstständig Geschäfte zu tätigen ist ihr als Frau    untersagt.
- Sanne hat den technischen Verstand vom Vater und Großvater geerbt. Wie gerne würde sie die Schleusen des Kanals entwerfen. Doch als Frau ist ihr dieser Weg normalerweise verschlossen.
- Regina wird von ihrem Vater in eine Ehe gezwungen, um ein finanzielles Desaster abzuwenden.

Alle vier sind intelligent und wissbegierig, doch sie finden Wege, ihre Träume halbwegs zu realisieren. Es fließen interessante Fakten über den Nord-Ostseekanal in die Handlung mit ein, ebenso über die Lebensweise der Frauen im Wilhelminischen Zeitalter. Auch wenn man viel über den Charakter der vier Protagonistinnen erfährt, werden sie nicht wirklich lebendig. Leider bleibt alles einen Hauch zu trocken, als dass man sich richtig in den Roman vertiefen könnte. Dazu kommt, dass es absolut wirklichkeitsfern ist, dass Sanne sich, so wie von der Autorin beschrieben, in die Konstruktion mit einbringen könnte.
Deswegen gibt es einen Lesestern Abzug, aber vielleicht bringt der zweite Band dieser Reihe eine Steigerung. Die Sprecherin Svantje Wascher ist schon mal eine gute Wahl.

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