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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.08.2022

Eine junge Frau spielt Detektiv

Fräulein vom Amt – Die Nachricht des Mörders
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1922 wurden Telefongespräche noch von Hand vermittelt. Alma Täuber ist so ein Fräulein vom Amt. Sie hört in ihrer Dienstzeit unfreiwillig ein Gespräch mit und kombiniert, dass es sich bei einer kürzlich ...

1922 wurden Telefongespräche noch von Hand vermittelt. Alma Täuber ist so ein Fräulein vom Amt. Sie hört in ihrer Dienstzeit unfreiwillig ein Gespräch mit und kombiniert, dass es sich bei einer kürzlich gefundenen Frauenleiche um einen Mordfall handeln muss. Als sie mit ihrem Wissen bei der Polizei aufkreuzt, nimmt sie nur der attraktive Kommissaranwärter Ludwig Schiller ernst. Sein Vorgesetzter dagegen will sich auf keine Ermittlung einlassen.
Also stürzt sich die naive Alma ins Nachtleben, um auf eigene Faust Ergebnisse zu erzielen. Stück für Stück setzt sie ein unglaubliches Mosaik an Indizien zusammen, dass ständig eine neue Beweislage zeigt, bis zu guter letzt der wahre Mörder dingfest gemacht werden kann.
Die spießige Stimmung in den Jahren vor dem 2. Weltkrieg ist wunderbar eingefangen worden:
Eine Vermieterin, die ihre Nase überall hineinsteckt und sich als Anstandswauwau betätigt, fehlt ebenso wenig wie die starre Hierarchie im Polizeiapparat.
Der Mordfall selbst ist schillernd, weil erst nach und nach herauskommt, wie komplex die Lage wirklich ist.
Vielleicht hätte es etwas weniger Liebesgeplänkel auch getan, aber insgesamt ist das Buch eine nette, unterhaltsame Lektüre, der im Januar eine Fortsetzung folgen soll.
Das Hörbuch wird von Dagmar Bittner gut vorgetragen.

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Veröffentlicht am 16.08.2022

Ukrainischer Schelmenroman

Samson und Nadjeschda
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Ein Kriminalroman? Nein, eher ein Schelmenroman mit Samson in der Rolle des naiven Schelmes. 
Man schreibt das Jahr 1919 in einem Kiew, in dem es drunter und drüber geht. Es herrscht Korruption und fast ...

Ein Kriminalroman? Nein, eher ein Schelmenroman mit Samson in der Rolle des naiven Schelmes. 
Man schreibt das Jahr 1919 in einem Kiew, in dem es drunter und drüber geht. Es herrscht Korruption und fast schon etwas wie Anarchie, weil verschiedenste Gruppierungen um die Vorherrschaft kämpfen. Bei einem Überfall verliert Samson erst seinen Vater, dann sein Ohr, das im Lauf der Geschichte ein interessantes Eigenleben entwickelt. 
Per Zufall landet Samson bei der Polizei, wo er für Ordnung sorgen soll. Ein merkwürdiger Knochenfund, ein Oberschenkelknochen aus purem Silber, fasziniert ihn, und er widmet der Angelegenheit besondere Aufmerksamkeit. Wirklich eine verzwickte Geschichte, doch die Auflösung ist weit von einem Kriminalfall entfernt.
Wie gesagt, eher ein Schelmenstück.
Die Sprache ist umständlich, langatmig und sehr auf winzige Details fokussiert. Man muss es mögen, ansonsten fängt man am besten gar nicht erst mit dem Lesen an. Ich denke, ein besonderes Augenmerk richtet der Autor auch auf die sehr spezielle Situation, die damals in Kiew herrschte. Die Leute waren arm. Es gab noch eine (wechselnde?) Obrigkeit, die unkontrolliert Macht ausüben konnte. Bezahlt wurde in Gutscheinen, die man vielleicht einlösen konnte, vielleicht auch nicht. Kurz eine Situation, die man sich heute nicht mehr vorstellen kann.
Mir hat das Buch sehr gefallen, deswegen 5 Lesesterne, aber es ist auch sehr, sehr speziell.

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Veröffentlicht am 15.08.2022

Auf zur neuen Jagd

Signs of Magic 2 – Die Suche nach Tzunath
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Der erste Band von "Signs of Magic" hat mir schon sehr gut gefallen. Doch ich habe ungeduldig auf die Fortsetzung gewartet, denn ich wollte unbedingt wissen, was sich unter Matildas Schloss an Geheimnissen ...

Der erste Band von "Signs of Magic" hat mir schon sehr gut gefallen. Doch ich habe ungeduldig auf die Fortsetzung gewartet, denn ich wollte unbedingt wissen, was sich unter Matildas Schloss an Geheimnissen verbirgt.
Jetzt bin ich schlauer, nachdem die raffgierige Bankerin Mrs. Lynbrook den schusseligen Albert Tabbs und Matilda in Begleitung der Inkassoeintreiberin Cynthia in die Marschlande geschickt hat. Ein sehr gefährlicher Ausflug, bei dem sie Geld von Lynbrooks Ex-Mann eintreiben müssen. Doch zuvor gilt es, das gefürchtete Tzunath-Monster zu töten.
Wieder ein herrlich witziger, spannender Fantasy-Roman mit vielen Ideen und viel Spannung. Mein persönlicher Star ist natürlich der niedliche Hamster Butterscotch.
Man muss nicht unbedingt "Die Jagd auf den Jadefuchs" gelesen haben. Man kommt auch so gut in die Geschichte rein und hat seinen Spass.
Von mir gibt es 5 Lesesterne ohne Wenn und Aber.

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Veröffentlicht am 14.08.2022

Cold Case Feuerteufel

Todesglut
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Ex-Kommissar Zornik tritt nach langem Auslandsaufenthalt eine Stelle als Dozent einer privaten Polizeiakademie an. Um seinen Unterricht interessanter zu gestalten, setzt er seine Schüler auf einen alten ...

Ex-Kommissar Zornik tritt nach langem Auslandsaufenthalt eine Stelle als Dozent einer privaten Polizeiakademie an. Um seinen Unterricht interessanter zu gestalten, setzt er seine Schüler auf einen alten Fall an. Beim Brand der Stadtbibliothek kam eine bislang nicht identifizierte Frau ums Leben.
Zornik ist ein Getriebener. Er fühlt sich immer noch schuldig am Tod einer geliebten Kollegin. Nun will er ihren verwaisten Sohn adoptieren. Dafür braucht er neben einem sicheren Einkommen auch eine anständige Wohnung, was auf Rügen nicht so einfach ist.
Man erfährt viel Privates über den Ermittler, aber erlebt auch einen Mann, der seine Schüler zu Höchstleistungen anspornt. Erst in höchster Lebensgefahr erkennt er seinen falschen Ehrgeiz. Auf jeden Fall ist er die interessanteste Persönlichkeit in der Handlung. 
Der Plot startet spannend und bleibt durchweg auf hohem Niveau. Neben den vielen psychologischen Komponenten kommt auch viel, fast schon zu viel Action hinzu. Manchmal fühlt man sich in ein Skript für "Alarm für Cobra 11" versetzt. Wirklichkeitsnähe geht anders.
Egal. Cathrin Moeller hat hier ein Krimi-Debüt hingelegt, das sich sehen lassen kann. Selten habe ich so einen rasanten deutschen Krimi gelesen/ gehört und muss dafür einfach alle Lesesterne vergeben.
Stefan Kaminsky ist als Sprecher der Hörbuchversion eine gute Wahl.

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Veröffentlicht am 12.08.2022

Zerstörtes Leben

Sturmrot
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Nach langen Jahren stattet Olof Hagström seinem Elternhaus einen zufälligen Besuch ab. Dort findet er seinen Vater ermordet vor. Es geht ganz schnell, dass sich die öffentliche Meinung auf Olof als Täter ...

Nach langen Jahren stattet Olof Hagström seinem Elternhaus einen zufälligen Besuch ab. Dort findet er seinen Vater ermordet vor. Es geht ganz schnell, dass sich die öffentliche Meinung auf Olof als Täter einschießt. Er entgeht nur knapp einem Brandanschlag. 
Die Polizistin Eira Sjödin, selbst in diesem Ort aufgewachsen, soll die Taten aufklären. Doch da gibt es noch Zusammenhänge zu einem zwanzig Jahre zurückliegenden Mordfall. Bei Durchsicht der alten Protokolle wird Eira klar, dass auch ihre eigene Familie involviert ist.
Es ist bemerkenswert, wie klar hier die einzelnen Charaktere gezeichnet werden. Auch Randfiguren wie zum Beispiel Eiras demente Mutter stehen dem Leser klar vor Augen und man kann nachvollziehen, wie sie vor zwanzig Jahren als Mutter war. Es gibt ein vielschichtiges Geflecht von Beziehungen und Schuldzuweisungen, das stellenweise zu Beklemmungen beim Lesenden führt. Ganz besonders schwer sind die Vorverurteilungen zu ertragen, die verheerende Auswirkungen haben.
Hier liegt auch der Schwerpunkt des Krimis, hieraus entsteht die eigentliche Spannung, denn man kann relativ schnell in groben Zügen erraten, was in der Vergangenheit geschehen ist. 
Insgesamt kann ich "Sturmrot" gerne weiterempfehlen.
Auch die Sprecherin der Hörbuchversion macht einen sehr guten Job.

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