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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.03.2020

Hat mir gut gefallen

Violet
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"Violet" hat mir richtig gut gefallen. Es liest sich so angenehm und leicht. Der Stil der Autorin ist fesselnd und lebhaft. Violets Alltag besteht aus mehr als nur dem Sticken und der Leser wird in einen ...

"Violet" hat mir richtig gut gefallen. Es liest sich so angenehm und leicht. Der Stil der Autorin ist fesselnd und lebhaft. Violets Alltag besteht aus mehr als nur dem Sticken und der Leser wird in einen intensiven Abschnitt ihres Lebens mitgenommen, erlebt Violet im Umgang mit den anderen Stickerinnen, aus denen Freundinnen werden, mit ihrer Familie, in der vor allem ihre Mutter es ihr oft nicht leicht macht, und dem einen oder anderen Vertreter des männlichen Geschlechts. Besonders toll finde ich, dass der Roman auf historischen Persönlichkeiten beruht und es der Autorin ganz wunderbar gelingt, die Erzählung mit spannenden historischen Fakten zu untermauern. So erlebt der Leser die Geschichte viel intensiver und wird in das England der Dreißigerjahre mitgenommen.

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Veröffentlicht am 13.03.2020

Anders als erwartet

Sweet Sorrow
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Ich bin mir nicht sicher, ob der Klappentext falsche Erwartungen geweckt hat oder ich mir einfach grundsätzlich etwas anderes unter dem Buch vorgestellt hatte. Auf jeden Fall hätte ich nicht gedacht, dass ...

Ich bin mir nicht sicher, ob der Klappentext falsche Erwartungen geweckt hat oder ich mir einfach grundsätzlich etwas anderes unter dem Buch vorgestellt hatte. Auf jeden Fall hätte ich nicht gedacht, dass der Roman zu neunzig Prozent in der Vergangenheit spielt. Zu einer Zeit, als der Ich-Erzähler sechzehn Jahre alt war.

Charlie Lewis blickt zurück auf den einen Sommer, der alles verändert hat, in dem er die große Liebe fand und erwachsen wurde. Viele Begegnungen und Entscheidungen spielen dabei eine Rolle, und der Autor gibt sich viel Mühe, sie seinem Leser näher zu bringen. Nicht jedes Detail konnte mein Interesse wecken und mir ist es insgesamt sehr schwergefallen, eine Verbindung zum Ich-Erzähler aufzubauen. Mag sein, dass David Nicholls den pubertierenden Sechzehnjährigen gut gezeichnet hat. Mir als Leserin ist es nicht gut gelungen, mich in ihn hineinzuversetzen.

Mir hat Atmosphäre gefehlt, etwas, das mich förmlich an das Buch fesselt. So habe ich es gelesen, aber es wird mir wohl nicht in Erinnerung bleiben.

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Veröffentlicht am 21.02.2020

Anders als erwartet

Marianengraben
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Die ersten beiden Kapitel des Buches haben mich wahnsinnig tief berührt. Der intensive Stil der Autorin hat mich sofort für sich eingenommen. Sie verwendet wundervolle Metaphern, formt Wörter zu fast schon ...

Die ersten beiden Kapitel des Buches haben mich wahnsinnig tief berührt. Der intensive Stil der Autorin hat mich sofort für sich eingenommen. Sie verwendet wundervolle Metaphern, formt Wörter zu fast schon poetischen Sätzen und reißt mit ihrer Intensität und Feinfühligkeit mit. Ab dem dritten Kapitel kommt die Handlung des Buches so richtig in Gang, als die beiden Protagonisten aufeinander treffen. Das Buch wird nun lebendiger, lebhafter, etwas verrückt, situations-komisch und abenteuerlustig, gleichzeitig melancholisch und auch ein bisschen traurig. Wahrhaftig ein Wechselbad der Gefühle. Teilweise war mir die Handlung etwas zu skurril. Und ich hätte gern noch mehr berührende und intensive Sätze gelesen, das hat mir ab Kapitel 3 etwas gefehlt. Insgesamt hat mich das Buch aber sehr berührt und eine Geschichte wie diese habe ich vorher nicht gelesen.

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Veröffentlicht am 25.01.2020

Literatur in Zeiten der Politik

Alles, was wir sind
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Das Buch kam mir vor wie ein Fenster in die Vergangenheit, die ich selbst nicht erlebt habe, aber als sehr spannend empfinde. Ein Autor der Weltliteratur, der seine Seele in ein Buch fließen lässt, jedoch ...

Das Buch kam mir vor wie ein Fenster in die Vergangenheit, die ich selbst nicht erlebt habe, aber als sehr spannend empfinde. Ein Autor der Weltliteratur, der seine Seele in ein Buch fließen lässt, jedoch Angst um die Wirkung des Buches haben muss, um sich und seine Lieben. Glücklicherweise geht es in diesem Buch jedoch nicht um Männer und ihre Egos, obwohl sie dennoch eine Rolle spielen. Es geht um starke Frauen auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs, die ihre eigenen Rollen zu spielen haben, um in ihrer jeweiligen Welt, die doch eigentlich eine sein sollte, zu überleben. Die Opfer, die die Protagonistinnen dabei bringen müssen, sind in jedem Fall lebensverändernd. Zwischen der Entdeckung der eigenen Weiblichkeit und der damit verbundenen Kraft und dem vorherrschenden Rollenbild der Gesellschaft zu balancieren, schafft die Autorin außerordentlich gut. Die Charaktere sind nahbar, verständlich und kraftvoll, sodass der Leser gut die Gefühle, das Glück und Leid des Lebens nachvollziehen kann.

Fazit: Ein Roman aus dem Kalten Krieg, gut und clever erzählt, authentisch und fesselnd!

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Veröffentlicht am 12.01.2020

Der Historie zweiter Teil

Der Lehrmeister (Faustus-Serie 2)
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Im zweiten Teil dieser historisch fundierten Faust-Adaption erlebt der Leser die gesellschaftlichen, politischen und religiösen Wirren des ausgehenden Mittelalters. Die Hauptfigur muss dabei mit seinen ...

Im zweiten Teil dieser historisch fundierten Faust-Adaption erlebt der Leser die gesellschaftlichen, politischen und religiösen Wirren des ausgehenden Mittelalters. Die Hauptfigur muss dabei mit seinen Getreuen eine gefährliche Reise durch das deutsche Reich, nach Frankreich und in das damals religiöse Zentrum der Welt, nach Rom, antreten. All dies auf der Suche nach der Wahrheit, die sich in vielen Spielarten, sowohl böse als auch gut, offenbart. Dabei ist Faustus sowohl Täuscher als auch Getäuschter, in jedem Fall Spielball der Großen dieser Welt. Er begegnet historischen Personen, wobei der Autor den Leser auch in die Gefühlswelt der Beteiligten mitnimmt und daher das Lesen zum Erlebnis werden lässt. Die uralte Geschichte vom Guten und Bösen, von Gott und Teufel wird dabei ebenso erzählt wie der ewige Kreislauf von Macht und der Versuchung, sie zu missbrauchen. Faustus gelingt es, durch seine Schläue und seinen Erfindungsgeist Auswege zu finden, wo alle Hoffnung zu schwinden scheint. So ist denn auch die Legende des Faustus nie zu Ende, sondern findet seine Wiedergeburt in jedem Zeitalter, denn findige und gewitzte Menschen, die ihr Glück suchen, gab es immer und wird es immer geben. Gut so!

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