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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.07.2022

großes Kopfkino

City on Fire
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Was für ein genialer Mafiosi-Thriller. Man hat die Bilder vom "Paten" im Kopf, wenn man dieses Buch liest. Die italienischen "Spagetthi-Fresser" geraten mit den irischen "Kartoffel-Fressern" aneinander. ...

Was für ein genialer Mafiosi-Thriller. Man hat die Bilder vom "Paten" im Kopf, wenn man dieses Buch liest. Die italienischen "Spagetthi-Fresser" geraten mit den irischen "Kartoffel-Fressern" aneinander. Alles wegen einer dummen Tante, die ihren Italiener wegen einem Iren sitzen lässt. Und der rächt sich überzogen blutig, so dass sich nun die Iren wiederum zu einer Revanche gezwungen sehen. Schnell wird daraus ein Bandenkrieg. Und mitten drin Danny, der Sohn eines ehemaligen Bosses, der eigentlich lieber ein kleiner Fisch wäre, der eine ruhige Kugel schiebt und mit Frau, Kind und Freunden schöne Urlaube und ein unspektakulären Leben führen würde. Aber man lässt ihn nicht. Nachdem seine Chefs sich in diesem dummen Bandenkrieg umbringen lassen und er um seine kleine Familie fürchtet, sieht er sich gezwungen, das Ruder in die Hand zu nehmen. Dabei ist er ziemlich kreativ und schlau bei der Wahl seiner Mittel und wendet sich erst mal an die Schwarzen, die natürlich eine eigene Bande haben . So mancher hat ihn ganz gewaltig unterschätzt.

Die Geschichte ist lakonisch und bitterböse erzählt. Mehr als einmal tun einem die Beteiligten fast leid, weil sie nicht raus kommen aus der Todesspirale, wie sehr sie es auch versuchen. Das Gangstermillieu ist die erzählerische Spielwiese, auf der Don Winslow immer wieder zur Höchstform aufläuft. Er führt dem Leser mit großem Können all die Untiefen und menschlichen Abgründe vor Augen, aber auch all das, was jeden Menschen, auch die Bösen, bewegt. Denn auch sie lieben ihre Familie, fürchten den Tod, schwören den Freunden Treue und versuchen einfach zu überleben. Nicht immer erfolgreich und nicht immer gesetzestreu.

Ganz großes Kopfkino.
Volle Punktzahl

Veröffentlicht am 08.07.2022

nicht sein Bestes

Tag der Asche
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Nachdem ich den Vorgängerband nicht gelesen habe, war es ein neues Ermittlerteam, welches mir Grangè hier vorstellte. Ich kenne einige seiner Bücher und hoffte auf ähnlich spannendes. So ganz konnte der ...

Nachdem ich den Vorgängerband nicht gelesen habe, war es ein neues Ermittlerteam, welches mir Grangè hier vorstellte. Ich kenne einige seiner Bücher und hoffte auf ähnlich spannendes. So ganz konnte der Autor diesmal meine Erwartungen nicht erfüllen. Ich hatte das Gefühl, dass der Plot ziemlich kurz geraten und etwas überhastet erzählt wurde. Es fehlten emotionale Raffinessen bei den Darstellern und die Handlung war stringent aber dadurch auch etwas vorhersehbar erzählt. Ein wenig hatte ich das Gefühl, ich lese hier das Drehbuch zu dem Film, den es über diese Reihe ja schon gibt.

Veröffentlicht am 08.07.2022

Prequel

Brüder des Windes
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Die Tad-Williams-Bücher, die im Osten-Ard-Universum spielen, sind meine Lieblingsfantasybücher. Mit Freude habe ich jetzt das Prequel zum Drachenbeinthron gelesen. Die Geschichte von Ineluki und seinem ...

Die Tad-Williams-Bücher, die im Osten-Ard-Universum spielen, sind meine Lieblingsfantasybücher. Mit Freude habe ich jetzt das Prequel zum Drachenbeinthron gelesen. Die Geschichte von Ineluki und seinem Bruder und der Jagd nach dem großen Drachen wird episch und spannend erzählt. Ich habe mich gerne auf das etwas langsamere Tempo eingelassen und all die Kleinigkeiten und Ausschweifungen genossen. Vieles wird hier auserzählt, was schon mal in anderen Büchern erwähnt wurde. Das macht einfach Spaß. Für Leute, die zum ersten Mal etwas von Williams lesen, würde ich es nicht unbedingt empfehlen, sondern hier tatsächlich erst mal den Drachenbeinthron zur Hand nehmen, da dieser noch etwas komplexer und ausgefeilter daher kommt. Für mich als Fan war das Buch ein Muss und ich kann einfach nur 5 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 08.07.2022

guter erster Band

A Song of Wraiths and Ruin. Die Spiele von Solstasia
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Was mir gefallen hat.
Allem voran das wunderschöne Cover und wer die Schmuckausgabe mit dem bunten Schnitt gekauft hat wird schwelgen in diesem haptischen Erlebnis. Auch der Titel ist vielversprechend ...

Was mir gefallen hat.
Allem voran das wunderschöne Cover und wer die Schmuckausgabe mit dem bunten Schnitt gekauft hat wird schwelgen in diesem haptischen Erlebnis. Auch der Titel ist vielversprechend wobei ich mich aber sehr daran störe, dass er zur Hälfte englisch ist. Das finde ich bei einer deutschen Ausgabe immer ärgerlich, denn die Frage stellt sich schon, warum man so etwas macht? Hat man keine deutschen Worte der Übersetzung gefunden?

Schön ist auch das kulturelle Setting, welches zwar High Fantasy aber daneben eindeutig im afrikanischen Raum verankert ist. Das ist mal eine interessante Variante zu den vielen anderen Büchern dieses Genres.

Und die Ausgangslage fand ich ebenfalls sehr ansprechend. Die zwei Hauptdarsteller sind aus unterschiedlichen Gründen gezwungen, den Tod des anderen anzustreben - ohne, dass sie das natürlich voneinander wissen.
Deshalb wird auch aus diesen beiden Perspektiven abwechselnd erzählt, was die Spannung und die Komplexität der Situation befeuert.

Was mir nicht gefallen hat.
Am Erzählstil und am Tempo des Plots hätte man durchaus noch etwas verbessern können. Es mangelte mir eindeutig an ausführlicheren Beschreibungen und Erklärungen der Orte, der Gesetzmäßigkeiten, der magischen Gegebenheiten. Dafür war sehr viel Augenmerk auf die Befindlichkeiten der Protas gerichtet. Da wäre weniger manchmal mehr gewesen, da wenig Raum für eigene Gedanken des Lesers bleibt.

Fazit. Ein guter erster Band der noch Luft nach oben hat aber durchaus auch Lust auf die Fortsetzung machen konnte.

Veröffentlicht am 02.07.2022

schöner Erstling

Die Molche
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"Die Molche" haben mich angesprochen weil ich zum einen Coming-of-Age-Geschichten liebe. Ich denke da an Benedikt Wells und Ewald Arenz mit ihren letzten Büchern. Wunberbar. Ähnliches erhoffte ich mir ...

"Die Molche" haben mich angesprochen weil ich zum einen Coming-of-Age-Geschichten liebe. Ich denke da an Benedikt Wells und Ewald Arenz mit ihren letzten Büchern. Wunberbar. Ähnliches erhoffte ich mir hier. Außerdem spielt das Buch in meiner Jugend in Bayern - also Ort und Zeit passten einfach zu meinem eigenen Erleben. Allerdings bin ich nicht ländlich aufgewachsen, habe aber Großeltern auf dem Land in den Ferien besucht. Deshalb fand ich die Beschreibungen von Land und Leuten und auch die Langatmigkeit, die sich teilweise einschlich, gar nicht so störend.

Der Plot an sich ist wirklich berührend und ich mochte den jungen Helden und die Freunde, die er findet. Auch wie er vom schüchternen Feigling zu sich selber und zu Mut und Entschlossenheit findet, war glaubhaft erzählt und schön beschrieben. Die Entwicklung, die die Figuren durchmachen sind eine große Stärke des Buches.

Ich kann den Roman empfehlen. Am Tempo könnte man für nächste Werke noch etwas feilen. Dennoch ein schöner Erstling für mich.