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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.08.2017

Aufwühlende Story

Das Ministerium des äußersten Glücks
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Meine Meinung

Diese facettereiche Geschichte entführt uns in ein Indien, dessen Hintergrund ich so noch nicht kennengelernt habe. Die Intensität, mit der die Autorin verschiedene Themen behandelt hat, ...

Meine Meinung

Diese facettereiche Geschichte entführt uns in ein Indien, dessen Hintergrund ich so noch nicht kennengelernt habe. Die Intensität, mit der die Autorin verschiedene Themen behandelt hat, bringen einem Land und Leute ein ganzes Stück näher.
Im Focus steht erst mal Aftab. Er ist als Zwitter zur Welt gekommen. Der Weg, zu seiner wahren Identität, ist weit und steinig. Eine Operation und Medikamente helfen ihm, sein Denken und Fühlen als Frau auszuleben. Nun ist sie Anjum, eine bezaubernde Person, die ich zu schätzen gelernt habe. Anjum ist eine Frau, die für jeden Menschen ein offenes Ohr hat. Ihr käme niemals der Gedanke, einen Menschen abzuweisen. Sie verlässt ihr Elternhaus und zieht in ein Kwabgah, um mit anderen Hijras zu leben. Nach ein paar Jahren merkt sie, dass sie einen neuen Weg einschlagen muss und zieht auf einen Friedhof. Die dort entstandenen Geschäfts- und Wohnideen haben mich erstaunt und zum Schmunzeln gebracht. Das wäre bei uns undenkbar.

Die Passagen rund um den Friedhof haben mich erstaunt. Ich mag Friedhöfe gern; möchte jedoch auf keinem leben. Ich finde den Gedanken gruselig, mit den Verstorbenen unter einem Dach zu wohnen. Die Gemeinschaften, die dort entstanden sind, haben jedoch etwas familiäres. Ein Zufluchtsort für viele Menschen, die anders sind. Skurrile Persönlichkeiten und Kämpfer integrieren sich ab dem 2. Kapitel immer mehr in das Geschehen.

Politische Konflikte kommen in Roys Werk groß zu tragen. Das Jantar Mantar in Delhi ist ein Komplex, wo Menschen für ihren Glauben- und politischen Überzeugungen, eintreten. Hier begegnet dem Leser viel Fanatismus. Dies jedoch nicht immer im negativen Sinne. Hungerstreiks und rohe Gewalt sind an der Tagesordnung. Gut durchdachte Pläne, verbessern jedoch wiederum das Leben des einen- oder anderen und lassen Freundschaften entstehen.
Ich habe ja schon viel in den Medien über die Unruhen in Indien und dem Orient gehört/gelesen. In dieser Geschichte war es für mich jedoch etwas Anderes. Ich habe die Menschen persönlich kennengelernt. Habe die Ungerechtigkeiten hautnah miterlebt, welchen sie dort ausgesetzt waren. Habe mir Sorgen um ein Baby gemacht, welches mitten in diesem Trubel ausgesetzt wurde. Die verschiedenen Kasten in Indien erlauben nicht jedem Menschen ein würdiges Leben zu führen.

Teilweise bedient sich die Autorin einer sehr derben Ausdrucksweise. Ich empfand das nicht als störend, da diese Fäkalien-Ausdrücke stets die momentane Situation exakt wiederspiegelten.
Die Brutalität des Terrors brachte mich oft an meine Grenzen. Der Gedanke, dass dies tagtäglich im wahren Leben der Fall ist, lässt einem kalte Schauer über den Rücken laufen. Das Sterben der Krähen im Prolog wurde sehr beeindruckend geschildert. Raffiniert bringt die Autorin damit Umweltprobleme zur Sprache. Vor allem den falschen Umgang, den wir mit Tieren haben. Unser Konsumverhalten wird uns vor Augen geführt.
Die Bezeichnungen vieler indischer Namen und Orte haben meinen Lesefluß oftmals erheblich gestört. Ich habe nach dem ersten Kapitel gemerkt, dass "Das Ministerium des äußersten Glücks" kein Buch zum schnell lesen ist. Die vielen Namen und Begebenheiten fordern vollste Konzentration. Mit jedem Kapitel fügen sich die Ereignisse immer mehr zu einem Ganzen zusammen.
Auch für hintergründigen Humor hat die Autorin einen Platz eingeräumt. Ich musste bei einigen Szenen lachen. Mein Kopfkino war gute 500 Seiten voll aktiviert.


Mein Fazit

Arundhati Roy hat ein Buch geschrieben, das man nicht schnell mal weg liest. Es will Wort für Wort gelesen und verstanden werden. Es handelt sich um Geschehnisse, deren Wahrheitsgehalt einem Geschichtsbuch alle Ehre machen. Ich habe sämtliche Orte und Begebenheiten nachgeschlagen.
Das Ganze hat sie mit Schicksalen verwoben, die uns hautnah Ängste, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und Gewalt miterleben lassen. Doch auch Liebe, Freundschaft und die Bereitschaft, selbst aktiv zu werden. Familientragödien und Geheimnisse verpassen der Story zusätzlich Spannung. Einen besonderen Einblick bekommen wir von den Hijras und ihren Platz in der Gesellschaft. Wunderbare Landschaften und Gebäude vermitteln einem ein Bild von Tausendundeine Nacht. Leider hinderten mich verschiedene religiöse Konflikte und politische Unruhen daran, dieses märchenhafte Bild aufrecht zu erhalten. Kaschmir steht im Mittelpunkt der Ereignisse.
Arundhati holt den Leser ab und begibt sich mit ihm auf eine abenteuerliche Reise. Der Schreibstil mutet stellenweise poetisch an. Wunderbare Zitate erhöhen den Lese-Genuss. Vulgäre Ausdrücke haben ihre Berechtigung. Das wunderschöne Cover passt hervorragend zur Geschichte. Ich muss mich nun von vielen wunderbaren Menschen verabschieden. Aber, ich komme wieder. Ich werde das Buch nochmal lesen.


Eine Empfehlung von mir an alle, die Indien kennen- oder kennenlernen möchten.



Meine Lieblingszitate



>>Er, ein Revolutionär, gefangen im Geist eines Buchhalters. Sie, eine Frau, gefangen im Körper eines Mannes.<< (Seite 160)

>>Sie schmiegte sich an ihn an.: >>Wab! Was für ein Mann.<< Er drückte ihr Brust. Sie schlug ihm auf die Hand. >>Nicht. Sie kosten ein Vermögen. Ich zahle immer noch die Raten ab.<< (Seite 179)

>>Ich schwöre beim Leben meiner Kinder - sie reiten auf einem Pferd davon. Zwei Freaks mit einem Sack voller Plüschtiere, die auf einem verdammten weißen Pferd in den Nebel davonreiten.<< (Seite 264)





Danke Arundhati Roy

Veröffentlicht am 31.07.2017

Ein Dämon zum Kuscheln.

Die Dämonenakademie - Der Erwählte
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Zum Inhalt

Ein Dämon zum Kuscheln


Die Geschichte rund um Dämonen, Elfen, Zwerge, Adelige und Bürgerliche, konnte mich überraschen.
Besonders der Anfang gefiel mir sehr gut. Vermittelte er doch ein ...

Zum Inhalt

Ein Dämon zum Kuscheln


Die Geschichte rund um Dämonen, Elfen, Zwerge, Adelige und Bürgerliche, konnte mich überraschen.
Besonders der Anfang gefiel mir sehr gut. Vermittelte er doch ein Mittelalter, wie ich es so noch nicht erlebt habe.
Fletcher ist der Hauptprotagonist in dieser Fantasy-Geschichte. Aus seiner Sicht wird erzählt, und das in einem sehr lockeren Schreibstil.

Fletcher ist ein Waisenkind. Als Baby wurde er vollkommen nackt im Schnee ausgesetzt. Die Adeligen von Pelz waren zu fein, sich des armen, verstoßenen Wesens anzunehmen. Die Ehepaare mit Herz hatten leider schon zu viele Mäuler zu stopfen. Die Armut war groß. Einzig der Hufschmied Berdon nahm sich des kleinen Wesens an.
Fletcher hätte es nicht besser treffen können. Der ruppige Hufschmied behandelte ihn wie sein eigen Fleisch und Blut. Lehrte ihm die Feinheiten des Schmiedens, gab ihm genug zu essen und sorgte stets für ein warmes, behagliches Bett. Fletcher konnte eigentlich ein glückliches Leben führen.
Didric, der reiche verzogene Knabe, erschwerte Fletcher das Leben. Der Nichtsnutz intrigierte gegen Fletcher, wo er nur konnte. Was konnte Fletcher schon gegen den Sohn des reichsten Mannes von Pelz ausrichten?
Fletcher erhielt von einem Soldaten ein Geschenk, welches Didric sein Eigen nenne wollte. Nach einem Streit zwischen den Beiden, musste Fletcher schleunigst Pelz verlassen. Das Geschenk des Soldaten bescherte ihm einen Dämon!

Meine Meinung


Nie hätte ich mir vorstellen können, einen Dämon putzig zu finden. Darf ich vorstellen: Ignatius.
Ignatius ist ein Salamander-Dämon. Verschmust und treu. Ich schmelze gerade wieder weg!!! Fletcher hatte ihn in sein Leben gezaubert. Der Dämon schlang sich um Fletchers Hals und hielt sich dort ganz fest. Auweia, dachte ich. Er will Fletcher erwürgen. Nein! Er wollte nur kuscheln und sich warmhalten. Die Wärme, des feuerspeienden Salamanders, sollte auch Fletcher noch des öfteren vom Erfrierungstod bewahren.
Denn, nur war Fletcher auf der Flucht. Sein Ziehvater Berdon gab ihm reichlich Proviant und Geld mit auf den Weg. Eine hochwertige, selbstgeschmiedete Waffe sollte Fletcher vor Gefahren schützen. Berdon mochte ich total gerne. Er stellte seine Güte nicht offen zur Schau. Er ließ seine Warmherzigkeit trotzdem zu Genüge einem Findelkind zukommen, welches er wie ein eigenes Kind behandelte. Vielleicht sogar noch mehr, als manch andere Eltern.

Fletcher hatte einen gefährlichen Weg vor sich. Er musste im Verborgenen einen Weg zu einem neuen Leben finden. Er machte in Corcillum wieder Bekanntschaft mit einem Soldaten. Durch diesen Soldaten, führte ihn sein Weg zur Dämonenakademie.
Auch mit Zwergen freundet er sich an. Einer davon sollte sein bester Freund auf der Akademie werden.

Auf der Akademie hatte ich stellenweise das Gefühl, in Hogwarts gelandet zu sein. Ich konnte viele Ähnlichkeiten entdecken. Das hat mich aber nicht gestört. Adelige, Bürgerliche, Elfen und Zwerge sollen zu Soldaten ausgebildet werden, um die Orks auszurotten. Den Adeligen war jedoch nicht über den Weg zu trauen. Sie akzeptierten keine Elfen, Zwerge und Bürgerliche.
Ich habe diese Geschichte sehr gerne gelesen. Besonders Fletcher und Ignatius konnte ich sehr gut leiden. Fletcher erinnerte mich sehr an Harry Potter. Wie gesagt, die Ähnlichkeiten haben mich nicht gestört. Schade fand ich nur, dass der Autor auf einmal sämtlicher Handlungsstränge, innerhalb kürzester Zeit, auf wenige Seiten gepackt hatte. Das fand ich richtig schade. Die Geschichte empfand ich die ersten 200 Seiten so richtig rund. Die Hektik hätte es nicht gebraucht. Was ich auch nicht verstand, dass sämtliche Novizen Fähigkeiten hatten, die sie in der kurzen Zeit gar nicht haben konnten.
Ich mag spannende Handlungen. Davon gibt es in diesem Buch genug. Weniger wäre hier jedoch mehr gewesen. Da ich jedoch weit entfernt von der Zielgruppe dieses Buches bin, hat das nichts zu sagen.
Die Protagonisten sind gut beschrieben. Das Setting passend zur Geschichte gewählt. Vor allem die Ortschaft Pelz konnte ich mir bildlich vorstellen.

Mein Fazit

Die Dämonenakademie hat sich, trotz Schwächen, in mein Herz geschlichen. Ignatius möchte ich unbedingt weiter verfolgen. Will immer wieder mit erleben, wie er sich an Fletchers Hals kuschelt. Will an den besonderen Fähigkeiten Fletchers teilhaben. Möchte auch die die anderen Dämonen besser kennen lernen. Ich will wissen, ob Fletcher, die Elfen und Zwerge, erfolgreich ihre Ausbildung beenden. Die Adeligen können gerne für immer im Äther verschwinden. Aber, die Geschichte schreib nun mal nicht ich. Eigentlich dachte ich, Fletcher hätte es schon geschafft. Der fiese Cliffhanger lässt mich jedoch zweifeln.
Die Geschichte um Fletcher und die Dämonenakademie, empfehle ich gerne weiter. Einziger Kritikpunkt von mir: In die Handlung wurde stellenweise zuviel hineingepackt. Es entstand ein Wirrwarr, das es nicht gebraucht hätte.
Band 2 habe ich mir schon besorgt. Schon bald werde ich diese Welt voll Magie und skurrilen Wesen wieder besuchen. Ich würde mich freuen. wenn ich wieder zu Gast in Pelz sein dürfte. Ich hege berechtigte Hoffnungen.

Besonders die wunderschönen Zeichnungen im Anhang möchte ich erwähnen.

Veröffentlicht am 26.07.2017

Eine Fantasy-Geschichte voll Licht, Liebe und Magie.

Die Diamantkrieger-Saga - Tashiras Bestimmung
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Meine Meinung


Eine Fantasy Geschichte voll Licht, Liebe und Magie

Im dritten Band geht es nahtlos weiter. Das Cover strahlt mich nach dem Lesen des Buches besonders an. Jetzt weiß ich ja, um die geheimnisvollen ...

Meine Meinung


Eine Fantasy Geschichte voll Licht, Liebe und Magie

Im dritten Band geht es nahtlos weiter. Das Cover strahlt mich nach dem Lesen des Buches besonders an. Jetzt weiß ich ja, um die geheimnisvollen Dinge ....

Sara hat es endlich geschafft. Sie ist ein Diamantkrieger. Trotzdem kämpft sie noch mit großen Unsicherheiten; weiß nicht, ob sie sich für immer der Loge verschreiben will. Sie hat manchmal immer noch Probleme, in die Stille zu gehen.
Sara hat mit einem großen Verlust zu kämpfen. Sie kann nicht loslassen.

Die Geschichte führt Sara wieder zu ihrem inneren Kind. Egal wie viel Angst sie vor bestimmten Dingen hat, sie muss sich den Gefahren stellen.
La Loba ist auch im dritten Band eine sehr wertvolle Ratgeberin für Sara. Man muss nicht alles richtig machen. Sich einer schwierigen Aufgabe zu stellen ist schon ein großer Erfolg. Egal ob das Ganze gut- oder schlecht ausgeht. Verzeihen! Diese Aufgabe ist eine der Schwierigsten, die Sara lernen muss. Einem Menschen verzeihen und helfen, der eigentlich ihr größter Feind war.
Ich finde, Sara hat schon einen sehr großen Reifeprozess durchgemacht. Sie verfolgt Damir nicht mehr. Fängt an ihr eigenes Leben zu leben. Interessiert sich sogar für einen anderen Jungen. Erfährt viel von ihren Eltern. Mich hat es sehr schockiert.
Trotzdem klopft ihr Herz schneller, wenn sie mit Damir zu tun hat. Eigentlich will sie keine Hilfe mehr von ihm. Aber eine höhere Macht führt sie immer wieder zusammen, um gegen die Mächte der Unterwelt zu kämpfen.
Sie reisen durch die Wüste, zum Tempel von Kailash. Dort werden die Krieger auf ihre schwere Aufgabe vorbereitet. Den Kampf gegen die Hydra. Dort wird Sara mit ihrem richtigen Namen angesprochen: Tashira.
Tashira lernt das Alleinsein zu schätzen. Sie nimmt Dinge wahr, die ihr vorher noch nie aufgefallen sind. Selbst am kleinsten Lebewesen hat sie ihre wahre Freude.
Sie lernt in sich Selbst zu gehen.
Sie ist nun reif dafür, wieder in die Katakomben zu gehen ....


Mein Fazit


Die Reise durch die Wüste hat mich ein bisschen an 1000 und eine Nacht erinnert.
Selbstfindung, die Begegnung mit dem inneren Kind, in die Stille gehen und Verzeihen, geben der Geschichte eine ganz besonder Note. Die Erkenntnis, dass das Böse oftmals nur unserer eigenen Wertung geschuldet ist, regt einen besonders zum Nachdenken an.

Ob mir das Ende gefallen hat? Ja. Obwohl ich mir bei einer Sache nicht ganz sicher bin. Ich denke, das Beste ist, wenn ich auf mein Herz höre. Es wird mir die Unsicherheit nehmen.

Eine Fantasy Geschichte voll Licht, Liebe und Magie, die ich gerne empfehle. Sie ist auf eine leise Art spannend. Mann muss nicht perfekt sein. Man darf Angst haben. Aber, man muss sich seinen Ängsten stellen. Seinem Feind ins Gesicht sehen.
Meiner Meinung nach sollte die "Diamantkrieger-Trilogie"in einer Buchhandlung auch in der esoterischen Ecke zu finden sein.

Meine Lieblingszitate

>>Es ist der Verstand, der für die Angst zuständig ist; nicht das Herz.<< (Seite 133 auf dem Reader)

>>Wer sich verlieren möchte, geht in die Stadt. Wer sich finden möchte, geht in die Wüste.<< (Seite 204 auf dem Reader)

>>Wir alle haben ein Ego, denn wir sind Menschen, und jedes Ego erinnert sich an den Hunger unseres Monstrums.<< (Seite 220 auf dem Reader)

>>Er hat dich geliebt, Sara. Und nun ist er Liebe.<< (Seite 43 auf dem Reader)

Danke Bettina Belitz. Ich habe jedes Wort genossen.

Veröffentlicht am 20.07.2017

Ein Endzeitthriller, der einen abholt. Ob man will- oder nicht!

Infiziert (Bd.1)
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Zum Inhalt

Ein Endzeitthriller, der einen abholt. Ob man will- oder nicht!

Jetzt bin aber ganz stark ins Grübeln gekommen. In "Infiziert" geht es um ein Forschungsprojekt, welches für die Menschheit ...

Zum Inhalt

Ein Endzeitthriller, der einen abholt. Ob man will- oder nicht!

Jetzt bin aber ganz stark ins Grübeln gekommen. In "Infiziert" geht es um ein Forschungsprojekt, welches für die Menschheit mehr als gefährlich ist. Das Schlimme daran, so was ist jederzeit auch im realen Leben möglich!

Callie ist ein junges Mädchen, welches in die Fänge der Forscher gelangt ist. Sie sieht in den Labors Dinge, welche ihr große Angst einflößen. Sie schafft es, aus dem Labor auszubrechen; muss aber erkennen, dass ihr Leben niemals wieder so sein wird, wie es einmal war.

Shay ist ein Mädchen, welches sich in ihrer neuen Heimat Killin in Schottland noch nicht richtig eingelebt hat. Sie muss sich gegen einen fiesen Typ in ihrer Schule durchsetzen.
Shay entdeckt eine alte Vermisstenanzeige, von der 12 jährigen Callie. Sie erinnert sich daran, dieses Mädchen am Entführungstag gesehen zu haben. Callie war in das Auto, eines düster wirkenden Mannes, eingestiegen. Shay nimmt Kontakt zu Callies Bruder Kai auf.


Kai ist ein netter Typ, der schon mal die Fäuste fliegen lässt, wenn seine Herzens-Menschen in Gefahr sind. Zu Shay hat er von Anfang an einen guten Draht. Mit ihr macht er sich auf die Suche nach seiner vermissten Schwester.

Viele Menschen erkranken an einem unbekannten Grippevirus und sterben innerhalb kürzester Zeit. Da bemerkt Shay die ersten Symptome bei sich. Mit Kai zusammen beginnt eine Suche nach der Wahrheit, die einen atemlos zurück lässt.

Meine Meinung

Shay und Kay erleben ein grausames Abenteuer, quer durch Schottland. Sie müssen erkennen, dass man nicht an dem Wohl der erkrankten Menschen interessiert ist. Vielmehr versuchen Forscher und die Armee die wahren Gründe für die Epidemie zu vertuschen.
Diese Geschichte hat mich von der ersten Silbe an gefangen genommen. Sie wird aus der Sicht von Shay- und Cally in der Ich-Form erzählt.
Besonders Callys Erzählungen sind spannend. Ihre Erlebnisse, in und außerhalb des Labors, nehmen den Leser auf eine Reise mit, die er im realen Leben niemals so erleben möchte.

Shay gehört zu den wenigen Erkrankten, die überlebt haben. Eine Hetzjagd auf sie lässt sie an der Gerechtigkeit zweifeln. In Kai findet sie die große Liebe und einen Freund, der sein eigenes Leben aufs Spiel setzt, um sie zu beschützen.
Shay hat eine besondere Gabe. Sie hat ein photographisches Gedächtnis. Sie kann bis ins Detail Erinnerungen wieder aufrufen.

Kai mochte ich besonders gerne. Seine Hoffnung, die kleine Schwester wieder zu finden, konnte ich zwischen den Zeilen spüren. Kai rastet gerne aus. Er benutzt schon mal seine Fäuste, wenn er es für nötig hält. Dabei macht er nicht mal vor seinem Vater halt. Kais Vater scheint auch Geheimnisse zu haben. Shay ist von dem attraktiven Gelehrten begeistert. Dieser Blick!

Ein Dreiergespann, welches sehr sympathisch daher kommt. Ich habe mit den dreien mitgefiebert.
Vor allem Cally konnte mich sehr berühren. Der Kontakt zu Shay hat ihr sehr gut getan. Cally und Shay sind sich gegenseitig eine große Hilfe. Kai scheint bei dieser Freundschaft ein Aussenseiter zu sein. Und dabei hat er doch so um seine Schwester gebangt ......
Mir ging sehr oft beim Lesen durch den Kopf, wozu die Forschung wirklich in der Lage ist. Dieser Endzeitthriller ist eigentlich das wahre Leben. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Viren und Bakterien schon aus den Labors entwichen sind. Man denke nur mal an Genmanipulation. Das hat zwar nichts mit Krankheit zu tun, kann aber krank machen. Wurden wir gefragt, ob wir das wollen?
Hat wirklich jede Grippeepidemie einen normalen Ursprung? Allzu genau möchte ich nicht mehr darüber nachdenken. Wir können eh nichts daran änder. Genau das macht Angst!

Mein Fazit

Drei junge Menschen, die einem Verbrechen auf der Spur sind, welches die gesamte Menschheit auszulöschen droht.
Das Setting verbreitet eine Atmosphäre, die einen den Duft von Krankenhäuser und Labors förmlich aufdrängt.
Hunger, Verzweiflung und Heimatlosigkeit, treiben die taffen Drei immer weiter. Überall Quarantäne-Zonen, die es zu überwinden gilt. Ein Weg zur Wahrheit, der den Leser fassungslos zurücklässt.
Die Frage die sich mir aufdrängt: Wird denn ganz am Ende überhaupt noch ein Mensch überleben?
Ob mir das Ende gefallen hat? Da es eine Trilogie wird, war dieser fiese Cliffhanger zu erwarten.

Die Autorin hat eine gute Idee genial umgesetzt. Ihr Schreibstil holt den Leser von Anfang an ab. Der Prolog verrät einiges und doch gar nichts.
An Humor fehlt es Teri Terry auch nicht. Besonders schmunzeln musste ich, als Shay ihr photographisches Gedächtnis nutzte, um eine Seite aus "Fifty Shades of Grey" zum besten zu geben. Rote Öhrchen inclusive ))

Meine Liebligszitate


>>Bücher sagen eine Menge über Menschen aus, findet ihr nicht?<< (Seite 437)

>>Unberührt von den Sonnenstrahlen ist die Dunkelheit im Licht, ein bloßer Schatten: Dasein im Nichtsein.<<(Seite 404)

>>Sterben ist gar nicht so schwer. Ich habe schon oft zugesehen.<< (Seite 318)

>>Die Welt hat nicht mehr alle Tassen im Schrank, ist ein Irrenhaus, und wir sind bloß zwei Insassen, die das Geschirr suchen.<< (Seite 302)

>>Der Berg ragt in den Himmel, der Loch glitzert unter uns. So war es, bevor die ersten Menschen kamen; und so wird es auch sein, nachdem wir lange schon zu Staub sind.<<(Seite 263)

Danke Teri Terry.

Veröffentlicht am 15.07.2017

Nüchtern und sehr spannend.

Das Mädchen im Strom
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Meine Meinung

Für Gudrun habe ich von Anfang an große Sympathie entwickelt. Als kleines dickes Mädchen angefangen, bis zur jungen Frau, konnte sie mich in ihren Bann ziehen. Sie gehörte zu den Menschen, ...

Meine Meinung

Für Gudrun habe ich von Anfang an große Sympathie entwickelt. Als kleines dickes Mädchen angefangen, bis zur jungen Frau, konnte sie mich in ihren Bann ziehen. Sie gehörte zu den Menschen, die in keine Schablone passen. Sie lebte stets im Augenblick. Oftmals fasste sie zu Menschen Vertrauen, die sie gar nicht kannte. War es Intuition? War es Leichtsinn? Ich denke, trotz der schlimmen Geschehnisse, hatte Gudrun an das Gute im Menschen geglaubt. Selbst Menschen, bei denen andere nichts Gutes sahen, hatte sie Wertschätzung entgegengebracht. Sie sah bei den miesesten Charakteren Positives. Hatte sich auf jede Situation umgehend eingestellt und das Beste daraus gemacht. So auch bei ihrer Verhaftung, nachdem die Gestapo sie mit einem falschen Pass erwischte. Sie wurde fast jedem Tag dem Oberkommissar Buchmann vorgeführt. >>Der SS-Mann sprach wie ein gütiger Arzt. Sie war erleichtert. Wenigstens hatte er Manieren, dachte sie.<< (Seite 83 auf dem Reader)
Genau darum kam die hübsche Jüdin heil aus der Tragödie heraus. Genau darum erkannte sie Chancen und verkraftete schwere Verluste.
Gudrun mochte nie lernen und hielt Schule für überflüssig. Ich habe sie für ihre Konsequenz in sämtlichen Dingen bewundert. Trotz Lernfaulheit hatte die hübsche Blondine ihren Weg gemacht.
Manch einer würde jetzt sagen, Gudrun ist den leichtesten Weg gegangen. Das war jedoch zu Hitler-Zeiten für eine Jüdin gar nicht möglich. Für viele Menschen war sie das verwöhnte Gör, welches mit dem goldenen Löffel im Mund zur Welt kam. Das mag schon gestimmt haben. Der Vater besaß mehrere Schuhgeschäfte. Die Mutter Helene unterhielt Angestellte, die ihr ihr langweiliges Gattinnen-Leben erleichterten. Das Kindermädchen für Gudrun war ein wahrer Segen. Sie erkannte den starken Charakter Gudruns. Annemarie Holl ließ sich nicht von Gudruns oberflächlicher Fassade blenden. Viele Szenen im Buch haben mir gut gefallen. Das Kindermädchen schien Gudrun ziemlich ähnlich zu sein. Auch sie kuschte vor niemanden. Ihrer Chefin bot sie die Stirn und setzte sich stets durch. >>Ihre größte pädagogische Tat bestand darin, dass sie Helene Samuel beibrachte, Gudruns Widerborstigkeit nicht als Trotz zu sehen, sondern Ausdruck von Charakterstärke.<< (Seite13 auf dem Reader.) Für mich war Gudrun ein verwöhntes Gör, welches in Kriegszeiten über sich selbst hinauswuchs.
Als Teenager genoss Gudrun die Liebe zu einem ehrgeizigen jungen Mann. Die Eltern Martins sahen die erste Zeit darüber hinweg, dass diese Verbindung unpassend ist. Ein junger Mann, mit glänzenden Berufsaussichten, sollte sich nicht mit einer ehrgeizlosen Jüdin abgeben. Beide setzten sich über Vorurteile hinweg und waren lange Zeit "Gudrunundmartin!"
Mit ihrer besten Freundin Margot veerlor sie auch in Kriegszeiten nie den Kontakt. Margot war nach Amerika ausgewandert und führte dort ein gutes Leben.
Sehr gut hat mir der Briefwechsel der Freundinnen gefallen.
Gudrun gelang es aus dem Gefängnis zu kommen. Vom Rheinland emigrierte sie nach Shanghai. Todunglücklich darüber, nicht ihre Freundin Margot folgen zu können. Diesen Weg hatte sie sich jedoch verbaut ......
Ihr Bruder Ralphie

Der Vater Wilhelm Samuel kam mir lange Zeit ziemlich naiv vor. Er wollte die Gefahren nicht sehen, die sich für Juden anbahnten. Er fühlte sich in Mainz sicher. Niemals hielt er es für möglich, dass man ihm sämtliche Besitztümer enteignet. Sein Geld ließ er nicht mehr in der Schweiz. >>Ein anständiger Deutscher lässt sein Geld im Land.<< (Seite 14 aud dem Reader.)


Mein Fazit


Ihr Weg führte sie von Mainz nach Shanghai. Dort lebte sie in Luxus und hatte eine eigene Praxis als Physiotherapeutin. Aus Gudrun Samuel wurde Judy! Sie lernte jedoch auch die Armut in Shanghai kennen, nachdem der Judenhass auch dort Einzug hielt.
Sie ging dreimal eine Notehe ein und wanderte von Shanghai nach Norwegen aus. Von dort führte sie ihr Weg nach London. Ihre dritte Ehe stand unter einem besseren Stern.

Der Schreibstil mutet nüchtern an. Die Autorin verwendet bei Dialogen keine entsprechenden Satzzeichen, was ich nicht störend empfand. Mir hat der Erzählstil sehr gut gefallen. Ich habe zeitgleich auch das Hörbuch genossen. Die angenehme Erzählstimme von Claudia Michelsen und der tolle Schreibstil von Frau Bode, haben mir das Gefühl gegeben, mit einer alten Dame auf dem Sofa zu sitzen. Aus feinstem Porzellan Tee zu trinken und in den Geschichten der Gudrun zu versinken.

Gudrun war eine Powerfrau, die ihre optischen Reize einzusetzen wusste. Sie war dabei jedoch niemals bösartig. Berechnend schon! Ja, das war sie, meiner Meinung nach. Aber anders hätte sie nicht überlebt. Gudrun gab es wirklich unter dem Namen Gertrud Meyer-Jörgensen. Ich bin von dieser Frau schwer beeindruckt.


Ich empfehle diesen Roman mit biographischen Elementen sehr gerne weiter. Viele Menschen mussten zur Zeit des Holocausts sterben. Die Erinnerungen leben weiter. Auch nach dem Tod der letzten Zeugen! Dafür sorgen Schriftsteller, die für uns Geschichten sammeln und aufschreiben. Dieser Roman kommt ohne große Gefühlsduselei daher.



Danke Sabine Bode.