Profilbild von givemeabook

givemeabook

aktives Lesejury-Mitglied
offline

givemeabook ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit givemeabook über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2021

Aufgeben ist für Luise keine Option

Der leuchtende Himmel
0

Großartig und emotional wird das Schicksal einer Familie weitererzählt.

In diesem Band geht es größtenteils um Luise, mein Lieblingscharakter der Hansens. Sie ist für die damalige Zeit eine unglaublich ...

Großartig und emotional wird das Schicksal einer Familie weitererzählt.

In diesem Band geht es größtenteils um Luise, mein Lieblingscharakter der Hansens. Sie ist für die damalige Zeit eine unglaublich couragierte Frau, die schon ab dem ersten Band meine Bewunderung für ihren Mut verdient hatte. Drei folgenschwere Ereignisse bestimmen in diesem Band Luises Leben. Das Auseinandergehen von zwischenmenschlichen Beziehungen, der Streik der Hafenarbeiter und der Tod samt Abschied. Luise möchte als liebende Mutter und Ehefrau sich mehr Zeit für Hans und die kleine Viktoria nehmen. Doch da passiert es plötzlich. Unter Luise geht eine Falltür auf und sie verschwindet in einem schwarzen Loch. Doch Luise wäre nicht Luise, würde sie nicht die Kraft zum Aufstehen haben. Sie besitzt die Fähigkeit, Hoffnung und neue Chancen zu sehen.
Historisch korrekt wurde der Streik der Hamburger Hafenarbeiter in die Geschichte eingebunden und ich wurde mit interessanten Informationen versorgt. Im Jahr 1896 boomt die Arbeit im Hafen. Es herrscht Hochbetrieb und es gibt genug Arbeit für alle. Die Kaufleute verdienen gutes Geld, aber die Hafenarbeiter werden immer ärmer. Die meisten führen mit ihren Familien ein ärmliches Leben. Am 21. November treten Tausende Arbeiter für kürzere Arbeitszeiten und höhere Löhne in den Streik. Luise würde sehr gerne vermitteln, doch als Frau ist sie kein Verhandlungspartner.
Durch Ellin Carstas Schreibstil gelingt das Eintauchen in die letzten Jahre des 19. Jahrhunderts mühelos. Ich habe nicht alle Teile der Hansen Saga gelesen und mein Lesevergnügen wäre größer gewesen, hätte ich noch mehr Wissen über die Familie gehabt. Sehr informativ ist das kurze Nachwort am Ende des Buches mit den historischen Hintergründen und einem Quellenverzeichnis über die Themen des Romans. Schon bei den Vorgängern habe ich besonders gerne die Kapitel über das Leben auf der Plantage in Kamerun gelesen. Ich freue mich deshalb schon sehr auf die Fortsetzung. Ein absolutes Lesehighlight, für das ich gerne fünf Sterne vergebe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.03.2021

Die rote Hochzeit

Höllenkind
0

Worum geht es:
Es ist ein einmaliges Ereignis für den Vatikan und ganz Rom: die Verbindung der alten römischen Adelsfamilien Sforza und Visconti durch eine prunkvolle Hochzeit in der Sixtinischen Kapelle.
Doch ...

Worum geht es:
Es ist ein einmaliges Ereignis für den Vatikan und ganz Rom: die Verbindung der alten römischen Adelsfamilien Sforza und Visconti durch eine prunkvolle Hochzeit in der Sixtinischen Kapelle.
Doch plötzlich krümmt sich die Braut vor Schmerz. Was ist da nur passiert, dass eine schöne, reiche junge Frau aus einer der angesehensten Familien Italiens statt ein „ja“ zu hauchen Blut spuckt? Ihr strahlend weißes Hochzeitskleid färbt sich rot. Blutrot.
Commendatore Adami ist der zuständige Ermittler des Vatikans. Er ist dankbar, dass die durch einen Satanismus Fall schon bekannte Patho-Psychologin Clara Vidalis vom LKA Berlin mit in den Fall eingebunden wird. Wie der Zufall es will, ist die beurlaubte Clara bereits in Florenz. Als ihr Mann MacDeath noch dazu stößt, ist das Powerpaar komplett. Es hat den Anschein, als würden die Viscontis von Satan verfolgt und bis in den tiefsten Bereich der neun Höllenkreise des Dantes geführt. Da braucht es das ganze Können der Spezialistin für schwere Fälle. Das ermittlerische Zusammenspiel gefällt mir gut, die zielgerichtete Clara und der sich gerne verzettelnde MacDeath, der auf ein umfangreiches Wissen über den Tod an und für sich und über die italienische Renaissance im Besonderen zurückgreifen kann.

Buch und Cover:
Titel und Cover des Buches waren der Köder und ich habe angebissen. Das Cover finde ich super, weil es den dramatischen Inhalt perfekt vermittelt. Das Thema wird symbolhaft durch das blutige Kreuz auf der Alabasterstatue dargestellt. Die haptische Wahrnehmung wenn man mit der Hand darüberstreicht gefällt mir. Auch ein Personenverzeichnis finde ich immer hilfreich.

Mein Lieblingszitat:
S. 132: In ihrem schwarzen, engen Kleid und mit ihren dunklen, streng hochgesteckten Haaren wirkte sie auf Clara mit einem Mal wie ein schwarzes Fernrohr, das jederzeit bereit war, ihren Mann und alle anderen in den Fokus zu nehmen.

Fazit:
„Höllenkind“ war mein erstes Buch aus der Clara Vidalis Reihe. Es ließ sich ohne Vorkenntnisse lesen. Im Verlauf der Geschichte gab es immer wieder Hinweise auf die Vorgänger Bücher, die jetzt auf meinem Wunschzettel stehen. Der Thriller war packend und ist nichts für schwache Nerven. Die Ermordeten werden auf sehr brutale und gnadenlose Weise umgebracht, keine Grausamkeit wurde dem Leser erspart. Zudem gab es viele historische Informationen und die dunklen Geheimnisse des Vatikans werden großartig in Szene gesetzt.
Ich habe schon lange nicht mehr einen so spannenden Thriller gelesen. Ich bin ganz und gar in das Geschehen eingetaucht und mühelos in dieser mitreißenden Geschichte versunken. Fünf Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2021

Die Wolfsfrau

Homo Lupus
0

Der Aziz-Clan plant einen Anschlag, der unbedingt verhindert werden muss. Kann die Verhaltensbiologin Lena Bondroit die kriminellen Machenschaften dieses gefährlichen Clans stoppen? Die Verhaltensbiologin ...

Der Aziz-Clan plant einen Anschlag, der unbedingt verhindert werden muss. Kann die Verhaltensbiologin Lena Bondroit die kriminellen Machenschaften dieses gefährlichen Clans stoppen? Die Verhaltensbiologin erforscht, wie Wölfe miteinander kommunizieren. Der Verfassungsschutz erhofft sich durch ihr Wissen Einblick in das Familiensystem des Clans zu erlangen. Können ihre Kenntnisse über die Rudel-Organisation der Wölfe dabei helfen, das Familiensystem von Clans zu verstehen?
Zur gleichen Zeit kämpft die neue Partei "Neue bürgerliche Mitte" mit ihrem Kanzlerkandidaten Jan Berger um einen Wahlsieg. Seine einflussreichen Freunde setzen alles daran, dass er die Wahl gewinnt. Wahlmanipulation, Börsencrash, jedes Mittel ist recht.
Keiner der Protagonisten in diesem Buch war mir wirklich sympathisch. Das Buch spielt in der nicht allzu fernen Zukunft. Die Banken- und Corona-Krise ist vorüber, die Neue bürgerliche Mitte hat aus dem Stand 15 % geschafft. Die Partei möchte ihren Vorsprung weiter ausbauen und die Macht mit ihrem Kanzlerkandidat Berger endgültig an sich reißen. Die NbM und ihre Mitglieder waren durchwegs unerträglich.
Lena ist Verhaltensforscherin im Gebiet der Ethologie, der vergleichenden Verhaltensforschung. Im Moment bezieht sich ihr neuestes Projekt auf Wölfe, ihr Rollenverhalten, die Hierarchie und die Hackordnung in einem Rudel. Ich hätte mir mehr Informationen über die Wolfsforschung gewünscht. Lena bringt ständig wider besseres Wissen sich und ihre Familie in Gefahr. Das war wohl der Hauptgrund, warum mich das Buch nicht richtig fesseln konnte. Gelungen war der Aufbau der Kapitel, deren Anordnung vom Tag der Wahl bestimmt wurde. Jedem Kapitel war die noch verbliebenen Tage bis zu Wahl vorangestellt, ein spannender Countdown. Der Politthriller hat durch die Wolfsforschung ein paar interessante Informationen geliefert, aber ich habe deutlich mehr erwartet. Das Buch konnte mich nicht wirklich packen oder gar begeistern.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.03.2021

Schlickleichen

Mordsand
3

„Mordsand“ ist der vierte Band der Reihe rund um das Ermittlerduo Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Auf einer Elbinsel wird eine Leiche gefunden. Das am Strand aufgetauchte dreißig Jahre alte Skelett ...

„Mordsand“ ist der vierte Band der Reihe rund um das Ermittlerduo Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Auf einer Elbinsel wird eine Leiche gefunden. Das am Strand aufgetauchte dreißig Jahre alte Skelett stellt Frida und Bjarne vor ein Rätsel. Wer war dieser Mann, der vor langer Zeit mit gefesselten Händen dort im Schlick vergraben wurde? Doch damit nicht genug, denn kurz darauf wird eine zweite Leiche gefunden, die jedoch aus neuerer Zeit stammt. Es ist Jochen Kirsten, ein Hamburger Baulöwe. Wie das erste Opfer war er bis zum Rumpf in den Sand eingegraben und genauso gefesselt. Die Ermittlungen beginnen und sie werden Bjarne und Frida weit zurück in die Vergangenheit führen.
Ein großer Teil der Geschichte befasst sich mit einem dunklen Kapitel der ehemaligen DDR. Die unmenschlichen Zustände in den Heimen und Jugendwerkhöfen wurden von der Autorin gründlich recherchiert. Die beschriebene brutale Realität der begangenen Grausamkeiten im Namen der „Umerziehung“ war oft nur schwer zu ertragen. Diese Rückblicke in die Vergangenheit waren sehr gut in den Plot der Kriminalhandlung eingebettet.
Das Buch ist sehr gut zu lesen und ich war gleich wieder in der Elbmarsch angekommen. Das Privatleben von Bjarne und Frida wird interessant weitererzählt. Hat man schon mit den beiden zu tun gehabt, weiß man, dass die beiden nun schon seit längerem ein gut eingespieltes Team sind, das sich super ergänzt. Bjarne bringt in die Ermittlungen seine langjährige Erfahrung ein, Frida die ungestüme Art und Leidenschaft der Jugend. Mir gefällt die Ausgewogenheit zwischen Kriminalfall und Privatleben.
Ich empfehle nicht nur diesen Band, sondern auch die Vorgängerbände (Mordsand ist natürlich auch ohne Kenntnis der Vorgänger zu lesen) und freue mich schon auf den nächsten Fall mit Bjarne und Frida.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Spannung
  • Cover
Veröffentlicht am 29.01.2021

Party bei der Queen

Das Windsor-Komplott
0

Im Frühjahr 2016 verbringt die Queen wie jedes Jahr einen Monat zum „Easter Court“ in Windsor Castle. Hier können Einladungen ohne übertriebene Förmlichkeit ausgesprochen werden. Prinz Charles hat diese ...

Im Frühjahr 2016 verbringt die Queen wie jedes Jahr einen Monat zum „Easter Court“ in Windsor Castle. Hier können Einladungen ohne übertriebene Förmlichkeit ausgesprochen werden. Prinz Charles hat diese entspannte Situation genutzt und zur Unterstützung eines seiner Projekte reiche Russen und auf russische Märkte spezialisierte Analysten eingeladen. Die Queen ist eine perfekte Gastgeberin und versorgt ihre Gäste gerne mit etwas Unterhaltung. Und so kommt Maksim Brodsky ins Schloss, ein begnadeter Pianist – charmant und eine Augenweide. Mit untadeligen Manieren bittet er auch die Queen um einen Tanz, der ihm gewährt wird. Am Morgen wird der galante Maksim tot in seinem Zimmer gefunden, den Gürtel des purpurroten Morgenmantels um den Hals. War es Selbstmord oder lief ein Sexspiel aus dem Ruder? Das MI5 und die London Metropolitan Police glauben, dass der junge russische Dissident im Auftrag des russischen Präsidenten Wladimir Putin ermordet wurde. Die Queen denkt jedoch nicht, dass die Russen für den Tod von Maksim Brodsky verantwortlich sind. Sie hat ein untrügliches Gespür für solche Situationen. Schon als junges Mädchen hat sie im Verborgenen Kriminalfälle gelöst. Mit Hilfe ihrer neuen Privatsekretärin, Rozie, beginnt sie ihre eigenen privaten Ermittlungen.
"Das Windsor Komplott" ist ein herrliches Buch. Von der ersten bis zur letzten Seite wurde ich gut unterhalten. Die Idee, dass Königin Elizabeth II. eine heimliche Passion pflegt, nämlich die Lösung von Kriminalfällen, ist zwar sehr fraglich, funktioniert aber dennoch perfekt. Die Geschichte ist voller Rätsel, die darauf warten, gelöst zu werden. Die gut beschriebenen Charaktere, darunter Mitglieder des Königshauses, Mitarbeiter der Königin, ihre Haustiere und sogar politische Persönlichkeiten wie Obama, tauchen auf und tragen zur Glaubhaftigkeit des Geschehens bei. Für die Metropolitan Police und den MI5 ist die Königin eine ältere Dame, die nicht viel von der modernen Welt weiß und die es zu schützen gilt. Aber sie irren sich. Sehr sogar. Das Buch ist voller Humor und hat mich immer wieder zum lachen gebracht, wozu Prinz Philip mit seinen Scherzen einiges dazu beigetragen hat. Es war für mich als Leserin interessant, am königlichen Leben teilzunehmen. Ich stelle mir gerne vor, dass es tatsächlich so (oder so ähnlich) ist. Ich freue mich jetzt auf die anderen Bücher in der Reihe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere