Da wird man beim Lesen paranoid
Da wird man beim Lesen paranoid
Nora steht vor dem Nichts: Freund weg, Wohnung futsch, Job perdu. Und nichts, aber auch gar nichts am Horizont sichtbar, das nach einer Lösung aussieht. Da erhält sie die ...
Da wird man beim Lesen paranoid
Nora steht vor dem Nichts: Freund weg, Wohnung futsch, Job perdu. Und nichts, aber auch gar nichts am Horizont sichtbar, das nach einer Lösung aussieht. Da erhält sie die Nachricht, dass sie gewonnen hat. Den Jackpot quasi. Das mietfreie Wohnen in einer voll eingerichteten Wohnung im Pramtower, einem Prestigeobjekt direkt am Alex, wo das Wohnen schlicht unbezahlbar ist. Sie erinnert nur mehr schwach, dass sie darüber vor über einem halben Jahr gelesen und sich spontan an einer Verlosung teilgenommen hatte, die eben diesen Preis ausgeschrieben hatte. Voller Vorfreude zieht sie kurz entschlossen ein, muss aber alsbald feststellen, dass da Einiges nicht zu stimmen scheint. Die KI, die alles im Haus zu steuern scheint, wird scheinbar zunehmend aufmüpfig und bald scheint Nora nicht mehr selbst entscheiden zu können, wie sie ihr Leben zu leben hat. Als sie beim ersten Mietertreffen einen heiß begehrten Job in einer neuen Galerie angeboten bekommt, schiebt sie ihr Unbehagen in den Hintergrund. Ein Fehler. Als sie vom mysteriösen Selbstmord ihrer Vormieterin erfährt, versucht sie, der Sache auf den Grund zu gehen. Der nächste Fehler. Nora wird immer paranoider, weiß nicht mehr, wem sie trauen kann. Sieht sich einer ausweglosen Situation gegenüber. So geht es dem Leser auch. Sehr eindringlich geschrieben. Sehr viele falsche Fährten legend, sehr viel Beklemmung erzeugend. Gelungen.